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	<title>Die Veranda &#187; friedrich schlegel</title>
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		<title>Das Labyrinth</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 10:56:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Perkampus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Labyrinth ist ein Zeichen, das viele verschiedene Zeichen in sich birgt. In einer F&#252;lle komplexer Darstellungen und Deutungsm&#246;glichkeiten f&#252;hrt es hin und her, biegt immer wieder ab und f&#252;hrt schlie&#223;lich zur Mitte. Eine der Bedeutungen des Labyrinths ist, dass &#8230; <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100119/das-labyrinth/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://veranda.michaelperkampus.net/wp-content/uploads/2010/01/laby.jpg"><img style="float: left; margin-right: 10px;" src="http://veranda.michaelperkampus.net/wp-content/uploads/2010/01/laby-300x150.jpg" alt="" width="300" height="150" /></a>Das Labyrinth ist ein Zeichen, das viele verschiedene Zeichen in sich birgt. In einer F&#252;lle komplexer Darstellungen und Deutungsm&#246;glichkeiten f&#252;hrt es hin und her, biegt immer wieder ab und f&#252;hrt schlie&#223;lich zur Mitte.<br />
Eine der Bedeutungen des Labyrinths ist, dass alles, was existiert, sich niemals schlussendlich festlegen l&#228;sst. Das fr&#252;hgeschichtliche Labyrinth, das man bei Ausgrabungen eines Palastes in Pylos in Griechenland fand, hat einen kreuzungsfreien und vorgegebenen Weg, der auf verschlungenen Pfaden sicher zum Ziel und wieder hinaus f&#252;hrt.<br />
Man kann durchaus davon ausgehen, dass das Labyrinth mit Initiationsriten, erotischen Hochzeitsspielen und Tod-Wiederkehr-Mysterien in engem Zusammenhang steht, denn die &#228;ltesten Zeichnungen sind nahe an Kultanlagen platziert.<br />
In der Ilias wird ein Pendeltanz im Zusammenhang mit einem Herbstritual beschrieben. Tanzvorstellungen sind auch auf alten Tonkr&#252;gen zu sehen, die hier Kranich- oder Jungferntanz bedeuten.<br />
Das Labyrinth (und das soll hier nicht verschwiegen werden) ist ein weibliches Symbol, es steht immer in Verbindung mit der G&#246;ttin oder der Erde. Erinnern wir uns:<br />
Ariadne hatte den Faden des Wissens in der Hand und gab ihn weiter.<br />
Ich habe das Labyrinth als Sinnbild meines Werkes gew&#228;hlt. Ich bin weder der erste, noch werde ich, da bin ich mir sicher, der letzte sein. Der Unterschied aber zu allem, was man &#252;ber das Labyrinth wei&#223;, ist in der Literatur ein anderer gegen&#252;ber den historischen Tatsachen. Schlegel f&#252;hrte 1798 die Arabeske in die Literatur ein und verband damit die Vorstellung m&#228;rchenhafter Phantastik, ironischer Leichtigkeit und &#252;berquellender F&#252;lle, von Poe wissen wir, dass er in seinen Geschichten vom Arabesken den Akzent auf eine groteske Verzerrung der Welt hin zum D&#228;monischen legte. Besehen wir uns die Ornamentik einer arabesken Darstellung, f&#228;llt es uns sehr leicht, darin ein Labyrinth zu erkennen. Denken wir uns ebenfalls eine W&#252;ste als Labyrinth und: eine Bibliothek.<br />
Ich kann mich t&#228;uschen, aber die besten Dichter waren labyrinthische Schreiber, die stets mehr wagten, als bornierte Beschreibungen in die Welt der Unterhaltung zu liefern. Ein Labyrinth unterh&#228;lt nicht sondern bietet nicht weniger als den Zusammenhang des ganzen Universums.<br />
Und es wird erz&#228;hlt von einem Weibe, das sich hat ihre Schamlippen ritzen lassen, so dass darauf, auf ihrer zarten Haut, ein Schmetterling zu sehen war, und dieses Weib wohnt im Hause der Labrys, das umgeben von schweren Steinpfeilern die Doppelaxt in ihren H&#228;nden h&#228;lt. Das Haus ist in der ganzen Welt als Labrynthios bekannt.</p><p class="postmetadata">Im Rückspiegel:&nbsp;<a title="Brunchen mit der Feder (20. 02. 2009)" rel="bookmark" href="http://veranda.michaelperkampus.net/20090220/brunchen-mit-der-feder/">Brunchen mit der Feder</a> (20. 02. 2009)<!-- wprvm cached --></p>]]></content:encoded>
