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	<title>Die Veranda &#187; Parmigianino</title>
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		<title>Carla Rippey und die 2. Schule von Fontainebleau (3)</title>
		<link>http://veranda.michaelperkampus.net/20100507/carla-rippey-und-die-2-schule-von-fontainebleau-3/</link>
		<comments>http://veranda.michaelperkampus.net/20100507/carla-rippey-und-die-2-schule-von-fontainebleau-3/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 07 May 2010 09:04:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Welche Rolle spielen k&#252;nstlerische Vorbilder f&#252;r Carla Rippey? &#8211; Recherchen (1) Ann&#228;herung &#252;ber Bildtitel, Biografie und vermutete Vorbilder Carla Rippey en galería de la Plaza Río de Janeiro, en la colonia Roma, Foto: Jesús Villaseca, 2009 Carla Rippey, geboren 1950 in &#8230; <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100507/carla-rippey-und-die-2-schule-von-fontainebleau-3/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left"><strong><em>Welche Rolle spielen k&#252;nstlerische Vorbilder f&#252;r Carla Rippey? &#8211; Recherchen (1)</em></strong></p>
<p style="text-align: left"><strong><em>Ann&#228;herung &#252;ber Bildtitel, Biografie und vermutete Vorbilder</em></strong></p>
<p style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img245.imageshack.us/i/a04n1cul1.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img245.imageshack.us/img245/2071/a04n1cul1.jpg" alt="" /></a><a href="http://www.jornada.unam.mx/2009/07/07/index.php?section=cultura">Carla Rippey</a> en galería de la Plaza Río de Janeiro, en la colonia Roma, Foto: <strong>Jesús Villaseca, 2009</strong></p>
<p><strong>Carla Rippey,</strong><br />
geboren 1950 in Kansas City , Kansas, USA, als Tochter von James Rippey, einem Fotojournalisten und Barbara Wright, einer Philologin, studierte 1968/69 in Paris an der Sorbonne und besuchte von 1969 bis 1972 die University of New York in Old Westbury (zum damaligen Zeitpunkt hatte diese Hochschule ein Programm zur experimentellen Bildung angeboten). Sie erhielt 1972 ihren B.A. in Liberal Arts.</p>
<p>Im Jahr 1970, w&#228;hrend ihrer Ausbildung, arbeitete sie (Teil ihres p&#228;dagogischen Programms) mit der New England Free Press in Grafikdesign und Offsetdruck zusammen . Im selben Zeitraum engagierte sie sich in der Bostoner Frauenbewegung, deren Ziel es war, eine Frauen-Zentrum in Cambridge zu etablieren. Sie studierte 1972 Druckgrafik in der Universit&#228;t von Chile und der Universidad Católica de Chile. F&#252;r die chilenische Linke produziert sie haupts&#228;chlich Siebdruck-Plakate.</p>
<p>1973 kam Carla Rippey nach Mexiko. Sie beteiligte sich am kollektiven Druckgrafik- Studio in &#8220;El Molino de Sto. Domingo &#8221; in Mexico City von 1974 bis 1976. Von 1978 bis 1984 war sie ein Mitglied der experimentellen Kunst-Gruppe, &#8220;Peyote y la Compañia&#8221;, es erfolgte eine Zusammenarbeit bei der Produktion von Performances, Drucken, Fotografien und Objektkunst. Von 1980 bis 1985 leitete sie die Abteilung Druckgraphik an der Universit&#228;t von Veracruz in Xalapa, Veracruz.</p>
<p>Seit 1985 lebt und arbeitet sie in Mexico City, wo sie derzeit experimentelle Grafik unterrichtet und Projekte in der nationalen Kunstschule &#8220;La Esmeralda&#8221; in Mexiko-Stadt leitet. Neben ihren anderen beruflichen T&#228;tigkeiten ist sie Mitglied des &#8220;Sistema Nacional de Creadores&#8221;, verwaltet seit 1997 ein F&#246;rderprogramm der mexikanischen Regierung.</p>
<p>USA, Frankreich, Chile, Mexiko&#8230; was bleibt? Was pr&#228;gt sich ein, wenn man die &#8220;<em>Heimat</em>&#8221; wechselt? Carla Rippey m&#252;sste nach dieser Biografie mit wechselnden Lebensorten eigentlich befragt werden. Wie definiert sie Heimat? Was verbindet sie mit all diesen Lebensstationen, &#8230; denn, das Bild, autobiografisch betrachtet, k&#246;nnte auch <em>davon <span style="font-style: normal">etwas in sich tragen, zumal der Bildtitel u.a. selbst in diese Richtung weist: <em>Nostalgie oder Verlust</em>.</span></em></p>
<p>Der Begriff <em><strong>Nostalgie</strong></em> taucht erstmals  im medizinischen Zusammenhang auf. Man verband ein <em><strong>krank machendes</strong></em> <strong><em>Heimweh</em></strong> damit, das besonders Schweizer S&#246;ldner in der Fremde befiel. Der Doktorand <em>Johannes Hofer </em>(1662–1752) war Wortsch&#246;pfer und stellte dieses Ph&#228;nomen erstmals ausf&#252;hrlich in seiner „Dissertatio medica <em>De Nostalgia oder Heimwehe</em>“ (Basel 1688)  dar. Erst viel sp&#228;ter erhielt <em>Nostalgie</em> die heutige nicht-medizinische Bedeutung.</p>
<p>Was versteht man heute unter <em>Nostalgie</em> &#8211; eine <strong><em>wehm&#252;tige Hinwendung zu vergangenen Zeiten</em></strong>, die mit Erinnerung verbunden sind, oftmals stark idealisiert und verkl&#228;rt reflektiert werden? Sowohl auf (kunst-) <em>geschichtliche Epochen</em> als auch auf <em>biographische zeitliche Gegebenheiten </em>k&#246;nnte<em> der Titel </em>abzielen. Trauert Carla Rippey bzw. ihre Protagonistinnen der <em>guten alten Zeit hinterher</em>, in der (f&#252;r sie)  angeblich alles viel sch&#246;ner und besser war als in der Gegenwart? Fremdbeispiele f&#252;r Nostalgie sind das goldene Zeitalter, die Antike, das Mittelalter, die Kaiserzeit, die F&#252;nfzigerjahre usw. Wonach wird mit diesem Bild getrauert, worin besteht der Verlust? Das w&#252;rden wir gern aus ihrem Munde erfahren&#8230;</p>
<p>In Zwiesprache mit ihrem Portr&#228;tfoto meint man etwas von <em>Wehmut</em> zu entdecken, wenn man an all dies denkt und nach Antworten sucht. Auch der aufmerksame Betrachter ihrer im Blogg ver&#246;ffentlichten Arbeiten sp&#252;rt vielleicht anhand der vielen unterschiedlichen <a href="http://carla-rippey.blogspot.com/2009/01/lo-que-promete-el-aowhat-year-promises.html" target="_blank">Mal- und Collagegr&#252;nde</a> (*1), die von zeitlichen und k&#252;nstlich herbeigef&#252;hrten Alterungsspuren (vergleichbar mit der anderer zeitgen&#246;ssischer K&#252;nstler, z.B. mit  <a href="http://papergraveyard.blogspot.com/" target="_blank">Herbert Pfostl</a>, mit dem sie nicht nur die Arbeitstechnik, sondern auch das Los/ die Lust am Auswandern verbindet) durchzogen sind, dass der K&#252;nstlerin neben Gegenw&#228;rtigem (Projekte mit aktuellen Zeitbez&#252;gen) auch immer Gewesenes wichtig ist. Engagierte Kunst. Ich wei&#223; bis dato noch nicht, wieviel Anteil pers&#246;nlichen Schicksals in die einzelnen Arbeiten einflie&#223;t oder ob es eher allgemein die vergangen Kunst- bzw. Stilepochen sind, denen mit diesem Bild nachgetrauert werden k&#246;nnte (z.B. stilistisch der Antik/ der Renaissance wegen des abgebildeten Bauwerks mit den Arkaden und Rundb&#246;gen oder wegen der Stilisierung dieses Turms auch auf Bildern de Chiricos &#8211; ein Nachtrauern metaphysischer Kunst, oder wegen der Ankl&#228;nge weiblicher Bildrahmungen und spezieller Handgestiken an die Schule von Fontainebleau).</p>
<p>Wenn Gegenwart z.B. als schnelllebig, un&#252;bersichtlich, unverst&#228;ndlich, absto&#223;end wahrgenommen wird, kann Nostalgie entstehen. Vergangenheit wird dabei mitunter verkl&#228;rt, ihr wird mit Attributen wie Nat&#252;rlichkeit, Ordnung, Anstand, Moral, Frieden oder Menschlichkeit zugesprochen, auch entgegen historischer &#220;berlieferungen. Romantische Sehnsucht? Verkl&#228;rt das Bild? Ich bin nicht der Meinung. Zum jetzigen Zeitpunkt empfinde ich neben einer vermuteten pers&#246;nlichen auch eine allgemeine Stellungnahme der K&#252;nstlerin zum k&#252;nstlerischen Zeitgeschehen. Und aus noch unerfindlichen Gr&#252;nden dr&#228;ngt sich mir jetzt dieser <a href="http://www.jango.com/music/Alphaville?l=0" target="_blank">Song</a> auf&#8230;</p>
<p style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img683.imageshack.us/i/5historiasiiismall.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img683.imageshack.us/img683/8194/5historiasiiismall.jpg" border="0" alt="" /></a></p>
<p><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img683.imageshack.us/i/5historiasiiismall.jpg/" target="_blank"></a></p>
<p><strong><a href="http://carla-rippey.blogspot.com/" target="_blank">Carla Rippey</a></strong>, aus einer Serie von 5 Bildern, Graphit auf Papier, je 50 x 50 cm, betitelt: “Mit 5 auswechselbaren Gedanken oder Geschichten. Ich brachte sie unter dem Thema <em>Nostalgie oder Verlust </em>zusammen.”, 1993</p>
<p><em><strong>Bild und Lied zusammengenommen</strong>: Nostalgie oder Verlust </em>nicht als Gegensatz formuliert, vielmehr ein und dasselbe Gef&#252;hl, mit all seinen Facetten, schwer daf&#252;r Worte zu finden. Positive Erinnerung an eine Zeit der Jugend, mit sch&#246;ner glatter, straffer Haut, begehrenswert, angef&#252;llt mit erotischen Erlebnissen&#8230; Carla Rippey war 43, als sie dieses Bild malte. Ich kann mir vorstellen, wie ihr zumute war&#8230;</p>
<p>Wie alt m&#246;gen die beiden D&#228;mchen auf dem Bild des unbekannten franz&#246;sischen Malers gewesen sein? Glatte, straffe, makellose Haut, kleine Br&#252;ste&#8230; was haben sie bereits an erotischen Erfahrungen hinter sich? Das m&#252;ssten weitere Recherchen zu einem sp&#228;teren Zeitpunkt ergeben&#8230;</p>
<p>Kannte Carla Rippey zum Zeitpunkt der Entstehung ihres Bildes die Kunstwerke der Schule von Fontainebleau? Es ist anzunehmen, dass sie w&#228;hrend ihrer Ausbildung und eigenen k&#252;nstlerischen T&#228;tigkeit damit in Ber&#252;hrung kam- sei es durch Reproduktionen oder Originale, die man in verschiedenen gro&#223;en Museen der Welt finden kann. Ich sprach bereits davon, ich sehe ihre Bilder als bewusste oder unbewusste formale und inhaltliche Antworten darauf, was sie gesehen und erlebt hat&#8230; Finden wir in der tieferen Besch&#228;ftigung mit derartigen Bildern des 16. &#8211; 17. Jh. Gr&#252;nde bzw. Hintergr&#252;nde f&#252;r Rippeys Arbeit? Auch wenn diese Untersuchung in eine Sackgasse f&#252;hren kann, bliebe es dennoch ein spannendes Unterfangen, beides in Beziehung zueinander zu setzen, denn beide Frauenpaare bieten Z&#252;ndstoff&#8230;</p>
