Der Ursprung der Geister und berühmte Darstellungen in der Literatur

Seit der Mensch sich selbst bewusst ist, scheint er sich auch der Geister bewusst gewesen zu sein. Das Konzept der Geister, aber auch der Geistergeschichten, lässt sich bereits in den Anfängen der Menschheitsgeschichte finden und hat die Menschheit seit Generationen gefangen und mystifiziert.

Ein Rascheln in den Büschen, ein knarrendes Geräusch, und die Angst, die sich mit unserem Instinkt zum Überleben verbindet, der uns Dinge sehen oder fühlen lässt, die vielleicht nicht da sind. Aber auch der menschliche Glaube, dass etwas jenseits des Todes existieren könnte.

Was ist ein Geist?

Was wir heute als Geist interpretieren, hat seine Wurzeln in den Mythen und Überzeugungen der alten Kulturen. Geister oder Gespenster waren und sind manchmal immer noch der Geist einer Person oder eines Tieres, der nach dem Tod des Körpers weiterexistiert. Es liegt zum Teil an diesem Glauben, dass viele Beerdigungsrituale ursprünglich stattfanden und praktiziert wurden, um zu verhindern, dass der bestehende Geist auf der Erde verbleibt und die Lebenden verfolgt. “Der Ursprung der Geister und berühmte Darstellungen in der Literatur” weiterlesen

Swamp Thing (Der Champion des Grüns)

Das Swamp Thing ist eine Comicfigur, die von Len Wein und dem Künstler Bernie Wrightson erfunden wurde. “The Swamp Thing” erschien erstmals, ursprünglich als einmalige Horrorgeschichte gedacht, in “House of Secrets #92” (Juni-Juli 1971). Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte man die Figur mehrfach überarbeitet, bis sie für ihren eigenen Auftritt geeignet war. “Swamp Thing Vol. 1/1” erblickte im November 1972 das Licht der Welt. Die größte und endgültige Veränderung fand jedoch statt, als Alan Moore die Serie von 1983 bis 1987 übernahm. Für Moore war das sein erstes amerikanisches Projekt und das erste für DC.

Für viele ist das Swamp Thing dieser Phase neben “The Dark Knight Returns” und “Watchmen” einer der besten und kreativsten Werke in der Geschichte der Comics. Alan Moores Run übertraf alle Erwartungen und hat sich bis heute einen festen Platz unter den Klassikern verdient. “Swamp Thing (Der Champion des Grüns)” weiterlesen

W. F. Harvey

Es mag etwas überraschen, einen so sträflich vergessenen Autor wie William Fryer Harvey gleich neben einige der größten Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts zu stellen, denn kaum je hört man selbst aus Kreisen, die sich vermeintlich etwas mit der phantastischen Literatur auseinandersetzen, von ihm reden. 1955 lobte ihn die Times und betrachtete ihn als gleichwertig mit MR James und Walter De La Mare. Es ist nicht so, dass man immer etwas auf solche Aussagen geben müsste, aber man hätte erwarten können, dass sich das interessierte Publikum zumindest selbst davon überzeugt. Aber das geschah nicht, und so finden sich bis heute kaum nennenswerte Spuren von ihm. Obwohl Harvey dafür gefeiert wurde, im ersten Weltkrieg sein Leben aufs Spiel gesetzt zu haben, als er einen im lecken und vollgelaufenen Maschinenraum eines Zerstörers eingeklemmten Maat operierte, obgleich die Gefahr bestand, dass der Zerstörer auseinanderbrach – wofür er die Tapferkeitsmedaille bekam -, bleibt er doch für seine Geistergeschichten in Erinnerung, die zu den besten gehören, die je geschrieben wurden. Viele literarische Riesen haben sich diesem Genre verbunden gefühlt, und deshalb ist es umso bemerkenswerter, gerade in diesem Feld ein Zeichen zu setzen; aber Harvey Stil fühlt sich an wie ein dunkles Schattenbild der Geschichten Sakis (Hector Hugh Munro) und verdienen es, gefeiert zu werden. “W. F. Harvey” weiterlesen

Steve Erikson: Im Reich der Sieben Städte / Im Bann der Wüste (Das Spiel der Götter 2)

Deadhouse Gates ist das zweite Buch in Steven Eriksons epischer Fantasy-Serie The Malazan Book of the Fallen. Es wurde von Blanvalet in die beiden Teile Im Reich der Sieben Städte und Im Bann der Wüste gespalten. Hier gibt es die Besprechung zum ersten Teil Die Gärten des Mondes – zu lesen; und hier das Vorgespräch zum Spiel der Götter.

