Auch wenn meine Eltern vielleicht bestreiten würden, dass ihre kleine Tochter Filme wie Der Exorzist, Omen und viele der Stephen-King-Verfilmungen (Cujo, Carrie, Christine) gesehen hat, haben sich Bilder und Szenen aus diesen Filmen unauslöschlich in mein Gedächtnis eingebrannt wie die schlimmsten Alpträume. Und ich bekam genug davon nachdem ich diese und andere Horrorfilme gesehen hatte: den Alptraum vom tollwütigen Hund, den Alptraum vom Dämonenkind, den Alptraum von angreifenden Vögeln, den Alptraum vom Mädchen, dem Blut über das Gesicht läuft. Man sollte meinen, dass mich solche Erlebnisse schon früh vom Horror abgehalten hätten, denn wer hat schon gerne so viel Angst, dass sie einen wie Freddy Krueger durch die Träume verfolgt?
WeiterlesenKategorie: Horror Vacui (Seite 2 von 4)
eine der frühesten übersetzungen waren jene artikel unterschiedlicher autoren, die sich mit dem horror auseinandersetzten.
Vor zwei Jahren bin ich in eine Kleinstadt mit 8.000 Einwohnern gezogen, 20 Meilen von der Grenze zwischen Kansas und Missouri entfernt. Hier kommen die meisten Leute nur vorbei, weil sie woanders hin wollen. Wer nicht hier wohnt, kennt wahrscheinlich nur den Truck Stop am Highway, wo man tankt oder einen Snack zu sich nimmt. Für eine ganze Weile ist das der letzte Vorposten der Zivilisation, den man sieht.
WeiterlesenTerror ist das Gefühl der Angst und der Besorgnis über die Möglichkeit von etwas Schrecklichem, während Horror das Entsetzen und die Abneigung ist, das Schreckliche tatsächlich zu sehen.
Es ist zwar allgemein bekannt, dass das Ziel der Kunst darin besteht, Emotionen zu wecken, aber das Vokabular des kreativen Schreibens spiegelt dies nicht immer wider. Handwerkliche Essays lehren uns Dutzende von Begriffen für Figuren (Foliencharakter, Bestand, Antagonist, Antiheld, etc.) und Handlung (Höhepunkt, Auflösung, Wendung, Nebenhandlung, etc.), hinterlassen uns aber nur ein paar schlecht definierte Wörter für die tatsächlichen emotionalen und psychologischen Auswirkungen eines Werkes auf den Leser.
WeiterlesenMeine 85jährige Mutter, die seit August 2017 in einer Pension und Pflegeeinrichtung lebt, erzählte mir kürzlich eine bemerkenswerte Anekdote: Als ich elf Jahre alt war, gab es eine große Geschichte in den Nachrichten über ein vermisstes dreizehnjähriges Mädchen. Eines Tages entdeckten Mama und Papa das vermisste Kind auf der Straße und brachten es nach Hause, wo es einige Tage bei uns blieb, bis die Behörden es wieder zu ihrer Familie brachten. Was dieser Geschichte ihre eigentliche Pointe Ende gab, war die Entdeckung meiner Mutter, dass eine der Bewohnerinnen in dieser Pflegeeinrichtung genau dieses ehemalige kleine Mädchen ist.
Weiterlesen„Humorvoll, das ist der einzig ehrliche Weg, um eine traurige Geschichte zu erzählen.“
―Jonathan Safran Foer
„Je länger und aufmerksamer wir auf eine lustige Geschichte blicken, desto trauriger stimmt sie uns.“
―Nikolai Gogol
Vor einigen Jahren besuchte ich in Toronto einige Lesungen. Eine der interessantesten Phänomene, die ich dort beobachten konnte, war, dass immer dann, wenn jemand, der zu lesen begann, vorher erklärte, dass es sich dabei um eine Horrorgeschichte handelt, sich der Effekt unmittelbar zeigte: die Zuhörer gingen in die Abwehrhaltung, sie verschränkten ihre Arme, lehnten sich auf ihren Stühlen zurück, begannen die Stirn zu runzeln. Nun waren viele der Zuhörer selbst Autoren von Horrorgeschichten, also war das kein Zeichen von gänzlichem Missfallen gegenüber diesem Genre, wie man vielleicht vermuten könnte. Die Hörer schützten sich selbst. Ihre unmittelbare, einheitliche Reaktion war, sich emotional von der Geschichte zu distanzieren. Niemand von ihnen wollte sich fürchten.
WeiterlesenIch erinnere mich nicht daran, dass ich Hexen fürchtete, als ich aufwuchs. Stattdessen fürchtete ich die Männer, die sie verbrannten. Als merkwürdiges, tyrannisches Kind, das Magie immer für selbstverständlich hielt, nahm ich stillschweigend an, wenn die Hexenjagd jemals wieder beginnen würde, wäre ich nicht sicher. Jemand würde mich schnell als „falsch“ erkennen und an den nächsten Scheiterhaufen binden.
WeiterlesenH.P. Lovecraft schrieb einst den berühmten Satz:
„Das älteste und stärkste Gefühl der Menschheit ist Angst, und die älteste und stärkste Angst ist die Angst vor dem Unbekannten.“
Ich bin weit davon entfernt, dem Propheten aus Providence zu widersprechen, will allerdings anmerken, dass die älteste Angst die Angst vor dem Tod ist. Das Unbekannte ist in der Regel nur beängstigend, wenn Sie der Meinung sind, es könnte Sie verletzten – oder Schlimmeres. Unsere prähistorischen Vorfahren ängstigten sich vor einem Geräusch in der Dunkelheit, weil sie, oft aus gutem Grund, fürchteten, die Ursache des Geräuschs könnte sie töten. Und diese Urangst hat uns nie verlassen. Es steckt fest verankert in unseren Köpfen als ein Mechanismus der Selbsterhaltung. Die Angst vor dem Tod hat uns überleben lassen. Und sie hört nicht auf, uns zu faszinieren.
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