<p style="text-align: center">
<p style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img62.imageshack.us/i/gabrielledestreelouvre.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img62.imageshack.us/img62/2269/gabrielledestreelouvre.jpg" alt="" /></a></p>
<p style="text-align: center">
<p style="text-align: center"><em>Gabrielle d&#8217;Estrées und ihrer Schwester, der Duchesse de Villars (Zwei Damen im Bade)<span style="font-style: normal">, etwa 1594, 2. School of Fontainebleau </span></em></p>
<p style="text-align: center"><em><span style="font-style: normal">(Ehemals Frans Pourbus und François Clouet zugeschrieben), 1595 (Musee du Louvre, Paris)</span></em></p>
<p style="text-align: left">Aus der zweiten Phase (1590 bis 1620) der <strong>Schule von Fontainebleau</strong> &#8220;(*2) kennen wir eine interessante <strong>Reihe</strong>, unserem Vergleichsbild nicht un&#228;hnlicher, <strong>erotischer Bilder</strong>, f&#252;r die offensichtlich eine besondere Vorliebe bestand. <em>Gabrielle d&#8217;Estrées mit ihrer Schwester, der Herzogin von Villars</em> und andere dieser Art konnten bis heute nicht vollst&#228;ndig entschl&#252;sselt werden und sind nicht grundlos unsigniert geblieben&#8230;</p>
<p>Die <strong>Maler von Fontainebleau</strong> (*3) verzichteten grunds&#228;tzliche auf religi&#246;se Motive, ihre bevorzugten Themen stammen aus der <em>griechischen und r&#246;mischen Mythologie bzw. von erotischen Sujets</em>. Sie zeichnet au&#223;erdem eine Vorliebe f&#252;r <em>Ornamente</em> und <em>Grotesken</em>, f&#252;r die Integration aller K&#252;nste in ein Gesamtkonzept, aus. Man erkennt ihre Bilder an einer &#228;hnlichen Tendenz zur <em>&#220;berl&#228;ngung</em> der Gestalten wie bei den manieristischen Malern Italiens, bzw. <a href="http://fritz82.files.wordpress.com/2008/12/el_greco_laocoon1.jpg" target="_blank">El Crecos</a> in Spanien.</p>
<p>Als weitere Besonderheiten dieser Bilder sind eine <strong><em>&#252;berbetonte, raffinierte Erotik</em></strong> geschildert worden, die gleichzeitig etwas von <strong><em>distanzierter Spr&#246;digkeit</em></strong> bes&#228;&#223;e sowie ein <strong><em>Mangel an Emotionalit&#228;t und Sinnlichkeit</em></strong>. Man liebte <strong><em>R&#228;tsel, Verschl&#252;sselungen und gelehrte Anspielungen</em></strong> und ich stelle fest, dass dies genau die in <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100502/alles-tarnung-touch-me-carla-rippey-2/" target="_blank">Teil 2</a> in den Vorbemerkungen angesprochenen Dinge sind, die mich pers&#246;nlich zur Auseinandersetzung mit ihnen reizen. Formal bevorzugte man langgliedrige, sich <em><strong>kaprizi&#246;s</strong></em> gebende Gestalten mit <strong><em>klaren Konturen</em></strong>. Die <strong><em>Farbwirkung der Bilder blieb h&#228;ufig k&#252;hl, von ged&#228;mpfter Ausdruckskraft.</em></strong> Die Verwendung von kontrastierenden Licht und Schatten, kombiniert mit reichen Farbabstufungen, unterscheidet die Bilder der 2. Schule von Fontainebleau von den fr&#252;heren Dekorationen und bereitet damit den barocken Stil des siebzehnten Jahrhunderts vor.</p>
<p>Dem wollte ich heute einmal nachgehen&#8230; Wenn die angesprochene schwesterliche Handgeste/ Geb&#228;rde des Greifens an die Brust <em>schon</em> bzw.<em> immer noch</em> so r&#228;tselhaft ist, wollte ich wenigstens erkunden, in welchem Umfeld derartige Bilder entstehen konnten und ob unser Vergleichsbild einen k&#252;hnen Einzelfall darstellt oder ob derartige Anspielungen die Regel waren.</p>
<p style="text-align: center">
<p style="text-align: left">Betrachten wir also vergleichbare Bilder dieser Schule, stellen wir fest, dass die halbfigurigen, oft barbusigen Frauen h&#228;ufig von einem aufgezogenen (roten) Brokat<a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100411/den-augen-ein-fest-4/" target="_self">vorhang</a> gerahmt werden, der intime Einblicke zul&#228;sst, oder geradezu zum Hinsehen auffordert. Ansichten, die vieles betont in den Mittelpunkt stellen, was eigentlich eher intim sein mag- der erotisch pr&#228;sentierte K&#246;rper, der in eine Interaktion verwickelt ist&#8230; bei Carla Rippey rahmen die Figuren selbst das Bildgeschehen (formal gesehen auf &#228;hnliche Weise), so man &#252;berhaupt davon sprechen kann, denn wir finden neben g&#228;hnender Leere nichts au&#223;er einem Turm&#8230;</p>
<p style="text-align: center">
<p style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img69.imageshack.us/i/zweidamen.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img69.imageshack.us/img69/2860/zweidamen.jpg" alt="" /></a></p>
<p style="text-align: center"><strong><em>Abb. 1  Portrait von Gabrielle d&#8217;Estrées mit  Schwester</em></strong><strong>, </strong>1590 (Uffizien, Florence)</p>
<p style="text-align: center">
<p style="text-align: left">Bizarres Fingerspiel zweier Frauen, demonstrativer Verweis auf einen (Ehe- oder Verlobungs- oder Freundschafts-) Ring, wie er in den nachfolgenden Bildern des &#246;fteren auftaucht? Die Finger in Carlas Frauendarstellungen sind unberingt, ein Hinweis auf ihr Singledasein/ die angesprochene Jugendlichkeit, die heute r&#252;ckblickend vermisst wird?</p>
<p style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img16.imageshack.us/i/franoisclouet.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img16.imageshack.us/img16/7153/franoisclouet.jpg" alt="" /></a><em> </em></p>
<p style="text-align: center"><em><strong>Abb. 2</strong></em><em> Dame im Bad</em>, <strong>François Clouet (auch François Janet)</strong>, um 1571. Als die Darstellung von <em>Diane de Poitiers</em> identifiziert worden, allerdings &#228;hnelt sie wahrscheinlicher <em>Marie Touchet</em>, M&#228;tresse von <em>Karl IX (*4 ) (</em> National Gallery of Art de Washington)</p>
<p style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img696.imageshack.us/i/dametoilettentisch001.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img696.imageshack.us/img696/8149/dametoilettentisch001.jpg" alt="" /></a></p>
<p style="text-align: center"><strong>Abb. 3</strong> Portr&#228;t einer Dame bei der Toilette (Diana im Bade)</p>
<p style="text-align: center">
<p style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img7.imageshack.us/i/dianedepotiers.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img7.imageshack.us/img7/4161/dianedepotiers.jpg" alt="" /></a></p>
<p style="text-align: center"><em><strong>Abb. 4</strong></em><em> Diane de Poitiers, </em>um 1590 (&#214;ffentliche Kunstsammlung, Basel)</p>
<p style="text-align: left">Zum Teil ber&#252;hren sich die grazilen <strong><em>H&#228;nde</em></strong> der Frauen dieser Bilder, zum Teil liegen die eigen im Brustbereich- an einer Kette. Die Frauen sind entweder demonstrativ dem Betrachter zugewandt oder wenden sich gedankenversunken, immer etwas f&#246;rmlich und milde l&#228;chelnd, vom Betrachter ab. Bei Carla Rippey <em>sprechen</em> nur ein leicht ge&#246;ffneter Mund und drei H&#228;nde, aber diese Sprache ist eine v&#246;llig andere- sie steckt voller zarter Bewegung und Lebendigkeit, voller Anspielungen (man stelle sich die Auf- und Abw&#228;rtsbewegung der H&#228;nde beider Frauen vor, eine davon noch dazu in der umh&#252;llenden Geste der anderen- und das in Bezug auf den Turm, wenn wir ihn als Phallussymbol deuten). Beiden Darstellungsweisen ist eine Symbol- und R&#228;tselhaftigkeit anheim gelegt, die seltsamer Weise mehr fesselt als jedes Gesicht. Den <strong><em>Handgesten</em></strong> der ins Spiel gebrachten Bilder muss in einem der <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100510/carla-rippey-und-die-2-schule-von-fontainebleau-sprechende-haende-4/" target="_blank">nachfolgenden Teile </a>nachgegangen werden.</p>
<p style="text-align: center">____________________________________________________________________</p>
<p style="text-align: left"><strong>*1</strong> Mal- und Collagegr&#252;nde bei C. Rippey</p>
<p style="text-align: left">
<p style="text-align: center">
<p style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img69.imageshack.us/i/fusilamiento.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img69.imageshack.us/img69/4646/fusilamiento.jpg" alt="" /></a></p>
<p style="text-align: center"><a href="http://carla-rippey.blogspot.com/2008/10/cuando-mi-sangre-no-era-mi-sangrewhen.html" target="_blank">Carla Rippey</a>, <strong>When my blood was not yet my blood&#8230;&#8221;, 2008 (?)</strong></p>
<p style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img442.imageshack.us/i/elpalacio3det2.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img442.imageshack.us/img442/4070/elpalacio3det2.jpg" alt="" /></a></p>
<p style="text-align: center">Carla Rippey, <strong><a href="http://carla-rippey.blogspot.com/2009/01/lo-que-promete-el-aowhat-year-promises.html">What the year promises</a>, 2008</strong></p>
<p style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img338.imageshack.us/i/microcosmosboticellicro.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img338.imageshack.us/img338/3047/microcosmosboticellicro.jpg" alt="" /></a></p>
<p style="text-align: left">
<p style="text-align: center">Carla Rippey, aus der Serie <em><a href="http://carla-rippey.blogspot.com/2008/02/remix.html" target="_self">Mikrokosmos</a></em>, 1998</p>
