Trügerischer Ballsaal

(Erster Absatz der Erzählung „Das süße Gift der Adoleszenz“, überarbeitet und herausgelöscht)


Da sind die schauerlichen Erscheinungen der verblichenen Ahnen, die Sauerkirschblätter oder Goldregen in ihren Porzellanpfeifen paffen, ansonsten aber still in ihren jeweiligen Ecken stehen, von wo aus sie alles überschauen können, was sich ihnen nähert oder von ihnen entfernt. Sie riechen trügerisch nach Puderzucker, dem einzig schmeichelhaften Firn, an den sie sich noch erinnern können. Komm schon, hübsch herüber! Auf allen Kuchen liegt der weiße Staub. Nimm dir nur und nimm dir weiter! Wir waren bereits all das, was du heute bist. Wir hatten nur die Dinge, die uns betrafen, nicht so sehr aus den Augen verloren. Ein Traum, den man nicht selbst ruft, ist eine schäbige Pflanze, die unter strengem Regen bricht. Ich erwache, sobald ich ein Ende erreiche, an dem die Wirklichkeit in ihrem trügerischen Ballsaal wartend zu erkennen ist.

Die Nacht

Die Nacht –
manchmal glaubt man, sie sei ein lebendiges Wesen. Sie bewegt sich, und wer ständig in Bewegung ist, hat etwas zu verbergen. Woher sollte diese Rastlosigkeit sonst kommen? Aber lassen wir die Nacht in ihrer bizarren Formlosigkeit verharren. Sprechen wir lieber von dem, was sich in ihr befindet – oder hinter ihr.

Die Nacht
ist ein Zauberer, gleichzeitig ist sie der Theatervorhang, der sich hebt und die Scheinwerfer auf das fallen lässt, was sie auf der Bühne schon vorbereitet hat. Wegen ihr kommen die Zuschauer in Scharen, wegen ihr zahlen sie jeden Preis. Die Nacht spricht durch Symbole, nie benutzt sie ihre eigene Stimme. Sie imitiert Ängste und verdrängt Gelüste.

Lebensgeister

Es ist da, das absolute Wagnis, alle sich überschlagenden Ereignisse miteinander zu verweben. Zeitturbolenzen treten an verschiedenen Stellen des Lebens gehäuft auf.

Ich passiere Sandbänke, die wie Walrücken aus dem Ozean stechen, ruhigere Gewässer waren das, als ich noch mit mir selbst Karten spielte, das Würfelglas hob.

Jetzt schreckst du aus dem Schlaf. Dir gilt das Hochzeitslied, dir gilt der Riß, dir gilt das zertrümmerte Türchen, macht hoch das Tor, das Tor mach weit; struwelpeterst im Bett, beginnst betäubt von Liebesträumen wie wild geworden zu schreien, gehst mühelos über das hohe c hinweg. Die menschliche Stimme, welch Zauber, der Einbruch in eine sichere Umgebung.

Ich ziehe es vor, eine Skulptur zu formen, nehme mich der Salzsäule an, Sodom und Gomorrha im Schlafzimmer. Wie klar ich sehe, als würde ich träumen. Das enthauptete Huhn flattert noch einmal auf und davon.