Wenn es etwas gibt, das man über Steven Erikson sagen kann, dann, dass er keine Angst hat, Risiken einzugehen. Die Gärten des Mondes war ein Roman, der sich weigerte, seine Vision aufzugeben, auch wenn das bedeutet, dass viele Leser Mühe haben werden, mit ihr Schritt zu halten. Deadhouse Gates, das zweite Buch in der Serie Malazan Book of the Fallen, erfordert vom Leser ähnliche Zugeständnisse, aber es sind Zugeständnisse anderer Art. Am Ende von Die Gärten des Mondes gibt es eine ganze Menge narrativer Impulse, in in den Konflikt mit der Pannionischen Domäne führen, die aber erst im dritten Buch – Memories of Ice – aufgenommen werden. Stattdessen lässt Deadhouse Gates fast alle Charaktere aus dem ersten Buch zurück, zugunsten einer anderen Geschichte, die auf einem anderen Kontinent spielt. “Steve Erikson: Im Reich der Sieben Städte / Im Bann der Wüste (Das Spiel der Götter 2)” weiterlesen

Der Geburtstag der Friederike 2

Von wahrer Bedeutung fand sie das, was die Bauernmädchen hier veranstalten würden. Heute vielleicht schon. Bei Hofe wurde unter die Kleider geschaut; pralle Früchte zeigte nur das Land. (Arkadia liegt, auf unserer Weltkugel daheim, etwa 1741 km südöstlich von Paris; in der Phantasie ist Arkadia überall.)

Da drüben räubert jemand tageslichtscheu aus dem Küchenflügel, ungelegen geknöpft, ein missglücktes Schauspiel aller Heimlichkeit – (die Speisen müssen auch immer durch den Garten spalieren, was den Vorteil hat, dass keiner unangemeldet nachsehen kommt, was die Küchenkobolde für Hexentaten unterm/aufm Tisch veranstalten : bar=pedes im Pudding passiert scho’Mahl, wenn man so unkommod auf dem Tisch genommen wird!) – schlitternd auf Gekrös’, das ansonsten aus den Fenstern baumelt, auchMahl die Schwerkraft nutzt.

Schinkenklopfen : ein Spiel für kraftstrotzende Backen und einer eleganten Hand beim Versuch, die Poularde schneller einzumürben als der Nacktarschige ein Glas Wein verkosten kann! : Ernst Buguslaw Wobeser! Diese Hofschranze, die ihren weißgepuderten Schwanz, die fettigen Finger obendrein, in jede Öffnung steckt; ein dämmerungsaktiver Buntmarder, der die angekündigte Sonne verschlafen will, an den Fingern suckelnd, den angetrockneten Traubenmatsch ablutschend einschläft.

Die üppig hinunter zu Tisch triefenden Rinnsale ausgestülpter inkompetenter Lippen (und auch Wildbart). Besteckfinger greifen abgekühltes Kochgut Kran Schaufel zwick zwack Wein Bier Kelch Steingut, überschwänglich berankt dicker süßer Blätter, lutherisch lüstern platscht plantscht das Fußbad (Kamillenschaum, Lavendelwasser) die Knochen fallen wo die Hunde lappend Boden suchen züngeln um das Hühnerbein.

Von außen fand man sich gleich in der Welt Carl Gontards wieder, aber die Spiegelscherbenkabinette im Innern waren doch ganz und gar ähnlich vorzüglich wie in der Schlossanlage zu Bayreuth, die man in den ausgewogensten Verhältnissen vorfindet : ein feines, zartes Relief der Gliederung. All das würde sich die Natur eines Tages wieder holen, Busch und Baum, aufsteigend in Fontänen von Strahlen und Strahlenfiguren.

Sie hatte im Traum etwas Orphisches gelesen: »Oh meine liebliche jüngere Schwester! Die Länder, die wir beide gemacht haben, sind noch nicht vollendet. Kehre also zurück!«

Und sie, die Schwesterbraut, antwortet: »Es ist wirklich bedauerlich, dass Ihr nicht früher gekommen seid, denn ich habe bereits von der Nahrung der Unterwelt gegessen.«

Sollte sie jemals ein Schloss ihr Eigen nennen, würde sie es ›Fantaisie‹ nennen; ›Schloss Fantaisie‹. À la longue sollte ihr das gestattet sein. (In Donndorf bei den Kyffhäusern wird sie’s finden und dort Blütenteppiche weben.)

