Dichtung hat radikal zu sein
Donnerstag, 23. Mai 2013 9:42 | Michael Perkampus
Die Beschäftigung mit der Dichtung ist radikal und möglichst weit von einerm Unterhaltungswert entfernt. Im Grunde ist eine dunkle Sprache, eine, die nicht mehr auf Mitteilung ausgerichtet ist, die einzige freie und unantastbare Bastion gegen eine nicht mehr lebenswerte Umgebung.
Der gnadenlose Kommerz hat hier seinen Meister gefunden. Dichtung kann der Wirtschaft nicht eingemeindet werden, wie es zum Beispiel nahezu allen Subkulturen der Musikgeschichte geschehen ist – und, literarisch gesehen natürlich dem Roman.
Die Dichtung ist zu verstehen als äußerster Versuch, im abnormen Sagen und in der Diktatur der Phantasie die Freiheit des Geistes zu retten inmitten einer geschichtlichen Lage, wo wissenschaftliche Aufklärung, zivilisatorische, technische, ökonomische Machtapparate die Freiheit organisiert und kollektiviert – und damit um ihr Wesen gebracht haben.
GrammaTau
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