Ich bin die Nacht – 4 –

Als sie ihn fanden, stand Helmut, weil er wegen der Fesseln nicht umfallen konnte, in einem Kranz seiner Gedärme, die ihm irgendwer oder irgendwas aus dem Leib gerissen hatte. Der Bauchraum war nur noch ein gähnendes braunschwarzes Loch, durch das man die Wirbelsäule schimmern sehen konnte. Aber keines der Organe fehlte. Wer immer Helmut wieder zusammensetzen gewollt hätte, würde ein komplettes Puzzle vorgefunden haben, obwohl Bissspuren zu sehen waren. An den Beinen, den Armen und im Gesicht.

Manchmal glaubt man, die Nacht sei ein lebendiges Wesen. Sie bewegt sich, und wer ständig in Bewegung ist, hat etwas zu verbergen. Woher sollte diese Rastlosigkeit sonst kommen? Aber lassen wir die Nacht in ihrer bizarren Formlosigkeit verharren, sprechen wir lieber von dem, was sich in ihr befindet – oder hinter ihr.

Roland ließ den Wasserkrug und den Beutel mit den belegten Broten fallen, die das Ende der Strafzeit einleiten sollten. (Was haben wir gelacht / bei vollem Magen auch an Dich gedacht). Die vierundzwanzig Stunden waren um, genug nachgedacht und mit den Nachtgespenstern gesprochen. Wie es aussah, etwas zu ausgiebig.