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		<title>Erz&#228;hlen</title>
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		<pubDate>Sun, 24 May 2009 10:18:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Perkampus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schriften zur Literatur Der Roman, der noch von Friedrich Schlegel als Universalpoesie gedacht wurde, innerhalb der Romantik aber kaum wirklich als solche durchschlug, dort n&#228;mlich nur den Grundstein f&#252;r das legte, was der Postmoderne dann hier und dort tats&#228;chlich gelang, &#8230; <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20090524/erzaehlen-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 85%;">Schriften zur Literatur</span></p>
<p>Der Roman, der noch von Friedrich Schlegel als Universalpoesie gedacht wurde, innerhalb der Romantik aber kaum wirklich als solche durchschlug, dort n&#228;mlich nur den Grundstein f&#252;r das legte, was der Postmoderne dann hier und dort tats&#228;chlich gelang, ist niemals eine Gattung gewesen, die poetisch ernst zu nehmen war. Im besten Fall ist der Roman ein Album, in dem Gedichte, Essays, Erz&#228;hlung, Dialog (Drama) und weiteres mehr, vermischt werden. Wenn man den Roman ablehnt, so nur deshalb, weil es ihn eigentlich nicht gibt, weil ein Roman nur das ist, was als Roman etikettiert wird. Es mag oberfl&#228;chlich erscheinen, wenn ich hier behaupte, da&#223; man den Roman in seinen Niederungen gerade daran erkennt, weil er von der Masse als haupts&#228;chliches Etikett verwendet wird, weil von der Verlagswirtschaft der Roman streng durchgesetzt wurde (denn nicht der Leser bedarf des Romans). Nat&#252;rlich kann man alle innerhalb eines gewissen Zeitraums angefallenen Fragmente, Skizzen undsoweiter, sammeln und sie unter dem Begriff Roman zusammenfassen. Der Roman ist nichts als ein Album (sic!), dessen Schriften sich manchmal um ein gewisses Thema ranken, schlechterdings ist dieses Album das unn&#246;tige Auswalzen, das geschw&#228;tzige Breittreten von Banalit&#228;ten, rundgelutscht und mit subjektiver Einheitlichkeit angeboten.</p>
<p>Freilich hat man sich auch dazu verstiegen, eine lange Erz&#228;hlung als Roman zu bezeichnen. Der Begriff Roman ist ein marktf&#228;higer Name geworden. Dabei ist anzumerken, da&#223; auch die Kurzformen der Prosa, Novelle, Erz&#228;hlung, Kurzgeschichte, Short Story, ihre Probleme aufzeigen, wenn man sie in ein Korsett zu zw&#228;ngen versucht. Die besten Vertreter einer Gattung sind immer jene, die die aufgezeigten Grenzen sprengen und dar&#252;ber hinaus gehen.</p>
<p>Erz&#228;hlen</p>
<p>Im Anfang war das Wort. Das Wort kommt ohne den Menschen aus. Die Welt allerdings konnte nur dadurch entstehen, da&#223; der Mensch zum homo narrens wurde. Das Erz&#228;hlen ist die Erschaffung der Welt, das Wort lediglich der Urstoff, aus dem die Welt wurde. Das Symbol des Erz&#228;hlens ist der Ouroboros, denn wo immer der Menschengeist es unternommen hat, sich das R&#228;tsel der Weltentstehung verst&#228;ndlich zu machen, wo immer er nach der arché, dem Urstoff forschte, blieb die Suggestivkraft eines Bildes von einem kosmogonischen Urmedium ungebrochen. Dieses Bild ist der Ozean und nicht zuletzt ein Seeungeheuer in Form einer gewaltigen Schlange. Und darin steckt bereits das Erz&#228;hlen. Man erz&#228;hlt sich von einem hermaphroditischen Drachenwurm, der sich zum Kreis schlie&#223;t, indem er seinen eigenen Schwanz verschlingt. Erz&#228;hlungen funktionieren so. Sie kehren wieder in unendlichen (ozeanischen) Variationen.</p>
