Sottovoce

Dieser Artikel ist Teil 36 von 36 der Reihe Gespenstersuite
Eine Stadt ist
in jeder Sekunde eine Atmung der Dinge,
die zusammen leben, aber anders als diese
sind die Dinge geformt
und können deshalb 
zurückrudern, bleiben
also mit ihren Ideen verwandt
wie ein Knopf an einer Schwertscheide.

Auch wenn der Asphalt eines dieser Dinge ist,
führt er gar nicht so weit in den Hinterhalt hinein,
man sieht von vornherein das Leuchten der Endzone,
LKWs werden entladen, aber nichts vermehrt sich,
etwas verwandelt sich und man muss schon genau
hinsehen, um die zerrissenen Pakete zu erkennen,
die fallen gelassen wurden.

Es geht nicht um diese Dinge, aber manches davon
hat sich bewährt.

Der Schnee kam und bedeckte längst nicht
alle schweren Taten, die ausgezogen waren,
um ihre Treue wiederzufinden, ihr ewiger Schwur
war nur in der Nacht sichtbar, vor Tonnen
und dem Zinnober vor den Hütten, als da
ein Trank gebraut wurde, den alle tranken,
den aber niemand tanzen sah.

Ich bin schon vor Jahren da angekommen, doch
die Zeit bringt es mit sich, ein ungehöriges
Ereignis nicht mehr am Fuße der Mauern
niederlegen zu können. Man friert still, wenn
man das weiß. Wie in einem Museum stehen
die Exponate auf blendenden Sockeln aus
immergleichen Worten.

Wenn du verlassen wirst,
nimm zunächst deine Umgebung wahr:
eine Wiese, etwaige Unendlichkeiten
und dann die eine Richtung, in die du nicht gehst;
wenn du also warten willst,
kommt eines Tages ein anderer Tag.

Fleisch der Gefallenen

Dieser Artikel ist Teil 35 von 36 der Reihe Gespenstersuite
Kein Hungerkünstler wird sich hinsetzen und
von einem Gedicht träumen, das er in kühlen
Nächten in einer Art Rodeo mit dem Minotaurus
von einer abwesenden Dame um den Bauch 
gebunden bekam : ein Stück Labyrinth, in dem 
er bleibt, gerade weil die Wände sich verschieben.
Er kann sich nicht immer vom Fleisch der Gefallenen
ernähren, auch wenn diese ewig sind.

Fremder Kuchen

Dieser Artikel ist Teil 18 von 36 der Reihe Gespenstersuite
Sie schlenderte die Straße entlang; und
als es sich herumgesprochen hatte, war sie bereits wieder
in den Wäldern verschwunden. Es gab
eine Kordel an ihr, an der man ziehen konnte,
aber niemand wagte zu behaupten, es getan zu haben,
weil nicht herauszufinden war,
wer sie überhaupt gesehen hatte.

Er hatte dieses stampfende Gesicht,
das auf einem Zwirn saß, besser gesagt:
auf einer ganzen Spule. Die berechtigten Zweifel
standen noch im Sandkasten, belauert
von einer bedeutungsschwangeren Umfriedung.
Und die Kinder taten sich fremden Kuchen an.

Nichts ruht auf einem offenen Kamin

Auch jetzt wieder bin ich von den Viren nicht betroffen. Es ist der zweite Monat in dieser famosen Umgebung, aber der mentale Prozess schein sich nicht verändert zu haben. Da klaffen große Lücken in meinem Dasein, manches wollte einfach nur gelebt und nicht durchdacht werden.

Da ich es jetzt seit 2004 mache, könnte man durchaus behaupten, ich sei Blogger.

Es scheint mir gegeben, Kempten ganz allgemein in meine Dichtung einfließen zu lassen, nachdem es vordem immer schon das Fichtelgebirge war. Doch anders: Bereits vor zehn Jahren probierte ich mir 100 Orte in und um Kempten vorzustellen, an denen ich jeweils 1 Text las. Nach etwas mehr Erfahrung könnte es mir diesmal gelingen.

