Stellen Sie sich ein Haus vor

Stellen Sie sich ein Haus vor.

Es ist ein altes Haus. Stattlich, mit zwei Viertelmondfenstern über einem Balkon, oder ein heruntergekommenes Bauernhaus weit draußen auf dem Land, mit Blick auf einen verkrümmten, alten Baum. Es hat etwas mit Geschichte zu tun, Geschichte, die nicht die Ihre ist, aber das macht nichts: Die Schlüssel haben Sie in der Hand. Sie besitzen sie. Sie werden sich dort ein Leben aufbauen. Sie bringen ihre Familie mit, füllen das Haus mit dem, was Ihnen gehört, und beanspruchen jedes Zimmer, jeden Flur. Außer dem Dachboden, wo Sie eine Kiste mit Super-8-Aufnahmen finden, die Ihnen nicht gehören, oder einem Foto, das vor Jahren mit dem Haus Ihrer Kindheit verbrannt ist. Mit Ausnahme des Kellers, wo die Treppe verrottet ist und eine Tür an der fernen Wand, die nirgendwo hinführt, mit Ketten versiegelt ist. “Stellen Sie sich ein Haus vor” weiterlesen

Fünf Wege, den Teufel zu überlisten

Sagen wir mal, du hättest ein kleines Teufels-Problem. Vielleicht ist er einfach uneingeladen aufgetaucht und lockt dich nun mit der Erfüllung deiner Herzenswünsche. Eventuell soll eine verflossene Liebe wieder aufflammen, oder er offeriert die Reichtum, oder die Reduzierung deines Gewichts, oder eine “Du-kommst-aus-dem-Gefängnis-frei-Karte”. Und obwohl du es besser weißt, obwohl du weißt, dass es sich zu gut anhört, um wahr zu sein, genügt dieses Wissen nicht, um die Offerte einfach zu ignorieren. Vielleicht ist er ja auch nur gekommen, um dich aus Spaß zu quälen und du hast keine Möglichkeit, ihm zu entkommen. Wie geht eine ansonsten aufrechte Seele mit einer Situation wie dieser um?

Es kommt natürlich auf die Umstände an, aber deine Möglichkeiten stehen gar nicht mal so schlecht, auch wenn es zunächst nicht so aussieht. Sicher, die einfachste Möglichkeit bestünde darin, den Standard-Vertrag zu nehmen, aber wie viele von uns bereits haben lernen müssen, beinhaltet der Standard-Vertrag nicht immer das Beste, das man herausschlagen kann. Und wenn der Teufel nur da ist, um seine Muskeln spielen zu lassen – es also gar nicht um einen Vertrag geht – magst du dich erst einmal hoffnungslos fühlen. Wie ich das sehe, hast du fünf Möglichkeiten, dich zu retten. Suche dir diejenige heraus, die zu deiner Situation passt, aber bleibe in erster Linie erst mal locker, okay? “Fünf Wege, den Teufel zu überlisten” weiterlesen

Tontafelkalender vom 19ten Hornung xx20, einem Mittichen

Sobald man das Verschwinden zum ersten Mal beobachtet hat, weiß man einiges von der Welt. Doch wirklich reizvoll wird es erst dann, wenn die Erinnerung einsetzt und ihre Kapriolen dreht. Wenn man nicht einmal sicher sagen kann, was man eigentlich gesehen hat, ist es nahezu unmöglich, die Vergangenheit lückenlos und in richtiger Reihenfolge heraufzubeschwören. Das sind die wahren Gespenster und die Vergangenheit ist das wirkliche Jenseits. Besessen von der Idee, zurückzukehren, ging ich die Wege rückwärts. Sie wurden verbraucht und lange nicht mehr benutzt, denn eines muss man wissen: Alle Wege werden geteilt und nur die Anordnung aller Gassen, die man halbblind durchstieß, ergeben schließlich den eigenen Weg. Die meisten vergisst man und so lässt sich niemals auf das Ganze schließen.

