Das Privatgespräch

Es ist stets die Frage, warum man die Faulheit und Bequemlichkeit der Leser berücksichtigen sollte, warum man sich einer zeitgeistigen Sprache bedienen sollte, die diesen geistigen Rost miteinbezieht, warum man alle Kunst, die Sprache betreffend, zu Grabe tragen sollte. Diese Frage stelle ich allerdings nur mir selbst, der ich zwischen der obligaten Lesbarkeit und der Gewissheit, gewisse Wahrnehmungen nicht ohne iritatives Moment darstellen zu können, schwanke. Es geht – wie immer – um Konventionen. Was ist eine private Sprache wert, die ungebräuchlichen Elementen den Vorzug gibt? Ist das Zwiegespräch mit sich selbst am Ende gar der einzig gangbare Weg?

Michael Perkampus
Irgendwann einmal im Fichtelgebirge geboren (Zeiten sind nicht wiederholbar und müssen unbenannt bleiben, ich kann nicht wiedergeboren werden). Schreibkünstler, Tonkünstler, Transkribierer. Lebt im Allgäu (Keselground oder: Die alte Spinnerei). Buchveröffentlichungen: ja, aber unlesbar für die meisten.