Die Veranda

Das phantastische Leben in der alten Spinnerei

Schlagwort: wiedergeburt

Die Phantome des Franz Hellens

Von Franz Hellens ist heute kaum noch mehr als dieses traurige Gemälde zu finden, das Modigliani gemalt hat, der als Künstler bekannter ist als sein Modell. 1881 in Brüssel geboren, und für den Dienst an der Waffe für untauglich befunden, ließ er den ersten Weltkrieg in Nizza vorbeiziehen, wo er auch Modigliani begegnete, und seiner zukünftigen Frau Maria Marcovna. In einem späteren Buch voller Aufsätze und Erinnerungen mit dem Titel Geheime Dokumente, erzählt Hellens, wie Modiglini das Portrait in ein paar wenigen Stunden aufs Papier geschleudert hatte, während, unterbrochen von gelegentlichen Spaziergängen an der frischen Luft, drei Liter Wein durch seine Kehle rannen. Hellens und Maria waren von dem Portrait nicht begeistert. Er beschreibt seinen Eindruck in einer seiner besten Geschichten, Der Hellseher:

„… es war lebendig, lebhaft; ‘es sprach’, wie manche Kenner sagen würden. Aber es hatte wirklich keine Ähnlichkeit.
Es muss gesagt werden, dass der Maler nicht für einen einzigen Augenblick daran dachte, dem Gesicht, das er vor sich hatte, zu schmeicheln. Es war seltsam in die Länge gezogen; das Oval des Gesichts derart zu strecken hebt ohne Zweifel eine charaktervolle Schlankheit hervor, einen Charakter aber, der nicht dem meinen entspricht. Außerdem hatte er die Schultern völlig weggelassen, so dass das wenige, das auf dem Portrait vom Körper zu sehen ist, noch weiter zum Fehlen des Volumens beiträgt, wie es nicht von dem, der ihm saß, stammen konnte. Letztlich sind die wenigen Falten, die damals bereits mein Gesicht zierten, übertrieben dargestellt worden. Das Portrait atmet eine geistige und körperliche Erschöpfung, gerechtfertigt durch das schwierige Leben, das ich bis dahin gelebt hatte. Trotz allem war ich am meisten von diesem jugendlichen, sogar kindlichen Ausdruck beeindruckt, genauso unverhältnismäßig und paradox wie der Rest, der sich aus der absichtlichen Fragilität der Konstruktion ergibt. Da war auch noch etwas anderes, das ich allerdings nicht erklären konnte.“

Hellens war ein großer, knochiger Mann mit großen, redseligen Augen, der etwas an Jeremy Irons erinnert, die Ebenen seines Gesichts waren Hager. Jahre später fand Hellens, dass das Portrait seinem jüngsten Sohn Serge wie aus dem Gesicht geschnitten war, und das war die Grundlage seiner Erzählung aus der Sammlung von 1941, Nouvelles réalités fantastiques [Neue Fantastische Realitäten].

Franz Hellens ist neben Jean Ray und Thomas Owen einer der drei Namen der (un)heiligen Dreifaltigkeit der Belgischen Phantastik. Vervollständigt wird das Pantheon durch zwei Schriftsteller, die sich ihren Ruhm in anderen literarischen Gefilden erwarben, die aber jeweils einen beachtlichen Beitrag zum Genre lieferten: der Symbolist und Dramatiker Michel de Ghelderode mit Sortilèges [Verwünschungen], und der Dichter Marcel Thiry mit Les nouvelles du grand possible [Größtmögliche Geschichten].

Im Gegensatz zu Ray und Owen führte Hellens das Phantastische weg vom Horror, hin in Richtung des Magischen Realismus. Seine frühen Arbeiten wurden als leuchtende Beispiele der „echten Phantastik“ gefeiert, und sie entschieden seine ästhetische Richtung: zunächst in der erzählenden Literatur, und später in seinem Leben durch Essays, in denen er, mit wenig Erfolg, versuchte, eine Theorie der Phantastik zu entwickeln. Die „echte Phantastik“ ist ein unsicheres Konzept und hat nicht zuletzt teilweise ihre klassischen Momente verloren. Sie kann sich noch nach einer klassischen phantastischen Erzählung anhören, die den Rahmen einer Realität nimmt, in die dann das Unerklärliche hereinbricht und somit Verunsicherung auslöst. Für Hellens aber war die Phantastik ein spezifischeres Konzept, eine „ungewöhnlich Brechung alltäglicher Realität“, die Realität wurde desorientiert und verschoben zurückgelassen. Statt eines weit hergeholten Ansatzes ging es ihm darum, die Realität bis an die Grenzen des Bekannten und Glaubhaften zu treiben, um die „Erweiterung der Realität bis hin zum noch Vorstellbaren.“