Tontafelkalender vom 18ten Hornung xx20, einem Zistag

Mir sind jene Geschichten lieb, in denen jemand nach seiner verlorenen Vergangenheit sucht. Herausgefunden habe ich diese Vorliebe für diese spezielle Form der Queste, als ich vor Jahrzehnten Tabucchis Indisches Nachstück las. Es war mir stets ein Ereignis, von einer melancholischen Vergesslichkeit zu träumen, die unmittelbar auf die Vergänglichkeit verweist. Es mag wohl daran liegen, dass sich hinter meinem Rücken selbst viele Rätsel aufgestaut haben. So gibt es zum Beispiel eine Fotografie, die sich in meinem Besitz befindet, auf der ein in den 1960er Jahren junger Mann zu sehen ist, wir er neben meiner damals ebenfalls jungen und unverheirateten Mutter steht; leicht versetzt zu ihr hakt er sich mit der einen Hand bei ihr ein (die andere ist nicht zu sehen) und könnte sie sogar am Fallen gehindert haben, denn sie deutet einen Ausfallschritt an. Das wäre an sich nichts Ungewöhnliches, wenn nur überhaupt jemand wüsste, wer dieser Bursche ist. Es soll sich wohl um einen ihrer Verehrer gehandelt haben, aber wodurch ließ er sich vertreiben? Diese Frage ist eine Kleinigkeit innerhalb der Fakten der Zeit, die empfindlich auf nur die kleinsten Impulse reagiert; größer ist sie, wenn sie die Wahrscheinlichkeit meiner Existenz berührt. Die Idee, dass ich ein anderer hätte sein könne, macht mich schaudern, aber nur deshalb, weil es dieses Foto gibt und ich es habe, denn alle, die es betrifft, sind tot und wussten zu Lebzeiten kaum etwas von seiner Existenz. Ich halte den Augenblick einer Unmöglichkeit in der Hand, der ich kaum weiter nachspüren kann.

Während ich nachts auf dem Kackbecken hockte und las, hörte ich den Wind durch die Rohre nach oben durch den Abfluss granteln. Es hörte sich in etwa so an, als ob ein Elefant ein Zelt anbläst, dessen feine Wände zu flattern beginnen.

Nachtrag zum Magischen Realismus

Der Magische Realismus, über den ich in der Vergangenheit immer einmal wieder gesprochen habe, ist mehr ein literarischer Stil als ein eigenständiges Genre, der sich in seiner Herangehensweise durch zwei unterschiedliche Perspektiven auszeichnet. Die eine basiert auf einer sogenannten rationalen Sicht der Realität und die andere auf der Akzeptanz des Übernatürlichen als prosaische Realität. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass der Magische Realismus eine Weltanschauung bietet, die weder auf natürlichen oder physikalischen Gesetzen, noch auf objektiver Realität fußt, denn auch die fiktive Welt ist nicht von der Realität getrennt. Er zielt vielmehr darauf ab, das Paradoxon der Vereinigung von Gegensätzen zu erfassen; so stellt er beispielsweise in der lateinamerikanischen Literatur binäre Gegensätze wie Leben und Tod und die vorkoloniale Vergangenheit gegenüber der postindustriellen Gegenwart in Frage. Hier ist die Präsenz des Übernatürlichen oft mit der urzeitlichen oder magischen “einheimischen” Mentalität verbunden, die im Gegensatz zur europäischen Rationalität steht. “Nachtrag zum Magischen Realismus” weiterlesen

Die Anfänge der Schauerliteratur

Zu Beginn

Gleich zu Beginn müssen wir zunächst über eine übersetzungstechnische Definition sprechen. Schauerliteratur meint hier Gothic Fiction. Das ist – wie so oft – kein adäquater Ersatz, soll uns aber hier vorerst genügen.

Was genau ist Schauerliteratur?  Und auch hier stellen wir fest, dass es keine konkrete Definition gibt, ob wir das Genre nun Gothic nennen oder nicht. Aber es gibt einige Elemente, die Schauergeschichten tendenziell gemeinsam haben. Aber nicht alle Schauermären, ob nun als Literatur oder als Film, enthalten all diese Elemente.

Es verhält sich etwa so wie bei dem Wort “postmodern”. Es ist ein unglaublich schwer fassbarer Begriff, der sich einer strengen Definition und Kategorisierung entzieht und oft mehrere Dinge auf einmal bedeuten kann.

