Aton

Dieser Artikel ist Teil 16 von 36 der Reihe Gespenstersuite

Ich muß durch alle dunklen Zeiten, meine Türen sind geschlossen und lassen den Wind nicht mehr herein. Die Türen sind geschlossen, ich verlasse mich durch das Fenster in den Hinterhof hinaus, darauf bedacht, dass niemand mir begegnet oder zumindest niemand mich jemals wiedererkennt. In den Gedichten steht der Grund, sich neue Masken zu schnitzen, steht der Grund, sie zu vernichten. Worte, die mehr mit mir gemeinsam haben als mein eigenes Fleisch. Ich koche daraus die Suppe einer Agonie und leite den Enthusiasmus von mir fort, von ihr und ihr fort, suche ein unbescholtenes Wesen, das mich trifft, ein magisches, wissendes Wesen, nur vergiftet durch eine Melancholie, der meinen ähnlich. Lass uns unser Gift zusammentun und im Todeskrampf erstarren. Ein ewiges Denkmal des letzten Ausdrucks.

Begegne mir in den streunenden Gassen. Wie der wilde Schatten geboren im Schwanenteich. Anrührend ein Lied, die Skulptur des Atempfahls. Ich bin das goldene Element strickaufwärts. Im Knoten verborgen. Im Rausch untertags. In der Nacht dandyblass, der Ermangelung des Lichts wegen blass, der Begierde, dem Stahl, dem steinweichen Kauen, dem Kauern und Balgen an sonnigen Ufern, geschehen in Zeiten des Sonnenbeweises: Du Aton, du Aton, du Aton, du Aton (reprise). Die Dächer der Höhlen schaust du an, sperrst auf wie ein küssender Mund aufsperrt Lächeln.

Veröffentlicht von

M.E.P.

Wenn es kein Buch ist, dann ist es ein Hörbuch. Und wenn es kein Wort ist, dann ist es der Jazz.

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