Bei Dichters

M: Liebholdeste, würde es dir etwas Unmögliches bedeuten, mir Hinweise darauf zu geben, wo ich meine Schtrumfhose hingetan habe? Du weißt, meine Nächte. Du weißt, meine Tage …

A: War es nicht meine Bubenblaue, die du dir tagein tagaus, zum Memorieren von Weite, über deine Puttenbeine streiftest? An der du zogst und zupftest, bis sie dir wie ein zweites Schlangenhäutlein passte?

M: Es war doch eher die Violettisierte, die sich manchmal wie von selbst durch unsere Kemenate bewegt, als wären tausend Geister drin, die über den Rücken dann, nachdem sie das Ärschelein passiert, ins Stammhirn vordringen. Ja, ich bin mir sicher: diese war’s!

A: Ach … so war das! Du hast wieder zu tief in meine Schublade geschaut, dich vom Spuk der Stöffchen bezirzen lassen. Da siehst du’s! Software is tight. Wahrscheinlich waren’s deine Blutgeister. Die heilig sanguinischen, die dir durch die Kompression deiner Venen, beschleunigt ins Stammhirn schossen, um dort ihr Unwesen zu treiben. Denn ziehst du über deine Blaustrümpfigkeit eine Rote, ergibt das ein violettes Unterleibstreiben.

M: Schnuckel=Bunny, deine Weisheit treibt mir von dir hergeleitete Farbe ins Gesicht, das sich gar nicht aufhellen will, wenn ich weiterhin hier über den Fußboden schnorchle, weiterhin nicht weiß, wo ich noch suchen soll, denn alle Staubwinkel, Maikäferschubladen, Wurzelschränke habe ich schon durchforstet, aber außer viel Tinte nichts gefunden, das meine Nacktheit adäquat vor den Augen der Ungeheuerlichen verdeckt.

A: Soso, mein Puttchen! Du seelstrippst, schnorchelst durch den Lyrenteppich der Muse, die dich küsst, durchmisst bei Tag das Licht der Sonne im Raum, durchmisst das der Mondin bei Nacht, forderst von Panoptes deinen Pfauentanz zu erblicken. Du ergießt dich in diese und jene Ecke unserer Kemenate, bis du nicht mehr weißt, wohin du noch spritzsprießen sollst. Und wunderst dich, dass nun in unserem Gemach so viele Augäpfel schweben? Du kannst dir all meine Stöffchen, Gewänder und Kleider zu deinem Pelz werden lassen. Doch bleibst du den Ungeheuern, die du riefst, immer nackt. Los, trau dich und pfaue! Darin bist du mir bloß und liebend.