Das Buch ist ein Auslaufmodell, die Zukunft gehört der digitalen Welt. Ein Satz, der auf jeder Zunge zu liegen scheint. Da werden dann Vorteile herausgestellt, die in der Haltbarkeit liegen, in der Platzeinsparung, der Verfügbarkeit. Natürlich gibt es eBooks, und für jene, die “eBook-Menschen” sind, ist es vermutlich eine tolle Sache; für “Leser”, die sich nun einmal mit Literatur beschäftigen, eher weniger. Die Alternative zum Buch gibt es nämlich nicht. Das Ganze ist schnell mit dem Zusammenspiel von Auge und Hand erklärt, ob nun Evolutionsgeschichtlich oder Wahrnehmungspsychologisch. Das “Spiel” mit dem Buch gehört bereits zum Text, das Buch berühren ist gleichbedeutend damit, einen anderen Körper zu berühren.
Das eBook hingegen ist Cybersex. Das macht Spaß, jenen nämlich, die bei ihren sexuellen Handlungen auf einen anderen Körper verzichten können. Und die gibts. So wie es jene gibt, die keine Bücher benötigen, um zu lesen.
Was nun aber die Zukunft des Buches angeht: Papier ist das eigentliche Auslaufmodell.
Prof. Dr. Michael Braungart, ein Professor für Verfahrenstechnik an der Universität Lüneburg hat in seinem Projekt “Cradle to Cradle” (Ein Modell für industrielle Prozesse, in dem alle Materialien in geschlossenen biologischen oder technischen Kreisläufen fließen. “Abfälle” existieren in diesem Sinne nicht, d.h. “Abfall” ist – wie in der Natur – gleichbedeutend mit “Nahrung”) unter anderem eine Folie entwickelt, die das Papier ersetzt. Ein weiterer Vorteil ist, dass man diese Bücher in der Badewanne lesen kann. Statt mit einem eReader sich weiteren Sondermüll aufzuladen und der Haptik ein Ende zu bereiten, könnte nun eine neue Ära in der Druckindustrie beginnen.
Rückspiegel
- Sekundenstudium (13. 09. 2009)
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