Wer will dir raten

GrammaTau #42

Samstage sind anderer Natur. Sie
Heizen ihr Fieder endlos auf. In

Barracken hetzt der Wind die Kelche
Fahler Bromelien. Erwartungsgemäß

Warten sie dort, einen Schritt nach
Vorne gebeugt, keinen je zurück.

Die Staffeleien stehen noch dort, ab
Geholt werden sie, wenn sich das

Bildnis zu kräuseln beginnt. Es
Gibt dann diesen Moment des

Unfertigen Fetischs, der sich leicht in
Eine Halluzination verwandeln läßt,

Verwalten aber nicht.
Wohin aber – das ist die allgemeine,

Allgegenwärtige Frage – sollte sich
Der Staub absetzen dürfen, wo doch

Überall die Spinnweben für das
Noturne Gleichgewicht sorgen, nicht

Extra Erläuterungen nötig haben, wie
Denn Alter zu simulieren sei, auch

Wenn es gestern erst begann. Ja,
Es begann gut & im Guten.

Turfschwindel

Gramma Tau #41

Wie steht es denn mit diesem unausmerzbaren Projekt,
der Vielfalt adäquat zu begegnen,
wenn nicht bereits scheiterwütig, was es
von Anfang an gewesen sein muss, rechnet man die
Zeit zu einem Gebäude hoch, im Aufzug durch die Wolkendecke.
Aber natürlich wickelt ein derartiger Prozess
nicht mehr Meter von der Spule, als vorgesehen. Das
führt zu nervösen Überraschungen, einem Blauen Fleck,
der nicht seine übliche Konturen einnimmt. Die

jenigen, die eine Pareidolie beobachten wollen, sind
dazu aufgerufen, in einigermaßen passender Garderobe,
pünktlich hinter dem Absperrband zu erscheinen. Kisten
weise wurden kalte Lappen von einem Flugzeugträger in den
Bezirk geschleppt. Die
Hitze nahm zu, in kleinen Schlucken, größeren Schritten,
die mit dem Maßband korrigiert wurden. Ein

gezeichnet in Edgar-Wallace-Krimis. Gab die Tochter den Befehl? Wir
könnten sie durch ein Megaphon befragen. Auf
dem Promenadendeck wurde die Post gelagert, die Grenze
kann sich geändert haben. Sie nahm die schmierige
Karte aus der Tasche und hielt sie uns hin, strahlend,
heiter, ungerührt durch das Schimpfliche der Situation.

Die Trance des Rechenschiebers : eine
veraltete Methode, die Perlen zum Singen zu bringen. In
die Zukunft schaut es sich besser, vor allem klarer, wenn der
Kaffeesatz nachgeröstet wird, und damit in ein Fixierbad überführt.
Sofort nimmt das Bild Formen an, die es, den Natur
Wissenschaften nach, nicht geben konnte. Das ist Macht –
Sie verstehen schon : Macht, die von dem Einen handelt
und das Andere erreicht. Sie sagte :

„Sie wollten mich körperlich verändern“,

nicht nur als Metapher. Das Ergebnis einer
zu langen Fahrt in nasskaltem Licht. Eingeschneit kämen
die Träume an den düsteren Part unserer Seelen heran,
greifbar durch eine zusätzliche Legierung, die
das spezifische Gewicht verändert.

Die Welle kam über diese ganzen, eindrücklichen
Worte geschwemmt, ein Suppenfleck
bestätigte sich im Nachhinein. Das sind Klimbimpereien!
Die Erkenntnis hält sich zu lange im Brutkasten auf. Wir
wollen das noch einmal wiederholen, um es zu verinnerlichen :

Man kann mit 25 Pfennig ein Telegramm
von zehn Worten hundert Lichtjahre
weit ins All senden.

Man findet die Idee des Ankleideraums als
einer Falle, als eines Vorzimmers von Geheimnis
und Gefahr, auf dem niedrigsten Niveau der
Massenkultur. Das wird ihr durch elementare
Ereignisse mikroskopischer Art eröffnet,

mechanisch getreu verdoppelt und übersetzt.

Der Nihilismus des Rust Cohle

Dieser Artikel schließt hier an: Der König in Gelb

Es gibt Filme und Serien, die pumpen die Erwartungshaltung von Beginn an über jeden erwartbaren Horizont. Die meisten ambitionierten Werke – und das trifft ebenso auf Literatur zu – scheitern, wenn sie scheitern, am Ende. True Detective 1 scheitert nicht wirklich, aber die letzte Folge der Mini-Serie hält der unglaublichen Dichte nicht stand, was wirklich schade ist, denn bis dahin hat man nicht weniger als das Beste, was eine Mystery-Serie überhaupt aufs Parkett bringen kann vor Augen. Nicht weniger als eine Sensation.
Die Storyline, die sich an das moderne Erzählen durch Verschachtelung hält, die erzeugte, dichte Atmosphäre, die Wahl der Musik, sowie die fabelhafte Leistung der beiden Hauptdarsteller (Woody Harrelson, Matthew McConaughey) sind in der Summe nicht weniger als perfekt.

