Natürlich gibt es mehr als zwei Sorten Schreiber, aber zwei lassen sich merklich unterscheiden: jene, die vom Film gelernt haben, wie man Geschichten erzählt, und jene, die sich dem Erzählen grundsätzlich verweigern, weil es ihnen primär um die Sprache geht. Klar ist auch, dass sich filmisches Erzählen und Sprache nicht grundsätzlich ausschließen, aber es ist ein großer Unterschied, ob die Figuren und die Handlung im Vordergrund stehen oder die Sprache selbst. Ich wünsche mir, dass Bücher Dinge tun, die Filme nicht können – und umgekehrt; andersherum hätte ich weder Grund, einen Film zu sehen (und auseinanderzunehmen), oder ein Buch zu lesen (und dem Autor zu folgen). Ich selbst bin alles andere als ein filmischer Schreiber, lese aber dennoch gerne die Träume anderer, die Sprache lediglich als Transportmittel nutzen, weil ich niemanden gebrauchen könnte, der eine ähnliche Poetik wie ich entwickelt. Bei Filmen hingegen frage ich nach der Darstellung (was logisch erscheint). Ich möchte kein Schauspiel sehen, sondern eine Verkörperung – Abstraktion suche ich eher im Buch.