Kenorland

Träne um Träne, eingeteilt in große und dicke und zarte Wasserperlen. Man nannte sie Namen wie Elfuhrdreißigtränen oder auch Vierzehnuhrtränen, Abendtränen, Nachttränen. Schmachtende Wasserfälle waren das, die infantile Verwandlung eines einfachen Kissens in ein zu huldigendes Herz. Hingebeugt in den Herd der Unruhe: gutes Kind, hast nie vergessen, wie man den Wahnsinn kultiviert. Ich aber gleite weiter, ich bin bereits nicht mehr einzuholen. Niemand, der ein Wort an mich richtet, da draußen ist keine Welt, wir alle sind Gespenster.
Es überlebt kein Wetterfrosch, wenn Asche niederfällt; die Nüstern der Stuten wittern das Feuer, das nicht mehr existiert. Filigran der Beischlaf heute Nacht, das geöffnete Fenster. Ich blicke hinaus, der Unsterblichkeit ins Gesicht. Ist aber der Mythos voller ewig gültiger Wahrheit, bleiben unsere Aussagen Hypothesen, die sich ständig erneut vor der Empirie zu bewähren haben, doch der Mythos (im Gegensatz zu den sich ständig verändernden Aussagen der Wissenschaft) hat nichts von seiner Kraft eingebüßt, seine Motive sind konservierend und nicht expansiv. Unter den Gehörnten will ich speicheln wie ein Gott. Da draußen ist keine Welt, wir sehen die Gespenster der Gaslaternen, der Strommasten, der Kraftwerke, der Windmühlen. Wir sehen einen Stall, in dem abgetragene Schuhe stehen. Auf die Tische, ihr barocken Engel! In unserem Herzen lebt ein Wurm; wir kaufen ihm die Trauben ab. Vor unseren Türen tobt ein Sturm, es gehen Schatten auf und ab und über das gespreizte Feld von Annas Flügel fegt ein wolkenreicher Himmel. Die Asche ist kühl, das Porzellan hat Flecke. Komm, setz’ dich! Komm, setz’ dich ins kalte Neon, ins geflutete Tal!
Wir ließen Berge schwimmen.
Die Schattenrose blüht.
»Sie sind doch noch ganz Ohr?«
Ich bestehe aus nichts anderem.
Die festliche Umrandung nur gehauchter Worte, das Brausen des Ozeans, Mirovia um Kenorland, gischtende Syntax, Bilder im semantischen Kreislauf, Autopoiesis. Siehe : ich schmettere felswärts, reinige mich der Lieder, sehe mir Bilder von ihr an, den Stuhl, auf dem sie saß.
Dinge verwandeln sich stetig vollständig mit ihrer ganzen Form aus dem Haus ging ich, um eine Salatgurke zu kaufen, unterwegs dachte ich daran, noch Orangensaft dazuzupacken aus dem Orangensaft wurde ein Fass Wein, aus der Salatgurke Toast und Ananas und Schinken und Käse und man kann es auch nicht ändern, die Gegenstände zerfließen förmlich.

Ist das nicht ein Lied für dich?

Die Türen klappern und die Eulen kauzen, sie erledigen ihr finsteres Mahl. In den Katakomben wären sie die Herrscher der klandestinen Welt, auf den Bäumen sind sie die Augen der Nacht, denen das Flirren der vom Irrlicht angestrahlten Insekten die Straße in den Nebel ist.

Aus den Schornsteinen schälen sich die Gespenster der Holzrinde in hellgraue Mäntel. Ihr Ziel ist, wie so oft, das Nirgendwo.

Nur mich treibt es über das unebene Plastrum hinaus, und ich wundere mich, dass ich unbehelligt fliehe, ohne ein forsches Tempo anzuschlagen, ohne die unzureichenden Sinne auszufahren, um die Schatten zu deuten, die gemütlichen Gerüche, die aus schlecht schließenden Fenstern schleichen, von den ätzenden Salben der Gefahr zu unterscheiden. Das stille Wunder der Nacht verschluckt mich an Ort und Stelle, unsichtbar, weil ich mich unsichtbar denke. Nur die Arglosen sowie Kinderseelen könnten mich jetzt noch entdecken, wie ich mich aufmache in die jenseitige Welt, die für mich nicht schwer zu erreichen ist durch das Pfand, das ich bei mir trage.

Aber auch die würden mich nur in einem Traum wie ein Schemen finden, das Grauen in ihnen auslöst ohne Grund, so dass sie sich weigern, allein zu schlafen und darum bitten, es möge eine Kerze scheinen, ihren Atem bewachen, die Tür angelehnt, die Schränke verschlossen, denn vielleicht kröche ich aus dem Gewühl des Unaufgeräumten.