Zu dieser Zeit waren Träume und Vorstellungskraft der neueste psychologisch Stand innerer Grenzen. Hellens Streben nach einer „inneren Phantastik“, die das „Ergebnis einer lyrischen Seele … essentielle Poesie“ sein sollte, zeichnete den Kult des Ästhetischen der Surrealisten bereits vor, ihre Erkundung des Geheimnisvollen, Verborgenen, und ihre Verehrung für die befreienden Kraft der Fantasie. Er bevorzugte sanftere Emotionen als den Schrecken, bevorzugte das Eindringliche gegenüber dem Eingedrungenen, und auf diese Weise bereitete er den Weg für spätere Autoren, die das Phantastische dazu nutzten, vergessenen Reichen nachzutrauern, wie Georges-Olivier Châteaureynaud und André Hardellet. Wenn der Tod durch Hellens fiktionale Landschaft streift, dann ist das weniger beängstigend als vielmehr „ein besserer Ort“, oder zumindest ein weit entfernter und ironischer Tod. Hellens ist am grundsätzlichen Charakter des Unheimlichen, an seinem etymologischen Sinn interessiert: an den Wendungen und Launen des Schicksals.

Wenn man Hellens heute liest, dann blickt man in eine sehr frühe Phase des Genres. Seine Themen sind ziemlich klassisch: Doppelgänger, Wiedergeburt, das verfluchte Objekt, Gedankenlesen, Totenbeschwörung. Wenn phantastische Erzählungen zu Beginn die Musen anrufen, dann ist es immer eine Sache des Glaubens, und wie in Geschichten aus alter Zeit, scheut sich Hellens nicht, die seinen mit ermahnenden Sätzen zu beginnen:

„Es gibt Zeiten im Leben eines Menschen oder einer Nation, in denen das Wundersame – oder das Außergewöhnliche, wenn Sie so wollen – für eine Weile zum Gesetz wird, das erstaunlicherweise auch die meisten empirisch Denkenden annehmen.“

„Wir finden im einfachsten und gewöhnlichsten Leben eines Menschen, wenn wir diesen beobachten wollten, von einem Augenblick zum anderen, sehr außergewöhnliche Umstände vor, wo seine Sinne überfordert sind und sein Bewusstsein eine befremdliche Richtungsänderung erfährt, sich in unentwirrbaren Fantasien verliert.“

1964 gewann Hellens den Grand Prix for French Literature für nichtfranzösische Schriftsteller. In einem Interview von 1971 sagte kein geringerer als Vladimir Nabokov, der bekannt war für seine ausgeprägten Meinungen (und der Robbe-Grillet für den besten Schriftsteller seiner Zeit hielt):

„Es ist eine Schande, dass Franz Hellens weniger gelesen wird als der grauenhafte Monsieur Camus und der sogar noch schrecklichere Sartre.“

