Octavio Paz

Der mexikanische Autor Octavio Paz genoss weltweit einen Ruf als Meisterpoet und Essayist. Obwohl Mexiko in Paz’ bekanntestem Buch “Das Labyrinth der Einsamkeit” eine wichtige Rolle spielt, ist sein Werk in Wirklichkeit international. Der berühmte Kritiker Manuel Duran war der Auffassung, dass Paz’ Erforschung der mexikanischen Existenzwerte es ihm erlaubt, eine Tür zum Verständnis anderer Länder und Kulturen zu öffnen und damit Leser unterschiedlicher Herkunft anspricht. “Was als eine langsame, fast mikroskopische Untersuchung des Selbst und einer einzigen kulturellen Tradition begann, weitete sich unerwartet aus”, so Duran weiter, “und wurde universell, ohne seine Einzigartigkeit zu opfern”. Paz gewann 1990 den Nobelpreis und starb acht Jahre später im Alter von 84 Jahren. Sein Tod wurde als das Ende einer Ära für Mexiko betrauert. In einem Nachruf heißt es: “Paz’ literarische Karriere half, die moderne Poesie und die mexikanische Persönlichkeit zu definieren.”

Paz wurde 1914 in der Nähe von Mexiko-Stadt in eine prominente Familie mit Verbindungen zur politischen, kulturellen und militärischen Elite Mexikos geboren. Sein Vater diente als Assistent Emiliano Zapatas, dem Führer einer Volksrevolution im Jahr 1911. Viele Zapatisten wurden ins Exil gezwungen, als ihr Führer einige Jahre später ermordet wurde, und die Familie Paz zog für eine Zeit lang nach Los Angeles, Kalifornien. Zurück in Mexico City verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation der Familie, aber als Teenager hatte Paz zunehmend mit seinem Gedichten und Kurzgeschichten Erfolg in lokalen Publikationen. Sein erster Gedichtband, Luna silvestre, erschien 1933. Während seines Jurastudiums zog es Paz jedoch in die linke Politik. Als er einige seiner Werke an den berühmten chilenischen Dichter Pablo Neruda schickte, gab der Senior-Schriftsteller eine positive Kritik ab und ermutigte Paz, an einem Kongress linksdenkender Schriftsteller in Spanien teilzunehmen. “Octavio Paz” weiterlesen

Tontafelkalender vom 31ten Julmond xx19, einem Zistag

Wenn man einmal angefangen hat, dann sollte man die Schubkraft nutzen; das war zwar nicht mein Gedanke, aber nun geschah dies, dass ich im gestrigen Gewarr den Zyklus um die “Gespenstersuite” noch vor “GrammaTau” nach drei Jahren abschließen konnte. Ausschlaggebend war das in Heidelberg fertiggestellte letzte Gedicht. Da ich in den letzten Jahren außer versprengten Erzählungen nichts veröffentlichte, staut sich jetzt einiges, und da es bis zur “Sandsteinburg” ebenfalls noch etwas länger währt, halte ich es für angebracht, den Zyklus, bestehend aus 12 Gedichten, in Druck zu geben. Da keine Termine einzuhalten sind und kein Publikum zu bedenken ist, treibt die Freiheit hier ihre Früchte. Das Letzte lesen werde ich stets aufnehmen und kann also auch alles in die Audioveranda stellen.


Aufsatz zu Octavio Paz begonnen.


Heute steht halbflüssiger Käse zur Debatte, was sich weniger appetitlich anhört wie fondue au fromage. Zur späten Stunde besteigen wir Bergeshöhen, in den Satteltaschen schwarzes Bier, bitte fern jeglichen Geschreis und zur Schaustellung menschlicher Makel. Es wird ja gerade so sein, dass gerade jene Zeitgenossen, die gegenwärtig bemerken, dass es eine Umwelt gibt, die uns gar nicht so gut aushält, wie Wissenschaftler bisher angenommen, die ersten sein werden, die ihre Waffen in den Himmel feuern. Das Zeitalter der Verlogenheit dauert ja nun schon ein wenig länger an, sagen wir, seit der Blitz in einen Baum vor einer Höhle einschlug und uns mit ihm im Verbund das Feuer zeigte?


Die Nacht mit Reflux-Terror verbracht, so dass ich heute morgen nur eine Banane und Kümmeltee in mich hineinlegen konnte. Die musikalische Entität für den ganzen gestrigen Tag war Franz Schubert, die Symphonien, sowie die Arbeiten für Violine. Heute Mittag sind es einige frühe Symphonien Mozarts, bis dieser Saft nicht mehr auszuhalten war; schneller Wechsel zu Beethovens Streichquartetten.

Der Magische Realismus

Wenn Massimo Bontempelli, der die italienische Literatur in den 20iger Jahren geprägt hat, seine ersten magisch-realistischen Werke vorlegt, wird er einer jener Pioniere sein, die einen bisher nicht fest umrissenen Begriff in die Literaturwelt einführen, der sich irgendwo zwischen phantastischer Literatur, Surrealismus und Neuer Sachlichkeit bewegt.

Bontempelli tat das, indem er gegen den Realismus und Naturalismus des etablierten 19. Jahrhunderts und dessen bürgerlichen Geschmacks, die Literatur thematisch und technisch zu erneuern versuchte – durch einen Magischen Realismus, der übernatürliche, phantastische Ingredienzien und Begebenheiten, die an sich der Gattung des Märchens und der Mythologie angehören, wie selbstverständlich und so, dass sie den Anschein des Wirklichen und Wahrscheinlichen haben, in eine realistisch geschilderte Alltagswelt integriert. “Der Magische Realismus” weiterlesen