Dann tauchte, wo sie sich gerade zum Pudern aufraffen wollte, diese Person auf, die eine Aura wie ein Geist um sich herum drapiert spazieren führte, ganz adrett gekleidet, aber mit den merkwürdigsten Verzierungen. Nicht wie ein Bauernbursche, aber auch niemand, der sich so bei Hofe sehen lassen konnte : die Arme frei wie ein Ausmister. Ganz durchscheinend näherte er sich, schien zu staunen, als wisse er gar nicht, wo er sich befand.

»Gehört das alles Ihnen?«, sagte er, deutete auf den Gebäudekomplex. ›Von Robbie Schumann zu den Crossroads‹ stand auf seinem Oberkleid mit den abgetrennten Ärmeln. Sollte sie ihn ohrfeigen? Durfte sie sich derart ansprechen lassen von einem Gogue?

»Wie heißt du?«, fragte sie ihn barsch, denn die Situation kam ihr nicht geheuer vor.

»Adam. Aber Sie können mich anders nennen!«

Und wie er spricht, gehört er zum Küchenpersonal; aber wie durchscheinend er ist!

»Solltest du nicht bei der Arbeit sein?«

»Ich arbeite doch noch nicht!«

Er kicherte, er lachte sie aus.

»Ich liege in meinem Bett und schlafe. Gar nicht weit von hier.« Er drehte den Kopf eulenhaft in alle Richtungen, deutete dann zum Jagdgarten hin. »Dort oben an der Eger. Nicht eine einzige Hütte!«

Wenn nur jetzt jemand käme, das Gespenst des Morgens von ihr zu nehmen, denn ganz sicher erkannte sie die Umgebung durch ihn hindurch. Schließlich fragte sie ihn nach seinen Absichten.

»Herausfinden, wo ich lebe. Aber Sie sind neu in meinem Traum!«

Burschen jagten beritten durch die Gänseschar, hackten nach den aufgereckt-aufgeregten Hälsen, die fliegenden Köpfe beschrieben perfekte Parabeln, wurden in den Achselgewölben gesammelt. Rotes Lärmen zementierte die Schau der juvenilen Schweinerei, markierte den Schlachtplatz für die Bauerndirnen, die sich etwas abseits bereits angifteten, während sie noch damit beschäftigt waren, sich jene Kränze aufzusetzen, die sie sich in Augenblicken wieder herunterreißen würden.

Der Gänsehüter, ein Jüngelchen von blassem Hager, hasste diesen Tag, aber an Rache war noch nicht zu denken, also wendete er sich ab, stopfe Margeritenknospen in seine Ohren, bemüht, nicht zu erbrechen.

Das schönste Mädchen der Stadt wurde prächtig aufgeputzt, man legte ihm ein niedliches Knäblein in den Arm und setzte beide auf einen kostbar aufgeschirrten Esel. Die Glocken läuteten und mit großem Pomp wurde die Messe gelesen. Der Eingang, das Kyrie, das Gloria und das Credo wurden jedoch mit dem Ruf des Esels beendet.

Jetzt gingen sich die Maiden an; die eine versuchte, das Gesicht einer anderen zwischen die Hinterbacken zu nehmen, der Kranz fiel von selbst aus dem nassen Kopfgestrüpp. Sie teilten sich platschende Hiebe, grunzende Knietritte und Stampfer ins Abdominale. Wasserfontänen sprotzten Gansfedern auf, die sich im Puls des Furientanzes verhakten oder einfach auf’s Gekrön setzten. Wieder fiel eine in die angerichtete Pfütze und wurde von Zweien gepackt, die selbst über die Gefallene hinweg krakten. Der Spaß war freilich, ihr im Gesicht zu sitzen, der Anderen vielleicht mit einem Knacken die Nase zu brechen, was beiden nicht gelang. ›A mock heroic poem‹ auch hinter deren Rücken, wo man schon Einer die Haut zerkratze, um sie auf einen Balken zu schnallen, um sie also restlos aufgebracht dem Adel darzubieten. Nun war diese keine Diana, unterm Adel kein Aktaion zu finden; der Fleischbeschau blieb ungesühnt, diente nur dem einen Zweck, sich Demut zu erzwingen. Wo alles sich in Fetzen reißt, wo alles übereinander fällt. Nur ein kurzes mörderisches Spiel.