In der Schauerliteratur geht es weniger darum, welche Art von Handlung, Setting oder Figuren enthalten sind, sondern mehr um das Gefühl, das davon hervorgerufen wird. Wir verbinden die Schauerliteratur mit alten Burgen und Geistern, weil dies beliebte Elemente innerhalb des Genres sind – aber Autoren wie Mary Shelley, H.P. Lovecraft und Robert Louis Stevenson schrieben Schauergeschichten, die ohne diese Elemente auskamen.

Untersuchen wir doch einfach die Tropen, die das verbinden, was wir unter Gothic Fiction verstehen. “Die Anfänge der Schauerliteratur” weiterlesen

Spintisera

Zunächst war es nur seine rechte Hand, die in einem Buch verschwand,
und er dachte sich nichts dabei, da er übermüdet und unkonzentriert
las. Es musste ihm also nur so vorgekommen sein, als wäre die Hand
beim Umblättern verschwunden. Im nächsten Augenblick war alles wieder
wie gewohnt und er fühlte das raue Papier mit seinen Fingerkuppen.
Doch blieb das eigenartige Gefühl zurück, für kurz eine Reise
unternommen zu haben, und der Holzgeschmack auf seiner Zunge sprach
ebenfalls dafür, dass etwas anders war als zuvor. Plötzlich glaubte
er die Worte schmecken zu können, die er gerade gelesen hatte oder
im Begriff war noch zu lesen, er wusste, wie vergänglich die Ein-
drücke von einer festen und gelehrigen Sprache waren, und wie es im
Buch selbst aussehen musste, so beladen zu sein, so übervoll an Be-
deutung; und das alles nur wegen einer kaum zu bemessenden Zeit-
spanne, während der er sich eingebildet hatte, er griffe in den
Kern der fremden Existenz, die er bisher nur als Fetisch oder Nutz-
objekt verstand, als Medium, den den Geist in einer Trance badete,
die selbstverständlich war und darüber hinaus voller merkfähiger
Gedanken, aus der Gruft der Vergangenheit herangeweht, aus den
Nischen der Körperlosigkeit und des bloßen Einfalls. Er versuchte
es erneut, bei vollem Bewusstsein, aber das Buch, das wieder Gegen-
stand geworden war, wies seine erwartungsvoll tastende Hand zu-
rück. Die Verhältnisse waren geklärt; und er konnte zwar tun, was
immer mit einem Buch anzufangen ihm in den Sinn kam, das meta-
physische Momentum jedoch schien verloren. Während er weiter las,um
zu erahnen, welche Zaubersprüche seine Hand durch Materie gezogen
und seinen Geschmack entfacht hatte, bemerkte er, wie die Ober-
fläche des Blattes in eine Dreidimensionalität glitt und dahinter
sich Buchstaben drehten und verrenkten wie im Veitstanz. Ein gan-
zes Alphabet an dicken Bäuchen und schlanken Hälsen räkelte sich
auf einem gepflegten Rasen, zum Turnsport versammelt, bis er er-
kannte, dass es sich um Fracks und Ballkleider handelte, die um
Leiber geschlungen waren, die geschnitzten Figurinen ähnelten
Ihre Bewegungen blieben abstrakt und im Grunde nicht nachvollzieh-
bar. Außer diesem beweglichen Tableau sah er nichts, denn er
wusste ja dass er las und sich die Zeichen in seinem Schädel erst
eine merkwürdige Pläsanterie erlaubten. Auch schmeckte und roch
er wieder Holz, zu dem sich Gallussäure und Speck gesellte, denn
natürlich hatten seine unvorsichtig unsauberen Finger seit der
letzten Mahlzeit kein Handwasser gesehen und etwas Fett auf die
Kanten und den Umschlag übertragen. Doch das Atmen fiel ihm
leichter in seiner ungelüfteten Stube, denn hier stand, dass jeder,
der sich bewegte, auch etwas Luft zugefächelt bekam. Er sah, wie
die Buchstaben atmeten, wie sie groß wurden und wieder in ihre
ursprüngliche Form zurückfederten, wie sie Lerchenstimmen lauschten,
um dann die Bedeutung für ihn zu turnen, weshalb er überhaupt
wusste, dass es sich eben um diesen Vogel handelte.

