Tellermulden

So lieben wir:
Wir kochen die magische Suppe ab, in der freilich auch ein Anteil
der selten gefundenen Springwurzel schwimmen muss, und fischen
nach den feisten Brocken, die nach oben querlen –

alsda können sein:
Knollensellerie, Porree, Pastinaken und Topinambur.

Es wäre nicht dasselbe, würden wir das Geschlampe
nach Bauernsitte einfach über den Tisch in die vorgekerbten Tellermulden gießen,
denn dann
läge nur alles hingeschüttet vor uns,
ohne den Reim, den wir uns über das Essen machen könnten.

Das Vergnügen aber, in den warmnassen Schwaden des Kesseldampfs zu stehen
und mit starren Augen in der Hitze herumzufummeln – hier eine Wange,
dort sogar ein Lächeln in den Wogen des kochenden Wassers zu entdecken,
das unser Gemüse bald an die Oberfläche wirbelt,
gleich aber wieder nach unten zieht –
bereitet uns die natürliche Freude des Schwerenöters,
der nach den wirklichen Wölbungen in schummerigen Hirtenhäusern Ausschau hält,
aber nichts sieht außer Kerzen und Lampen, und sich so das Seine selbst zusammenspinnt.