Das Haus am Meer

Dieser Artikel ist Teil 13 von 36 der Reihe Gespenstersuite

Die Tatzen zitterten über den Sand, bevor das blaue Meer folgte und die Abdrücke wieder verschlang. Nur das Flackern einer jahrtausendalten Geschichte, die sich so lange wiederholt, bis der Strand abgeschliffen ist. Doch vorher muss der Brunnen werden. In Wirklichkeit zieht sich nämlich das Meer zurück und hinterlässt nur seine Schattenwelten.

Sehr früh schon huschte sie in Kleidern aus dem Haus, gefolgt von der dünnen Luft, die sich über Nacht in ihrer Kammer aufgetürmt hatte ohne entweichen zu können. Natürlich wusste sie auch diesmal nicht, wo sie graben sollte, ein Traum aber hatte ihr gesagt, die Tiefe warte bereits auf das Eisen des Spatens.

Das Meer rauschte unbekümmert ihres angestrengten Gebarens vor und zurück. Nichts deutete auf eine kommende Wüste hin, doch sie hatte sie bereits im Salz geschmeckt. Einen Tag mehr, einen anderen weniger. Vor und zurück. Einen Brunnen vor dem Meer zu bauen schien die einzige Lösung zu sein, also hieb sie so fest sie konnte in den Sand, aber schon waren die Tatzen über der ersten kleinen Kuhle und ebneten alles wieder ein. Wenn sie doch nur wüsste, wo sie graben sollte.

Noch bevor sich die Sonne sehen ließ, eilte sie zurück ins Haus, denn wer immer sie im Tageslicht gesehen hätte, würde sie eingefangen haben wollen. Drinnen saß sie still, aber nicht regungslos. Niemand kam vorbei und neimand klopfte an die Tür.

Sie war durch einen einsamen Wald gehetzt und verfing sich mit ihren wehenden Haaren so oft an den plötzlich auftauchenden Ästen, dass sie fürchten musste, bald keine mehr zu besitzen, aber zumindest blieb ihr Gefieder intakt. Sie lief im Kreis, aber das wusste sie bereits, bevor sie eine Begegnung mit einem ihrer ausgerissenen Haarbüschel hatte. Es war noch ein weiter Weg bis zum Meer.

Das Haus stand leer als sie es fand, zumindest war es seit Langem unbewohnt. Aber auch das stimmte nicht, denn es hatte auf sie gewartet, was für sie leicht zu erkennen war, als sie die Schwelle übertrat. Sicher hätte es sich gewehrt, wenn es mit ihr nicht einverstanden gewesen wäre. Es hätte sie vermutlich gar nicht eingelassen, denn die Waffen eines Hauses waren vielfältiger Natur, reichten von simplen Alpträumen bis zur gefährlichen Präsenz aufgebotener Geister, die aus der Erde nach oben gerufen wurden oder aus den Wänden traten, um die Art von Verwirrung zu stiften, die dann zu einem Unfall führen konnte.

Was sie aber sah, war Staub, von dem sie glaubte, das er ebenso alt war wie sie selbst. Er bedeckte zentimeterdick den Boden, tanzte vor den Fenstern im einfallenden Sonnenlicht und legte sich auf die zurückgebliebene Einrichtung, die aussah, als wäre sie älter als das Haus. An den Wänden klebten Salzablagerungen, aber das Meer hatte hier keinen Anspruch geltend machen können. Die Trockenheit war keines natürlichen Ursprungs.

Vielleicht wollte das Haus nicht, dass sie einen Brunnen grub, aber genau das würde sie tun, dafür war sie hergekommen. Es begagte ihr nicht, den Staub zu beseitigen und deshalb ließ sie sich Zeit, hörte auf das Ächzen und Stöhnen der Konstruktion, auf ein Zeichen des Missallensm, aber es gab nichts dergleichen. Allerdings war sie nicht verwundert darüber, keine Wasserleitung im ganzen Haus zu finden. Selbst der Abtritt oben unter dem Dach war eine trockene Röhre.

