Neu in der Sammlung (10)

Bildrechte der Cover von links nach rechts: Diogenes; Heyne; Insel; Dreoemer

Jaques Bonnet plaudert in seinen “vielseitigen Geliebten” über das Büchersammeln, wie man 20 000 Bücher sortiert und was es bedeutet, biblioman zu sein. Patricia Highsmith ist mit ihrem Werkstattbericht “Suspense” eingetroffen, Diane Setterfield bereichert die New Gothic Novel-Abteilung und  Jürgen Scheberas “Vom Josty ins Romanische Café” ist gerade erst erschienen und bietet Streifzüge durch die Berliner Künstlerlokale der Goldenen Zwanziger.

Tontafelkalender vom 21ten Hartung xx20, einem Zistag

In der Nacht saß ich an den “Läufern und Fängern”, die noch etwas umzuarbeiten waren, und dennoch kam ich um halbsieben auf die Beine. Manchmal sitze ich mit der Lupe da, um meine Notizen zu sichten; nicht weil ich so klein schriebe, sondern weil mir der Notizblock, den ich so manches Mal frei in der Luft oder auf den Knien halte, ein etwas stürmisches Bild erkennen (oder eben nicht erkennen) lässt. Die Qualität der Erzählung mit ihren herausgerissenen Organen treibt mich weiter um. Zwar befinde ich mich jenseits eines gegenwärtigen Konsens, wie denn Prosa zu schreiben sei, aber mittlerweile sehe ich das nicht mehr als ein Hindernis für mich selbst, sondern als Notwendigkeit. Trotzdem ist es mir so erwachsen und war nicht von Beginn an intendiert. Die Frage des Experiments steht im Raum, dabei ist all das, was von der Norm abweicht, nicht zwangsläufig als Experiment zu betrachten. Man kann auch im Abwegigen sein eigener Souverän sein. Und ein Anzug, der selbst schon Wahnsinn symbolisiert, steht mir bestens.

Tontafelkalender vom 20ten Hartung xx20, einem Mentag

Ich weiß natürlich noch, dass  ich bei gestrigem Mittagsschlaf, den ich später hielt als gewöhnlich, um dreiviertelfünf aufwachte und kurz die Orientierung verloren hatte, obwohl ich nur eine halbe Stunde eingenickt war. Ich dachte, es sei früh am Morgen, und ich wunderte mich über das sommerliche Zwielicht zu der Zeit. Es hat stets etwas Aufregendes, von Sinnen zu sein, aber nur, wenn danach alles wieder einrastet. Den ganzen Nachmittag mit der Kafka-Biographie von Stach verbracht und einen Aufsatz zu Patricia Highsmith verfasst.


Paradoxon: jemand liest im Roman einen Roman (eine häufig anzutreffende Scene), aber aus folgendem Grunde: um zu verstehen, was das Geheimnis der Romanfigur ist, im Bewusstsein also, eine Romanfigur zu sein. Diese lesende Romanfigur hat dann mehr als wir alle einen tatsächlichen Zugang zu sich selbst, es sei denn, wir führten Buch über uns und läsen uns in den Nöten vor Jahren, aber im Bewusstsein von heute.

Tontafelkalender vom 17ten Hartung xx20, einem Fridach

Den frühen Morgen mit Dexter Gordon begonnen, der von meinen bewunderten Tenorsaxophonisten das vollste Organ besitzt.

Noch in der Nacht konnte ich den Volker Kutscher beiseite legen, durch seine Gereon Rath-Romane der Impulsgeber zur hervorragenden Produktion “Babylon Berlin”. Kutscher selbst kann Ideen haben, aber er hat eindeutig kein Erzähltalent, das liegt tatsächlich den wenigsten deutschen Autoren im Blut. Ganz anders der erste Highsmith-Band; die Dame bricht mit einer erschreckend einfachen Sprache ins Bewusstsein, die Finesse liegt in ihrer psychologischen Führung der Figuren.


