März 10, 2010 Von: Michael Perkampus Kategorie: poetik
Die Tafeln des Symballousa
“Denken Sie ans Leben : Da rechnen Sie mit dem einen und das andere geschieht. Es gibt schon so manche Kausalitäten, das gebe ich zu; aber die sind ja auch nicht für die Ewigkeit. Das Typoskript wird jetzt womöglich noch einiges schwerer zu fassen sein als der Text, vor allem, weil ich auf einer faksimilierten Ausgabe bestehen muß. Es kam in mehreren Stufen dahin (ich gehe darauf noch ein); was können wir schon planen; die Dinge ergreifen sich ihrs. Wir folgen (das heißt, wenn man ein Instrument ist, folgt man der Melodie, die irgendwo herkommt – auf uns gezupft, gepfiffen oder geprügelt wird). Ich muß Ihnen sagen, daß der Text auch alle Anstrengungen enthalten soll. Daß ich mich verschreibe, ist ja nicht geplant, daß es aber gerade an dieser und jener Passage geschah, folgt schon einem Muster (das Instrument ! – Stakkato, dann Abgang; hier : zweideutig). Lies den Rest des Eintrages →
Im RĂĽckspiegel: Klingel (11. 03. 2009)
Noch kein Kommentar →
März 10, 2010 Von: Michael Perkampus Kategorie: leuchtspur
den Vormittag am Symb.
10.59
Pause S15.
Kefirglas 5l mit der Post heute morgen. Endlich wieder den Flüssigkeitshaushalt regenerieren, nur noch zusehen, wo es hier den Kefir gibt, ansonsten auch schicken lassen.
Im RĂĽckspiegel: Klingel (11. 03. 2009)
Noch kein Kommentar →
März 09, 2010 Von: Michael Perkampus Kategorie: journal
Der Rhytmus der Schreibmaschine ist durch nichts zu ersetzen.
Das schöne Klischee (und gleichzeitig der Mythos) : Der Autor beugt sich über die Maschine, daneben der überfüllte Aschenbecher. Das Stakkato der angeschlagenen Typen erfüllt den Raum. Ein Korb mit zerknülltem Papier (manche Bällchen daneben, auf dem Boden) fehlt nicht.
Der heutige Betrieb fordert geschwätzige Schnellschrift – und bekommt sie auch; doch das Schreibzeug arbeitet an unseren Gedanken mit ! – bescheinigte einer unserer Lieblings-Irren Friedrich Nietzsche (der sich an einer Mallig Hansen probierte, einer der ersten in Serie produzierten Maschinen der Welt). Dass jedoch jeder Dichter auf den Computer umgestiegen sei, ist ein Gerücht. Ganz im Gegenteil liegt der Prozentsatz jener, die das Kultobjekt Schreibmaschine nicht aufgeben (oder sogar zu ihr zurückkehren, wie nun einmal ich) bei geschätzten 30% der gedruckten Berufsgenossen. Dabei wird von vielen der angebliche Vorteil des Computers – das Kopieren und Verschieben, das bequeme Bearbeiten des Textes – als Nachteil betrachtet. Lies den Rest des Eintrages →
Im RĂĽckspiegel: Ruinen (10. 03. 2009)
Noch kein Kommentar →
März 09, 2010 Von: Michael Perkampus Kategorie: leuchtspur
Besorgungen; dann : Symballousa (aber auch an den Erzählungen weiter, Karten zum Prunus). Das Typoskript selbst als Unikat (mit aufgeklebten Zetteln und allen Korrekturen), ein montiertes und nicht alleine geschriebenes Buch, eigenständiges Kunstwerk, das die Welt der Schrift in Richtung der Bildhauerei verlässt; Skulpur aus Papier, Klebstoff und Tinte.
19.59
Farbband, Pritt-Stift, Schere, Zettelkasten, Edding; mit dem Typoskript begonnen. S.7
Im RĂĽckspiegel: Ruinen (10. 03. 2009)
Kommentare (2)
März 08, 2010 Von: Michael Perkampus Kategorie: leuchtspur
Heute 6 uhr 55, kam aber gar nicht so zum arbeiten. Einige Sachen durchgesehen. Zettel für den neuen Zettelkasten zuschneiden – in die Keksdose. Jetzt erst mal das tägliche Bad, Aufsätze über Quantenphysik durchgehen (Morris Berman), “Die Veranda” noch einmal überdenken, deshalb auch aus dem Weblog genommen. BRD widert mich nach wie vor an.
Donnerstag dann die ersten Aufnahmen für das Gebrüder-Grimm-Projekt.
15.57
Nun, sie ist g’rad’ angekommen. Olympia “Monica”. Baujahr 1969 (kommt mir bekannt vor !) Das ist nun also die erste einer folgenden Sammlung (Lettera 22, Hermes Baby, Remington). Ich beginne noch in dieser Woche mit dem Typoskript zu den Tafeln des Symballousa. Farbband muss ich erneuern, sonst klasse in Schuss.