Wer vollkommen ist, hat keinen Namen

Die Frage, ob denn hier in der Rhode, im baumbestrumpften Reuth die Menschlein herausgeschwemmt, oder ob sie doch von hier in die Stadt gespült werden, auf den verborgenen Lippen. Die Startposition ist LOS, die Spielregeln ungültig, das Atemloch ganz rotplärrig schon. Im Wald und auf der Heide, Transport mit einem NSU Fiat 1100 in das Vakuum, in dem du der Beweis einer absoluten Leere bist, klitzeklein in der Wiege gehätschelt, starre Augen auf die Puppe, die eine Rasselschnur durch den Leib gespannt trägt. Es ist noch ein weiter Weg. Du könntest damit beginnen, zu kriechen, heute durchs Heute, morgen durchs Morgen, dich nicht von der Stelle rühren. Die Welt zieht an dir vorbei, strömt spielend durch dich, den nichtisolierten Leiter, hindurch. Strahlende Erlebnisse, mümmelnde Gesichter vor deinen runden Backen. Merke sie dir gut, es sind alles zukünftige Leichen. Du wirst sie nur auf Fotografien wiedersehen : Aufgestellt wie Zinnsoldaten, die jungen Fähnriche von Langemarck zu Beginn des ersten Weltkriegs, das Deutschlandlied auf den Lippen. In offener Formation, ohne Deckung marschieren sie in die feindlichen Gewehrsalven hinein und werden allesamt wie die Fliegen niedergemacht. Das Blut spritzt fröhlich über sich kräuselndes Gedärm, aus dem sich die marmorierte Scheiße herauswälzt, den jähen Pulvergeruch annimmt, um sich zu tarnen. Wer vollkommen ist, hat keinen Namen.

… und frisch bläst uns der Wind ins Gesicht, als wir vom Walde her die freie Flur betreten. Leise steigt er heraus aus dem Tal der Eger, raunt und wipfelt in den Schattenseiten der Fichtenschonung. Packt er aber härter zu, schüttelt die wetterzerzausten Kronen der alten Überhälter und erstickt das hohe Trommeln des Buntspechtes, dann empfindet man es gerade hier, als gingen die Geister noch um von der Herren Raitenbach aus der Burg Graßlitz, den Grafen von Liebenstein aus dem alten Schloß oder den rauflustigen Forstern aus der Burg Neuhaus auf dem Schloßberg, die aus ihren Raubnestern ausgezogen, um sich zu ergötzen am gruseligen und grausamen Spiel, das sie trieben, als sie hier und in der ganzen Umgebung die Kaufleute und sonstiges fahrende Volk ausraubten und ausplünderten. Bis es den Egerern zu dumm wurde und sie sich mit einer Reihe von Fürsten, darunter Herzog Ludwig von Bayern, die Markgrafen von Weitzen, ferner die Städte Eger, Zwickau, Ölnitz usw. zusammenschlossen, um den Landfrieden wieder herzustellen und zu erhalten. 1412 wurde Graßlitz geschleift. Dann kam die Rache auf Neuhaus zu. Alle Zünfte, voran die Tuchmacher und Metzger aus Eger, erstürmten die Burg und zerstörten sie vollständig.

Eric Rücker Eddison: Der Wurm Ouroboros

Dies ist ein Werk heroischer Fantasy, das von Künstlern wie J. R. R. R. Tolkien, C. S. Lewis und Ursula LeGuin als Inspiration für ihre eigene Arbeit ausgelobt wurde. Und sicherlich finden sich die Ideen des Transfers in eine fremde Welt, heroische Suchen und große, oft scheinbar aussichtslose Auseinandersetzungen gegen böse Mächte als Wurzeln zu großen Teilen in diesem Werk.

Es ist ein seltsames Buch, und das war es bereits 1922, als es zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Allerdings ist es für manche ein sehr befriedigendes seltsames Buch. Der Autor war ein englischer Beamter, außerdem übersetzte er nordische Sagen und galt als Experte für mittelalterliche und Renaissance-Poesie, hatte also viel mit C. S. Lewis gemeinsam. tatsächlich kannte er Lewis und Tolkien persönlich und interagierte mit ihrem Inklings-Kreis. Anders als diese beiden war er jedoch entschieden kein Christ und könnte am ehesten als neoheidnisch angesehen werden – wie auch dieses Buch. “Eric Rücker Eddison: Der Wurm Ouroboros” weiterlesen

Mad Max (Der Rächer im Outback)

Sobald irgendwo jemand eine wirkliche Inspiration hat, fallen Schwärme von Nachahmern, die selbst keine Ideen haben, wie Heuschrecken über diese Idee her. So geschah es mit Tolkiens Mittelerde, mit Vampiren, mit Zombies und mit der Postapokalypse.

