Diesseits: Vakuum

[...]Diesseits: Vakuum. Was ich erreichen könnte, denkend; was ich erreichen will, denkend. Jetzt überschwemme ich mich. Ich schreibe es auf, damit ich es nicht vergesse. Aber ich schreibe es nicht, damit ich es vergesse. Dann beobachte ich, was um mich herum geschieht. Dann gehe ich dorthin, wo um mich herum etwas geschieht, damit ich geschehe. Aber ich geschehe nicht. Warum ich nicht geschehe, denkend. Nicht gut hervorzutreten, unmaskiert. Man kann sich dann nicht mehr verbergen, man kann überall getroffen werden, wohin man auch geht, überall ist man getroffen. Der Schütze schießt, das muß er, das ist seine Natur, sein Wesen. Der Getroffene hat sein Los selbst beschworen, er hat sich entlarvt. Warum ich mich entlarve, denkend. Warum ich mich zu früh entlarvte, denkend. Wohin ich nun flüchten könnte, wo ich mich verkriechen könnte. Kein Schoß, kein Dickicht, kein Schoß, kein Mund, keine Zeit, die das Wasser wieder in mich zurückschiebt, kein Schoß, kein Graben, keine Kluft.
Ich suche jemanden, der lebendig ist. Ich finde niemanden, der lebendig ist; nur tote, vergeudete Materie in sinistren Ecken. Ich brauche eine Explosion.
Zum Beispiel:
Hallo, ich bin’s. Haben Sie schon einmal etwas von mir gehört, ich bin’s. Dann bin ich’s, wenn Sie’s hören, dann bin ich’s. Oder Liebe, wo immer sie auftaucht.
Du weißt, wer ich bin?
Ja. Ich weiß, wer du bist. Komm rein.
Oder:
Glaubst du mir?
Ja, ich glaube dir, glaubst du das?
Oder:
In Küssen erbebt die Liebe.
Du allein gebiete, Liebe. (La Bohéme)
Zauberisch verklärt.
Am Ende gar nicht mehr über Liebe schreiben, nicht einmal darüber nachdenken, lieber Schinken aus Prag und etwas Hustensaft aus der Apotheke. Sonntags in den Zoo. Betrunken bitte meistens. Wohin denn sonst mit dem ganzen Innenleben.[...]

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