Tiefe Schatten und lichter Schrecken: Auftakt zu “Echos aus dem Hades”

Die Frage, ob ich den Horror gefunden habe oder ob der Horror mich gefunden hat, ist eine sehr langlebige, und trotz vieler Überlegungen bin ich einer endgültigen Antwort nicht näher gekommen. Vielleicht gibt es keine. So oder so hat sich der Horror zweifellos schon früh und mit unauslöschlicher Macht in meine Welt eingeschlichen.

Mein Name ist Richard Gavin. Ich bin ein kanadischer Autor von Horrorromanen mit übersinnlichem Gehalt, und obwohl dies seit fast zwei Jahrzehnten meine Berufung ist, reicht meine Beziehung zum Horror noch weiter zurück, bis in meine prägenden Jahre. Ich hielt es für das Beste, diese ersten Ausgabe von “Echos aus dem Hades” erst einmal als eine Art Einführung vor diesem Hintergrund und einen Ausblick auf solche Themen zu verwenden.

Eine meiner ersten Erinnerungen an Filme ist Tod Brownings Version von Dracula aus dem Jahre 1931. Ich habe ihn damals im Nachmittagsfernsehen gesehen. Der Film hat mich unmittelbar und stark beeinflusst. Monster und das Makabere wurden schnell zu einer Konstante in meinem Leben. Und im Gegensatz zu so vielen Leidenschaften, die in der Kindheit zum Vorschein kommen, verlor der Horror für mich nie seinen Glanz. “Tiefe Schatten und lichter Schrecken: Auftakt zu “Echos aus dem Hades”” weiterlesen

Die verhängnisvolle Leinwand

Die Dame von ehrwürdigem Alter führte ihn die alte Holztreppe nach oben, und er verspürte einen Schauder der Begeisterung, endlich hier an diesem Ort zu sein, von dem er so oft geträumt hatte. Es war nicht leicht gewesen, das Geld zusammenzusparen, das ihn den Flug nach Paris ermöglicht hatte – aber er wusste in diesem Augenblick, dass sich der ganze Aufwand gelohnt hatte. Sie erreichten den oberen Absatz und standen vor der Tür des berüchtigten Mansardenzimmers, wo die verblühte alte Dame zögerte, bevor sie den Schlüssel in das Schlüsselloch steckte.

“Es ist seltsam, Monsieur. Ich fühle mich jedes Mal … ich mag es nicht, die Ruhe dieses Raums zu stören. Es ist albern, ich weiß, aber ich erwarte ständig, dass er bewohnt ist … von ihm. Man würde meinen, dass sein Selbstmord eine Aura des Todes und der Finsternis in diesem Raum hinterlassen hätte, aber man fühlt stattdessen … seine Jugendlichkeit. Sie porträtierten ihn abscheulich in diesem lächerlichen Film. Ich stamme ursprünglich aus England und hatte keine Vorstellung von der Legende des Mannes, als ich meinen französischen Ehemann heiratete, möge er in Frieden ruhen … Die Legende dieses Mannes begann in Ihrem Heimatland Gestalt anzunehmen, als Hollywood beschloss, die erfundene Geschichte über Honoré Radin zu verfilmen. Und jetzt sagen Sie mir, dass Sie eine Biographie über den Maler schreiben.“ “Die verhängnisvolle Leinwand” weiterlesen

Nachtrag zum Magischen Realismus

Der Magische Realismus, über den ich in der Vergangenheit immer einmal wieder gesprochen habe, ist mehr ein literarischer Stil als ein eigenständiges Genre, der sich in seiner Herangehensweise durch zwei unterschiedliche Perspektiven auszeichnet. Die eine basiert auf einer sogenannten rationalen Sicht der Realität und die andere auf der Akzeptanz des Übernatürlichen als prosaische Realität. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass der Magische Realismus eine Weltanschauung bietet, die weder auf natürlichen oder physikalischen Gesetzen, noch auf objektiver Realität fußt, denn auch die fiktive Welt ist nicht von der Realität getrennt. Er zielt vielmehr darauf ab, das Paradoxon der Vereinigung von Gegensätzen zu erfassen; so stellt er beispielsweise in der lateinamerikanischen Literatur binäre Gegensätze wie Leben und Tod und die vorkoloniale Vergangenheit gegenüber der postindustriellen Gegenwart in Frage. Hier ist die Präsenz des Übernatürlichen oft mit der urzeitlichen oder magischen “einheimischen” Mentalität verbunden, die im Gegensatz zur europäischen Rationalität steht. “Nachtrag zum Magischen Realismus” weiterlesen