Das Haus verabscheute das Meer und das Meer zog sich zurück. Nur manchmal kamen die Tatzen zum Vorschein, wollten einen Körper aus den Wellen ziehen, der auf das Haus zugekrochen käme, aber noch gelang ihm das nicht.

Die glatten Rinnsale

Dieser Artikel ist Teil 9 von 36 der Reihe Gespenstersuite

Die Fahrt zum Leichenschauhaus verlief ohne Zwischenfälle, kein Ast verfing sich im Getriebe und niemand choreographierte einen Untergang. Auch wir müssen den Abschied an den Händen halten (mit etwas Nagellack sind seine Finger wieder schmuck). Die Wände schwitzen ein brutales Rot.

Gespenster = Gespinster = spenstig = Gespinst = spinnen, weben, walken, wenden.

Noch einmal: die Trompete schallt (ich sag’ es dir),

die Trompete schallt (nicht fern von hier).

Da hast du sie, diese feindlichen Wände um dich herum, diese schwitzenden Brutstätten des nächtlichen Wahnsinns. Sie sondern ein Flavor künftiger Ereignisse bereits in den Morast vor der Tür.

Jedes Steinchen kennt das Wagnis, von einer Pfütze überwältigt zu werden.

Auf dem Grund hurtiger Luft.

Zementbläue bleicht den Blues. Simsala=Peng.

Bis zu einem gewissen Grad kann ich es hupen hören, dann aber verschwindet die Nacht in goldenen Pumps und schleift ihr Rückgrat hinter sich her.

Ich lebe nirgends, ich habe wirklich kein Heim.

Krettich (Vom Werden älterer Geister)

Dieser Artikel ist Teil 7 von 36 der Reihe Gespenstersuite

Man gerät in des Geistes Grummeltopf und hält sich den Schädel mit einem Stumpf. Der Torso wird überwacht von Schatten, die sich die Schuhe binden als hätten sie es gelernt.

Das ist nur ein kleiner Weg, aber er wird breiter und tut es den bekannten Flüssen nach. Von der anderen Seite schallt das Horn; Schaluppen quälen sich durch Hindernisse, die Münder zum Gesang bereit.

Die finsteren Gebäude schwanken in ihrem violetten Licht, geworfen von schweren Sekunden, die von Polstern prallen. Ihre Streuung scheint leblos, doch die Täuschung kann das Gefühl nicht negieren, es mit einer antiken Täfelung aufnehmen zu wollen. Aus Gesichtern tropfen dann und wann Tränenperlen, je nachdem, wer sie geschnitzt hat, und wer dann in den Feierabend hinaus lief, ein Gasthaus seiner Wahl besuchte und die Stube mit dem Dreck an seinen Stiefeln beschmutzte.

Morena

Dieser Artikel ist Teil 2 von 36 der Reihe Gespenstersuite

Morena erschien mir von unserer ersten Begegnung an als eine überirdische Schönheit und es darf nicht verwundern, dass sie, die auf einen uralten Stammbaum zurückblicken konnte, im besten Alter für eine Frau, noch nicht geehelicht wurde. Merkwürdig waren die Geschichten, die man sich über ihre Schönheit erzählte und erste ernstgemeinte Avancen kamen wohl aus Furcht nicht zustande, denn man wusste in den sie umgebenden Kreisen sehr wohl, dass man sich immer auch den Ahnen zu stellen hatte, die das Geschlecht einst groß gemacht. Wehe dem, der sich nicht als würdig erweisen sollte, der zögert, wenn es gilt, nach vorne zu stoßen oder der, andersherum, voller Übermut eine ganze Bresche allein zu füllen versucht. Ich war weder von der einen noch von der anderen Sorte und wurde wohl von ihr angehört, weil ich weder stürmte und drängte noch die übliche Furcht vor ihrer Aura zeigte. In ihrer Nähe wurde ich stets von einer Kraft erfasst, die mir ermöglichte, philosophische Höhen zu erklimmen und etwa über Jakob Böhme, der bei diesen Gesellschaften zu dieser Zeit gern diskutiert wurde, zu parlieren, als wäre ich je ein Studiosus gewesen und hätte die Aurora mehr als nur gelesen. Morena bedachte mich dann mit Blicken, die mich aufforderten, nur weiter so kühn von der alchimistisch-poetischen Machart zu sprechen und gerade den Gedanken vom Widerspruch als ein notwendiges Moment weiter zu verfolgen. So sprach ich oft vor ihr und ahnte nicht, dass ich gerade das, wovor sich die meisten fürchteten, heraufbeschwor.