<p style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img41.imageshack.us/i/nianube2.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img41.imageshack.us/img41/8615/nianube2.jpg" border="0" alt="" /></a></p>
<p style="text-align: center">Carla Rippey, <strong><a href="http://carla-rippey.blogspot.com/2009/11/women-fire-and-dangerous-objectsmujeres.html">Women, Fire, and Dangerous Objects/Mujeres, fuego y objetos peligrosos</a></strong></p>
<p style="text-align: center"><a href="http://carla-rippey.blogspot.com/2009/11/women-fire-and-dangerous-objectsmujeres.html" target="_blank">Fumarola</a>/cerrado/closed/2009</p>
<p style="text-align: left"><strong>* 2</strong> <em>K&#252;nstlergruppe</em>, die im 16. / Anfang 17. Jh. die Ausschm&#252;ckung des Schloss Fontainebleau entwickelte- Malereien, Skulpturen, Stuckarbeiten. Die K&#252;nstler kamen nicht mehr nur aus Italien, sondern stammten vorwiegend aus Flandern, den Niederlanden und Frankreich. Der Gro&#223;teil der K&#252;nstler blieb anonym, namentlich bekannte sind z.B. <em>Ambroise Dubois, Antoine Caron</em> und <em>Toussaint Dubreu</em><em>il</em>. Ihre Werke zeigen den Einfluss der Techniken des italienischen Manierismus von Michelangelo , Raphael und vor allem <strong><a href="http://veranda.michaelperkampus.net/?s=Parmigianino" target="_blank">Parmigianino</a><span style="font-weight: normal">, der bereits Gegenstand des <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/kategorie/bildersturm/" target="_blank">Bildersturmes</a> war. Au&#223;er der o.g. Themen wurden Szenen aus Werken mit Fiktionen angeregt- z.B. vom italienischen Schriftsteller <em>Torquato Tasso</em> und von alten griechischen Schriftstellern wie <em>Heliodor von Emesa. </em>Hier herrschte ein anscheinen ein &#228;hnlich produktiver Geist der Zusammenarbeit von K&#252;nstlern und Architekten wie in Parmigianinos Umfeld in <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100131/zaertliche-bisse-aufloesung-recherche-4/" target="_blank">Sanvitale castle bei Fontanellato</a>.</span></strong></p>
<p style="text-align: center">
<p style="text-align: left"><strong>* 3</strong> Das etwa 60 Kilometer s&#252;dlich von Paris gelegene <a href="http://www.werbeka.com/schloss/frankr/fontaind.htm">Schloss Fontainebleau</a> war das Stammhaus der franz&#246;sischen K&#246;nige. Besonders sehenswert sind die umliegenden G&#228;rten, aber das gesamte Areal, einschlie&#223;lich des Schlosses, z&#228;hlen zum Weltkulturerbe der UNESCO.</p>
<p><strong>* 4</strong> <em>Die kleine Enzyklop&#228;die</em>, Encyclios-Verlag, Z&#252;rich, 1950, Bd. 1, Seite 306</p>
<p style="text-align: center">
<div><span style="font-family: Verdana, Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif;color: #34392b;font-size: small">___________________________________________</span></div>
<div><span style="font-family: Verdana, Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif;color: #34392b;font-size: small">Nachtrag vom 18.5.10: <strong><em><span style="color: #000000">Recherchen (2)</span></em></strong></span></div>
<div><span style="font-family: Verdana, Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif;color: #34392b;font-size: small"><strong><em><span style="color: #000000"><br />
</span></em></strong></span></div>
<div><span style="font-family: Verdana, Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif;color: #34392b;font-size: small"><strong>Auszughafte Erg&#228;nzung zur Biografie</strong> (ver&#246;ffentlicht in ihrem blogg am 31. August 2007, aus dem Buch &#8220;<em>Artists in Mexiko: Carla Rippey</em>&#8221; von Taller Gráfica Bordes),<strong> in</strong><strong> Bezug auf die Frage nach den <em>Einfl&#252;ssen in ihrer Kuns</em></strong><strong><em>t:</em></strong></span></div>
<div><span style="font-family: Verdana, Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif;color: #34392b;font-size: small"><br />
</span></div>
<div><span style="font-family: Verdana, Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif;color: #34392b;font-size: small"><strong><em>Carla Rippey-Semblanza</em></strong><br />
</span></div>
<blockquote>
<div><a href="http://carla-rippey.blogspot.com/2007_08_01_archive.html" target="_blank">1968-1980</a></div>
<div><span style="font-family: Verdana, Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif;color: #34392b;font-size: small"></p>
<p>A los 18 años y con los ahorros fruto de mi trabajo extraescolar de operadora de teléfonos, fui a Paris, cuando la cuidad apenas se recuperaba de las revueltas de 68. A los 19 entré a la universidad, a un “college” de la Universidad Estatal de Nueva York (SUNY) que desarrollaba un programa de estudios experimentales. Aproveché para graduarme en 2 ½ años y me mudé a Boston a vivir en una comuna feminista. Con las feministas hice mis primeras obras gráficas: carteles en serigrafía casera. También trabajé en una editorial alternativa (The New England Free Press), y fui apresada brevemente en Washington DC por “tratar de parar el gobierno” (porque no paraba la guerra en Vietnam). Trabajé de impresora de offset profesional y fracasé (en parte porque estaba enferma de hipertiroidismo). Regresé con mis papás a curarme, y luego me lancé a Nueva York por aventón, tomé un autobús a Miami y volé a Santiago de Chile, donde Ricardo Pascoe, a quien conocía de la universidad, ya estudiaba su maestría. En un acto quizás poco feminista me casé con él (“para sacar mi visa”) y nos dedicamos a militar en la izquierda chilena (yo, haciendo carteles caseros una vez más) hasta que cayó Allende. Nuestros compañeros se fueron a la clandestinidad y no hubo forma de quedarnos. Así es que llegamos a México, país natal de mi marido. En los próximos tres años nacieron nuestros hijos (Luciano y Andrés). Empecé (como pude) a trabajar en un taller colectivo de grabado y con un grupo de arte experimental (Peyote y la compañía). Ricardo siguió con la política. Nos separamos en 1978.</p>
<p></span></div>
</blockquote>
<div><span style="font-family: Verdana, Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif;color: #34392b;font-size: small"><br />
</span></div>
<div><span style="font-family: Verdana, Arial, sans-serif;color: #ffcc99;font-size: x-small"><span style="line-height: 13px"><br />
</span></span></div><p class="postmetadata">Im Rückspiegel:&nbsp;<a title="Schriften zur Romantik I (13. 05. 2009)" rel="bookmark" href="http://veranda.michaelperkampus.net/20090513/schriften-zur-romantik-i/">Schriften zur Romantik I</a> (13. 05. 2009)<!-- wprvm cached --></p>]]></content:encoded>
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		<title>Z&#228;rtliche Bisse (Aufl&#246;sung/ Recherche -4-)</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 11:34:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Detail vom Bad der Diana, etwa zwischen 1524-1527 gemalt von Parmigianino (Mazzola), Fresco in Sanvitale castle bei Fontanellato (Zur Deutung der Hundeszene und des Gesamtfrescos) In Teil 2 schrieb ich &#8220;Steht der Hirsch nicht wie eine (begehrenswerte) Leitfigur in ihrer Mitte,&#8230;&#8221;, sprach bzw. &#8230; <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100131/zaertliche-bisse-aufloesung-recherche-4/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center">
<p style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img692.imageshack.us/i/jagdunbekannt.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img692.imageshack.us/img692/125/jagdunbekannt.jpg" border="0" alt="" /></a></p>
<p style="text-align: center">Detail vom <em>Bad der Diana</em>, etwa zwischen 1524-1527 gemalt von Parmigianino (Mazzola), Fresco in Sanvitale castle bei Fontanellato</p>
<p style="text-align: center">(<em><a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100122/zaertliche-bisse-aufloesung-recherche-3/">Zur Deutung der Hundeszene und des Gesamtfrescos</a></em>)</p>
<p>In <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20091231/zaertliche-bisse-2/">Teil 2</a> schrieb ich &#8220;Steht der Hirsch nicht wie eine (begehrenswerte) Leitfigur in ihrer Mitte,&#8230;&#8221;, sprach bzw. spekulierte von <strong>christlicher Ikonographie</strong><em>- </em>Gedanken, die auch Ute Davitt Asmus &#228;u&#223;erte. Auch sie vergleicht das Bild mit dem <strong>christlichen Opfertod</strong>, da Acteon hier den Tod durch t&#246;dliche (z&#228;rtliche) Bisse, ohne Qual, hinnimmt. &#196;ltere christliche Ovid- Acteon- Interpretationen sprechen von einer Rehabilitation Acteons, denn sein Tod wird so der Sinnlosigkeit enthoben, wenn man Acteon mit einer Pr&#228;figuration Christi gleichsetzt.</p>
<p style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img52.imageshack.us/i/christuskind.jpg/" target="_blank"><img src="http://img52.imageshack.us/img52/1606/christuskind.jpg" alt="" /></a><br />
<a href="http://farm3.static.flickr.com/2189/2185310362_861d568269.jpg?v=0">Quelle</a></p>
<p>Ein <em>Putto</em> k&#246;nnte den<strong> jungen Sohn des Paares</strong> (Galeazzo Sanvitale und Paola Gonzaga) verk&#246;rpern, der 1523 getauft und fr&#252;h gestorben war. Darauf deuten die <strong>Korallenkette</strong> am Hals und der <strong>Kirschzweig</strong> in der Hand, die sonst nur f&#252;r das Christuskind symbolisch sind und auf dessen fr&#252;hen Opfertod verweisen. Auch das ist nat&#252;rlich eine spekulative Interpretation.</p>
<p>In <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100122/zaertliche-bisse-aufloesung-recherche-3/">Recherche/ Aufl&#246;sung, Teil 3</a> war auch die Rede von der <strong>Gleichsetzung Actetons mit dem Hausherren</strong>. Diese Vermutung speist sich aus der Tatsache, dass es zwar keine Vorzeichnungen f&#252;r die Frescen, wohl aber Studienbl&#228;tter von Parmigianino gibt, die u.a. Galeazzo Sanvitale mit gro&#223;er &#196;hnlichkeit zeigen.</p>