Die Inselsprüche und was denn mitzunehmen wäre: Auffällig sind es bei mir vermehrt Kurzgeschichten und weniger Romane. Natürlich Cortázar (mitsamt Rayuela eben als einer der wenigen Romane); Poe, Bruno Schulz, Borges, Ligotti, Aickman. Gegen Romane entscheide ich mich nicht wegen der Form, sondern wegen der Fülle auf engstem Raum bei leichtem Gewicht.


Piglia: Man erzählt nicht, um sich zu erinnern, sondern um etwas Verborgenes zu zeigen.


Also bin ich ein Hybrid, ein Zwitterwesen zwischen Federhalter / Maschine und der elendigen digitalen Textur, die immer eine Umkehrung ist, eine Vernichtung, die täuschend echt mit Symbolen umgeht, aber am Ende nur von der reinen Vergeblichkeit kündet.


Es gibt wichtige Bücher und eine größere Masse unbedeutender, denen man in einem Leseleben begegnet. Die Verteilung scheint zunächst willkürlich. Die Zufälle, mit denen man seine persönliche Bibliothek füllt, sind, wie die Zufälle aller Begegnungen: es erschließt sich erst in einem Zwiegespräch die Tragweite.

Neu in der Sammlung (9)

Bildrechte der Cover von links nach rechts: Insel; Diogenes; Diogenes; Reclam; Kiepenheuer & Witsch

Penelope Fitzgerald, deren ‘Blaue Blume’ ich bereits mit Gewinn gelesen habe, schlägt Töne an, die man in der Literatur schwer findet (und in der heutigen ohnehin nicht mehr). Da schwingt immer eine Klasse mit, die hinter den Kulissen arbeitet. Steven Price kannte ich bis dahin nicht; der Kanadier rückte in mein Gesichtsfeld, weil er Lyriker und Dozent für Poesie ist, und jetzt war ich doch gespannt darauf, wie er die Geschichte William Pinkertons als solcher angeht. Paricia Highsmith ist natürlich die bekannteste Autorin der heutigen Neuankömmlinge, gelesen habe ich sie nie. Um das zu ändern versuche ich es zunächst mit den Kurzgeschichten aus “Der Schneckenforscher”, denn in der Kurzgeschichte liegt die Meisterschaft aller Literatur. “Treffpunkt Weimar” gehört in die Abteilung meiner Studien der Goethezeit und – Volker Kutscher hätte ich niemals in Erwägung gezogen, wenn mich nicht eine besondere Art des Kriminalromans begonnen hätte, zu interessieren. Dazu wird es später noch viel mehr zu sagen geben.

Tontafelkalender vom 15ten Hartung xx20, einem Mittichen

Eine neue Vernunft ist keine, die in die Welt hinausblickt, sie zieht sich vielmehr in die Subjektivität zurück. Eine neue Vernunft ist einsam, weil sie mit der alten nichts zu tun hat, und doch von ihr abhängig ist, aber nicht mehr von der Welt.


Wenn ich etwas lese wie Kafkas “Das Urteil”, von dem bekannt ist, dass er es in einem Zug heruntergeschrieben hat, dann ist mir noch nachträglich so, dass ich hoffe, man möge ihn bloß nicht dabei stören, denn von dauernden Unterbrechungen war er schließlich geplagt. Die Zeitpunkte eines Geschehens in der Vergangenheit stehen nämlich gar nicht so gusseisern fest, als dass man ihnen Vertrauen schenken könnte. Meine eigenen Unterbrechungen waren stets anderer Natur als die Kafkas, aber auch mein Werk zeichnet sich dadurch als Fragment aus (und nur darin bin ich Kafka nahe); ich selbst aber begehre das Fragment, für mich drückt es all das aus, was wir wahrzunehmen im Stande sind im Angesicht einer willkürlich angenommenen großen Einheit der Masse. Kafka ist also diesmal nicht unterbrochen worden, und ich kann jeden Tag nachsehen, ob das auch so geblieben ist.