Der surreale Tombstone Blues

Bob Dylan als Meister der Sprache ist natürlich genau aus diesem Grunde auch ein Meister des Surrealen. Für viele seiner herausragenden Gedichte braucht er nur drei Grundakkorde, um zu tun, was ein Dichter zu tun hat: Sprache zum Klingen bringen. Sehen wir uns folgenden Satz an: “The reincarnation of Paul Revere’s horse”. (dt.: “Die Wiedergeburt von Paul Reverses Pferd”). Selbstverständlich benötigt man, um Dylans Texte einigermaßen richtig zu interpretieren, viele Grundkenntnisse, die eine gewöhnliche Wissensbasis oft bei Weitem verlassen. Für das Verständnis dieser Zeile z.B. ist es von Vorteil, zu wissen, daß Paul Revere ein Held des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges war. Seinen Ruhm erlangte er durch seinen legendären Ritt, der ihm ermöglichte, die Amerikanischen Streitkräfte von der Ankunft der Briten zu unterrichten. Longfellow schrieb das Gedicht “Paul Reverse’s Ride” und in den Staaten gilt die Frage nach dem Namen von Reveres Pferd als ein Running Gag und wird gerne als Metapher für “keiner weiß es” herangezogen. Fest steht nur, daß das Pferd, das er ritt, nicht sein eigenes war. Die Geschichte ist selbstverständlich eine romantische und es gab eine Zeit, da war sie bei Kindern sehr beliebt, die naturgemäß auf spektakuläre Heldengeschichten reagieren. Dylan versucht hier die Atmosphäre dieser Geschichte mithilfe einer ausgelassenen, lebhaften musikalischen Begleitung zu bewahren. Wie viele gute Texte erscheint dieser hier wie Gaukelei – dem einfachen Verständnis unzugänglich.

The sweet pretty things are in bed now of course
The city fathers they’re trying to endorse
The reincarnation of Paul Revere’s horse
But the town has no need to be nervous

(All die hübschen Dinger befinden sich selbstverständlich schon im Bett
Die Stadtväter versuchen sich an der Unterstützung
der Wiedergeburt von Paul Reveres Pferd zu beteiligen
Aber die Stadt muß sich hiervon nicht beunruhigen lassen)

Das Symbol der Reinkarnation ist das der Wiederkehr, der Wiederholung, der Notwendigkeit, auf eine bewährte Quelle zurückzugreifen, aber warum die Stadt sich davon nicht beunruhigen lassen sollte, ist dunkel. Bezieht sich das auf die Kunde der Überlegenheit der Britischen Armee? Oder gelingt die Wiederbelebung etwa am Ende nicht?

The ghost of Belle Starr she hands down her wits
To Jezebel the nun she violently knits

(Belle Starrs Geist gibt ihren scharfen Verstand an Jezebel
die Nonne weiter, die sie dadurch gewaltsam an sich bindet)

Belle Starr war eine der berüchtigsten Banditinnen des Wilden Westens, die einen sehr exzentrischen Lebensstil pflegte. Jezebel war die Frau Ahabs, König von Nordisrael. Der Begriff “Jezebel” hat seine Bedeutung für “eine boshafte, heimtückische Frau” bis heute behalten. Die Bezeichnung als “Jezebel” zog man in den 60er Jahren auch gerne für sexuelle Promiskuität heran. Ihre Bezeichnung als Nonne ist ein Link auf das Frauenbild der 50er Jahre, in denen der Frau die Rolle der Bewahrerin aufgehalst wurde. Allein diese beiden Zeilen reißen Welten auf, die sehr präzise aufzeigen, wie sehr Dylan Symbole verknüpft, die in ihrer Tragweite gar nicht auf Anhieb erschlossen werden können.

A bald wig for Jack the Ripper who sits
At the head of the chamber of commerce

(Eine kahle Perücke für Jack the Ripper, der
in der Wirtschaftskammer ganz oben sitzt)

In dieser Strophe taucht der dritte “zweifelhafte” Charakter mit Jack the Ripper auf. Es ist nicht schwer zu interpretieren, daß es in der Wirtschaft immer schon um Opfer ging, die in der unteren Schicht zu finden sind, daß es aus Sicht der Wirtschaft keine Menschen gibt, sondern nur eine Art abstraktes Vieh mit Geldeuter. Verelendung und Verderbnis sind das Handwerkszeug der Unternehmen. Das ist heute, wo es um die totale Entmenschlichung in allen Belangen geht, sogar noch viel besser zu deuten als damals. Nur ist heute jeglicher Protest niedergeworfen, die 60er hatten zumindest diesbezüglich Charakter. Das Vieh steht bereit, es will und es wird geschlachtet werden. Mörder sind sie alle, aber nur der König der Mörder kann in der Wirtschaft ganz oben sitzen.