<p style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img98.imageshack.us/i/hunde1.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img98.imageshack.us/img98/1023/hunde1.jpg" border="0" alt="" /></a></p>
<p>Die Frage, <strong>warum so viele Hunde</strong> im Fresco auftauchen, wird damit beantwortet, dass es erstens bei Ovid sehr ausf&#252;hrliche Darstellungen verschiedener Hunderassen gibt, ihre Eigenarten und ihr Aussehen innerhalb der Meute werden genau beschrieben. Zweitens, stellt auch Parmigianino Hunde recht individuell dar, wie eingangs festgestellt. Es existieren zahlreiche Hundestudien von ihm, z.B. vom <strong>Familienhund</strong> mit einem speziellen <strong>Halsband</strong>, welches eine <strong>Muschel</strong> ziert, das <strong>Emblem der Familie</strong> Sanvitale.<br />
Drittens: aber auch Albrecht D&#252;rer k&#246;nnte unseren K&#252;nstler beeinflusst haben- mit Bildern wie diesem hier:</p>
<p style="text-align: center"><a href="http://img27.imageshack.us/i/drerderhleustachius.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img27.imageshack.us/img27/6995/drerderhleustachius.th.jpg" border="0" alt="" /></a></p>
<p style="text-align: center"><em>Der heilige Eustachius,</em> Albrecht D&#252;rer, um 1501</p>
<p><strong><em>Zusammenfassend</em></strong> m&#246;chte ich nur noch kurz anmerken, dass es die so ausf&#252;hrlich beschriebene, poesievolle Atmosph&#228;re dieses eher in den Gem&#228;uern versteckten, r&#228;tselhaften Bildes ist, die das Fresco &#8211; insbesondere die <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20091230/zaertliche-bisse-1/">eingangs</a> gefundene, isoliert gezeigte, Hundeszene- so anziehend macht. Sie schw&#228;cht alles Reale ab, versetzt den Betrachter in einen tr&#228;umerischen Zustand, gibt der Darstellung etwas M&#228;rchenhaftes.</p>
<p>Parmigianino stellt sehr geschmeidige Bewegungen dar, die rhythmisch ineinandergreifen. Seine K&#246;rper sind typisch im Renaissancestil gemalt, einzelne Muskeln, Gliedma&#223;en treten nicht &#252;berm&#228;&#223;ig hervor, sondern ordnen sich dem schwungvollen Verlauf der Kontur unter. Parmigianino arbeitet mit wenigen pulsierenden Linien, mit genauen Proportionen, Posen, genau studierter Anatomie. Er betont die Substanz der K&#246;rper, strafft die Rundungen&#8230; alles in allem auch heutzutage ein <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100105/den-augen-ein-fest-1/">Fest f&#252;r die Augen</a> und sicher als ein Liebesbeweis, ein <em>Geschenk</em> des Grafen an seine Braut zu sehen.</p>
<p>In einem, speziell an K&#252;nstler gerichteten Werk, <em><strong>Tetrasticha</strong></em>, von<em> Johannes Posthius</em> aus dem Jahre 1563 mit Holzschnitten von <em>Virgil Solis</em> wurden Ovid-Texte allegorisch interpretiert. Es ist anzunehmen, dass auch Parmigianino davon Kenntnis hatte. Darin gibt es u.a. die <strong>Fabel 41 </strong>zur Acteon-Sage mit einer moralisierenden Schlusspointe. In ihr verf&#228;llt der J&#228;ger Acteon selbstverschuldet in gro&#223;e Armut, weil er sein Verm&#246;gen in die Anschaffung von Hunden gelegt h&#228;tte. So habe er falsche Diener ern&#228;hrt und damit seine k&#252;nftigen Feinde. Die Fabel warnt somit vor verschwenderischem und ermuntert zu voraussehendem Handeln.<br />
Im 16. Jh. gab es eine Vielzahl literarischer Gattungen, die sich mit moralischer Exegese in Fabeln auseinandersetzte. Die Inschriften unserer Frescen sind den Bildinhalten synthetisch verbunden- beide moralisieren, gemahnen an die <em>Endlichkeit des Lebens</em>. Allerdings wird aller Schrecken des dramatischen Ovidstoffes von Parmigianino so sinnlich-&#228;sthetisch verpackt, mit einer gewisse Leichtigkeit, mit Phantasie und mit einer gewissen Heiterkeit versehen, dass man die Tragik und Moral hinter dem ganzen nur schwer erkennen mag. Ihre Relevanz obliegt noch immer dem Betrachter und das ist gut so.</p>
<p>Die Neugier auf das Unbekannte war es, was mich auf meiner Suche nach Informationen zu diesem Werk vorantrieb und ich hoffe, der Leser dieses Textes konnte ein wenig teilhaben an der freudigen Auseinandersetzung mit diesem Bild. Der Spiegel im inneren der Kuppel kann den heutigen Besucher zwar nicht mehr widerspiegeln, da inzwischen blind geworden, jedoch kann sich jeder vor Ort ein noch besseres (Bild-) Urteil von der Meisterschaft Parmigianinos bilden. (*1)</p>
<p style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img148.imageshack.us/i/frescohubdedian.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img148.imageshack.us/img148/6941/frescohubdedian.jpg" border="0" alt="" /></a></p>
<p style="text-align: center">________________________________________<br />
<em><br />
<strong> Anmerkungen und Ans&#228;tze f&#252;r die Einordnung des Frescos in das Gesamtwerk Parmigianinos</strong></em><strong> </strong></p>
<p><strong>*1 <strong>Michael Thiman</strong> <span style="font-weight: normal">untersucht das Bild in seinem 2002 bei Vandenhoeck &amp; Ruprecht erschienenen Buch </span><em><a href="http://www.amazon.com/L&#252;genhafte-Bilder-Michael-Thimann/dp/3525479050/ref=sr_1_1/191-2950653-9879302?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1264927944&amp;sr=1-1"><span style="font-weight: normal">L&#252;genhafte Bilder</span></a><span style="font-weight: normal">- Ovids favole und das Historienbild in der italienischen Renaissance.</span></em></strong></p>
<p><strong><span style="font-weight: normal">In </span><a href="http://www.amazon.de/Parmigianino-europ&#228;ische-Manierismus/dp/888215615X"><span style="font-weight: normal">Parmigianino und der europ&#228;ische Manierismus</span></a><span style="font-weight: normal">, 2003 herausgegeben von <strong>Sylvia Ferino-Pagden und Lucia Fornari Schinanchi </strong>bei SilvanaEditorale gibt es einen interessanten Aufsatz von <strong>Lucia Fornari Schinanchi</strong> (</span><em><span style="font-weight: normal">Parmigianinos k&#252;nstlerische Fr&#252;hzeit und seine Werke bis zur Reise nach Rom, 1524</span></em><span style="font-weight: normal">). Neben einer Besch&#228;ftigung mit unserem Bild widmet sich die Autorin mit einem anderen Gl&#252;cksfall von Parmigianino- mit der &#252;beraus fruchtbaren Zusammenarbeit des K&#252;nstlers mit bedeutenden zeitgen&#246;ssischen Gr&#246;&#223;en. Parmigianino durfte anstelle seiner Onkel Pier Ilario und Michele um 1519 die <strong>Kirche San Giovanni </strong>inmitten einer sich gegenseitig vorantreibenden, fr&#246;hlichen K&#252;nstlerschar mitgestalten. </span><em><span style="font-weight: normal">Correggio</span></em><span style="font-weight: normal">, dessen Einfluss auf Parmigianino immer wieder diskutiert wird, </span><em><span style="font-weight: normal">Michelangelo Anselmi, Francesco Maria Rondani, Gerolamo Bedoli</span></em><span style="font-weight: normal"> tauschten mit ihm Ideen aus, konkurierten nat&#252;rlich auch trotz aller Harmonie in der gemeinsamen Arbeit, brachten sich gegenseitig voran. Den Schwung, den Parmigianino dadurch erhielt, die ganze Frische der Bildfindung, die geschmeidige Flie&#223;kraft seiner Malweise, die Beredsamkeit seiner Bilder nahm er mit hin&#252;ber in das Bad der Diana. All das Hintergr&#252;ndige, das st&#228;ndige Neudenken von Mythologie- ein Wesenszug des K&#252;nstlers, das sein gesamtes Werk durchzieht- nahm hier seinen Ursprung, wurde im Laufe seines Schaffens immer komplexer. Er ahmt die Natur nicht einfach nach, sondern formt sie mit k&#252;nstlerischer Freiheit, innerer Eingebung. Eine merkw&#252;rdige Symbolik findet sich auch in den Frescen von San Giovanni- aus dem Tod erbl&#252;ht wieder das Leben; ein wei&#223;es </span><em><span style="font-weight: normal">Kaninchen</span></em><span style="font-weight: normal"> beispielsweise taucht h&#228;ufig in Bildern Parmigianinos auf (z.B. in </span><em><span style="font-weight: normal">Beschneidung</span></em><span style="font-weight: normal">). Fruchtbarkeitssymbol, Attribut der Venus, aber auch Sinnbild der Rache, der bisexuellen, hermaphroditischen Natur, der Sch&#252;chternheit, der Einsamkeit und der Wachsamkeit.<br />
<strong>Tiere</strong> sind bei Parmigianino immer auch der Vorliebe f&#252;r das Verr&#228;tselte geschuldet, wie wir auch oben bei Acteon und Diana erfahren haben. Die Benedektiner, die den Auftrag zur Ausmalung ihrer Kapelle gaben, waren daf&#252;r bekannt, dass sie sich unterschiedlichsten Philosophien hingaben, ihren Willen zum Synkretismus in einer vers&#246;hnenden, keineswegs unkritischen Form auslebten und sich einem au&#223;ergew&#246;hnlichen </span>Kult des Symbols<span style="font-weight: normal"> verschrieben. In diesem Milieu, das von der st&#228;ndigen Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Texten gepr&#228;gt war, indem scharfsinnig interpretiert wurde, reifte das f&#252;r Parmigianino so typische eigenwillige/ eigenst&#228;ndige Denken, die sich in seinem k&#252;nftigen Werk widerspiegelte. Und so verwundert es nicht mehr, dass die R&#228;tselhaftigkeit ob der vielschichtigen Deutbarkeit unseres Frescos auch nach eingehender Betrachtung erhalten bleibt, dass so viele Fragen offen bleiben. Ein Grundzug f&#252;r den Spielraum des Betrachters, der mir den K&#252;nstler so sympathisch macht und der besonders f&#252;r die <em>Hundeszene</em> gilt, dem Ausgangsbild all unserer Betrachtungen&#8230; <strong>ein K&#252;nstler, der auch heute noch z&#228;rtliche Bisse aussendet.</strong><em> </em><em><span style="font-style: normal">Nichts gibt es hier zum halben Preis, der Betrachter muss sich schon einlassen&#8230; und ich hoffe, dass sich </span><strong><a href="http://blindpony.blogspot.com/"><span style="font-style: normal">Herbert Pfostl</span></a></strong><span style="font-style: normal">, wie versprochen, auch noch dazu &#228;u&#223;ert&#8230;</span><br />
