Jody Grind: Far Canal

Jody Grind

Jody Grind heißt eine seltene britische Perle, die von dem Londoner Keyboarder und Sänger Tim Hinkley angeführt wird (ein Musiker von großer Klasse, der im Studio als auch live mit Leuten wie den Rolling Stones, The Who, Van Morrison, Humble Pie, Alvin Lee, Bad Company oder Thin Lizzy gespielt hat). Begleitet wird er auf “Far Canal” von Gitarrist Bernie Holland und Schlagzeuger Pete Gavin. Die Musik dieser Band könnte man als eine Fusion aus Rock und Jazz mit einer gewissen progressiven Ausrichtung bezeichnen, ganz im Sinne von Bands aus dieser Zeit wie etwa Atomic Rooster.

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Ein Gemälde auf Erde

Dass man in der Veränderung steht, dass man in der Veränderung sich selbst nicht verändert, gestreift wird vom Verfall; andere verfallen und man selbst. Aber es sind nur Kleider; man hat eines ausgezogen, darüber hinaus ändert sich nichts.

Aus einem Ballon tranken wir Würze, wir tranken das Leben in einem einzigen Zug, installierten unsere Vergangenheit in dieser Gegenwart, für immer ein Gemälde auf Erde, Land, Zeit.

Die Blutgräfin

Elizabeth Bathory

Wahrscheinlich habt ihr die Legende von Elizabeth Báthory schon hunderte Male gehört, auch wenn ihre Name vielleicht nicht gleich ins Gedächtnis springt. Sie wird als Blutgräfin bezeichnet und Gerüchten zufolge ist sie ein Vampir. Diese monströse Frau hat ihren Platz in der Geschichte und in der Folklore gefunden und ist in Hunderten von Formen in Film und Literatur aufgetaucht, und das alles wegen ihrer grausamen Verbrechen.

Mit bis zu 650 Opfern ist sie die angeblich produktivste weibliche Serienmörderin, wobei die Zahlen variieren. Gräfin Elisabeth Báthory (geboren am 7. August 1560) stammte aus einer angesehenen ungarischen Familie und heiratete Ferenc Nádasdy, als sie gerade fünfzehn Jahre alt war. Während ihr Mann auf Reisen war, wurde sie oft allein auf ihrem Schloss in Čachtice in der Slowakei zurückgelassen; in seiner Abwesenheit beging sie ihre Verbrechen. Mit Hilfe mehrerer Komplizen (zwei alte Frauen und ein entstellter Junge) begann Báthory, Mädchen aus der Umgebung auf ihr Schloss zu locken, wo sie ihnen einen Job in Aussicht stellte und sie dann zu Tode folterte.

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Die Einsamkeit langer Distanz

Diese Allmacht der Augen; ich sehe mich wie folgt darin um : Donner rührt sich trocken. Nicht eingreifen in das Wahrscheinliche, das Wunder fordern, unverstehbar bleiben, Menschen auslachen, 1 Pudding kochen, während man sich von fern betrachtet. Zur Baba Yaga gehen auf einen Trunk, aber auch wieder fortkommen. Jede Sprache hat ihr Wort, da ist das Wort selber zur Sache geworden, sagt Hugo Ball. Heute am 14. Juli 1916. Omelette. Wichtig : Eier vor dem Mehl, die Füllung mit Pariser Champignons. Wir können sagen, was wir wollen (das ist das Eigentliche), die einen kümmertʼs, die anderen kümmertʼs nicht (das ist das Eigentliche), der eine sagtʼs der andere hörtʼs (das ist das Eigentliche), von Mund zu Ohr (das ist so eigentlich). Da zittert die Luft vor lauter Gesagtem und eigentlich ist das gut gesagt. Kotelett erinnert den Speiser an seine urzeitliche Neigung, das Fleisch gleich aus dem lebenden Tier zu beißen, sehr umständlich diese Situation : dem Ren hinterherrennen, versuchen, es mit einem Brandeisen vorzugaren, noch im Laufschritt (das Kotelett macht es uns einfacher, hält still). Der Knochen stimuliert einige tiefe Stellen im Großhirn, im Primitivhirn, im Althirn klar : im Meisterhirn, im Sündengrau.

Edgar Allan Poes “Goldkäfer”

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Illustration von “Herpin”.

Edgar Allan Poe wurde von Verlagen und Medien zu einen Synonym für Gruselgeschichten und dunkler Poesie stilisiert, vor allem in Deutschland. Zu seinen Lebzeiten war das allerdings nicht der Fall. Eine seiner bei weitem berühmtesten Geschichten ist eine, die heute weniger bekannt ist: Der Goldkäfer.

Ich dürfte etwa 11 Jahre alt gewesen sein, als ich diese Geschichte zum ersten Mal las. Vom ersten Augenblick an hat mich die Liebe zu Edgar Allan Poes Leben und Werk erfasst und nie wieder losgelassen.

Obwohl es auf den ersten Blick nicht so aussieht, ist “Der Goldkäfer” eine Art Detektivgeschichte, mit William Legrand als dem in einer Hütte lebenden amerikanischen Gegenstück zum französischen C. Auguste Dupin in “Der Doppelmord in der Rue Morgue”, “Der entwendete Brief” und “Das Geheimnis der Marie Roget” und dem Erzähler als verwirrtem, aber intelligentem Handlanger, der Zeuge des Genies der Hauptfigur wird. Wie Dupin ist auch Legrand der Nachkomme einer alten Familie, der sich an intellektuellen Tätigkeiten erfreut und als Abenteurer nach der Gelegenheit Ausschau hält, einen Teil seines Reichtums wiederzuerlangen. Legrands Erklärung, wie er mit Hilfe von Beobachtung und Logik hinter das Geheimnis von Kapitän Kidds Schatz gekommen ist, weist einige Ähnlichkeiten mit Dupins Methode der Ratiokination auf, und beide zeigen eine Vorliebe dafür, sich auf subtile Weise über andere lustig zu machen, wie etwa den Polizeipräfekten in “Der entwendete Brief”. Auch Legrands Erklärung am Ende hat alle Facetten der Enthüllung eines Detektivs.

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