Seit gestern nun plagt mich ein grippaler und dumpfer Kopf, der aber die Rutschbahn des Rotzes nicht nutzen will, die Nase kann also weiter Winde atmen. Es sind wahre Wetterkapriolen zwischen Januarkälte und dem Willen zum verfrühten Frühling. Auch kam das Probeexemplar “Mummenschanz in großen Hallen” an und macht sich dem ersten Eindruck nach gut; allerdings sind am Ende 5 Leerseiten eingefügt, die äußerst störend wirken. Auf meine Nachfrage antwortet epubli, dass die Seitenzahl nicht mehr durch 4 sondern durch 12 teilbar sein muss. Zwar wäre es möglich, den Satz dahingehend anzupassen, aber das erscheint mir nicht wünschenswert. Ich werde wohl zu einem anderen Anbieter wechseln müssen und bereite das Skript dementsprechend heute vor.


Neue Bücher kamen.

Tontafelkalender vom 14ten Hartung xx20, einem Zistag (mit Piglias ‘Letztem Leser’)

So erstaunlich es sich anhört, habe ich eine irrationale Angst davor, Bücher könnte es eines Tages nicht mehr geben und diese Möglichkeit käme noch zu meinen Lebzeiten zum Tragen. Das mag vielleicht ein Grund für meine Besessenheit sein: kaum habe ich ein Buch in meine Sammlung integriert, fehlt mir ein anderes schmerzlich. Und das geht immer so fort. Als Leser hat man immer zu wenig Bücher, auch wenn man eines Tages so viel hat, sie nie und nimmer alle lesen zu können. Doch das spielt keine Rolle und kann nur der Einwand eines Nichtlesers sein, denn manchmal besteht die Aufgabe eines Lesers gerade darin, nur zwischen den Büchern zu verweilen und nicht zu lesen. Es gibt keine andere Möglichkeit, das Universum zu uns einzuladen; sobald wir in den Nachthimmel sehen, zieht es sich zurück. Nur in einer Bibliothek offenbart es sich, wie das Leben, das man sucht, aber nur noch in der Erinnerung findet, einer Erinnerung, die sich nicht zuletzt aus Gelesenem speist.

Die interessante Frage ist die nach den Büchern, die gerade nicht da sind. So wenig wie man alles lesen kann, das je geschrieben wurde, so wenig kann man alle Bücher besitzen. Sollte man es überhaupt versuchen? Welche Bücher fehlen wirklich? Und welche Beziehung hat ein Leser zu eben jenen Büchern, die er nicht liest? Obwohl sich diese Fragen nach einer Willkür erkundigen wollen, ist eine Lektüre niemals beliebig. Als Leser folgt man Verweisen innerhalb der Unendlichkeit, und wieder sind wir bei der Metapher des Lebens angelangt, das so individuell ist wie der Weg durch dieses Labyrinth. Nur ist das Leben tatsächlich eine Metapher, die Lektüre ist es nicht, sie ist ein unerschließbares Rätsel, größer als das Rätsel unserer selbst. Bücher nämlich, die nicht da sind, die zerstört wurden, nie besessen wurden, sind in jenen mitenthalten, die man gelesen hat oder lesen wird.

Piglia schreibt: “In diesem von Büchern gesättigten Universum, wo alles schon geschrieben wurde, kann man nur wiederlesen, das Alte auf neue Weise lesen.”

Und das bedeutet schließlich die Freiheit im Umgang mit dem Text, bedeutet, dass jede Leseerfahrung alleine gemacht wird, angepasst an die eigenen Bedürfnisse. Der Minotaurus, den wir finden, ist ein persönlicher; indem sich alles wiederholt, wiederholt sich nichts. Es ist ein völlig eigenes Genre, Bücher über Bücher oder das Lesen zu schreiben. In der argentinischen Literatur ist diese Reflexion sehr ausgeprägt und alle diesbezüglichen Spuren führen zu Borges und von ihm wieder sternförmig (oder arachnoid) weg.


