Tontafelkalender 26 / Neblung / Zistag

Mit dem “Böhmwind, Erster Teil” habe ich jetzt eine Dreiviertelstunde fertig geschnitten, was mich heute den ganzen Tag gekostet hat. Zuhause ist nichts für eine solche lange Lesung ausgelegt, die Nebengeräusche alle rauszuschneiden ist eine einzige Tortur; ich könnte die Frage nicht beantworten, warum ich das mache, aber es fallen mir beim Aufnehmen die Schwankungen besser auf. Ich bin in so langen Passagen mit vielen Einschüben beschäftigt, die vor sich und um sich greifen (auch mal zurück, aber wohl erst später). Ich weiß nicht, ob hier noch von einem Erzählraum zu sprechen ist, es ist doch viel mehr ein klangliches Universum, denn manchmal denke ich, ich könnte auf jegliche Bewegung verzichten, auf jegliche Konkretion. Natürlich kann ich das hier und jetzt nicht – später in den Texten aber vermehrt. Was ich aber tun kann, ist stören.

Die nächste Frage: Mit wem rede ich hier eigentlich? Natürlich rede ich mit mir selbst; muss ich mir die Dinge bereits selbst erklären? Muss ich mir jetzt wirklich sagen, wo meine Brille ist? Sollte ich hier an Ort und Stelle einen Ort vereinbaren und muss mir dann nur merken, wo diese Vereinbarung steht?

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