Adam Pikid: Paraphrase/Typoskript/Tableau6/S5

“Wir schließen gleich!” sagt sie im Vorbeigehen, die Aschenbecher in ihrer Armbeuge stapelnd. Sie ahnt nicht, dass er nicht weiß, wo er hingehen soll, dass ihn ihr Kaffee, den sie ja gar nicht selbst gemacht hat, einen Dreck interessiert. Sie trägt ein Kostüm wie aus Uniformen geschnitten, eine Schürze … Die Schaufensternacht bricht herein wie eine Enterdregge, die in die Rahen haut, das weiße Linnen, das sich noch vor Stunden mit stolz geschwelltem Busen gegen den Salzauswurf gestemmt hat; Wachablösung, Schichtwechsel, “darf ich abrechnen?”
“Ja natürlich …” Abrechnen … aber dann läuft sie zwischen beleuchtetem Glas hindurch, für einen Augenblick der optischen Täuschung ist sie unsichtbar, unberührbar von echten Händen, kehrt zurück und öffnet ihr schwarzes Ungeheuer. Das ist ihm schon immer unheimlich vorgekommen: eine sich öffnende Geldbörse, der Schlund, in dem die Münzen liegen, die nicht ihr Material wert sind.
“Ich komme von weit her!” Adam zahlt im Grunde nicht das Wasser, sondern die Flasche, in der es transportiert worden ist, er bezahlt Teile ihres Schweißes, weil sie sich zu sehr damit einstäubt, und somit die Produktion anregt, er zahlt Teile ihres Midnight-Blue-Nagellacks … müsste er sich entscheiden, welchen Finger er ihr abschneiden würde, käme für ihn nur der kleine infrage, den sie beim Öffnen des Geldsacks halbherzig abgespreizt präsentiert – er zahlt von allem, das aus ihr spricht, aber das Wasser zahlt er nicht.
“Es gibt andere Orte.” Sie schwänzelt, Adam nickt ihre flinken Finger an, die unablässig reden, die scharf sind nach diesen zwei Münzen, weil er da bereits seit Stunden hockt und schreibt. Oh ja, es gibt Babylon, Raha … auch kleine unbedeutende Dörfer wie Schwarzenhammer oder Kayserhammer.