the Bad, the Ugly

Es gibt das Gute nicht im Universum. Aber gibt es darum auch kein Böses? Oh doch!
Das Böse aber ist nicht das Gegenteil des Guten, es ist das Fundament von allem.
Nicht zu sein wäre dem nicht angemessen, also wird kreiert, um sich am Elend zu ergetzen.
So ist das Böse nichts als der Status Quo des Seins.
Im Akt der Schöpfung mag Liebe stecken, in der Schöpfung selbst aber nicht.

Nein, ihr seht: wandle ich diesen Zustand, bleibt dennoch etwas übrig. Und ob man sich wundert oder nicht:
die Prädatoren sind frei – und mehr noch! – sie feiern in ihrem Freudenhaus, wo draußen die Herden durch die Schatten schleichen.
Ich bin vom Finstern nicht in gleichem Maße entsetzt wie vom Licht.

Veloziped

Es sah auch schon aus wie für eine Matrone entworfen.
Mit ausladenden Schwüngen ergoss sich der Rahmen nach oben in den Lenker, den jeder Hirsch zu tragen alles getan hätte.
Der Rüssel dieses Viechs nahm mir alles weg. Ein freier Platz war eine Unmöglichkeit. Der Sattel allein hätte eine Waschmaschine empfangen können. Bei Wunsch gefällig. Wir niesen hier keinen Nutz vom Balkon.

Aber jetzt zur handelnden Figur:

Früher trieb ich eine Menge Unfug, also hob ich auch jetzt dazu an. Ich stellte mich schützend vor das Nichts vor dem Veloziped, das einer Monarchin ihr ganzes Alter vergessen ließ.
Vergleiche sind meist das, was sie nicht sind. Ich kenne diese vagen Gedanken, die aus den Hütten ragen.

Korrumpistan

In Deutschland ist die Korruption unerträglich, die Vetternwirtschaft, die Zensur, die Steuerverschwendung, die desaströse Unfähigkeit all unserer Politiker, der schwache Rechtsstaat, die Hetzjagd auf kranke, arme und behinderte Menschen. Es ist eines der schwächsten Länder der Erde. Schwach und armselig in jeder Hinsicht. Und wenn auch überall aus allen Rohren betrogen und gelogen wird, ist Deutschland hier garantiert ein Kandidat für den Weltmeistertitel. Es widert mich zutiefst an, gegenwärtig nicht die Möglichkeit zu haben, dieses korrumpierte, korrupte Land zu verlassen.

Fluch des weißen Lichtes

es ist so ein Lautsein mit dem Wetter dieser Tage, ein sehr drohendes Gebäude
das mit seiner Magie Unwägbarkeiten manipuliert, dabei wurde das Gelb der Sonne
schon lange weggerissen, ein obszöner Glühstern ist übrig, ein Nackedei-popo-Chai
Fluch des weißen Lichtes

Meermaden

Eine Meermaden-Geschichte, wenn man mich fragt, weiberische Fische, ständig am Baden, aber auch mit einem magischem Dreizackigen. Und so schwimmen sie und – ach, kuck mal, wie die schwimmen – zerzacken mit Gehack. Ausgeschlossen ist es nicht, wenn auch sehr zu hinterfragen (da im Turm unten in der Kammer, weißt schon), was sie treiben was sie tun. Ich habe so ein klitschiges Thing nie gesehen geschweigedenn besucht im Suhl da unter den Wassermeilen.

Siediesiedavielbaden

Hör mal, zwitscher dein Hemdilein! Soll ich dir dein Handtuch rollen? Ist wenigstens der Oven heiß? Der immerwieder Nachschub sprüht, so dass dein Wasser nie die Wärme lasse und lasse auch nix unberührt! Ich bin schon einmal in Sandalen so sehr weit gekommen, wüsste nicht, wie’s barfuß besser ginge. Soll man doch noch eine Geschichte erzählen, Schicht um Schicht schön aufgeladen und verschnürt. Bin ich denn ein blöder Mann? Schau, ich leb‘ nun auch schon seit Sekunden.

Hin, unter

Irgendein Geisterschiff wird versunken sein dort im Schlot. Ich denke: so wird es sein dort im Schlot, und die Meermaden – ich habe es nicht verstanden, möchte es aber wiedergeben, weil meine Lippen eine Spur zu nachlässig sind – die Meermaden haben ihr bös-lumpiges Monsterum verloren, als die flotte Flut das Schiff zerschieferte. Einen Fröschekerl, einen Schlupp Gelupp, einen Luftsackbacken! Dringt durch feste Materie wie ein Schneepflug und wimmert leise vor sich hin, weil sein Bedarf an Röstmais nicht gedeckt werden kann.