Ein neues Genre

Die Idee, dass Überlebende in einer kargen Ödnis um Ressourcen kämpfen und ihre Fahrzeuge als Kriegsmaschinen einsetzen, wurde bis heute so oft kopiert, dass viele das Konzept für selbstverständlich halten. Genau genommen begann es aber erst mit “Mad Max 2 – Der Vollstrecker”. Es gab bereits früher Filme, die sich damit auseinandersetzten, wie z. B. „Der Junge und sein Hund“, aber die Elemente, die dazu führten, dass Mad Max so einflussreich wurde, kamen hier zum ersten Mal zur Geltung. Und es war dieser Film, der unzählige Nachahmer hervorbrachte. Da ging es diesem gerade entstehenden Genre nicht anders wie vorher dem Slasherfilm. Zahllose Low-Budgets-Filmer zeigten zerbeulte Autos und Dirtbikes, steckten ihre Schauspieler in Rüstungen und Lumpen, und hofften, von dem Trend zu profitieren. Die meisten dieser Filme sind lächerlich, manche zumindest halbwegs gut, aber sie alle verdanken Mad Max allein ihre Existenz. “Mad Max (Der Rächer im Outback)” weiterlesen

Spiderman (Der jugendliche Wandkrabbler)

Für einen Außenseiter macht sich Spiderman nach über vierzig Jahren auch heute noch recht gut. Man versucht immer mal wieder, ihn zu verfilmen und er hat es irgendwie geschafft, nach wie vor bei den Kids anzukommen und für seine altgedienten Fans authentisch zu bleiben. Spidermans andauernder Erfolg hat allerdings wenig mit seiner Fähigkeit zu tun, die Wände hoch zu krabbeln, seinen übermenschlichen Kräften, oder gar seinem coolen Kostüm. Die Fans lieben Spiderman, weil er Probleme damit hat, seine Miete zu bezahlen. Er war nicht gerade der beliebteste Kerl in der Schule, und mit Mädchen klappte es auch nicht immer. Comicleser – oder “die wahren Gläubigen”, wie Spiderman-Miterfinder Stan Lee sie gerne nennt – folgten dem Netzschwinger so lange wegen seines menschlichen Alter Egos Peter Parker, der mit den gleichen täglichen Herausforderungen zu kämpfen hat wie sie selbst. “Spiderman (Der jugendliche Wandkrabbler)” weiterlesen

V. (Die Rache ist mein)

Eine ganze Nation befindet sich unter einer offensichtlichen Massenüberwachung, die von ihrer eigenen Regierung durchgeführt wird. Politische Experten schreien ständig im Fernsehen gegen “Immigranten, Homosexuelle und Muslime”. Der Terrorismus ist eine subtile, aber allgegenwärtige Bedrohung; das Wort hängt im Hinterkopf der Menschen, unabhängig davon, wo sie leben. Die Maske von Guy Fawkes, einst eine obskure Anspielung, wird als Symbol für Gerechtigkeit in einer Gesellschaft verwendet, die schon zu lange zu viel Korruption an der Spitze gesehen hat.

Welche Welt wird hier beschrieben? Diejenige des epischen Comics (mitsamt seiner Verfilmung) “V für Vendetta”, oder unsere?

Auch wenn es absurd erscheinen mag, zu behaupten, unsere Welt sei wie die in V wie Vendetta, die von einem Führer ohne Empathie oder Reue regiert wird, von der Stimme des “Schicksals” einer Gehirnwäsche unterzogen und von der autoritären Brutalität der Fingermänner befehligt wird, darf man nicht vergessen, dass Alan Moore und David Lloyd, als sie an ihrem grafischen Roman arbeiteten, ihre eigene Gesellschaft kommentierten: das England der 80er Jahre, eine Zeit, in der, laut Moore “eine kontinuierlich herrschende konservative Regierung die Idee von Konzentrationslagern für Menschen mit AIDS, neue Bereitschaftspolizei mit schwarzen Visieren, sowie den Wunsch nach Ausrottung der Homosexualität” geäußert hatte. Als er im März 1988 sein Vorwort für das Comic schrieb, bezeichnete er sein Land als “kalt” und “bösartig” und hegte den Wunsch, mit seiner Familie von hier zu verschwinden. “V. (Die Rache ist mein)” weiterlesen