Auf dem aus der Wand gewölbten Spiegel stand die Rechtfertigung gegenüber meines Verdachts, den ich vielleicht erst etwas später hätte äußern sollen.

»Ich habe nie …«

Dabei war dieser Gedanke nie ausgesprochen worden, meine hängende Mundpartie hätte sich gar nicht um die vorgesehenen Worte wölben können. Also schwieg ich.

Ich hatte sie im Raubvogelgehege stehen lassen, konnte mich nicht dazu entschließen, auf sie zuzugehen, beobachtete sie dabei, wie sie einen verbrannten Engel küsste. Aber das war es nicht, was mich veranlasste, ihr zuzusehen und mich dabei hinter einem gefiederten Baum zu verstecken. Meine Augen wären ihr dabei vielleicht nicht willkommen, und wenn nicht meine Augen, dann vielleicht ihr Blick.

Es waren ihre bandagierten Arme, die mich neugierig machten (den Engel erkannte ich, um die Wahrheit zu sagen, auch erst viel später), und nicht zuletzt ihr Atemgerät, das ihr aus dem Gesicht ragte wie eine Radarfalle. Da kannte ich sie noch nicht.

Später traf ich sie noch einmal, sie fiel mir durch ihr verräterisches Kleid auf. Ihre Maske hatte sie nicht mehr bei sich und auch ihre Arme waren ohne Wunden, die eine Verhüllung erforderlich gemacht hätten. Nur ihr Kleid und die Brandflecken darauf. Vor ihr auf dem Tisch stand ein Teller mit in Öl zerlassenen, kleinen Fischen – Sprotten, um es genau zu sagen. Der Ausgang war nicht weit, aber man wurde stets durch ein Schnellrestaurant geschleust, bevor man nach draußen kam. Die Tür öffnete sich erst, wenn man etwas verzehrt hatte (oder wenn man etwas zu Verzehrendes gekauft hatte; ob man es dann liegen ließ oder in den Papierkorb warf – es war pures Kalkül, dass es nur einen Papierkorb gab, so wurde an das moralische Empfinden appelliert – blieb der eigenen Strategie überlassen).

Ich sprach sie natürlich nicht an, aber ich schlenderte hinüber zu ihrem Tisch und grapschte nach jener Brust, die auf meiner Seite lag. Hätte sie die Maske noch getragen, hätte ich es nicht gewagt.

Ihr Teller zerbarst auf dem kargen Boden und die Fische schlitterten über die Fließen, als hätten sie es eilig, wieder zurück ins Meer zu finden. Aber sie fanden es nicht, verteilten nur das Öl und blieben liegen, wo sie waren.

Ich kann nicht genau sagen, was dann geschah. Erst jetzt erinnere ich mich an die krümeligen Reste ihrer Wimpern, die sie im Waschbecken hinterließ, an eine gesalzene Seezunge im Kühlschrank. Ich schaue mir ihre Handschrift auf dem Spiegel noch einmal an: »Ich habe nie …«

ich bin ein Ufer
das Schöne und das Wahre
sind getrennt

nach dem Ufer
beginnt eine neue Welt
wie immer

in welche Richtung
ist nur eine Frage
die einer am Scheitel stellt

Schwaden des Kesseldampfs

Dieser Artikel ist Teil 8 von 36 der Reihe Gespenstersuite

So lieben wir:
Wir kochen die magische Suppe ab, in der freilich auch ein Anteil der selten gefundenen Springwurzel schwimmen muss, und fischen nach den feisten Brocken, die nach oben querlen – alsda können sein: Knollensellerie, Porree, Pastinaken und Topinambur.