<p>Dabei ist erz&#228;hlen Kommunikation, ohne jedoch in der Pragmatik zweckbestimmten Mitteilens aufzugehen. Die Funktion dieser Art einer sprachlichen Handlung ist nicht in ein plausibles System zu sperren.<br />
Ein gutes Beispiel ist Herodots Bericht von dem &#196;gypterk&#246;nig Psammenitos, der von dem Perser Kambyses besiegt worden ist. Er mu&#223; mit ansehen, wie seine Tochter als Magd zu dienen hat und wie sein Sohn hingerichtet wird. Beide Male bleibt er unbewegt. Erst als er seinen Diener unter den Gefangenen entdeckt, gibt er seiner allergr&#246;&#223;ten Trauer Ausdruck. Montaigne hat sich gefragt, warum Psammenitos den Anblick seiner eigenen Kinder gefa&#223;t ertrug, nicht aber den seines Dieners. Walter Banjamin sah gerade darin, da&#223; Herodot diese Frage offenlie&#223;, das Kriterium authentischen Erz&#228;hlens.</p>
<p>„Eine Geschichte, indem man sie wiedergibt, von Erkl&#228;rungen freizuhalten“, darin bestehe schon die halbe Kunst der Erz&#228;hlung. Benjamin unterschied das Erz&#228;hlen von dem, was in der Moderne als Nachricht oder Neuigkeit in Umlauf gebracht wird. Wir sind reich an Informationen &#252;ber das Weltgeschehen, aber arm an merkw&#252;rdigen Geschichten aus dem Lauf der Welt. Jeder Reporter, meint Benjamin, w&#252;rde die Geschichte von Psammenitos im Handumdrehen erkl&#228;ren und ihr damit die W&#252;rde einer Erz&#228;hlung rauben. Ist Erz&#228;hlen also eine archaische Praxis, deren Tage gez&#228;hlt sind? Oder l&#228;&#223;t sich deren reine, absichtslose Intensit&#228;t immer wieder neu verwirklichen, so wie dich die Schlange in den Schwanz bei&#223;t?</p>
<blockquote><p>&#8220;M&#228;rchen bestehen eben nicht prim&#228;r aus Texten. Erst die vielseitige Umsetzung eines Sinnzusammenhanges durch das Zusammenspiel von stimmlichen, mimischen und gestischen Ausdrucksmitteln und deren Einbettung in die jeweilige Situation ergeben jene Faszination, die beim Lesen kaum erlebt werden kann.&#8221;<br />
Felix Karlinger</p></blockquote>
<p>In obigem Zitat treffen wir auf das Erz&#228;hlen als eine vorliterarische Form, Erz&#228;hlen als Reden, lange bevor diese verschriftlicht werden kann. All das, was in diesem Zitat angemerkt wird, habe ich selbst oft genug bemerkt. Dann n&#228;mlich, wann immer man sich mit meinen Texten schwer tat, stand ich auf und las sie vor, erz&#228;hlte sie. Die Wirkung ein und desselben Textes war nicht selten verbl&#252;ffend, wenn ich ihn vortrug. Ich nehme an, es liegt an der Melodie, die das Wesen eines jeden Menschen voneinander unterscheidet, um nicht gar zu sagen: Jeder Mensch ist Klang, seine Seele ist Musik, das, was es zu erz&#228;hlen gibt, ist eine Partitur – und die wird von unterschiedlichen Orchestern nun einmal auch unterschiedlich interpretiert. Ich unterscheide mich in erster Linie also von anderen Menschen durch eine eigent&#252;mliche Melodie, in der mein Denken, mein Wesen, mein Erz&#228;hlen steckt.</p>
<p>Ganz am Anfang der Literaturgeschichte, im Erz&#228;hlen des Epos, wird dieses Erz&#228;hlen selber zum Thema der Literatur. Man macht heute ein gro&#223;es Aufsehen &#252;ber das werkimmanente Reflektieren des Erz&#228;hl/Schreibprozesses, man tituliert es als Ausdruck der Moderne. In Wirklichkeit jedoch steht dieses Verfahren nicht auf dem Gipfel unserer Zeit und unserer Auffassung, sondern – wenn man so will, ist es eine R&#252;ckkehr zu den Anf&#228;ngen.<br />
Als Odysseus an den Hof des Phaiakenk&#246;nigs Antinoos gelangt, h&#246;rt er, wie der Rhapsode Demodokos vom Untergang Trojas berichtet: seine eigene Heldentat also. Im achten Buch der Odyssee hei&#223;t es:</p>