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Natürliche Diffusoren

Nachdem nun schon seit einigen Wochen die Soundkarte des Computers L1 Schwierigkeiten damit hat, das dynamsche Mikrophon zu verarbeiten, lese ich auf dem D2. Das Problem dort ist jedoch das starkte Rauschen, das ich mit Eierkartons zu dämmen versuche (und einen größeren Abstand einnehme wie etwa bei L1)

Ein Teil der provisorischen Dämmung

Tatsächlich bekomme ich das Signal mittlerweile so gut hin wie damals im Studio. Das liegt aber nicht allein an den Eierkartons, sondern an der Anordnung der Möbel im Aufnahmeraum, die hervorragend als Diffusoren arbeiten. Im Grunde könnte es egal sein, denn falls auf der Veranda jemand hört, wird er wohl kaum Wert auf ein vernünftiges Audiogerät legen (falls er sowas überhaupt hat). Meistens lasse ich die Rauschverminderung ohnehin saußen (was man wiederum auf Kopfhörer hören würde). Ich habe jetzt noch 60 Gedichte für GrammaTau vor mir, ebensoviel für GuGus – und zwischendrin versuche ich mich bereits an den Chimären (Hundertprosa). Gestern habe ich mir bereits über eine „Satzzeichen-Klaviatur“ Gedanken gemacht. Die muss ich allerdings erst testen

Turm und Verlies

GrammaTau #40

Türme sind Türme, auch wenn dir
die elenden Verliese etwas anderes erzählen.
Schau sie dir doch an, wie sie da unten
die Erde nass halten, Brunnen bestehlen,
Wasser fangen und ihm Arges tun,
dann weißt du, wovon ich rede. Rede

ich zu viel? Stein beleidigt das Sonnenlicht.
Rede ich zu viel? Hier oben könnte das passieren,
die Luft meldet sich von ihrer Reise zurück,
behilft sich, durch Vogelschwingen sichtbar zu sein.
Die Wipfel im Gezeter um den ersten Tanz.
Als gäbe es keinen Schlund, der Höhlen imitiert.

Das zahnlose Maul, weil es nicht mehr beißt,
zersetzt die Beute zusammen mit dem Kakerlak.
Das Wimmern ist echt, es steht in den Ecken.
Die Gefallenen haben sich ein Schloss erbaut, eine
Welt an einem Nullpunkt, aber Türme sind Türme,
auch wenn dir die Verliese etwas anderes erzählen.

David Mitchell / Slade House

Slade House besteht aus fünf miteinander verflochtenen Geschichten, die jeweils neun Jahre auseinanderliegen. Von 1979 bis 2015. Die Protagonisten sind ganz unterschiedliche Charaktere – ein 13jähriger Junge, ein Polizist, eine Studentin, die neugierig auf Geister ist, eine Journalistin (und Schwester der Studentin) – werden in ein Haus gelockt, wo sie es mit gestaltwandlerischen dunklen Mächten zu tun bekommen.

Mitchell ist ein Autor, der seine Geschichten gerne faltet, für den die Wirklichkeit nicht von Zeiten und Räumen dominiert wird. Aber diese „Faltungen“ sind immer auch Erlebnisfragmente der Protagonisten, die hier verdichtet werden.

Für die Mitchell-Kenner gibt es gleich zu Beginn eine Begegnung mit der „mondgrauen“ Katze, die bisher in jedem Buch auftaucht, aber diesmal ist sie tot, die Augen von dicken Fliegen besiedelt. Die Nachricht ist klar: Hier gibt es keine Hilfe, niemand wird kommen, um den Tag zu retten.→ weiterlesen

Die gefütterten Gebirge

GrammaTau #39

Sie fassen sich an den Gipfeln des Morgens,
Der noch am nächsten Tag vor ihnen steht.
Dies waren die gefütterten Gebirge, die für
So viele Künstler nicht zu malen waren.
Die Farben veränderten das Licht, nicht umgekehrt.
Der Aufstieg führt über Paletten und Tuben
An der Leinwand dieses Gedichts vorbei.

Unguter Hut-Mönch.
Zuckerbrot der mörderischen Tentakel-
Schere satanischen Kerzenscheins.
Filterzirkel grandioser Grenzfälle &
Wochenendbeziehungen im Bernsteingefäß.
Wacholderpuppen treten nackt aus einer Pfütze, aufgetaut.
Samtbeton wird neue Städte aus dem Orbit anlocken / einsperren.
Aber in klobige Kissen ohne höfliche Naht.
KotGeschmack ist aller Industrien Hoffnung.

Bald zum Comic-Salon

In knapp zwei Wochen geht die Reise wieder einmal nach Erlangen. Den Abstecher nach Bayreuth ( Oh Herkunft, oh Glanz meines beginnenden Gebirges!) schaffen wir nicht, der Comic- Salon wird uns an diesem Tag (wir sind nur einen einzigen vor Ort) völlig beschäftigen. Natürlich besitzen wir kein Auto, werden aber mit einer Mietdroschke umher lottern.