Ohne Grund, nur aus der tiefen Ahnung des Todes heraus, den sie in Gedanken vorwegnehmen und sich damit Zeichnen all ihr Leben lang. Es wird dieses Bild sein, das sie auf ihrem Sterbebett imaginieren, das ihnen sagt: »Alles ist bar jeder Hoffnung. Kein Licht wird dich erretten, wenn du fällst in meine dunklen Schwingen!«

Nichts Sensationelles gebührt mir, keine Chronik verbindet meinen Namen mit Papier, ich fürchte gar, man sieht mich an und vergisst mich gleich beim nächsten Augenniederschlag. Wie schwarze Materie vermutet man mich in leeren Häusern, verlassenen Orten; man spricht mit mir über die Wunder dieser Welt, als wäre ich ihnen näher. Doch ich bin nur der Wanderer, der flieht, auch wenn niemand sich hinter mir zeigt.

Der Mensch und die Paarung ertragen Intensität nicht lange; wie aber steht es mit dem Gedankenerwecker?

Ich folge den orphischen Vasallen, die in ihrer Sangeskunst Melodien aus Gedanken formen, die ein tanzendes Wort ergeben. Aus der Höhle erster Dunkelheit heben vergessen Zorn und Sein, Gespenster, die im Geisterrauch den Mund nicht brauchen. Da bist du, trägst uns durch dein Flötenspiel dem Hafen entgegen, den flaschengünen Nixen zu, den sonnenlosen Reichen, die keine Formen missen lassen.

Man weckte den Toten, der schlief. Ist das nicht ein Lied für dich?

Täusche das Auge

Sagst du denn, ein jeder, der stirbt, der will es auch oder der soll oder der muß, was ist denn der Tod, gegen den wir kämpfen in Ermangelung des Herzens Schau, und ist denn der Tod das Ablegen des Körpers, plötzlich oder vorbereitet oder warum weinst du? oder wissen wir nicht, daß wir das Wasser sind und meine Hand bald deine Hand sein wird und mein Gesicht auch dein Gesicht, nirgendwo die Kraft, als hier, haben uns zwischen das Vergehen gemischt (vorher beobachtet) da können wir hindurch gehen, wir müssen schnell sein (die mahlenden Wände wie Backenzähne) wir müssen schnell sein in der Zeit (ich mache dir zum letzten mal den Wein auf) oder warum weinst du? dort ist doch nichts, ich bin mäandert, ich schrieb, Vorläufer des Schriftstellers sah ich am Pulte zerhockt, wurzelschlagend Briefe verfassen. Secretaire á la mode in verschiedenen Gattungen der Malerei Still=Leben, Trompe-l’œil, Vanitas-Bildchen wurden allein die Gegenstände der Schriftkultur ohne die Gegenwart eines Menschen, gegeben, oft ganze Ensemble von Schreibgeräten- und formen, neben dem Manuskript (Ozean) Feder Federmesser Brieföffner Tintenfaß Wachsstange Notizbuch Brieftasche versiegelter Umschlag und versiegeltes Memorandum, neben den Druckschriften ein Kupferstich und ein Almanach oder warum schreibst du? unsere Erde wäre nichts als ein düsterer Kerker, wenn wir nichts von der Macht des Geistes wüßten, Geschichte sowieso ist ein Gewebe aus Unsinn für den höheren Denker, Amru, der muselmanische Eroberer von Alexandria
(mit der umfangreichsten Bibliothek des Altertums) benutzte die Schriftrollen als Brennstoffvorrat für die Heizung der viertausend öffentlichen Bäder der Stadt oder warum schreibst du?
(in Ermangelung des Herzens Schau) für Ägypter, Mesopotamier und Homer war das Herz der Sitz der Intelligenz, Demokrit aber sah im Hirn den Wächter der Gedanken, die Leber als Sitz der Begierden die Lust am Orientierungsverlust, am Gebrochenen, Reflektierten, Raffinierten und Auflösenden. Plato gliederte die Seele in drei Teile, Aristoteles fror das Denken ein : ‚Das Gehirn besteht aus Wasser und Erde‘ (aus Wasser und Erde ?) – ‚Es ist ein Kühlaggregat, um die Temperatur des Blutes zu senken und den Schlaf einzuleiten‘ (den Schlaf einzuleiten ?) umgibt man sich (folgerichtig) mit den klügsten Köpfen, geschieht es, daß man sich mit ihnen im Traumdialoge mißt, da tafeln wir des öfteren (Abstinenz ist unsere Sache nicht) bis uns recht schlecht von der Völlerei geworden ist, Minne zu erwerben, das ist ja des Dichters Sinn, wir nennens heute Liebe, meinen aber Magen. Im 17. Jahrhundert führt Descartes die einzelnen Komponenten wieder zusammen und brachte sie in der Zirbeldrüse unter, er war der erste, der den Körper als eine Maschine sah (die mahlenden Wände wie Backenzähne) verglich ihn mit einer Orgel, in deren Pfeifen die animalischen Instinkte zirkulieren
(‚Three More Quarks for Mister Mark‘ / Joyce)
übern Tischrand dieser Erde wölbt der Sonnerich sich halb, in all Getöpfe faßt die lichte Hand, in Weidenkörben goldets auf – auf Heldenfeldern trocknet s Laub und zischelt beim Verwehen : ‚Oh Serpentina, hier entlang, oh Serpentina, dort!‘
Ich sah sie nicht am Fenster stehn noch über die Schulter schnurrn, ihr Schritt tickt immer weiter fort, es atmet kaum ihr Schuh, heraus blitzt neonfarben neuester Tand und Modeschlick, wer’s nicht hat (Acht und Bann) verwest sind ihre Schritte halb schon auf dem Asphaltschwarz, mich geht die Gier fürs Neue an, wohin wird sie mich wehn.