</em></span></strong></p>
<p style="text-align: center"><strong><em>____________________________________</em></strong></p>
<p><strong><em>Die Besprechung des Frescos <em>Acteon und Diana von Parmigianino</em> in der &#220;bersicht:</em></strong></p>
<p><strong><em><span style="font-style: normal"><span style="font-weight: normal">Z&#228;rtliche Bisse, <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20091230/zaertliche-bisse-1/">Teil 1</a><br />
Z&#228;rtliche Bisse, <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20091231/zaertliche-bisse-2/">Teil 2</a><br />
Z&#228;rtliche Bisse, <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100101/zaertliche-bisse-3/">Teil 3</a><br />
Z&#228;rtliche Bisse, <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100109/zaertliche-bisse-aufloesung-recherche-1/">Teil 1</a> Recherche/ Aufl&#246;sung<br />
Z&#228;rtliche Bisse, <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100112/zaertliche-bisse-aufloesung-recherche-2/">Teil 2</a> Recherche/ Aufl&#246;sung<br />
Z&#228;rtliche Bisse, <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100122/zaertliche-bisse-aufloesung-recherche-3/">Teil 3</a> Recherche/ Aufl&#246;sung<br />
Z&#228;rtliche Bisse,<a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100131/zaertliche-bisse-aufloesung-recherche-4/"> Teil 4</a> Recherche/ Aufl&#246;sung (Ende)<br />
</span></span> </em></strong></p>
<p><strong><em> </em></strong></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p><p class="postmetadata">Im Rückspiegel:&nbsp;<a title="Brunchen mit der Feder (20. 02. 2009)" rel="bookmark" href="http://veranda.michaelperkampus.net/20090220/brunchen-mit-der-feder/">Brunchen mit der Feder</a> (20. 02. 2009)<!-- wprvm cached --></p>]]></content:encoded>
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		<title>Z&#228;rtliche Bisse (Aufl&#246;sung/ Recherche -3-)</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jan 2010 19:04:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(weiter zur Deutung des Gesamtfrescos) Paola (?), Windhunde Windhunde/ Bracken(s.o.), so Achim Gnann, leiten zu den Szenen &#252;ber, sind aber auch Symbole f&#252;r die gro&#223;e Sonnenhitze zur Zeit der Hundstage. Einer antiken Deutung gem&#228;&#223; war das Schicksal des Actaeon, des &#8230; <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100122/zaertliche-bisse-aufloesung-recherche-3/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center"><em>(weiter zur Deutung des Gesamtfrescos)</em><br />
<a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img171.imageshack.us/i/paolai.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img171.imageshack.us/img171/2001/paolai.jpg" alt="" /></a><br />
Paola (?), Windhunde</p>
<p><strong>Windhunde/ Bracken</strong>(s.o.), so <em>Achim Gnann</em>, leiten zu den Szenen &#252;ber, sind aber auch <strong>Symbole f&#252;r die gro&#223;e Sonnenhitze zur Zeit der Hundstage</strong>.</p>
<blockquote><p>Einer antiken Deutung gem&#228;&#223; war das Schicksal des Actaeon, des Sohnes des gegen die dr&#252;ckende Hitze der Hundstage sch&#252;tzenden Gottes <em>Aristaios</em>, ein Sinnbild des durch diese Hitze zerst&#246;rten Erdenlebens. Demgem&#228;&#223; dienten die auf Bergen und Felsen aufgestellten <em>Standbilder des Actaeons</em> dazu, die <em>verderblichen Folgen der Hundstage abzuwenden</em>.</p></blockquote>
<p><strong>Einige Abweichungen zu Ovids Metamorphosen</strong></p>
<p>Zwei J&#228;ger verfolgen eine J&#228;gerin, wahrscheinlich eine <strong>Nymphe</strong>, aus dem Gefolge der Diana. Sie versuchen die J&#228;gerin aufzuhalten. Und nun kommt etwas merkw&#252;rdiges: <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100112/zaertliche-bisse-aufloesung-recherche-2/">Actaeon</a> tr&#228;gt in der folgenden Szene die selbe wei&#223;e Tunika, den gleichen rot gemusterten Umhang und das selbe Jagdhorn wie diese Nymphe. Nicht nur die Arme und H&#228;nde des Actaeon haben ein weibliches Erscheinungsbild. Wenn das nicht einer <strong>Gleichsetzung beider Gestalten</strong> gleichkommt&#8230;</p>
<p style="text-align: center">Nymphe / Actaeon<br />
<a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img15.imageshack.us/i/hirschkopf.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img15.imageshack.us/img15/9425/hirschkopf.jpg" alt="" /></a><br />
<a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img199.imageshack.us/i/218452438368f692a22e.jpg/" target="_blank"><img src="http://img199.imageshack.us/img199/9307/218452438368f692a22e.jpg" alt="" /></a><br />
<a href="http://farm3.static.flickr.com/2300/2184524383_68f692a22e.jpg?v=0">Bildquelle</a><br />
<a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img517.imageshack.us/i/3028411.jpg/" target="_blank"><img src="http://img517.imageshack.us/img517/9947/3028411.jpg" alt="" /></a><br />
<a href="http://static.panoramio.com/photos/original/3028411.jpg">Bildquelle</a><br />
<a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img42.imageshack.us/i/momenti25l.jpg/" target="_blank"><img src="http://img42.imageshack.us/img42/5982/momenti25l.jpg" alt="" /></a></p>
<p><em>G. Copertini </em>beschreibt die J&#228;gerin mit <em>feminin</em>- weibliche Gesichtsz&#252;ge, offenes, langgelocktes Haar, Brustansatz- zwar fliehend, aber <strong>mit zur&#252;ckgewandtem, verf&#252;hrerischen Blick, ja nachgerade zur Verfolgung einladend.</strong></p>
<p>Frage: Warum sollte zwischen Actaeon und seinen Gef&#228;hrten eine erotische Spannung entstehen, warum sollte er fliehen- also doch keine identischen Hauptfiguren, wie es vielleicht die beigef&#252;gten Attribute suggerieren k&#246;nnten? Wenn Actaeon und Nymphe in identischen Kleidern auftreten, bekommen wir dadurch vielleicht doch eher einen Hinweis auf das tragische Ende des J&#228;gers: <strong>Der J&#228;ger wird zum Opfer.</strong> Vom J&#228;ger der zum Opfer wird, dessen Tod ein &#220;bergang zu einem besseren, humaneren, bewussteren Leben wird, spricht auch<em> U. Davitt Asmus</em>. Er verbindet dies mit zeitgen&#246;ssischen Texten der Renaissance, in denen h&#228;ufig das Thema <em>caccia d´amore</em> behandelt wird.</p>
<p><em>Giordano Bruno</em> interpretiert den Diana-Mythos als <em>Degli Eroici Furori</em>, die Verwandlung als eine andere, h&#246;here Art von Jagd, in der</p>
<blockquote><p>&#8230; der J&#228;ger andere Dinge f&#252;r sich zu erbeuten sucht, &#8230; um sie mit dem Munde seiner eigenen Intelligenz zu verzehren; aber bei jener g&#246;ttlichen und universellen ergreift und erfasst er die Beute derma&#223;en, dass er notwendigerweise auch selber erfasst, verzehrt und mit ihr geeint wird.</p></blockquote>
<p>Dann kommen wir auch zu der Auffassung, dass diese Frescen doch <strong>speziell</strong> <strong>auf</strong> die beiden <strong>Eheleute</strong> <strong> (Galeazzo Sanvitale und Paola Gonzaga) zugeschnitten</strong> worden sind: es handelt sich um <strong>Liebesallegorien</strong>, die Eheleute sahen sich hier wiedergespiegelt. Der Liebende sah sich von der Geliebten g&#228;nzlich verzehrt. Und er <em>wird eins mit ihr</em>- die tiefste, innigste Form der Verbindung, die zu seinem Tod f&#252;hrt, der <strong>Tod als h&#246;chster Liebesbeweis</strong>. Meditationszimmer&#8230; hmm&#8230;</p>
<p style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img194.imageshack.us/i/momenti25e.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img194.imageshack.us/img194/4743/momenti25e.jpg" alt="" /></a><br />
Paola (?)</p>
<p style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img189.imageshack.us/i/aehnlichegewaender.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img189.imageshack.us/img189/5694/aehnlichegewaender.jpg" alt="" /></a></p>
<p><em><a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100131/zaertliche-bisse-aufloesung-recherche-4/#more-1285">Fortsetzung</a></em></p><p class="postmetadata">Im Rückspiegel:&nbsp;<a title="Brunchen mit der Feder (20. 02. 2009)" rel="bookmark" href="http://veranda.michaelperkampus.net/20090220/brunchen-mit-der-feder/">Brunchen mit der Feder</a> (20. 02. 2009)<!-- wprvm cached --></p>]]></content:encoded>
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		<title>Z&#228;rtliche Bisse (Aufl&#246;sung/ Recherche -2-)</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 18:10:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Geschichte des Bildes Der gerade mal 20 gewordene Parmigianino wurde vom Grafen Galeazzo im Jahr 1523 berufen, diesen versteckten Raum auszugestalten. Hinrei&#223;end malte der junge K&#252;nstler dort seine Version der Ovid-Metamorphose. Der mit einer Inschrift an Diana gerichtete Vorwurf kann &#8230; <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100112/zaertliche-bisse-aufloesung-recherche-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center"><span style="font-weight: bold">Geschichte des Bildes</span><br />
<a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img692.imageshack.us/i/jagdunbekannt.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img692.imageshack.us/img692/125/jagdunbekannt.jpg" alt="" /></a></p>
<p>Der gerade mal 20 gewordene Parmigianino wurde vom Grafen Galeazzo im Jahr 1523 berufen, diesen <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100109/zaertliche-bisse-aufloesung-recherche-1/">versteckten Raum</a> auszugestalten. Hinrei&#223;end malte der junge K&#252;nstler dort <span style="font-style: italic">seine</span> Version der Ovid-Metamorphose. Der mit einer Inschrift an <strong>Diana</strong> gerichtete Vorwurf kann als Ausdruck des Zweifels an der g&#246;ttlichen Gerechtigkeit, betrachtet werden, denn den Spiegel ziert ein Spruch an der Raumdecke: &#8220;<span style="font-style: italic">et respice finem</span>&#8220;.</p>