<blockquote><p>„Aber Odysseus schmolz hin, und Tr&#228;nen quollen ihm aus den Lidern hervor und benetzten seine Wangen. Und wie eine Frau weint, die sich &#252;ber den eigenen Gatten geworfen, der vor seiner Stadt und den M&#228;nnern seines Volkes gefallen ist (…) – so lie&#223; Odysseus zum Erbarmen unter den Brauen die Tr&#228;ne flie&#223;en.“</p></blockquote>
<p>Der Grund, warum der Held hier weint, ist dieser: Er erf&#228;hrt sein Handeln von einst als ein Tun, in das er jetzt nicht mehr einzugreifen vermag. Er begegnet sich im Erz&#228;hlen als einem Toten. Die Erz&#228;hlung enteignet ihm sein eigenes Leben.<br />
Odysseus entschlie&#223;t sich dann, sein eigenes Leben vorzutragen: Er will seine Lebensgeschichte zur&#252;ckgewinnen. Doch damit beschw&#246;rt er sie Ambivalenzen allen Erz&#228;hlens „aus dem Leben“ herauf: Wer seine eigene Geschichte in Worten fa&#223;t, erz&#228;hlt immer auch etwas anderes als sein Leben; der Erz&#228;hler verf&#252;gt &#252;ber sein Thema niemals souver&#228;n. Im Erz&#228;hlen wird er selber erz&#228;hlt.</p>
<p>Die Theorien des Erz&#228;hlens sind mannigfach. Das Erz&#228;hlen ist, wie das Leben auch, st&#228;ndigen Wandlungen unterworfen, ist vielleicht das Leben selbst, so wie der Eros die arché darstellt, Urstoff des Lebens, aber auch des Erz&#228;hlens. Das Erz&#228;hlen ist nicht weniger als ein Trieb, der sich insbesondere im Trennungsmythos offenbart, in dem sich das ganze Konzept der Liebesenergie als Wiederaneignung finden l&#228;&#223;t.</p>
<p>Ich sage in verwandelter Form, da&#223; jene Dichter, die keine Erotik besitzen, schlechte Dichter sind – und ich irre mich diesbez&#252;glich nie. Doch das ist ein Kriterium, das ich anderen &#252;berlassen mu&#223;, denn auch schlechte Literatur kann gemocht werden und wird gemocht, n&#228;mlich von Lesern, die ihrerseits keine Erotik besitzen oder sie vielmehr nur als Gemeinplatz kennen.</p>
<p>Wenn Poe, richtigerweise, in seiner ber&#252;hmten Besprechung der Twice Told Tales Hawthorns (erschienen 1842 im Graham’s Magazine ) seine Theorie &#252;ber die kurze Prosaerz&#228;hlung (short prose narrative) in seiner Hierarchie die Form, die er hier zu begr&#252;nden sucht, gleich nach dem kurzen lyrischen Gedicht (dem er hier den h&#246;chsten Rang zuordnet) einordnet, und den Roman aufgrund seiner leseorientierten Uneinheitlichkeit verwirft, dann tut er, ohne da&#223; er es an dieser Stelle wei&#223; oder beabsichtigt, der Erz&#228;hlung als einer Gattung des Traumes einen gro&#223;en Gefallen. Poe f&#228;nde an dieser Deutung keinen Gefallen, er war ein Freund des Handwerks, dessen also, was die H&#228;nde tun, w&#228;hrend die Poesie – und das hat sie mit der Erotik gemein – ein Diener der Imagination ist. Niegeh&#246;rtes h&#246;rbar machen und nichtwahrnehmbares sehend machen, das geschieht im Traum und in der erotischen Begegnung.</p>
<p>Die Erz&#228;hlung ist l&#228;ngst nicht mehr normativ (wenn sie es je war), sondern deskriptiv, ihre Voraussetzung ist l&#228;ngst nicht mehr eine einstr&#228;ngige Handlungslinie und das Fehlen abschweifender Episoden. Ich habe das in einigen Erz&#228;hlungen selbst vorgef&#252;hrt, nicht zuletzt im Uhrentr&#228;ger, der eben Kein Kurzroman ist.<br />
Deskriptiv: Die Erz&#228;hlung schreibt &#252;ber das, was sie tut. Erz&#228;hlungen &#252;ber Erz&#228;hlungen (Lo cunto de li cunti) hei&#223;t ein Buch von Gian Battista Basile (1575 – 1632), dessen Erz&#228;hlspektakel in seiner literarischen Pracht un&#252;bertrefflich ist, obwohl es nur popul&#228;re M&#228;rchenstoffe aneinanderreiht. Hier feiert das Erz&#228;hlen seinen eigenen Triumph, nicht mehr als &#228;sthetisierte Askese oder kunstvolle Allegorie des Menschenlebens, sondern in einer Handlung, die selbst M&#228;rchen ist: das M&#228;rchen vom Erz&#228;hlen selbst, das hier auf den Gewinn des Lebens abzielt, auf die Lebensrettung (die wir auch von Scheherazade kennen, ein Buch, das jedoch erst im 17. Jahrhundert bekannt wurde).</p>]]></content:encoded>