Standort : Amsterdam 1987 in den Grachten mit einem Koffer voll früher Gedichte.

Die nackten Ufer des Strandes

An den nackten Ufern, festgestampfter Sand und nass, stehe ich und rufe dich: Komm!
Du willst ankern, aber nirgendwo ist das Land fest genug, nirgendwo ist die Zeit stabil, eine Lücke, wo wir stehen. Fische erhüpfen sich kristallene Insekten, die Wasseroberfläche kocht. Ein Huhn ohne Kopf, vom Hunger der Menschen gerichtet, flappt gegen die Sonne, eine Mücke im Licht. Der Wille ist ein letztes Aufbäumen, der Kopf auf dem Hackstock döst. Ein Huhn, ein Ikarus, ein Sonnenstrahl. Der Kopf liegt auf dem Hackstock und döst, aber sein Körper flattert nach Süden, fällt über einer Holzwippe zu Boden. Sie zieht ihre karierten Strümpfe über ihre weiße Haut, trägt nichts mehr außer ihrem Flaum, der sich im Wind, der das Huhn noch einige Meter durch die Lüfte wirft, aufrichtet. Angelruten stecken fest in der Erde. Komm! Mit dem Blut werden wir uns reinigen von der Reise, die hier endet. Ich halte die Axt, die uns stützen wird.

Vom Verschwinden

Das Verschwinden um uns herum ist bizarr. Es beginnt mit Kleinigkeiten: ein Café wird aufgegeben, die Adresse eines Freundes stimmt nicht mehr, oder die Erinnerung verblasst und reiht sich ein in die Prozession toter Clowns, die von der anderen Seite winken. Sie tun das nur in einer Stadt mit Fluss, wo sich das Rechts vom Links trennt, oder das Nord vom Süd. Gemeinhin nennt man das Verschwinden auch Veränderung. Die Worte sind jedoch nicht dasselbe; die Veränderung kann ohne Verschwinden auskommen, auch wenn trotzdem ein bestimmter Teil nicht mehr vorhanden ist, das Verschwinden aber hat etwas Geisterhaftes in seiner veränderten Form und bedeutet einen völligen Verlust. Ich kenne das Verschwinden sehr gut, es widerfährt mir in so vielen Gesichtern.