Glatt hat sich eine unter uns gemischt, sie badet gern als Tarnung und schwamm bereits mit Maman in den Trümmern von R’lyeh. Ein Genuss im Hokuspokus irdischer Gefäße, so dann und wann verleihe ich einen Affen zum Lausen gegen eine unnennbare Gebühr.

szene 1 einer möglichen bartstämmigkeit

dann habe ich es mir in der letzten woche in der handschrift 
gütlich getan und scribiere was ein wilder warmer wind
nicht wahrhaben kennte. so ein falsch gesetztes wort im klang
wiederholung ist des schlusses schluss

darob tüten die tüten darob
hüften die hüften
darob

eine rückfälligkeit eine bartstämmige barbarei
ein bodenloser boden

ja sie können das alles als kunst verkaufen warten sie ich gebe ihnen noch einen eimer tapetenkleister mit für die kleinen ja ihnen dann auch

Niemand war unendlich

Die Zirkus hat die Stadt verlassen, aber alle Parabeln
im Hinterzimmer verstaut, möge sie finden, wer
immer im Hinterzimmer sucht, früher ein Treffpunkt
für Ideen und das Sinnenrauschen, angeheizt von
parfümiertem Qualm, dem Parfüm an sich, das
im Innenfutter des Mantels dunstet, von den obligatorischen
Umtrünken

Nichts. Man will Nektar verkaufen
granatenhaft (zupackend die Wirkung erzielen)

Der Zirkus hat die Stadt verlassen, aber ein Clown purzelt
stets hintendrein immer hinterher. Jeder Gedanke
um ein Bleiben könnte sein Gehen verhindern.

In den Nomadenstuben dunkles
Eingemöbel und die Matratze
auf dem Boden voller splitterharter
Brotkrumen und

ein Gedeck am Mittag, ein nächstes dann um vier,
ein Mitternachtsmahl geisterhaft zwischen Rittern, die
zu ihren Rüstungen ein enges Verhältnis pflegten, und
einen Kamin, der all die abgesonderten Gedanken
als Nebel über die Dächer schickt.

Niemand war unendlich,
aber die Eindrücke lebten fort.

Der Narrentanz zu Strasbur

Tanzwut
Tanzwut in Straßburg

In den Annalen der Geschichte gibt es einige Ereignisse, die sich einer rationalen Erklärung entziehen. Überhaupt scheinen wir nicht weit gelangt zu sein, wenn wir uns um die Antworten auf die wirklich wichtigen Fragen konzentrieren. Ein solches Ereignis ist die Tanzwut von 1518. Mehrere Menschen begannen in Strasbur aus heiterem Himmel unkontrolliert zu tanzen, so als sei etwas in sie gefahren, das nie wieder hinaus möchte. In den Chroniken wird eine Frau namens Troffea genannt, aber sie könnte genauso gut auch Baldegunde heißen. Ihr Beruf war zumindest der einer Holzschichterin, die gar keinen Grund hatte, ihren Körper an einem gewöhnlichen Tag unter der Woche aufjauchzen zu lassen. Die Füße überrennen sich und platschen rechts und links davon und Staub kriecht in die Nase. Der Rücken wiegt sich Stumpf, noch zaghaft eckig und von einer Buckelkraxe zusammengehalten. Fein. Jetzt müsste die Füße scheppern und der Tanz als völlig nutzlos zu erkennen sein. Stattdessen wir Baldegunde interessiert betrachtet, bevor man erst in ihre Fußstapfen stieg, und dann ihren völlig unzauberhaften Gang nachahmte. Wer sich sonst im Leben nie außer dem Notwendigen bewegte, suchte sich einen Anhaltspunkt. Und der einzige Anker war die Frau Troffea, die eindeutig tanzte, wenn auch sich ihr Gesicht nicht dazu entschließen konnte, mitzumachen. Sie verlor ihr Meckerchen und gewann ihr Neckerchen. Allerdings waren die sechs Tage, die ihr noch lebendig vergönnt waren von überhaupt keiner Pause geprägt. Nachbarn kamen vorbei und sprachen mit ihr, aber sie japste meistens nur. Die Fähigkeit ein ordentliches Gespräch zu führen, wenn der andere hopst und schwankt, ist dann doch recht eingeschränkt. Also stimmt man sich auf diesen unhörbaren Rhythmus ein, weicht aber so weit von den Windmühlen einiger weniger zurück, wie man überhaupt nur kann. Will man selbst aufhören, gelingt das nicht und das fremd geführte Fleisch dreht sich um Troffea herum.

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