Kackbaum

Im oktober 1959 war ich einige zeit in London. Erich Fried wohnte damals noch in seinem herrlichen haus in der Fleet Road und schrieb hinter der auslagenscheibe seines arbeitszimmers gedichte. Eben um diese zeit war er mit einem gedicht fertig geworden, das wohl noch kaum veröffentlicht ist, was mir aber leid tut, denn ich halte es für eines seiner stärksten. Darin kommt ein mensch vor, der anfängt einen baum samt den dazugehörigen wurzeln zu kacken und damit nicht vor seinem tode fertig wird.

Hans Carl Artmann: Das suchen nach dem gestrigen tag oder schnee auf einem heißen brotwecken eintragungen eines bizarren liebhabers. Neuwied und Berlin 1971 (Sammlung Luchterhand 15, zuerst 1964)