Mama’s in the factory, she ain’t got no shoes
Daddy’s in the alley, he’s looking for the fuse
I’m in the kitchen with the tombstone blues

(Mama ist in der Fabrik, sie besitzt keine Schuhe
Papa ist in der Gasse unterwegs und sucht nach der Sicherung
Ich bin in der Küche mit dem Tombstone (Grabmal) Blues)

Das hört sich in der Übersetzung zugegebenermaßen recht bescheuert an, und das funktioniert auch nur im Englischen: Worte, die dem Rhythmus geschuldet sind, die sich aus ihm ergeben und darüber hinaus keine Bedeutung zu haben scheinen. Feiner gelöst müßte die Übersetzung natürlich auch ein wenig mehr dichterisches Element enthalten:

Mutter kraucht schuhlos in der Fabrik herum
und Vater sucht die Gosse nach der Sicherung ab
ich träume in der Küche mit dem Grabstein-Traum

Der ganze Song ist an sich grotesk-humorvoll, nur einen Schritt von der völligen Verrücktheit entfernt. Er ist surreal und ohne Bezug, es geht nur um Wortspiele. Gleichzeitig ist er tiefgreifend, aber bedeutungslos. Er ist schmissig, wirft historische Fragmente in die Luft, um zu sehen, was sich daraus ergibt, wenn alles wieder herunterkommt.

The hysterical bride in the penny arcade
Screaming, she moans, “I’ve just been made”
Then sends out for the doctor who pulls down the shade
Says, “My advice is do not let the boys in”

(Die hysterische Braut in der Spielhalle
schreit lamentierend: “Ich bin erledigt!”
und schickt nach dem Arzt, der die Jalousien herunterläßt
und sagt: “Ich rate dazu, die Jungs nicht hereinzulassen”.)

Now, the medicine man comes and he shuffles inside
He walks with a swagger and he says to the bride
“Stop all this weeping, swallow your pride
You will not die, it’s not poison”

(Der Medizinmann tritt auf und schlurft herein
Er richtet sich prahlerisch auf und sagt zu der Braut:
“Hör mit der Heulerei auf, schluck’ deinen Stolz hinunter,
du wirst nicht sterben, es war kein Gift!”)

Natürlich wird man sich fragen, wer diese Leute sind. Wir wissen es nicht. Nur hier und da (wie zu Beginn), bekommen wir Hinweise. Und selbst die Erläuterungen der offiziellen Bob-Dylan-Seite bleiben diesbezüglich dunkel.

Well, John the Baptist after torturing a thief
Looks up at his hero the Commander-in-Chief
Saying, “Tell me great hero, but please make it brief
Is there a hole for me to get sick in?”

(Johannes der Täufer schaut zu seinem Oberbefehlshaber
auf, nachdem er einen Dieb gefoltert hat, sagt:
“Sag mir, großer Held, aber mach es bitte kurz,
gibt es für mich eine Grube, in die ich mich erbrechen kann?”)

The Commander-in-Chief answers him while chasing a fly
Saying, “Death to all those who would whimper and cry”
And, dropping a barbell, he points to the sky
Saying, “The sun’s not yellow, it’s chicken”

(Der Oberbefehlshaber antwortet ihm während er eine Fliege jagt,
sagt: “Tod all jenen, die wimmern und flennen!”
und, eine Hantel niederlegend, deutet er in den Himmel,
sagt. “Die Sonne ist nicht gelb, das ist Hühnchen.”)

The king of the Philistines, his soldiers to save
Puts jawbones on their tombstones and flatters their graves
Puts the pied pipers in prison and fattens the slaves
Then sends them out to the jungle

(Der König der Philister bringt, um seine Soldaten zu retten,
Kiefernknochen an ihren Grabsteinen an und schmeichelt ihren Gräbern,
bringt die Rattenfänger ins Gefängnis und mästet die Sklaven,
bevor er sie in den Dschungel hinauschickt)

Gypsy Davey with a blowtorch, he burns out their camps
With his faithful slave Pedro behind him, he tramps
With a fantastic collection of stamps
To win friends and influence his uncle

(Gypsy Davey fackelt ihre Zeltlager mit einem Schweißbrenner ab,
sein treuer Sklave Pedro hält sich dicht hinter ihm, er streift
umher mit einer fantastischen Stempelsammlung,
um Freunde zu gewinnen und seinen Onkel zu beeinflussen)