Gestern ging es dann doch nicht mehr zum Copy-Shop. Ich musste noch auf die Antwort des Anwalts warten, den Albera in Sachen des Phantastikons kontaktierte (was kein offizielles Mandat bedeutete, aber dennoch einiges zur Klärung beitrug). Heute aber ist einmal das zu erledigen, zum anderen aber will ich mir Papierformen ansehen und die Broschur besprechen, die aus Alberas Gedichtband Hexenwerch gemacht werden soll. Das ist immer die Frage, die mich selbst umtreibt: Zwar habe ich mein “Mummenschanz in großen Hallen” bei epubli drucken lassen (und heute erst kam die Bestätigung über die Versendung), aber das soll und kann nicht zur Regel werden. Eine Selbstherausgabe ist unter allen Umständen abzulehnen und nur in Ausnahmefällen eine Option, Texte in geringer Zahl zugänglich zu machen. Da empfiehlt sich gerade die Broschur, die ohne jeglichen Markt auskommt, damit dreivier Leute damit versorgt werden können. Und es versteht sich von selbst, dass die meisten Texte, die hier auf der Veranda aufschlagen, weder für den Markt noch für die Masse gedacht sind. Auch der “Mummenschanz” ist es eigentlich nicht, aber es ist primär eine Frage der Ordnung. Im Buch gesammelt habe ich eine bessere Übersicht als im steten Durcheinander meiner Manuskripte – und Fließtexte auf der Maschine (für mich käme nur eine solche Broschur infrage, die einem Faksimile gleicht), sind mir gegenwärtig nicht wünschenswert, weil ich dann das Format und das Volumen ändern müsste.

Tontafelkalender vom 13ten Hartung xx20, einem Mentag

In aller Frühe (das Aufstehen war um 6) ein paar Schubert-Violinsonaten, die sich passend zum rötlich-grauen Himmel gesellen, während ich mich bereits daran mache, die Buchkataloge von Hanser, Suhrkamp-Insel, Klever, Matthes & Seits usw. zu durchforsten. Gestern mit Albera noch das “Medizinische” durchgegangen, das sie heute in Memmingen aufs Papier schmeißen wird. Den Text Die Engelmacherin von der Sandsteinburg in die Hundertprosa verschoben. Der Copyshop, den ich zwecks einer Bindung heute ansteuern sollte, öffnet erst um acht-dreißig, so dass ich mich jetzt noch um ein Frühstück bemühen kann.

Tontafelkalender vom 12ten Hartung xx20, einem Sonnentag

Nur um die Maschine zu wechseln war ich in den Keller hinabgestiegen, aber wie immer, wenn ich in den Katakomben aus Büchern und Notizen krame, nehme ich etwas mit nach oben. Diesmal war es neben der Maschine eine Tüte, in die ich vor langer Zeit an mich gerichtete Briefe und Karten gestopft hatte; außerdem einige Notizbücher aus den 1990er Jahren, vorrangig jene, die meine “Mexikanischen Impressionen” von 1993 enthielten. Sie scheinen mir heute genauso wenig wichtig zu sein wie die Dokumente, die ich während meiner zweiten Europareise 1996 unterwegs verfasste, und doch zieht mich das billige Papier – zumindest ästhetisch – an. Manchmal suche ich etwas in den alten Notaten, etwas, das ich vergessen haben könnte, zum Beispiel den Grund meiner Rastlosigkeit und des Aufbruchs. Aber ich finde meist nur ein längst vergangenes Leben und schlecht geschriebene Phrasen. Mir fällt auf, dass ich vor 2005 zwar viel geschrieben, aber nichts fabriziert hatte, dessen man sich nicht schämen müsste. Immerhin war ich 35 Jahre alt, als ich die ersten Sätze zu Papier brachte, denen ich auch heute noch Gültigkeit zuerkenne, alles was vor meinem Leben in der Schweiz lag, ist nahezu eine Katastrophe.


Ich lese, um etwas über das Leben herauszufinden (um ehrlich zu sein, ist mir das bis heute nicht gelungen), eine andere Möglichkeit hat sich mir nie erschlossen. Ich hatte das Glück, viele Drogen nehmen zu können, was ein dürftiger Ersatz ist, aber ein Ersatz – einerseits für die Lektüre, andererseits für das Träumen. Heute gelingt mir letzteres auch am Tag und ich benötige keine Drogen mehr. Der Schlaf aber ärgert mich mittlerweile, weil ich in diesem Zustand nicht lesen kann, und an meine Träume erinnere ich mich nicht, weil ich schreibe, was ich schreibe, also einen Ersatz dafür habe. Erst wenn ich etwas aufgeschrieben habe, weiß ich, was ich geträumt hätte.