<blockquote><p><em>An Diana</em>: Sag G&#246;ttin, wenn der Zufall den ungl&#252;cklichen Actaeon hierher gef&#252;hrt hat, warum wird er von dir seinen Hunden zum Fra&#223; vorgeworfen? Es ist nur bei einem Verbrechen erlaubt, dass die Sterblichen die Strafe zu tragen haben: auch geziemt solch ein Zorn G&#246;ttinnen nicht.</p></blockquote>
<p>Diese Texte weisen den Raum m&#246;glicherweise als <em>Meditationsort</em> aus. Doch zur Deutung sp&#228;ter mehr.</p>
<p><strong>Inhalt des Gesamtfrescos<br />
</strong></p>
<blockquote><p>Erst am Ende des Lebens steht fest, wer wirklich gl&#252;cklich war, so Ovid.</p></blockquote>
<p style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img190.imageshack.us/i/roccabild.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img190.imageshack.us/img190/13/roccabild.jpg" alt="" /></a></p>
<p><strong>Deutungsebenen</strong><br />
Das Fresko widmet sich dem antiken Mythos von Diana (<em>Artemis</em>), die den J&#228;ger (*1) als Strafe in einen Hirsch verwandelte, nachdem dieser sie zuf&#228;llig beim Nacktbaden &#252;berrascht hatte.<br />
Die Geschichte entwickelt sich bei Parmigianino als eine Art <em>nat&#252;rliches Theater</em>: eine Decke mit einer gr&#252;nen Laube und Masken mit Mosaiken, offenbarte Einblicke in Himmel, einem runden Spiegelgew&#246;lbe in der Mitte, wie oben gesagt, mit den Worten &#8220;<em>respice finem</em>&#8221; (<em>Look to the end</em>).</p>
<p>Angeblich ist der <strong>Auftraggeber</strong> im Spiegel selbst abgebildet. An drei der vier W&#228;nden, werden Verse aus Ovids Metamorphosen, die unsere Geschichte szenisch erz&#228;hlen, dargestellt: die Jagd in den W&#228;ldern, die Begegnung mit der badenden G&#246;ttin, die Actaeon emp&#246;rt mit Wasser des Heiligen Sees vollspritzt, bis hin zur schrecklichen Szene, wo Actaeon von Diana zur Strafe als Hirsch verwandelt, von seinen eigenen Hunden zerfleischt wird- genau die Szene, die ich herausgel&#246;st aus ihrem urspr&#252;nglichen Zusammenhang bei <a href="http://papergraveyard.blogspot.com/">Herbert Pfostl</a> fand und weswegen wir uns hier so ausf&#252;hrlich um Aufkl&#228;rung bem&#252;hen.</p>
<p>Auf der vierten Wand stellte Parmigianino eine charmante, weibliche Figur dar, die vermutlich <strong>Paola Gonzaga</strong>, die Gemahlin des Grafen Galeazzo, zeigt, in ihren H&#228;nden die Symbole des Lebens und des Opferns haltend:<em> &#196;hren und ein Gef&#228;&#223; mit Wein</em>.</p>
<p>War die vierte Wand tats&#228;chlich der <em>Gr&#228;fin oder der ehelichen Leidenschaft</em> gewidmet? Sehen wir hier wirklich eine <em>Studie des Grafen</em> oder vielmehr einen <em>Tribut an die Alchemie</em> &#8211; eine Leidenschaft von Parmigianino &#8211; wie vielleicht die reinigenden Elemente Wasser und andere nat&#252;rliche Elemente in ihrem Verwandlungsprozess? Oder ist vielleicht die <em>mahnende Inschrift</em> nicht in erster Linie der G&#246;ttin gewidmet, sondern eher an die <em>Nachfahren des Adels</em> gerichtet, eine Erinnerung an die schweren menschlichen Verluste dieser Familie, die sie in dieser Zeit erleiden musste? Die Experten sind sich unsicher, wem oder was dieses magische Zimmer gewidmet wurde, die Realit&#228;tsebenen scheinen nicht stark voneinander gefasst worden zu sein.</p>
<p style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img35.imageshack.us/i/momenti25h.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img35.imageshack.us/img35/4026/momenti25h.jpg" alt="" /></a><a href="http://www.arengario.net/momenti/imm/momenti25h.jpg">Bildquelle</a><br />
___________________________________</p>
<p>*1 <strong>Actaeon</strong><br />
- vom Kentaur Cheiron erzogen worden, welcher ihn besonders in der Kunst der Jagd unterrichtete<br />
- nur sein Verstand blieb nach Metamorphose unver&#228;ndert, er &#252;berlegte, was er tun solle<br />
- vor Scham begab er sich nicht zum Palast seines Vaters; hielt sich in den dichten W&#228;ldern der Umgegend auf<br />
- seine Hunde ersp&#228;hen und verfolgen ihn, angespornt von den Freunden , die bedauern, dass Actaeon diese Jagd vers&#228;umt; sie rufen ihn und bemerken nicht, <strong>dass der Hirsch noch auf den Namen lauscht, w&#228;hrend ihn seine eigenen Hunde zerfleischen</strong> eine der Deutungsm&#246;glichkeiten, die auf unseren Bildausschnitt zutreffen mag<br />
___________________________________</p>
<p>Ovid war der erste Dichter, der die <em>Verwandlung in einen Hirsch</em> beschreibt, bildliche Darstellungen vor ihm zeigen Actaeon ausschlie&#223;lich in menschlicher Gestalt. Fr&#252;here Darstellungen gehen davon aus, dass urspr&#252;nglich lediglich die Hunde behext wurden und glaubten, einen Hirsch vor sich zu haben. Parmigianino folgt in seiner Darstellung Ovids Textvorgabe, er zeigt auch den phasenbedingten Verwandlungsprozess &#8211; nicht nur das Ergebnis der Metamorphose.</p>
<p style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img15.imageshack.us/i/hirschkopf.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img15.imageshack.us/img15/9425/hirschkopf.jpg" alt="" /></a></p>
<p>In den Metamorphosen werden die Namen all seiner Hunde wiedergegeben: Aello, Agre, Agriodus, Alce, Asbolus, Conace, Dorceus, Dromas, Harpalos, Harpyia, Hylactor, Hyl&#228;us, Ichnobates, Labros, Lachne, Lacon, Ladon, Laelaps, Leucon, Lysice, Malampus, Melanchaetes, Melaneus, Nape, Nebrophonus, Oresitrophus, Oribasus, Pamphagus, Poemenis, Pterelas, Stilbe, Theridamas, Theron, Thous, Tigris &#8211; ein Beweis f&#252;r die gro&#223;e Bedeutsamkeit unserer herausgel&#246;sten Hunde- Hirsch -Szene, die die Unfassbarkeit von Actaeons Schicksal vollends erfasst.</p>
<p style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img341.imageshack.us/i/3parmigianinol.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img341.imageshack.us/img341/5377/3parmigianinol.jpg" alt="" /></a></p>
<p style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img96.imageshack.us/i/levrierodiana.jpg/" target="_blank"><img class="aligncenter" src="http://img96.imageshack.us/img96/7858/levrierodiana.jpg" alt="" /></a></p>
<p><em><a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100122/zaertliche-bisse-aufloesung-recherche-3/">Fortsetzung</a></em></p><p class="postmetadata">Im Rückspiegel:&nbsp;<a title="Brunchen mit der Feder (20. 02. 2009)" rel="bookmark" href="http://veranda.michaelperkampus.net/20090220/brunchen-mit-der-feder/">Brunchen mit der Feder</a> (20. 02. 2009)<!-- wprvm cached --></p>]]></content:encoded>
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		<title>Z&#228;rtliche Bisse (Aufl&#246;sung/ Recherche -1-)</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 23:30:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vorbemerkung Was f&#252;r eine Freude! Nun erhielt ich doch noch die ersehnten Daten zum vorgestellten Bild von Herbert Pfostl, dem Betreiber der Webseite, mit dem bis eben noch unbekannten Bild. Ich war davon so begeistert, dass ich sofort nach dem &#8230; <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100109/zaertliche-bisse-aufloesung-recherche-1/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center"><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img190.imageshack.us/i/roccabild.jpg/" target="_blank"><img src="http://img190.imageshack.us/img190/13/roccabild.jpg" alt="" /></a></div>
<p><span style="font-weight: bold">Vorbemerkung</span><br />
Was f&#252;r eine Freude! Nun erhielt ich doch noch die ersehnten Daten zum vorgestellten Bild von <a href="http://blindpony.blogspot.com/">Herbert Pfostl</a>, dem Betreiber der Webseite, mit dem bis eben noch unbekannten Bild. Ich war davon so begeistert, dass ich sofort nach dem Gesamtbild recherchierte, was sich als sehr schwierig herausstellte. Im Netz gibt es fast nichts Lesbares dazu. Nun, ich denke, die M&#252;he hat sich gelohnt, denn in der Kunstbibliothek wurde ich schlie&#223;lich in einem nicht ausleihbarem Prachtband (Achim Gnann, <span style="font-style: italic">Parmigianino</span>, Michael Imhof Verlag, 2007, S. 62ff.) f&#252;ndig. Diese Lekt&#252;re ergab, dass die in den <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100101/zaertliche-bisse-3/">Teilen 1 bis 3</a> ge&#228;u&#223;erte Vermutungen doch ziemlich nahe liegen.</p>
<p><span style="font-weight: bold">Aufl&#246;sung </span><br />
Wie angedacht, handelt es sich um einen <span style="font-style: italic"><span style="font-weight: bold">Bildausschnitt</span></span>- uns liegt ein Detailbild vom <span style="font-style: italic"><span style="font-weight: bold">Bad der Diana</span></span> vor, etwa zwischen <span style="font-weight: bold">1524-1527</span> entstanden, allerdings ein <span style="font-style: italic">Fresco</span> und keine Holztafel, zu finden in <span style="font-style: italic">Sanvitale castle bei Fontanellato</span>, gemalt von einem bis dato noch h&#228;ufig untersch&#228;tzten Manieristen namens <span style="font-weight: bold">Parmigianino</span> (1503 &#8211; 1540)- eigentlich Sohn des Malers Fillippo <span style="font-weight: bold">Mazzola</span>, der aber kurz nach der Geburt des Sohnes starb. Parmigianino wurde von zwei Onkeln, Michele und Pierre Ilario, erzogen, die auch beide Maler waren.<br />