Es wäre nicht dasselbe, würden wir das Geschlampe nach Bauernsitte einfach über den Tisch in die vorgekerbten Tellermulden gießen, denn dann läge nur alles hingeschüttet vor uns, ohne den Reim, den wir uns über das Essen machen könnten.

Das Vergnügen aber, in den warmnassen Schwaden des Kesseldampfs zu stehen und mit starren Augen in der Hitze herumzufummeln – hier eine Wange, dort sogar ein Lächeln in den Wogen des kochenden Wassers zu entdecken, das unser Gemüse bald an die Oberfläche wirbelt, gleich aber wieder nach unten zieht – bereitet uns die natürliche Freude des Schwerenöters, der nach den wirklichen Wölbungen in schummerigen Hirtenhäusern Ausschau hält, aber nichts sieht außer Kerzen und Lampen, und sich so das Seine selbst zusammenspinnt.

Das Schneeberg-Habitat

Dieser Artikel ist Teil 1 von 36 der Reihe Gespenstersuite

Hoch auf den Schultern des Landes saß der Berg, so dass er noch ein Stück höher reichte und deshalb wesentlich mehr sah als angenommen.

Wenn er sich bewegte, tönte aus seinem Inneren ein heulender Ton, ein Schnaufen lang zurückliegender Zeiten. Es gab kaum Platz an seinen starken Flanken, kaum ein Emporkommen an den Splittern seiner Gegenwart, und seine Krallen waren finstere Bäche, die in Kavernen hinabstiegen und nicht an den Wiesen interessiert waren, die ihnen schöne Augen machten und über Nacht verschwanden. Sie stiegen in ein anderes Tal und brauchten nicht lange für ihre Entscheidung.

Ein Ornament, schöner als ein Filzhut, blieb zurück und drückte sich tief in die Erde, die ihre Stirn zu runzeln verstand. Diesen Berg bestieg ich aufgrund einer Vorahnung, ein Zeichen, das ich am Grunde eines Suppentellers sah. Es könnte Regen geben und es könnten sich neue Bäche bilden, es könnte ein neues Feld entstehen, abstrakte Muster, die zu lesen waren, wenn der Gipfel nichts dagegen hatte, wenn die Turbulenzen etwas nachgelassen hatten. Noch war die Zeit nicht vorbei, Zöpfe pilgerten die Wangen entlang, blaue Augen starrten in die Nacht aller Nächte hinaus. Ein Bild keiner Sonne. Ein eingerahmter Pflug. Das Schwert vergessener Fahrten. Noch zürnten die heißen Lippen, aber schon tranken sie die nächste Tasse eines fürchterlichen Wimmerns. In den Hütten blieb es still. Der Schlaf ging um und rührte nicht an den Geheimnissen, den unverschlossenen Türen, die in kleine unbenutzte Kammern ohne Fenster führten. Auch dort hingen die Träume bündelweise von der Decke, jeder von ihnen mit einem Preisschild versehen.

Ein Schneedämon, der sich von Fleisch ernährt, um danach in die Wälder zu verschwinden, um sich das eiskalte Schnütchen mit jungen Fichten zu putzen, quergelegt und weich. Die Förster hielten das abgescherte Bäumelein für Windfraß, das Schneelager für Holles Bettenzelt, das Bluträtsel für füchsisches Treiben, das Kochfeuer für Magie. Man erzählte es nicht in der Kneipe, sagte nicht: Ich habe heute im Wald einen Herd entdeckt, Nierengulasch war noch übrig, aber ich wollte nicht riskieren, dass dieser weiße Riese erwacht und mir vielleicht Lungen und Herz abfrühstückt.

Gedankenmätzchen (nicht das erste)

Ich käme an mit einer Tasche ohne Gold und würde mir das Weibchen abspenstig machen, so mit zwanzig mich besuchen, um mich nicht mich mögend wieder in die Vergangenheit zu verziehen.

Die Vergangenheit sah so aus: Ich schrieb Gedichte auf meinen Körper (so weit die Stifte trugen) und präsentierte sie der Fotolinse. Wir sprechen von 1991 und mein erster Buch kotete gerade die Stufen voll.