Die Gefilde Roms

Numa Pompilius, der sich mit der Nymphe Egeria verbuhlt hatte, studierte nicht wenig die Weisheiten der Assyrer. Er besaß von ihnen nun die Kunst der Erzeugung und Lenkung des Blitzes. Aber bereits sein Nachfolger im alten Rom, Tulius, lenkte den Blitz so schlecht, daß er von ihm erschlagen wurde und somit das Geheimnis verlorenging. Wenn es heute über mich hinweg donnert, dann zögere ich nun nicht mehr, der Karte zu folgen, die sich durch das Blitzgewitter erkennen lassen wird. Dahin habe ich mich gebracht, und all die angehäuften Schriften waren nur mehr Klatsch gegen die echten Grimoiren, Bücher, die so unscheinbar waren, daß man sich nicht einmal ihres Autors versicherte, sie nicht einmal in die Hand nahm; in so einem schlechten Zustand fanden sie sich. Um als Zauberbücher auch wirklich erkannt werden zu können, müßten sie jedoch auch mit ihrer Fertigung prahlen, man muß ihnen gleich ansehen, daß einen der Geist darin völlig erschlägt, man muß dem Buch ansehen, daß man es nicht begreifen wird, die ausschwitzende Aura muß das Gelüst nach Jahrhunderten entfachen, in die hinein wir uns dann breitbeinig zu stellen wagen, um zu rufen : »Kommet, ihr Weltgeschichtler! Streunt an mir vorbei! zwickt mich in mein fettes Hinterteil, ich will denn auch meinen Arsch aus der Träumerei erwachen sehen! – hier wird jetzt in die Geschichte hinein geschissen, geradewegs hinein in Napoleons Schlachten kacken wir! – in die Gefilde Roms hinein!«

Die Kußkelbertate

Wenn’s uns mit dem Kuss so ergeht, als wär’s zunächst ein Gruß von Innigkeit, sind wir vom Schlemmerwort ›Lecktschmandt› nicht mehr weit entfernt. Die Kußkelbertate ist nicht weit von der Hintertür entfernt und uns soll jetzt gar nichts anderes jucken als den Kuss auch auf die Liebe zu verweisen – mit deren Intension wächst auch die Bezeichnung des Kusses selbst.

Der Gruß von Innigkeit fliegt meist nur durch die Luft oder wird angedeutet, der Kuss der Verehrung wird uns erst die Brücke basteln, die bereits das Lustgefüge gewähren lässt, also bereits den Wechsel zwischen Gruß und lippender Inbesitznahme für das eigene Empfinden meint.

Bossen, Guschl, Tunsch, und Schmatz sind nur einige seiner sonderbaren Namen, und wo immer wir auch den Gruß des Kusses finden mögen, soll nicht das darin ausgedrückte Besiegeln von Frieden und Freundschaft uns für den Moment interessieren, sondern das Schlemmen des anderen, geliebten Parts. Da wird es nicht wunderlich sein, wenn selbst das höhere »Leck mich« doch eigentlich den Kuss bezeugt, denn ob man einen Arsch nun leckt oder küsst, macht der Frivolität keinen Umstand.

In Wahrheit geht das Küssen an der richtigen Stelle bereits notwendig in ein forderndes Schlecken über, das nun auf Speisʼ und Trank – du bist mir also Speisʼ und Trank – verweist, auf das Vernaschen. So wird deutlich, dass jemand von der Lust und von der Liebe zu leben vermag, er nascht vom dargebotenen Leib der Inbrunst, der Brunft; von der Aura des oder der Geliebten wird er sich be=essen.

So wie ebenfalls der Thanatos dem Eros nicht weit, so ist es auch das Essen aus dem Munde. Die orale Befriedigung des Kindes ist auch die Befriedigung des neuen Zustands der Liebe.
»Gott, wie bin ich beschmetterlingt!« (– statt ›beflügelt‹.)