Die Domäne der heißeren Zerstörung hatte das Land ergriffen, in das
er jetzt hinein trat und ihm war es, als fiele er von einem heißen
Sommermonat in ein kaltes Kneippbecken, um ihn vom Leben selbst zu
kühlen, denn als er gerade noch das Grün einer wilden Botanik durch-
streifte, war er von einer Sekunde zur nächsten der blühenden Pflanzen-
gesellschaft verloren. Noch dachte er, dass sich das Land schnell ver-
ändert haben musste, während er in Gedanken war, denn der Keim aller
Trostlosigkeit steckte in diesem abrupten Wechsel, und es wollte ihm
gar nichts nützen, dass er zunächst instinktiv zurückschreckte und
überrascht hinter sich blickte: der Eindruck blieb nämlich bestehen,
so als habe er sich mit der Vorstellung des Üppigen selbst getäuscht.
Er war wie so oft an eine Seifenblase gekettet, die von innen unzer-
störbarer anmutete als das von außen der Fall war. Diese zerstobene
Blase ließ ihn jetzt die Wahrheit erkennen und zum ersten Mal in sei-
nem Leben fragte er sich, wo er war und wie er dort hin gekommen sein
konnte. Seine Vergangenheit war ein plötzlicher Morast, bestehend aus
Winkelzügen einer unzuverlässigen Erinnerung, die ihn bedrängte und
zur Selbstbefragung nötigte, ob er sich nicht ebenfalls seine Wanderungen
eingebildet haben könnte, ob er nicht wie im Traum nur durch Fassaden
eines Gedankenpulvers gefallen war, dessen Millionen Körner ihm eine
feste Welt vorgegaukelt hatte. Womöglich war er farbenblind geworden,
oder war er es schon immer gewesen? War denn die Erinnerung überhaupt
in einer Strecke zu fassen, im Vorbeigleiten der Geschehnisse, die wie
Gebäude in Reih und Glied am Saum einer Straße aufgeknüpft standen,
einer Trabantenstadt so ähnlich wie er selbst der fernen Beschreibung
eines nur vage wahrgenommenen Tiers?

Patricia Highsmith: Der Schneckenforscher

Patricia Highsmith bewegt sich ziemlich sicher in ihren psychologischen Kabinettstückchen (und natürlich auch innerhalb des kriminalistischen Dramas, das hier keine allzu große Rolle spielt), und obwohl ihre Sprache präzise ist, ist sie nicht gerade lyrisch. Sie berichtet, anstatt zu beschreiben, und sie kommt fast ohne Metaphorik auf Satzebene aus. Würden ihre Figuren nicht in einem konstanten psychologischen Extrem agieren, könnte man sie als flach bezeichnen.

Und diese Figuren sind wahrlich schwer, wenn nicht unmöglich zu mögen. Graham Greene nennt die Autorin in seinem Vorwort “die Schriftstellerin der Beklemmung”; studiert man diese Geschichten näher, erkennt man sie als ein Beispiel dafür, wie die weniger angenehmen menschlichen Eigenschaften – wie der Impuls zur Grausamkeit – wichtige Verbindungspunkte zwischen der Figur und dem Leser sein können. Das ist zwar keine tiefgründige Beobachtung, aber ihre unsicheren, beleidigenden, affektierten, unbequemen, elenden, ängstlichen, grausamen Charaktere kommen nie über diese Eigenschaften hinaus. Sie haben Erfolg oder auch nicht, meist beim Töten oder getötet werden, aber sie entwickeln sich durch ihre Erlebnisse nicht. Highsmiths Kurzgeschichten trotzen James Joyces Erwartung an die Erleuchtung:  Die Menschen verhalten sich schlecht und es kommt nicht zu einer Veränderung ihres Charakters. Keine Verschiebungen in der Wahrnehmung, keine Wunder der Gnade. Man könnte sagen, dass für Highsmith die Veränderung des Charakters in der Regel auf eine Erhöhung der eingefassten Fähigkeit hinausläuft. So wie etwa ein Gefängnisaufenthalt eher zu einer fortgeschrittenen kriminellen Ausbildung führt als zu einer Rehabilitation. “Patricia Highsmith: Der Schneckenforscher” weiterlesen

