Die Veranda

Das phantastische Leben in der alten Spinnerei

Die faltbaren Moleküle

 

Die richtige Stimmung wird der Schublade
entnommen, die auch Streichhölzer enthält.
Maßgeblich ist die richtige Dosierung an der
Sache beteiligt, scheitert aber oft am Belieben
der brunftigen Kundschaft, die sich auf Reisen
in sicherer Umgebung weiß. Der Trotz einer
Luftschlange, die man mit Besenstielen
so lange jagt, bis sämtliche Hugenotten aus
den besetzten Ställen vertrieben worden sind,
oder bis der Teig eines zwielichtigen Kuchens
aufgehört hat, die Heizrippen unsittlich zu berühren.

Die Konnotation ist einfach zu formulieren, sie
zappelt im Schrank mit heruntergelassenem Lebenslauf.
Wehe dem, der seine Hand nicht von ihr lassen kann,
der glaubt, die Finger seien die perfekte Maschinerie,
um junge Füchse zu zeugen.

Eine Sekunde später werfen wir uns in das
Gestrüpp eines pränatalen Frühlings. Der Picknick-Korb
fällt von der Klippe, die eines der
Flaschenzug-Kinder im Sandkasten nachbilden
wollte, es versprochen hatte, es dreimal
dem Marketender erzählte, um dann mit den
satinpolierten Murmeln aus der Waffenfabrik
durchzubrennen. Ihm folgte der dreibeinige
andalusische Hund, ein Champignon-Pflücker aus den
Pariser Randbezirken, und ein Clown, der geschminkt
war wie Rasputin, als sein Gemächt
noch nicht die 30cm-Marke erreicht hatte, als sein
Bart noch von seiner Mutter getrimmt wurde.

Auf den semantischen Feldern
liegt Sprachabfall, was sich erst dann
ändern wird, wenn es Prostata-Massagen
umsonst gibt.

Michael Perkampus

1969 im Fichtelgebirge geboren, Schriftstseller, Musiker und Übersetzer, Studium der (Experimental)Psychologie in München. 2005-2010 Moderator der Literatursendung “Seitenwind” (Winterthur, CH). Herausgeber der „Miskatonic Avenue“. Von 2015 – 2018 Chefredakteur des „Phantastikon“.

Updated: 13. April 2018 — 10:23

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