Benjamin Stein in Schwabing
Leider hatten wir wenig Zeit gestern für Privates. Es gab ja durchaus Entwicklungen auf beiden Seiten, über die man sprechen wollte. Wir trafen uns im Trachtenvogel und ich mußte vor lauter Hunger schnell einen Teller mit Wiener Würstchen in mich hinein stellen. Benjamin kam recht pünktlich und drückte mir gleich einen Zeitungsartikel in die Hand, der aus der SZ ausgeschnitten war. Darin spiegelte sich die ganze Irritation der Presse in Bezug auf Benjamins Entwicklung. Privates wird – aus Unkenntnis aber – mit Fiktivem verzweifelt vermischt, und man weiß wirklich nicht, was von solcherlei Berichterstattung zu halten ist.
Als Kerstin dann (sie allerdings verspätet) kam, fuhren wir nach Schwabing raus.
Benjamin hat hier eine hervorragende Lesung abgeliefert. Sie gehörte mit zum besten, was ich in dieser Richtung je gesehen und selbst veranstaltet habe. Der Vorteil lag an der Moderation. So wurde der Text nicht eine Stunde lang abgespult, sondern immer wieder unterbrochen, um auf die Metaebene zu wandern. Benjamin selbst wirkte gelöster denn je – und wie freimütig er über den “Befreiungsschlag” Replay sprach, wie wenig er sich hinter Ed Rosen, dem Protagonisten des Romans versteckte, das nötigt meinen uneingeschränkten Respekt ab, nicht zuletzt, weil ich persönlich Einblicke in Benjamins Werdegang habe, der den meisten der hier anwesenden, verschlossen bleibt.
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