W.F. Harvey: Die Bestie mit den fünf Fingern

Harvey wurde hineingeboren in das faszinierende Zeitalter der Psychoanalyse. Als Arzt dürften ihm die Unternehmungen Freuds um 1900 nicht entgangen sein, wie ja kaum jemanden der akademischen Welt. Die Surrealisten zogen ihren eigenen Spuk daraus, andere lehnten die Psychoanalyse rigoros ab. In der Kunstwelt fand Freud – wenig erstaunlich – den größten Anklang, aber Harvey ist einer jener Schriftsteller, die aus der Psychoanalyse Gespenstergeschichten ableiteten.

Hier haben wir also die Sammlung psychologischer Gespenstergeschichten von W.F. Harvey vorliegen, die sich etwas anders ausmachen als die klassische Variante. Zwar könnte man behaupten, eine Gespenstergeschichte sei immer auch psychologisch konnotiert und würde damit nichts falsches behaupten, aber uns interessiert die Frage nach der Einbildung. Wenn wir davon überzeugt sind, dass es in einer Geschichte um das Übernatürliche geht, nehmen wir  als Leser eine andere Haltung ein, als wenn wir berechtigte Zweifel haben, die sich aber nie aufdecken lassen, weil der Autor uns in ein Grenzland schickt: Zufall? Einbildung? Grauen? Alles zusammen? Schauen wir uns die Geschichten im Einzelnen an:

“W.F. Harvey: Die Bestie mit den fünf Fingern” weiterlesen

Tontafelkalender vom 15ten Hartung xx20, einem Mittichen

Eine neue Vernunft ist keine, die in die Welt hinausblickt, sie zieht sich vielmehr in die Subjektivität zurück. Eine neue Vernunft ist einsam, weil sie mit der alten nichts zu tun hat, und doch von ihr abhängig ist, aber nicht mehr von der Welt.


Wenn ich etwas lese wie Kafkas “Das Urteil”, von dem bekannt ist, dass er es in einem Zug heruntergeschrieben hat, dann ist mir noch nachträglich so, dass ich hoffe, man möge ihn bloß nicht dabei stören, denn von dauernden Unterbrechungen war er schließlich geplagt. Die Zeitpunkte eines Geschehens in der Vergangenheit stehen nämlich gar nicht so gusseisern fest, als dass man ihnen Vertrauen schenken könnte. Meine eigenen Unterbrechungen waren stets anderer Natur als die Kafkas, aber auch mein Werk zeichnet sich dadurch als Fragment aus (und nur darin bin ich Kafka nahe); ich selbst aber begehre das Fragment, für mich drückt es all das aus, was wir wahrzunehmen im Stande sind im Angesicht einer willkürlich angenommenen großen Einheit der Masse. Kafka ist also diesmal nicht unterbrochen worden, und ich kann jeden Tag nachsehen, ob das auch so geblieben ist.


Seit gestern nun plagt mich ein grippaler und dumpfer Kopf, der aber die Rutschbahn des Rotzes nicht nutzen will, die Nase kann also weiter Winde atmen. Es sind wahre Wetterkapriolen zwischen Januarkälte und dem Willen zum verfrühten Frühling. Auch kam das Probeexemplar “Mummenschanz in großen Hallen” an und macht sich dem ersten Eindruck nach gut; allerdings sind am Ende 5 Leerseiten eingefügt, die äußerst störend wirken. Auf meine Nachfrage antwortet epubli, dass die Seitenzahl nicht mehr durch 4 sondern durch 12 teilbar sein muss. Zwar wäre es möglich, den Satz dahingehend anzupassen, aber das erscheint mir nicht wünschenswert. Ich werde wohl zu einem anderen Anbieter wechseln müssen und bereite das Skript dementsprechend heute vor.


Neue Bücher kamen.