Eine interessante K&#252;nstlerpers&#246;nlichkeit, die u.a. in schriftlichen &#220;berlieferungen als <span style="font-style: italic">schlimmer Alchemistenfinger </span> betitelt wurde, der &#252;ber seine fragw&#252;rdigen Experimente die Malerei vergisst, ein Topos von K&#252;nstler, der sein <span style="font-style: italic">Talent anderweitig verschwendet</span>, was auch eine genauere Untersuchung wert w&#228;re, fr&#252;hzeitig, im Alter von 37 Jahren, gestorben.</p>
<blockquote><p>Die einfallenden Protestanten st&#246;ren Parmigianino nicht beim Malen, so wie Plinius bei der Schilderung der Belagerung Rhodos’ den K&#252;nstler Protogenes ruhig weiterarbeiten l&#228;sst. Noch pr&#228;senter d&#252;rfte allerdings der im Kommentar gezogene Vergleich mit Archimedes sein, von dem sich Vasari allerdings abhebt: Der Legende nach soll der Grieche einen r&#246;mischen Soldaten aufgefordert haben, ihn in Ruhe zu lassen – und wurde prompt von ihm erschlagen.<a href="http://www.satt.org/kunst/04_08_vasari.html"> Quelle</a></p></blockquote>
<p>Unser Bild befindet sich hier, in der <span style="font-style: italic">Rocca</span>, einem kleinen 3,90 m hohen Raum mit den Ma&#223;en von ca. 3,50 m x 4,35 m, im Erdgeschoss, zu dem eine kleine Treppe f&#252;hrt:</p>
<div><a href="http://img138.imageshack.us/i/rocca.jpg/" target="_blank"></a><br />
<a href="http://www.camping-arizona.it/Fontanellato.php?language=en"> Quelle </a></div>
<p style="text-align: center"><img src="http://img138.imageshack.us/img138/5185/rocca.th.jpg" alt="" /></p>
<p>Die <span style="font-weight: bold">Funktion des Raumes</span> ist bis heute unklar, da er sich in nicht repr&#228;sentativen, versteckten Gem&#228;chern befindet (und nicht Bestandteil des <span style="font-style: italic">camerino</span> ist). Einige Autoren (M. Thimann) vermuten, dass es ein <span style="font-style: italic">studiolo</span> gewesen sein k&#246;nnte (wechselnde Nutzung, kein einseitig zweckbestimmter Raum), andere (A. Ghidiglia Quintavalle) sprechen von einer Nutzung als Boudoir, Badezimmer, <span style="font-style: italic">stufetta</span>.</p>
<p><span style="font-weight: bold">Auftraggeber</span> war wahrscheinlich Galeazzo Sanvitale, 6. Graf von Belforte, 5. Graf von Fontanellato (Parmigianino hatte ihn portr&#228;tiert, sein Wappen erstellt). Als <span style="font-weight: bold">Entstehungszeit</span> wird 1523/ 24 angegeben, die Zeit unmittelbar vor der Abreise des Malers nach Rom. Es existieren noch zahlreiche Detailentw&#252;rfe.</p>
<div><a href="http://img85.imageshack.us/i/imagename1gif.jpg/" target="_blank"></a><br />
Rocca Sanvitale di Fontanellato &#8211; Affresco del Parmigianino (f&#252;r die Grossansicht bitte kleines Bild anklicken)<br />
<a href="http://www.castellidelducato.it/CastelliDelDucato/fullImage.action?id=601"> Quelle </a></div>
<p style="text-align: center"><img src="http://img85.imageshack.us/img85/6306/imagename1gif.th.jpg" alt="" /></p>
<p>Die <span style="font-weight: bold">Art und Weise der Umsetzung von Ovids Metamorphosen</span> ist immer noch Anlass f&#252;r interessante Spekulationen. Parmigianino wich teilweise von der literarischen &#220;berlieferung ab und brachte (wie vermutet) zus&#228;tzliche Metaebenen ein, die Gegenstand einer weiteren <span style="font-style: italic"><a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100112/zaertliche-bisse-aufloesung-recherche-2/">Fortsetzung</a></span> werden. Dann k&#246;nnen auch einige der selbstgestellten Fragen beantwortet und neue werden aufgeworfen&#8230; soviel steht bereits fest.</p><p class="postmetadata">Im Rückspiegel:&nbsp;<a title="Leuchtspur vom Januar 09 (17. 01. 2009)" rel="bookmark" href="http://veranda.michaelperkampus.net/20090117/leuchtspur-vom-januar-09/">Leuchtspur vom Januar 09</a> (17. 01. 2009)<!-- wprvm cached --></p>]]></content:encoded>
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		<title>Z&#228;rtliche Bisse? (3)</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jan 2010 00:01:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
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		<description><![CDATA[IV.Sicherlich handelt es sich bei den dargestellten Hunden um Windhunde- eine der &#228;ltesten Jagdhunderassen (s.u.). Windhunde sind nach den Geparden die schnellsten Landtieren der Erde, wiederum eine Tatsache, die den K&#252;nstler anscheinend nicht zu beeindrucken schien, weil er die Tiere &#8230; <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100101/zaertliche-bisse-3/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a target='_blank' title='ImageShack - Image And Video Hosting' href='http://img692.imageshack.us/i/jagdunbekannt.jpg/'><img src='http://img692.imageshack.us/img692/125/jagdunbekannt.jpg'></a></p>
<p><span style="font-weight:bold">IV.</span><br />Sicherlich handelt es sich bei den dargestellten Hunden um <span style="font-style:italic"><a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20091230/zaertliche-bisse-1/">Windhunde</a></span>- eine der &#228;ltesten Jagdhunderassen (s.u.). <br />Windhunde sind nach den Geparden die schnellsten Landtieren der Erde, wiederum eine Tatsache, die den K&#252;nstler anscheinend nicht zu beeindrucken schien, weil er die Tiere nicht in schnellem Lauf (wie viele seiner Kollegen) sondern in vollkommener Ruhe darstellte. <br />Windhunde wurden speziell zur <span style="font-style:italic">Hetzjagd auf Sicht</span> gez&#252;chtet, d.h. sie verfolgten ihre Beute nicht mit Hilfe des Geruchssinns, sondern mit Hilfe des Sehsinns, die schweren Varianten wurden f&#252;r die Jagd auf Schwarz- und Rotwild eingesetzt (Veltrus porcarius). Seit der Pharaonenzeit holten diese Hunde als lautlose Sichtj&#228;ger das Wild schnell ein und fingen es ab. </p>
<p><a href='http://img63.imageshack.us/i/2862157870978512d32f.jpg/'><img src='http://img63.imageshack.us/img63/6453/2862157870978512d32f.jpg' border='0'></a><br /><span style="font-weight:bold">Whippet</span>, kleiner englischer <a href="http://www.flickr.com/photos/83654635@N00/2862157870"> Windhund </a> (okzidentaler Typ)</p>
<p><a target='_blank' title='ImageShack - Image And Video Hosting' href='http://img503.imageshack.us/i/greyhound.jpg/'><img src='http://img503.imageshack.us/img503/9076/greyhound.jpg'></a><br /><span style="font-weight:bold">Greyhound</span>, gro&#223;er englischer <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:GraceTheGreyhound.jpg&amp;filetimestamp=20070808184826"> Windhund </a>, dessen Vorfahren die Kelten bei ihrer Einwanderung auf die britischen Inseln im vierten Jahrhundert v. Chr mitbrachten</p>
<p>Und auch ein der Jagd unkundiger Bildbetrachter muss sich wenigstens ansatzweise mit dem Thema besch&#228;ftigen. So ist es f&#252;r eine Interpretation bedeutsam, zu ergr&#252;nden, um <span style="font-style:italic">welche Art Windhund</span> es sich im Bild handeln k&#246;nnte. Vermutlich (aufgrund &#228;u&#223;erlicher Merkmale) kommen die beiden oben vorgestellten Typen in Frage. Sie geh&#246;ren zu einer <span style="font-weight:bold">Rasse, die ihre Beute einholt und t&#246;ten soll und nicht zur Rasse, die ihre Beute einholt und anschlie&#223;end „nur“ festhalten soll, bis der J&#228;ger eintrifft und sie selber t&#246;tet (z. B. Azawakh und Deerhound). </span><br />Und nun schauen wir uns unsere drei Windhunde noch einmal an: hier wird nicht einfach das „Einholen“ und schon gar nicht das „T&#246;ten“ gezeigt- h&#246;chstens eine Form des „Innehaltens“, unvorstellbar, dass der Hirsch im n&#228;chsten Moment von ihnen get&#246;tet wird.</p>
<p>Wenn ein Jagdhund die Beute festh&#228;lt, sich instinktiv nicht an ihr „vergreift“, dann hat er seine Aufgabe gemeistert. Sogesehen, hat es der K&#252;nstler geschafft, dieses Wunder an Selbstbeherrschung tierischer Triebe darzustellen- den inneren Kampf, das Begehren, den Hirsch zu rei&#223;en&#8230; diese Meisterleistung an (h&#246;fischer?) Dressur aufzuzeigen, denn es ist ein Riesenunterschied, ob ein Hund etwas hinterherl&#228;uft, etwas tr&#228;gt, ob er etwas packt und die Beute – mit der Endhaltung <span style="font-style:italic">Sch&#252;tteln</span> apportiert. Beim erfolgreich dressierten Jagdhund ist das Sch&#252;tteln beim Apport (&#8220;Beute ludern&#8221;) eine Tods&#252;nde. <br />Die <span style="font-style:italic">Hetzjagd</span> mit der Hundemeute ist seit dem Mittelalter beliebt, daf&#252;r wurden urspr&#252;nglich Wind- und Laufhunde gemischt eingesetzt und das Wild wurde am Ende von der Meute zerrissen. Nichts dergleichen sieht man im vorgestellten Bild, die Hunde scheinen sehr gut ausgebildet, die Meute besteht im Bild (Ausschnitt?) „nur“ aus Windhunden. <br />Jagdhunde sollen sich heutzutage durch <span style="font-style:italic">dosierte Wildsch&#228;rfe,</span> d. h. Angriffslust oder mutiges Verhalten gegen&#252;ber dem Wild, Schussfestigkeit (Gleichg&#252;ltigkeit bei der Abgabe von Sch&#252;ssen aus n&#228;chster N&#228;he) und Vertr&#228;glichkeit mit Artgenossen auszeichnen- Eigenschaften, die zum Teil auch im Bild zum Ausdruck kommen.</p>
<p>Auch ein professioneller J&#228;ger oder Ausbilder bzw. Z&#252;chter von Jagdhunden, der mit der Psyche dieser Tiere, mit ihren nat&#252;rlichen Instinkten vertraut ist, wird wohl nicht verkennen, dass das Verhalten dieser Hunde &#252;ber eine gute Abrichtung hinausgeht. Das begehrenswerte Objekt zeigt keinerlei Spuren von Angst oder Panik- es k&#246;nnte seine Lage sogar genie&#223;en, still von der Macht &#252;ber die anderen zu kosten, auch eine Art Gleichnis f&#252;r menschliches Verhaltens, das uns hier auf der Metaebene ausgesandt wird?</p>
