Gibt es eine Badewanne?

Im Traum wäre ich auch nur derjenige gewesen, der etwas träumt. Ich erwache ja kaum, Fluten um mich, wann sind einmal keine Fluten um mich? Schwarzes, schwappendes Wasser, warm in Form und Masse, das Urmeer vor der Geburt, vor dem Abstoßen des angerichteten Fötus, frisch abgeschwartet, mit Rouladennadeln verschlossen. Deshalb bade ich gerne. Körpertemperatur und heißer, Fieberheiß etwa, der Dampf soll mir die Schweißperlen abflauen, soll mich aufweichen, zu Schaum werden lassen, Spuma; was für Metaphern fallen mir ein? Gebärbadewanne, Verstopfung, Abfluss, Ausfluss. Wo ich baden kann, da lasse ich mich nieder. Erstes Kriterium bei der Suche nach einer Unterkunft.

“Bleibst du?

“Gibt es eine Badewanne?”

“Gefällt es Ihnen?”

“Gibt es eine Badewanne?”

Ist das Grundbedürfnis nach dieser Neigung (streichen Sie das: nehmen wir stattdessen “Notwendigkeit”) gestillt, wird man als nächstes wohl das Dach verglasen müssen, damit ich in den Garten schauen kann, oder über die Dächer. Bloß keine modernen Bunker, ich bin schließlich kein ästhetisches Schwein! Der Tod ist ein poetischer Akt, sagt Poe. Ich glaube, das Verlassenwerden ganz allgemein, das Sehnen und all das romantische Brimborium, das heute so wenig eine Rolle spielt, weil das Elend die Weltherrschaft übernommen hat, die Vereinsamung, die Effizienz.