Der Vampir im Laufe der Geschichte

Vampire haben eine umstrittene Geschichte. Einige behaupten, dass diese Kreaturen “so alt wie die Welt” seien. Aber neuere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass unser Glaube an Vampire und Untote im 18. Jahrhundert geboren wurde, als die ersten europäischen Berichte über dieses Phänomen erschienen.

Wir wissen, dass 1732 das Annus Mirabilis des Vampirs war. In diesem Jahr wurden 12 Bücher und vier Dissertationen zu diesem Thema veröffentlicht. Der Begriff “Vampir” taucht laut dem Gothic-Experten Roger Luckhurst ebenfalls in diesem Jahr zum ersten Mal auf. Aber archäologische Entdeckungen von ungewöhnlichen Bestattungen in Europa in den letzten Jahren legen nahe, dass der Glaube an Vampirismus und an Wiedergänger bereits vor 1500 die Menschen beschäftigte.

So ist beispielsweise die Leiche eines 500 Jahre alten “Vampirs” auf einem alten Friedhof in der Stadt Kamien Pomorski in Polen ausgestellt. Die 2015 entdeckte Vampirleiche wurde in der Weltpresse ausführlich beschrieben. Archäologen haben bestätigt, dass sie einen Pfahl durch ihr Bein (vermutlich um zu verhindern, dass sie ihren Sarg verlässt) und einen Stein in ihrem Mund hatte (um das Blutsaugen zu verhindern). In den Dörfern Bulgariens wurden noch ältere dieser abweichenden Bestattungen entdeckt. “Der Vampir im Laufe der Geschichte” weiterlesen

Michael Knoke: Der kataleptische Traum (Goblin Press)

Es gibt wenige moderne Werke, denen man im Untergrund das Zeug zum Klassiker unterstellen kann. Das hat noch nicht einmal etwas mit der Qualität der Geschichte zu tun, sondern vielmehr mit einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Freilich ist das Werk des viel zu früh von uns gegangenen Michael Knoke nicht gerade in aller Munde, was uns und mich aber nicht davon entbindet, darauf hinzuweisen, dass hier ein außergewöhnlicher Autor die Fähigkeit besaß, eine bizarre und beklemmende Atmosphäre zu erschaffen, wie sie heute kaum mehr irgendwo anzutreffen ist. Das allein wäre noch nicht “klassisch” zu nennen. Michael Knoke bedient sich hier eine detailreichen Sprache, die nicht künstlich antiquiert zu sein versucht, aber auch nichts von diesem platten Stil, den heute viele schreiben und für modern halten, erkennen lässt. “Michael Knoke: Der kataleptische Traum (Goblin Press)” weiterlesen

Warum wir Fantasy-Literatur brauchen

J. R. R. R. Tolkiens “Der Herr der Ringe” hat sich weltweit rund 150 Millionen Mal verkauft, was ihn zu einem der meistverkauften Romane aller Zeiten macht. Einige behaupten sogar, es sei das größte Buch des zwanzigsten Jahrhunderts. Während Tolkiens Geschichten um Mittelerde immer beliebter werden, weigern sich viele Gelehrte immer noch, sie ernst zu nehmen. Die meisten Kritiker ignorieren sie nicht nur, sondern verachten sie mit feuriger Leidenschaft. Kritiker der jüngeren Generation konzentrieren sich – vor allem, weil sie müssen – auf die vermeintlichen sozialen Probleme in Mittelerde, wie Rassismus oder Sexismus. Aber die erstaunlichsten Aussagen kommen vor allem von der älteren Generation der Literaturkritiker, die behaupten, dass Tolkiens Schreiben einfach schrecklich ist.  In der Einführung zu Harold Blooms kritischen modernen Interpretationen behauptet er, dass Tolkiens Schreibstil “steif, künstlich antiquiert und überladen” sei. Bloom ist nicht in der Lage zu verstehen, “wie ein erfahrener und reifer Leser etwa fünfzehnhundert Seiten dieses malerischen Materials aufnehmen kann”. Diese Kritik ist ebenso absurd wie komisch. Wenn überhaupt, dann ist der “Herr der Ringe” antirassistisch und antisexistisch und wunderschön geschrieben. Natürlich ist der Wert jeder Arbeit im Wesentlichen subjektiv und die Geschmäcker sind verschieden. Dennoch muss man sich fragen, was die Ursache für die verächtliche Kritik und die ungerechtfertigte Gleichgültigkeit sein könnte, auch wenn viele Aussagen zum “Herr der Ringe” völlig selbstentlarvend sind. Es wäre nicht das erste und einzige Mal, dass sich Literaturkritiker, die leider ihr Geld damit verdienen, sich als literarische Idioten darstellen. “Warum wir Fantasy-Literatur brauchen” weiterlesen