Tontafelkalender vom 11ten Hartung xx20, einem Sonnabend

So sehe ich es als wesentlich an, meine Emanzipation von der Epoche, in der ich lebe, voranzutreiben. Das beginnt bei Ritualen, die nicht mitgemacht werden (so besaß ich z.B. noch niemals ein Funktelefon. Versuche, das Festnetz analog zu halten, scheiterten jedoch, bzw. würden einen Adapter erfordern, der in keinem Verhältnis zum Gefühl der Wählscheibe steht). Man wird schnell zum Technikverweigerer, was in meinem Fall gar nicht so ist, aber ich vergesse nicht, dass alles nur Werkzeug ist, nichts anderes als ein Hammer, mit dem man einen Nagel in die Wand treibt). Es geht also weniger um Technik als um Haltung.


Man liest eine Menge Unfug im Netz, wenn der Unfug jedoch bezahlt wird, ist es ein Ärgernis:

Edgar Allan Poe war der erste Autor, der auf die Idee kam, einen Krimi zu schreiben und zu veröffentlichen. Und tatsächlich erfüllte bereits dieser erste Roman mit dem Titel „Der Doppelmord in der Rue Morgue“ aus dem Jahr 1841 ein zentrales Merkmal der Noir Krimis: die Stilisierung der Nacht als Symbol der finsteren Seite der menschlichen Seele.

Warum ärgere ich mich über solche Sachen? Weil man von einer, die für ein “Literatur- und Kulturmagazin” schreibt, erwarten kann, dass sie das, über was sie schließlich Auskunft gibt, begreift. Und man muss kein großer Vogel sein, um zu wissen, das Poes “Doppelmord” kein Roman ist, sondern zum einen eine Kurzgeschichte und zur engeren Klassifikation eine Detektivgeschichte, noch genauer: eine Tale of Raticination. Natürlich skizziert Poe hier Elemente, die zukünftige Schriftsteller weiterentwickeln würden, aber primär stellte Poe hier die Methode zur Debatte. Poe stellt während der gesamten Geschichte Hinweise zur Verfügung und bietet dem Leser damit die Möglichkeit, das Rätsel zu lösen. Das Noir-Genre hingegen setzt auf ganz andere Elemente und lässt sich auf Cornell Woolrich zurückführen. Benötigt man einen Proto-Noir-Stoff, schlägt man bei James M. Cains nach. Tatsächlich beherrscht diese Gattung ein ausgeprägter Sinn für Protagonisten, die oft Opfer oder Täter sind, selbstzerstörerisch, mit einem Hang zur Gewalt. Die Dunkelheit allein kann kein Grund dafür sein, Poe dafür verantwortlich zu machen.


Prosa wie ein Dichter behandeln, aber nie das innere Geleit verlieren.


Ich wollte mir darüber klar werden, was ein Leser überhaupt ist, denn ich bin davon überzeugt, dass der Schriftsteller nur in eine andere Form des Lesens verwickelt ist. Ohne das Lesen gibt es kein Schreiben. Um herauszufinden, was es mit dem Lesen auf sich hat, konsultiere ich oft Borges, in diesem Falle aber Ricardo Piglia, von dem bereits einige wenige Absätze genügen, um herauszufinden, warum man überhaupt lesen möchte. “Der letzte Leser”: Die Frage “Was ist ein Leser?” ist daher letzten Endes die Frage nach der Literatur.”


Um zehn (und nach einem wirklich miesen Film), kam Albera auf die Idee, meine “Blitz-Muffins”, die ich unbedingt noch backen wollte, M.U.F.O.s zu taufen, weil ich keine Backformen habe und – allein gelassen auf Backpapier – könnten sie zerlaufen und aussehen wie fliegende Untertassen; es wurde dann aber nur ein einziger MUFO, weil ich das wenigelchen Teig in einen kleinen Topf pfropfte und buk.