Das Lorebuch (VIII)

Die Art und Weise wie eine Wand zurückstarrt, sollte in nocturnen
Untersuchungen festgehalten werden. Zunächst mag die Freude
ungetrübt sein, die Wand vor unliebsamen Zusammenkünften schützen;
man gibt sich eifersüchtig, wenn sie sich ihren freien Tag nimmt,
um einmal in der Woche den Tango der Argentinier einzustudieren.
Doch dann beginnt das Unwohlsein wie ein verkannter Spruch tief in
den Eingeweiden zu rumoren. Man möchte sich erheben und einen
Schürhaken schwingen, um der peinlichen Stille gebührend zu begegnen.
Was man dann jedoch zustande bringt, ist kein nennenswerter
Gesichtsausdruck, kein plötzliches Schluchzen oder Innehalten, man
marschiert im Zimmer auf und ab und wirft verstohlene Blicke zur Vitrine.

 

The way in which a wall stares back should be recorded
in nocturnal investigations. At first the joy
may be unclouded, may protect the wall from unpleasant gatherings;
one acts jealous when she takes her day off
to study the Argentine Tango once a week.
But then the malaise begins to rumble deep in the bowels
like a misunderstood phrase. One would like to stand up and
swing a poker to face the embarrassing silence.
But what one then achieves is not a significant
facial expression, no sudden sobbing or pausing, one
walks up and down the room and covertly glances at the display case.

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