Augusto Cruz: Um Mitternacht

Augusto Cruz García-Mora hat mit diesem Roman Ehrgeiz und Mut gezeigt, der eine Mischung aus Detektivroman und kinematografischem Delirium mit einem Hauch Abenteuergeschichte darstellt, gespickt mit einer traumartigen Fantasie. Vielleicht finden Stummfilmliebhaber auf diesen seltsamen Seiten eine gewisse emotionale Komplizenschaft und wissen den Roman sogar noch mehr zu schätzen.

Das Objekt der Begierde

Der Film “London after Midnight” (Nach Mitternacht) ist der erste amerikanische Film, der sich mit Vampiren beschäftigt. Nosferatu wurde 1922 veröffentlicht, ein weiterer seltsamer Film namens “Dracula Halla” 1921, außerdem soll es noch einen geheimnisvolleren russischen Vampirfilm geben, über den absolut nichts bekannt ist. Das also sind die ersten Vertreter ihrer Art, aber in diesem Buch von Augusto Cruz geht es vor allem um die Suche nach dem als verschollen geltenden “London after Midnight” (Um Mitternacht). Dass sich um diesen Film so viele Legenden ranken ist natürlich ein gefundenes Fressen für einen Schriftsteller. Schon die Entstehungsgeschichte ist merkwürdig. Lon Chaney war zu dieser Zeit der Horror-Darsteller Nr. 1. Sehr berühmt und zurückhaltend, galt dieser Darsteller als äußerst mysteriös, ging nie aus, bevorzugte die erbärmlichen, verkrüppelten und seelisch deformierten Charaktere, und als er starb, hielten alle Kinos des Landes für einen Moment inne und gedachten seiner. Um seine Augen tränen oder verschleiert wirken zu lassen, steckte er sich Drähte in die Augen oder träufelte sich Eiweiß hinein. “Augusto Cruz: Um Mitternacht” weiterlesen

Robin Hobb: Die Tochter des Drachen (Penhaligon)

Die große Robin Hobb ist zurück, und damit ein Garant nicht nur für durchschnittliche Fantasy, wie sie gegenwärtig den Markt überflutet, sondern für die Spitze des Genres, wo vielleicht nur eine Handvoll Autoren überhaupt zu finden sind. Als “Fool’s Assassin” 2014 im Original erschien, war gleich klar, dass dies wahrscheinlich die beste Veröffentlichung des Jahres werden würde. Bis es auch zu uns herüberschwappte, dauerte es zwar ganze fünf Jahre, aber Penhaligon hat dadurch den Vorteil, auch die gesamte neue Trilogie um einen der beliebtesten Charaktere der ganzen Fantasy in einem Atemzug vorzulegen, was in diesem Jahr mit Band 1: “Die Tochter des Drachen”, Band 2: “Die Tochter des Propheten” und Band 3:  “Die Tochter des Wolfs” dann auch geschehen ist. Über die merkwürdige Übersetzung der Titel kann man sich wie immer genauso lange streiten wie über das stereotype und lustlose Cover, nach dem Motto: One Fits All. Hast du ein Cover, reicht das für 1000 Bücher. Damit ist Penhaligon allerdings nicht allein. Keiner scheint mehr eine müde Mark in sein Artwork zu stecken. Wozu auch? Die Leser scheint es ohnehin nicht zu interessieren. Trotzdem muss ich eine Lanze für den Verlag brechen, denn Penhaligon hat es geschafft, alle drei Trilogien zeitnah zugänglich zu machen, und zeigt damit nicht nur eine herausragende Veröffentlichungspolitik, sondern auch, dass eben nicht nur eine Flut zweitklassiger Fantasy den deutschen Sprachraum dominiert.