Gypsy Davey bezieht sich auf das schottische Folkslied “The Raggle Taggle Gypsy” und ist eines der populärsten Kinderlieder des englischsprachigen Raums. Pedro steht für die Minderheiten, die Einwanderer, die Sklaven, die im Krieg zuerst verheizt werden. Meine Übersetzung funktioniert in der letzten Zeile kaum, denn mit den vorangehenden “Stamps” sind die Stempel in den Pässen, und der Onkel, der gemeint ist, ist “Uncle Sam”

Weiter oben haben wir jedoch eine Statement gegen den Vietnam-Krieg: Johannes der Täufer ist ein Symbol für den Amerikanischen Soldaten, der sich als Geburtshelfer für ein “größeres Gutes” sieht, so wie die biblische Gestalt des Johannes den Messias ankündigte.

The geometry of innocence, flesh on the bone
Causes Galileo’s math book to get thrown
At Delilah, who’s sitting worthlessly alone
But the tears on her cheeks are from laughter

(Die Geometrie der Unschuld, Fleisch auf den Knochen,
war der Auslöser dafür, dass Galileis Mathebuch
nach Delilah geworfen wurde, die nichtsnutzig alleine herumsitzt,
aber die Tränen auf ihren Wangen stammen vom Gelächter)

Dalilah ist wieder eine biblische Figur, die nämlich den als unbezwingbar geltenden Samson verriet.

I wish I could give Brother Bill his great thrill
I would set him in chains at the top of the hill
Then send out for some pillars and Cecil B. DeMille
He could die happily ever after

(Ich wünschte, ich könnte Bruder Bill seinen großen Nervenkitzel
verpassen, ich würde ihn oben auf dem Hügel in Ketten legen,
dann nach einigen Säulen und Cecil B. DeMille schicken lassen,
er könnte sogar heute noch friedlich sterben)

Brother Bill ist Billy the Kid, Cecil B. DeMille war unter anderem der Regisseur der “Zehn Gebote”.

Where Ma Rainey and Beethoven once unwrapped their bedroll
Tuba players now rehearse around the flagpole
And the National Bank at a profit sells road maps for the soul
To the old folks’ home and the college

(Wo einst Ma Rainey und Beethoven gemeinsam ihren Schlafsack entrollten,
jetzt Tubabläser um den Fahnenmast herum proben
und die Staatsbank mit Gewinn Sraßenkarten für die Seele
an Altersheime und Schulen verkauft)

Ma Rainey, als Mutter des Blues (1868 –  1939) bekannt, war die erste professionelle Sängerin, die den Blues in seiner traditionellen Form bewahrte und gleichzeitig bekannt machte. Ihre hier dargestellte Verbindung mit Beethoven an einem Platz, der jetzt von Tubaspielern belagert wir, ist im Grunde ein Seitenhieb auf die zunehmende Kommerzialisierung der Musik. Interessanterweise hat man das Dylan Mitte der 60er Jahre selbst vorgeworfen, als er sich vom Folk distanzierte, um seinen eigenen künstlerischen Ausdruck zu vervollkommnen.

Now I wish I could write you a melody so plain
That could hold you dear lady from going insane
That could ease you and cool you and cease the pain
Of your useless and pointless knowledge

(Ich hoffe, ich kann dir eine einfache Melodie bieten
die dich, meine liebe, davon abhält, verrückt zu werden,
die dich erleichtert, dich beruhigt und den Schmerz beendet
der durch unser nutz- und sinnloses Wissen entsteht)

Der Falter des Zwielichts

 

* während Albera duscht

Vom Rauschen der geformten Schwingen, die sind wie Gaze und Schatten werfen,
Das Licht verlassen. Sie sind nur da wo wir sie nicht erkennen, eingetrübt
Ist die Schau über den Spalt des Tages. Hier wächst nichts ohne Bewegung der Umgebung,
Ohne das hastige Steigen und Fallen, ein feines Wirbeln, ein goldenes Feuer.
Das aerodynamische Überleben der Propeller,
Der Konkurrenz einer Wiedergeburt. An den Mustern
Haftet der Staub so lange, bis sich ein Bild daraus empört,
Zerfallen und von Zweifeln übervoll,
Von ignoranten Blicken unbesehen, was besser ist
Als in einen Plan gewoben zu werden, der Höheres zur Schau stellt;
Und wenn das gelingt, zerbröselt die Landschaft durch nur ein Wort.

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