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		<title>Schriften zur Romantik II</title>
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		<pubDate>Wed, 13 May 2009 09:09:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Perkampus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(Exkurs &#252;ber die Sch&#246;nheit) Suchen wir zun&#228;chst den Begriff des Sch&#246;nen bei Kant, dann sehen wir darin eine Form der Zweckm&#228;&#223;igkeit des Gegenstands, sofern sie ohne Zweck wahrgenommen wird. Daraus resultiert die ber&#252;hmte Definition der Empfindung des Sch&#246;nen als „interesseloses &#8230; <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20090513/schriften-zur-romantik-ii/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(Exkurs &#252;ber die Sch&#246;nheit)</p>
<p>Suchen wir zun&#228;chst den Begriff des Sch&#246;nen bei Kant, dann sehen wir darin eine Form der Zweckm&#228;&#223;igkeit des Gegenstands, sofern sie ohne Zweck wahrgenommen wird. Daraus resultiert die ber&#252;hmte Definition der Empfindung des Sch&#246;nen als „interesseloses Wohlgefallen“. Die Objektivit&#228;t des Sch&#246;nen besteht bei Kant in seiner Subjektivit&#228;t insofern, als das Wohlgefallen eben nur als subjektives allgemein gedacht werden kann. Daher nennt man nach Kant sch&#246;n das, was ohne Begriff allgemein gef&#228;llt. Es wird hier gleich klar, da&#223; weder die Idealisten noch die Fr&#252;hromantiker mit dieser Definition einverstanden sein konnten. F&#252;r Hegel zum Beispiel ist der Gehalt des Kunstwerks, was interpretiert werden mu&#223;, und im Widerspruch zu Kant dem Begriff durchaus zug&#228;nglich ist, die Idee. Sowohl Wahrheit wie Sch&#246;nheit sind f&#252;r Hegel nur gegeben, wo die Existenz einer Idee verk&#246;rpert wird. Daraus l&#228;&#223;t sich erkennen, da&#223; es auch bei Hegel bei einer klassizistischen Identit&#228;t von Wahrheit und Sch&#246;nheit bleibt. Bei Hegel ist das Sch&#246;ne „das sinnliche Scheinen der Idee“.</p>
<p>Bei den Romantikern nun wird dies dagegen nun offener und widerspr&#252;chlicher gedacht als bei Hegel. In Anlehnung an Schelling, bei dem Sch&#246;nheit als das „Unendliche endlich dargestellt“ definiert wird, ist f&#252;r Schlegel die Bewegung der Kunstwerke in der Geschichte ein unendliches Werden. Im Gegensatz zu Hegel, bei dem die Bewegung als zuletzt abgeschlossen und aufgehoben gedacht wird, liegt bei Friedrich Schlegel alle Betonung auf der Bewegung selbst, so da&#223; Sch&#246;nheit selbst Merkmale des Unabgeschlossenen, ja sogar des vor dem Ideal Unvollkommenen bekommt. Daher gilt: „Alle Sch&#246;nheit ist Allegorie“. (Prosaische Jugendschriften, Minor II,364). Nichts will Schlegel als sch&#246;n gelten lassen, das nicht auf die Unendlichkeit verweist. Durch den weitgehenden Verzicht auf Einheitsvorstellungen und den betont antisystematischen Charakter der Kunsttheorie der deutschen Fr&#252;hromantik &#228;ndert sich der Charakter des &#228;sthetischen Entwurfs sehr wesentlich und zeigt, was ich im ersten Teil bereits erw&#228;hnte, die N&#228;he zur postmodernen Philosophie in all ihren Facetten.</p>
<p>Aus diesem in zahlreichen Fragmenten entwickelten Selbstverst&#228;ndnis resultiert nun die Form der literarischen Werke, die keine Geschlossenheit und Vollkommenheit wollen; sie sind offen, bruchst&#252;ckhaft, uneinheitlich. Schlegels Roman Lucinde wurde diesbez&#252;glich zum Programm mit seinen losen Aneinanderreihungen von Briefen, Reflexionen, M&#228;rchen und Allegorien. Dergestalt bestimmt die romantische Literaturtheorie in ihrer Formgebung bis heute das Gespr&#228;ch.</p>]]></content:encoded>
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