<p><span style="font-weight:bold">V. </span><br />Ein Windhund konnte ebenfalls bei einer <span style="font-style:italic"><a href="http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Parforcejagd"> Parforcejagd</a><br /></span> eingesetzt werden, die bereits den Normannen bekannt war. Oben sprachen wir bereits davon, dass ein N&#228;he zu barocken Bildteppichen angenommen wird, Parforce-Jagden hatten ihren H&#246;hepunkt im 17./18. Jahrhundert. Auf diesen Jagden zu Pferde hetzte man das Wild solange, bis es ermattet war und von den J&#228;gern gestellt werden konnte. Nach ihrem Zielwild wurden die Perforcehunde in Hirschhunde (Canes cerviciis), Hunde f&#252;r die Damhirschjagd (Canes damariciis), Fuchs- (Canes vulperettis) und Hasenhunde (Canes herethioris) eingeteilt. Gro&#223;, kr&#228;ftig und sehr gehorsam jagten sie stets in der gro&#223;en Meute und frei zwischen den Pferden, angef&#252;hrt vom „Kopfhund“ (Hund mit besonders guter Nase). Ihr Hetzlaut – ein spezieller Ton- zeigte an, dass sie sich hinter dem gejagten Wild befanden. <br />Die schnellsten Hunde bekamen wahrscheinlich ein St&#252;ck <span style="font-style:italic">Tuch</span> od. einen <span style="font-style:italic">Riemen</span> (Cravate) angeh&#228;ngt, um ihren Lauf zu hemmen- in unserem Bild tr&#228;gt der rechte Hund ein <span style="font-weight:bold">Halsband</span>, vielleicht ein Hinweis auf eine <span style="font-style:italic">Perforcejagd</span>? Aber von Hetze keine Spur- also nicht besonders bildrelevant.</p>
<p><span style="font-weight:bold">VI.</span><br />Ein wertvolles <span style="font-style:italic">Lederhalsband mit Kordel/ Quaste</span> am Hals des rechten Hundes k&#246;nnte also auf eine h&#246;fische Jagd deuten. <br />Mittelalterliche Bildteppiche vom Oberrhein, die Wildleute und/ oder Fabeltiere zeigen, spiegeln beispielsweise Aufforderungen, ein Leben nach h&#246;fischen Gesetzen zu leben, wieder. Die wilden Gestalten stehen f&#252;r das h&#246;fisch-ritterliche Ideal, dem der Betrachter nacheifern soll. Wem soll der Betrachter hier in unserem Bild nacheifern? Erlaubt sich diese Frage &#252;berhaupt, wenn es sich „nur“ um einen „Bildausschnitt“ handelt? Wir unternehmen hier einfach k&#252;hn den Versuch, auch in diesem Bedeutungsumfeld zu forschen. <br />K&#246;nnten die drei gut ausgebildeten Hunde, die sich nicht an der Jagdbeute vergreifen, f&#252;r „<span style="font-weight:bold">zuht</span>“- Erziehung nach festen Regeln, Anstand, Wohlerzogenheit des Ritters, der bei Hofe zuverl&#228;ssigen Dienst tut/ f&#252;r „<span style="font-weight:bold">mâze</span>“- ein ma&#223;volles Leben, Zur&#252;ckhaltung/ f&#252;r „<span style="font-weight:bold">triuwe</span>“- Treue/ f&#252;r „h&#246;veschkeit“- H&#246;fischkeit, H&#246;flichkeit oder/ und „<span style="font-weight:bold">diem&#252;ete</span>“- Demut stehend?<br />Wir wissen es nicht, aber es erscheint zumindest denkbar, genauso wie die Bejahung der Frage nach der N&#228;he des Bildes zu ber&#252;hmten h&#246;fischen Liebesallegorie-Teppichen des Mittelalters oder des 17./ 18. Jh., will man die Gesten der Tiere als Symbole menschlicher Gesten, als verstecktes Liebesspiels (mit sadomasochistischen Ankl&#228;ngen) ausdeuten? Also z&#228;rtlich &#8211; derbe Liebesbisse am Hals des Hirsches?</p>
<p>Auch zahlreiche Liebesallegorien derselben Provenienz zeugen davon. Ich gehe nicht davon aus, dass der K&#252;nstler in naiver Art und Weise eine realistische Szene unbewusst verkl&#228;rte oder in Unkenntnis des nat&#252;rlichen Jagd- und Beuteverhaltens von Tieren malte. Das begehrenswerte Objekt zeigt keinerlei Spuren von Angst oder Panik- es k&#246;nnte seine Lage sogar genie&#223;en, still von der Macht &#252;ber die anderen zu kosten, auch eine Art Gleichnis f&#252;r menschliches Verhaltens, das uns hier auf der Metaebene ausgesandt wird?</p>
<p>Alles in allem also eine bewusst verkl&#228;rte Darstellung, ev. aus der Zeit des Barock (in barocken Schl&#246;ssern waren Tapisserien mit Jagdszenen beliebt) oder einer sp&#228;teren, vielleicht romantischen Richtung (Gedicht s.o.)? Die Jagd nach dem Tier als Gleichnis f&#252;r das Streben nach romantischem Wunsch- und Traumerleben? Wir haben uns einigen Deutungsm&#246;glichkeiten angen&#228;hert- letztendlich liegt es im Auge des Betrachters, was er hier erlebt, empfindet und sieht. Ich w&#252;rde nun jedoch zugern wissen, wer dieses Bild wann gemalt hat, wie es hei&#223;t und ob es sich um einen Bildausschnitt handelt.<br />
<blockquote>&#8220;Es z&#228;hlt doch nur, was nicht gewusst wird&#8230;&#8221;</p></blockquote>
<p> (Michael Perkampus)<br />In diesem Sinne bleibt die Neugier erhalten&#8230;</p>
<p><a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20100109/zaertliche-bisse-aufloesung-recherche-1/">Zur Aufl&#246;sung</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Z&#228;rtliche Bisse? (1)</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Dec 2009 23:34:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der J&#228;ger Was Segeln der W&#252;nsche durch luftige H&#246;h&#8217;! Was bildendes Tr&#228;umen im bl&#252;henden Klee! Was Hoffen und Bangen, was Schmachten, was Weh! Und rauscht nicht die Erde in Bl&#252;ten und Duft? Und schreitet nicht H&#246;rnerklang k&#252;hn durch die Luft? &#8230; <a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20091230/zaertliche-bisse-1/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der J&#228;ger</strong></p>
<p><span style="font-style: italic">Was Segeln der W&#252;nsche durch luftige H&#246;h&#8217;!<br />
Was bildendes Tr&#228;umen im bl&#252;henden Klee!<br />
Was Hoffen und Bangen, was Schmachten, was Weh!</span></p>
<p>Und rauscht nicht die Erde in Bl&#252;ten und Duft?<br />
Und schreitet nicht H&#246;rnerklang k&#252;hn durch die Luft?<br />
Und st&#252;rzet nicht jauchzend der Quell von der Kluft?</p>
<p>Drum jage Du frisch auch Dein fl&#252;chtiges Reh<br />
Durch W&#228;lder und Felder, durch T&#228;ler und See,<br />
Bis Dir es erm&#252;det in Armen vergeh&#8217;!</p>
<p>Joseph von Eichendorff (1788- 1857)</p>
<blockquote><p>&#8220;Es z&#228;hlt doch nur, was nicht gewusst wird&#8230;&#8221;</p></blockquote>
<p>(Michael Perkampus)</p>
<p>Die Neugier auf das Unbekannte ist es, was den Menschen vorantreibt.<br />
Mir geht ein kleines, noch unbekanntes, Bild nicht aus dem Sinn:</p>
<p><a title="ImageShack - Image And Video Hosting" href="http://img692.imageshack.us/i/jagdunbekannt.jpg/" target="_blank"><img src="http://img692.imageshack.us/img692/125/jagdunbekannt.jpg" border="0" alt="" /></a></p>
<p>F&#252;r Jagdszenen interessiere ich mich, zugegebenerma&#223;en, eigentlich nicht sonderlich. Dieses Kunstwerk scheint eine Ausnahme zu sein, es fesselt mich, ich m&#246;chte es ergr&#252;nden. Die Suche nach einem unbekannten Bild macht es nat&#252;rlich noch spannender, denn weder K&#252;nstler, Bildtitel, Entstehungsjahr, noch Originalma&#223;e oder Technik sind mir bekannt. Ich fand es unbeschriftet in einem <a href="http://bp0.blogger.com/_JigBVpS4jm8/SGm7zA_xP8I/AAAAAAAACJU/2RqhlItN5l8/s1600-h/stag_k-REV.jpg"> Blogg </a> und erhoffe diese Angaben noch zu erhalten.</p>
<p><strong>I.</strong><br />
Zun&#228;chst stellt sich die Frage, ob uns hier der Ausschnitt eines gr&#246;&#223;eren Bildes vorliegt oder ob es sich bei dieser Darstellung um eine kleine eigenst&#228;ndige Szenerie handelt.<br />
In der hochformatigen Abbildung sind neben einem in Dreiviertelansicht stehenden, hellbraunen Hirsch drei wei&#223;e Hunde zu sehen, die ihre Jagdbeute aus verschiedenen Richtungen umzingeln und auf den Betrachter zuzukommen scheinen.<br />
In n&#228;chster N&#228;he zu ihrer Beute stehend, hat man- und das ist wahrscheinlich auch das Frappierende an diesem Bild- dennoch nicht den Eindruck, dass die J&#228;ger dem Hirsch sonderlich &#8220;schaden&#8221;, &#8220;drohen&#8221; bzw. dass sie festsetzen werden, noch erscheint der Hirsch &#252;berhaupt als Beutetier. Der Betrachter muss sich schon M&#252;he geben, um &#252;berhaupt zu entdecken, dass entweder der linke (mit leicht r&#246;tlich gef&#228;rbter Schnauze) oder der rechte Hund ihm eine Bisswunde zugef&#252;gt hat, die mit einer d&#252;nnen Blutspur, eher dekorativ &#252;ber den Hals des Hirsches spritzt.<br />
Der junge, kr&#228;ftig gebaute Hirsch zeigt ansonsten keinerlei Spuren von Kampf, Hetze oder witternder Gefahr- im Gegenteil- die Runde wirkt, in menschlichen Kategorien ausgedr&#252;ckt, beinahe friedlich, spielerisch- ja, man k&#246;nnte meinen- beinahe z&#228;rtlich. Vermenschlichte Mimik und Gestik der vier Tiere tragen ein &#220;briges dazu bei, dass man sich in einer intimen Situation wiederzufinden scheint, in der Z&#228;rtlichkeit und Gewalt eng beieinander liegen. Die Hunde kl&#228;ffen nicht, keiner zeigt eine Bei&#223;haltung und selbst die Pfote des rechten Hundes am Hals des Hirsches liegt eher vertraulich an, als dass sie zupacken oder rei&#223;en w&#252;rde. Der rechte Hund blickt die Beute sehns&#252;chtig von unten an, &#228;hnlich wie der Hund in der linken unteren Bildecke, der dem Hirsch mit ausgestrecktem Hals, aber mit geschlossenem Maul entgegen kommt.</p>
<p>Eine sonderbare Darstellung, deren Deutung nicht auf der Hand liegt. Wurden hier Genre- Bilderfahrungen einfach auf die Tierwelt &#252;bertragen?<br />
Oder- k&#246;nnte dies- n&#252;chterner betrachtet- einfach der Blick auf das begehrte Jagdopfer sein, der uns hier vorgef&#252;hrt wird? Der gut dressierte Jagdhund darf sich nicht an der Beute vergehen, er muss sich entgegen seinen Instinkten zur&#252;ckhalten. Hier im Bild k&#246;nnte also vermutlich auch der innere Kampf dieser Hunde sichtbar gemacht worden sein.</p>
<p><em><a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20091231/zaertliche-bisse-2/"></a><a href="http://veranda.michaelperkampus.net/20091231/zaertliche-bisse-2/">Fortsetzung</a></em></p>]]></content:encoded>
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