Im RĂĽckspiegel: Ruinen (10. 03. 2009)
Noch kein Kommentar →
März 08, 2010 Von: Michael Perkampus Kategorie: bisskolumnen
Was man da so feines hört von der katholischen Kinderficker-Sekte, ich sachs ja ! Pipi lutschen vorm Altar – und nachts in den kleinen Betten : Beine breit, der Herr hat auch gelitten ! Aber die Katholische Kirche ist ja nicht die einzige kriminelle Vereinigung, für die der Staat die Steuern einzieht, nicht ? Na, mich hats schon immer verwundert, wieso das schöne Hakenkreuz nicht auf einem T-Shirt getragen werden darf (kann man denn alle Nazis in einen Topf werfen? – Gibts da nicht auch liebe drunter ?), das Kreuz mit dem (beinahe schon im amerikanischen Stil) gefolterten Balkengustl aber über jedem ekelhaften Massacker thront (ich will ja die Orthografie auch ändern – kein Dehnungs-h mehr !), also : tront; oder sogar : tropft, weil ja schließlich der Wein aus dem geöffneten Leib undsoweiter.
Was mich aber da noch interessiert : Hat der Mixa seinen Schwanz vorher mit Weihwasser gewaschen ? – Oder danach ? – Ist das dann heilige Pfaffen-Wichse ? (Noch klären !)
Im RĂĽckspiegel: Ruinen (10. 03. 2009)
Noch kein Kommentar →
März 08, 2010 Von: Michael Perkampus Kategorie: zettel
auch arno schmidt hatte 1 veranda

Im RĂĽckspiegel: Ruinen (10. 03. 2009)
Noch kein Kommentar →
März 08, 2010 Von: Michael Perkampus Kategorie: poeta laureatus

Die vielschichtigen Textkonstruktionen der Mayröcker sind stark mit dem Surrealismus verknüpft – Verbalträume – Montage und Zitat gehören zu ihren favorisierten Kompositionstechniken -, doch auch der Einfluss von Beckett, Hölderlin oder Barthes lässt sich in ihrem Werk finden. Besonders deutlich tritt das Sammeln von sprachlichen Versatzstücken hervor, die in einem Prozess synthetisierter Überarbeitung zu neuartigen, dichten und “magisch” genannten Textgebilden verknüpft werden. Sie ist eine der letzten “Poeten” deutscher Sprache.
Im RĂĽckspiegel: Ruinen (10. 03. 2009)
Noch kein Kommentar →
März 07, 2010 Von: Michael Perkampus Kategorie: poeta laureatus
Die experimentelle Prosa Schmidts gehört zum herausragendsten, was die Deutsche Literatur aufzubieten hat. Die Wurzeln seiner modernen Prosaformen sind in der Romantik als auch im Expressionismus zu finden. Kongenial sind darüber hinaus seine zahlreichen Irrtümer, die alle aufzudecken bis heute nicht gelungen ist. Als Gedankentier bezeichnete er sich selbst, als Wortwelten-Erbauer und WortMetz. Schmidts Texte sind mehrheitlich mythisch unterbaut und fordern dem Leser (wie jeder gute Autor) alles ab. Für das Sichtbarmachen innerer Vorgänge entwickelte er eine Reihe von “Berechnungen” – Prosatechniken wie das “Fotoalbum”, das wechselnde Gedankenspiele intergriert, ausgehend von der Tatsache unserer brüchigen, löchrigen und ungleichmäßigen Erinnerung. Bei der Orthographie hielt es Schmidt wie weiland Jean Paul – er erfand seine eigene, weil ihm die Grenzen des Duden-Deutsch zu eng gesteckt waren.
Im RĂĽckspiegel: Ruinen (10. 03. 2009)
Noch kein Kommentar →
März 06, 2010 Von: Michael Perkampus Kategorie: leuchtspur
Heute mal etwas früher auf (alles vor Mittag ist für mich eine unglaubliche Herausforderung) , sah dann den Schnee und mein Frühlingsvorhaben verabschiedete sich. Bleibe also jetzt in Kempten und werde mich nächste Woche wohl endlich mal anmelden (vor teutschen Ämtern graut mir !) Mein Bett steht noch im Studio zu Biesen, das aber ist mir Notwand, schließlich arbeite ich ganz proustisch auch darin – wie ja eigentlich überall, wo ich gehe und stehe (und liege). Nachher gleich weiter an den Erzählungen. Symb. nach wie vor ausgesetzt.
Im RĂĽckspiegel: Ruinen (10. 03. 2009)
Noch kein Kommentar →