Einst rettete Fitz Chivalric Weitseher seinen König und befreite den Kronprinzen. Bereits auf vielerlei Arten beschützte er das Reich. Er bewahrte sogar einen Drachen vor dem Tod. Für viele ist er ein großer Held! Doch ausgerechnet seine Tochter Biene hat Angst vor ihm. Sie scheint zu spüren, dass er ein Mörder ist. Erst ein schrecklicher Schicksalsschlag führt die beiden näher zusammen. Fitz will Biene um jeden Preis vor den Intrigen des königlichen Hofs von Bocksburg und den damit verbundenen Opfern und Gefahren beschützen. Um das zu erreichen, muss er sie verlassen. Dabei erkennt er viel zu spät, dass nicht er selbst, sondern seine Tochter das Ziel einer geheimnisvollen Gruppe von Verschwörern ist. — Klappentext.

Hobb wird oft an die Seite von George R.R. Martin gestellt, und das nicht ohne Grund. Wie Martin hat sie – begonnen bei der legendären ersten “Weitseher-Trilogie” eine Welt mit einer reichhaltigen Geschichte aufgebaut und greift ebenfalls auf eine leichte, aber umso erschreckendere Form von Magie zurück. Aber wo Martins “Lied von Eis und Feuer” eine groß angelegte Erzählung mit vielen Charakteren ist, bevorzugt Hobb Intimität und lässt uns schon Mal ein ganzes Buch mit nur ein oder zwei Stimmen im Kopf verbringen. Fitz hadert oft mit seinem Platz in der Welt, die wenig Sinn für Bastarde, aber ein großes Bedürfnis nach Helden hat. Es braucht einen geschickten Autor, um sicherzustellen, dass die unterschiedlichsten Parteien, die täglichen Aufgaben und das Gerede über entfernte Politik nicht langweilig werden, aber Hobb schafft es, ihre Welt farbenfroh und einladend zu gestalten, auch wenn der Schatten zukünftiger Tragödien über allem schwebt. So wie Bocksburg als bedeutendes Anwesen in der Weitseher-Trilogie diente, so ist auch das Herrenhaus Weidenhag eine wichtige Station, die mit ihren eigenen Geheimnissen angereichert ist – ein überraschend passendes Zuhause für einen ehemaligen Assassinen. Denn selbst in Weidenhag kann Fitz dem Mann, der er einmal war, nicht entkommen. Und wenn die Außenwelt in seinen sicheren Hafen eindringt, muss sich Fitz wieder einmal entscheiden, wer er sein will und wo seine Loyalität liegt. Das erweist sich als etwas schwierig bei den anstehenden Veränderungen seiner Familie.

