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Nachts sind alle Grauen katz
Es waren in den letzten Tagen viele Vorbereitungen zu treffen für ein erstes Aufschlagen im Fichtelgebirge. Für mich ist es eine Rückkehr nach sage und schreibe 10 Jahren. Veränderungen liegen geradezu in der Luft und es wird ein rechter Quark werden, mit der unsäglichen deutschen Bahn ins Ziel zu treffen (aber was ist in diesem…
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Flamboyant: 7 Madeleine Ledoyen
Beinahe hätte er es Ella gestanden, ihr von der Blumentapete neben seinem Bett erzählt, die dafür verantwortlich war, dass er an allem zweifelte, was als gegeben hingenommen wurde. Er stellte sich vor, wie er sagte : »Die Muster verändern sich, die Tapete ist organisch. Ich weiß nicht, ob andere es können, aber ich kann durch…
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Flamboyant: 2 Investigativer Journalismus
Die breite Fronttür sprang auf, Malte Buschbeck wehte herein, ein entwurzeltes Nachtschattengewächs, frappierende Ähnlichkeit mit einem Schaffner obendrein. Er orientierte sich kurz, durchschwamm den herabhängenden Chiffon mit dem Motiv ›Riesenblumen‹, der so etwas wie Grenzen symbolisieren sollte, und sein Gesicht nahm einen grimmig-erkennenden Ausdruck an. »So eine schöne Versammlung«, rief er durch den Raum. »Zeigt…
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Flamboyant: 1 Der Volontär
Im Januar dementierte der Bürgermeister Max Hager die Gerüchte, Wölfe könnten aus der Tschechoslowakei in das Fichtelgebirge gespült worden sein und Menschen angefallen haben. Das tat er schriftlich in schöner Sütterlinschrift, die in der Redaktion der Frankenpost erst einmal nicht entziffert werden konnte, bis man den verrenteten Chefredakteur Malte Buschbeck bat, seine Eisenbahn – den…
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Ich bin die Nacht: 13 Die Nacht hat Tausend Augen
Thamyris, dem die Musen in einem Wettstreit, den er verlor, die Leier zerbrachen und das Augenlicht nahmen : das ist mehr als Influenca, weil man früher an den Einfluss der Sternkonstallation auf den Ausbruch der Epidemie glaubte, und jetzt ist die Katastrophe (unsere Welt) ein Ergebnis des Wissens, das expansiv ist, und nicht konservierend wie…
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Hin und wieder zurück
Im Allgäu gewöhnt man sich im Laufe der Zeit an Pfeifen und Schnabel, das heißt, man gewöhnt sich an ein Leben, wie es die meisten führen wollen: goldene Wollmäuse brechen aus jeder Matratze, die Welt an sich ist ein ewig strömendes Fass. Ich selbst befinde mich seit 1994 in den unterschiedlichsten Gäuen und es ist…
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Pastoraler Hintergrund
Ich erarbeite mir gegenwärtig 1 Wortkunstwerk mit pastoralem Hintergrund, das also räumlich das Fichtelgebirge benennt, und zeitlich das ganze Wahrnehmungsspektrum, ausgehend von den 70er Jahren fächerförmig in den Geschichtsstrahl lenkt. Das bedeutet, dass einerseits die Jean Paul-sche Ästhetik der Abschweifung mit den modernen Techniken der (fälschlich) so bezeichneten experimentellen Schreibweise zusammenfällt, deren Ausführung mit den…