Sottovoce

Dieser Artikel ist Teil 36 von 36 der Reihe Gespenstersuite
Eine Stadt ist
in jeder Sekunde eine Atmung der Dinge,
die zusammen leben, aber anders als diese
sind die Dinge geformt
und können deshalb 
zurückrudern, bleiben
also mit ihren Ideen verwandt
wie ein Knopf an einer Schwertscheide.

Auch wenn der Asphalt eines dieser Dinge ist,
führt er gar nicht so weit in den Hinterhalt hinein,
man sieht von vornherein das Leuchten der Endzone,
LKWs werden entladen, aber nichts vermehrt sich,
etwas verwandelt sich und man muss schon genau
hinsehen, um die zerrissenen Pakete zu erkennen,
die fallen gelassen wurden.

Es geht nicht um diese Dinge, aber manches davon
hat sich bewährt.

Der Schnee kam und bedeckte längst nicht
alle schweren Taten, die ausgezogen waren,
um ihre Treue wiederzufinden, ihr ewiger Schwur
war nur in der Nacht sichtbar, vor Tonnen
und dem Zinnober vor den Hütten, als da
ein Trank gebraut wurde, den alle tranken,
den aber niemand tanzen sah.

Ich bin schon vor Jahren da angekommen, doch
die Zeit bringt es mit sich, ein ungehöriges
Ereignis nicht mehr am Fuße der Mauern
niederlegen zu können. Man friert still, wenn
man das weiß. Wie in einem Museum stehen
die Exponate auf blendenden Sockeln aus
immergleichen Worten.

Wenn du verlassen wirst,
nimm zunächst deine Umgebung wahr:
eine Wiese, etwaige Unendlichkeiten
und dann die eine Richtung, in die du nicht gehst;
wenn du also warten willst,
kommt eines Tages ein anderer Tag.

Veröffentlicht von

M.E.P.

Wenn es kein Buch ist, dann ist es ein Hörbuch. Und wenn es kein Wort ist, dann ist es der Jazz.

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