Hobb ist eine unglaublich versierte Schriftstellerin, die sich intensiv mit dem Innenleben ihrer Figuren beschäftigt. Sie kann den Leser über den Tod eines Charakters weinen lassen, aber sie kann ihn auch über ein Gespräch zwischen einem Mann und einer Frau seufzen lassen, die endlich zueinander gefunden haben, ohne die Elemente des Kitsches bemühen zu müssen. Ihre Figuren sind lebendig und man möchte seine Lesezeit gerne mit ihnen verbringen, auch wenn gleich gesagt werden muss, dass Hobb nicht zu jenen Schriftstellern gehört, die ein oberflächliches Actionfeuerwerk abbrennen. Sie nimmt sich die Zeit, die notwendig ist, um das vorzubereiten, was sich ganz sicher im Verlauf der Trilogie zu einem richtigen Abenteuer entwickeln wird. Trotz des schleppenden Beginns sorgt Hobbs unnachahmlicher Stil dafür, dass auch jene dabei bleiben können sollten, die mit ihrer Aufmerksamkeitsspanne ein Problem haben. Aber ohne Frage ist das vorliegende Buch eher ein pastorales Familiendrama und ich halte es für notwendig, die beiden vorangehenden Trilogien gelesen zu haben, die eine andere Konzeption besitzen. Hobb hat hier aber nicht nur ein sich langsam entwickeltes Buch geschrieben, sondern auch einen Perspektivwechsel vorgenommen, der dem ganzen Weitseher-Zyklus eine zusätzliche Note verleiht. Zwar kehrt der Leser auch hier in Fitzens Kopf zurück und kann dadurch wie gewohnt zuverlässig (oder wenn man will unzuverlässig) die Handlung seiner Umgebung interpretieren. Wir sind in jeden seiner Gedanken eingeweiht, einschließlich der Tagebucheinträge, die er über längst vergangene Tage schreibt. Das ist eine einfache, aber sehr effektive Möglichkeit, den Leser daran zu erinnern, was vorher passiert ist. Doch Fitz wird diesmal durch eine zweite Perspektive unterstützt, die ebenfalls in der ersten Person geschrieben ist und ohne Abgrenzung vorwärts und rückwärts springt. So herausfordernd das sein mag, wird dadurch das schleppende Tempo der Geschichte zu einem interessanten Lesevergnügen. Man könnte auch sagen: Diese Passagen sind ein Jugendroman innerhalb eines Erwachsenenromans, denn sie werden von Biene vorgetragen und erinnern natürlich an formelhaftes Erzählen. Die Balance zwischen Biene und Fitz ist hervorragend. Bestimmte Ereignisse werden kontrastierend dargestellt, und so machen die jeweiligen Erzähler Aussagen über den anderen, die außerhalb der Realität dieser Figuren liegen. Auf diese Weise ergeht es Biene nicht anders wie Fitz. Auch sie kämpft darum, sich ihrer Umgebung anzupassen. Und wie Fitz ist sie oft nicht in der Lage, die Absicht derer um sie herum zu entschlüsseln und das Schlimmste anzunehmen, nicht einmal in ihrer eigenen Familie. Sie wird oft missverstanden, dabei ist sie weitaus fähiger, als irgendjemand der Erwachsenen das erwartet.

Hobbs alternative Sichtweise mag hier unter einigen kleinen Fehlern leiden, aber wenn man das Gesamtkonstrukt betrachtet, erhält der Leser dadurch einen viel umfassenderen Einblick in das vorgelegte Thema. Obwohl “Die Tochter des Drachen” keine Tour de Force ist, gelingt es Hobb in großem Stil, ihre Figuren funkeln zu lassen, weil selbst dieses ruhige Milieu perfekt strukturiert ist. Es gibt wenige Autoren auf dieser Welt, die solch eine Meisterschaft besitzen.

Mit Dank an das Rezensionsexemplar von Penhaligon.

Schwert und Zauberei (Sword & Sorcery)

Genre- und Subgenre-Labels gibt es aus gutem Grund – um die Leser mit der Art von Literatur zu verbinden, die ihnen gefällt. Zumindest heutzutage obliegt eine solche Kategorisierung eher den Vermarktern und Buchhändlern als einer tatsächlichen Unterscheidung durch Fans oder Autoren. Aber das war 1961 definitiv nicht der Fall, als Mitglieder der Robert E. Howard-Fangruppe, der Hyborian League, erkannten, dass sie einen Namen für jene besondere Art von Geschichten brauchten, die sie gerne lasen und schrieben. Die Frage, wie genau man diese Geschichten nennen sollte, stellte der junge Aufsteiger Michael Moorcock, und beantwortete der erfahrene Schriftsteller Fritz Leiber: “Schwert und Zauberei (Sword & Sorcery)” weiterlesen

Stephen King: Vier nach Mitternacht

Nach dem phänomenalen Erfolg seiner Novellensammlung “Frühling, Sommer, Herbst und Tod”, in der mit “Die Leiche” und “Die Verurteilten” gleich zwei seiner besten Novellen überhaupt zu finden sind, kam mit diesen Band bei Kritikern etwas wie allgemeines Kopfschütteln auf. In seinem Vorwort bestätigt King, dass dieser Band sich sehr von seinem vorhergehenden Novellenband unterscheidet. Und es stimmt, “Vier nach Mitternacht”, das bei uns zunächst in zwei Teile gesplittet wurde und erst seit 2016 in der ursprünglichen Fassung erhältlich ist, wirkt wie die durchgeknallte Version von “Frühling, Sommer, Herbst und Tod.” “Stephen King: Vier nach Mitternacht” weiterlesen