Ein Gemälde auf Erde

Dass man in der Veränderung steht, dass man in der Veränderung sich selbst nicht verändert, gestreift wird vom Verfall; andere verfallen und man selbst. Aber es sind nur Kleider; man hat eines ausgezogen, darüber hinaus ändert sich nichts.

Aus einem Ballon tranken wir Würze, wir tranken das Leben in einem einzigen Zug, installierten unsere Vergangenheit in dieser Gegenwart, für immer ein Gemälde auf Erde, Land, Zeit.

Die Einsamkeit langer Distanz

Diese Allmacht der Augen; ich sehe mich wie folgt darin um : Donner rührt sich trocken. Nicht eingreifen in das Wahrscheinliche, das Wunder fordern, unverstehbar bleiben, Menschen auslachen, 1 Pudding kochen, während man sich von fern betrachtet. Zur Baba Yaga gehen auf einen Trunk, aber auch wieder fortkommen. Jede Sprache hat ihr Wort, da ist das Wort selber zur Sache geworden, sagt Hugo Ball. Heute am 14. Juli 1916. Omelette. Wichtig : Eier vor dem Mehl, die Füllung mit Pariser Champignons. Wir können sagen, was wir wollen (das ist das Eigentliche), die einen kümmertʼs, die anderen kümmertʼs nicht (das ist das Eigentliche), der eine sagtʼs der andere hörtʼs (das ist das Eigentliche), von Mund zu Ohr (das ist so eigentlich). Da zittert die Luft vor lauter Gesagtem und eigentlich ist das gut gesagt. Kotelett erinnert den Speiser an seine urzeitliche Neigung, das Fleisch gleich aus dem lebenden Tier zu beißen, sehr umständlich diese Situation : dem Ren hinterherrennen, versuchen, es mit einem Brandeisen vorzugaren, noch im Laufschritt (das Kotelett macht es uns einfacher, hält still). Der Knochen stimuliert einige tiefe Stellen im Großhirn, im Primitivhirn, im Althirn klar : im Meisterhirn, im Sündengrau.

Ocean Avenue 112

Das Haus ist eine Persönlichkeit
wie du, wie ich.

Lebt das Haus also in uns, wie wir
glauben, in ihm zu leben?

Sind unsere Zimmer bewohnbar
und ist der Staub der Rest, der 
von Sekunden übrig blieb?

Der Knopf, der noch dort liegt, hat einst
geschlossen Jackentaschen
gegen Hände, die am Suchen waren.

Das ist der Tod, aber er vollzieht sich nicht,
bleibt so lang allein, bis er aufgelöst in
allem schwimmt, über allem schwebt,
seine Larve ist Kaminholz, geschminkt.

	Kannst du mich erkennen, auch wenn
	nichts mehr übrig ist von diesem Ort,
	nichts mehr übrig ist von diesen Spuren,
	ausgelegt, um mir zu folgen, in den
	selben Traum von einer Nacht,
	schlaflos durchwacht, eine Aubade angestimmt?

	Kannst du mich also erkennen, wie
	ich Jahrhunderte niederlege, tief in das
	Polster greife, um ein weiteres Stück
	von mir daraus hervorzuholen? Noch
	sieht der Tag mich nicht erwachen, sieht
	dich niemand aus meinem Zimmer 
	kommen. Du könntest bleiben, schließ
	die Tür.

Ich komme aus Feenlanden,
dort rührt sich kaum ein Zweig,
kein Wasser fließt,
kein Brunnen löscht
der Erde Durst
und mich.

Der Mann im Regen

Ein Mann läuft im Regen herum,
Zwischen Hammerschlägen der Dunkelheit eingefaßt.
Alles ist vage, der Nebel ist vage und schwarz.
Tropfen fallen seitwärts aus der Öffnung,

Vorgesehen, der Zukunft zu entkommen.
Andere Schritte gibt es nicht, nicht jene,
Die lautlos schleichen, auch nicht jene, die
Auf dem Tablett geliefert werden,
Auf dem er Nahrung zu sich nimmt wie Licht.

Die Stadt mehrt sich durch Spiegelung,
Schließt nahtlos dort an, wo alles endete,
Wo jetzt eine ausgeweidete Tanne auf ihre
Beerdigung wartet, Luftschlangen sich

Tarnen als Tang. Die Lippen sind
Fürchterlich anzusehen, geöffnet in einen
Stillen Bereich hinein; dort kam es niemals
Zu einer Begegnung zwischen dem Wunsch,

Das Richtige zu tun, und dem Taxifahrer,
Der den Pfützen ausweicht, der die Welt
Aus Bilderbüchern kennt, deren Texte
Ausradiert wurden, um damit

Anzudeuten, es sei egal.
Ein verbündeter der Schnecken und der
Lokomotiven. Im abgestorbenen Gras
Vergnügen sich die Mücken damit, einen

Kadaver zu besiedeln, eine neue Metropole aus
Dem Nichts oder aus einem gebrochenen Schädel
Heraus. Es wird Zeit, eine Pause zu machen,
Den Hut zu wechseln, die Schuhe allein

Weiter gehen zu lassen. Der eigene Schatten
Überfällt dich in einer unbelebten Seitenstraße
Dieser Welt. Ein Klingelschild läßt ahnen,
Wer einst hier sein Domizil suchte,

Dann aber doch nicht einzog. Der Blitzableiter
Am Bett wehrt manche Träume ergebnislos ab.
Es regnet hier in der Küche durch das Loch im Kamin.
Schwarze Tropfen, die du als Tinte verwenden

Wirst, wenn du eines Tages aufschreibst,
Was das alles soll.

allerlei zu versuchen

achja asfaltschleim, eine bitumie
bergteer, satanspech gegen aller
lei gebrechen (sie gingen die end
lose allee entlang unter den
schwarzen platanen) musik ála
zingarese betäubte die ohren in
ihrem halfter, zum schumann’schen
rotationstachistoskop, mit dem
der umfang der aufmerksamkeit
gemessen werden soll

ist nicht so / dass wir kühlen könnten
ist nicht so / dass wir ober=räubern
abrammen, umtafeln, um tafeln
herum : waffeln / dass wir
ohnsägliches gespür, entrinnen
mimenzwecke im spiegelfleisch
hören wir bitteren fuchsjagten zu