Tontafelkalender 24 / Neblung / Sonnentag

was will man ist immer auch die Frage : was müll=mann? Ich habe da Texte entdeckt, die ich lange nicht mehr bearbeitet habe; manchmal will ich es, manchmal will ich es nicht. Das wird umso schwieriger, desto mehr Möglichkeiten ich habe, denn kaum habe ich einen Text beendet, schwebt mir sogleich eine andere Version vor. Oft will ich alles klein halten, nicht zu viel Bewegung außer in der Sprache, das mögliche Erzählen in Stillstand verwandeln, besser verweilen als irgendwo hingehen, immer das Tableau vor Augen. Manchmal muss ich mir selbst sagen, das ich Themen ketten muss, Themen, die mir Szenen sind, Einblicke, Hineinblicke und Hinausblicke. Ich bin über die Langform hinaus, die ich probieren wollte, die aber lauter Luftlöcher riss, ich hätte mich verkehren müssen. Ich kann also nur wieder und wieder beginnen und ändere damit nur die Anfänge, bis alles einmal Anfang gewesen ist. Zwar dachte ich mir : wenn etwas gedruckt ist, gilt es als fertig, aber ich drucke ja sehr wenig und eigentlich gar nichts mehr; es sind immer nur die “anfallenden Produkte”, die hinausschießen, das, was von der Arbeit übrig bleibt. Man darf sich in einer Situation wie dieser nichts vormachen : man wird – so wie ich arbeite – nirgendwohin geraten, es gibt kein Zielfeld, das die Schüsse abfängt, außer man wird verrückt, dann hat man sich ganz gut erledigt. Wenn die Textmasse wächst, muss es ein Entkommen geben.

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