Der Mann ohne Namen (Die Geburt des Anti-Helden)

Als Clint Eastwood vom American Film Institute 1996 für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, sagte der Laudator Jim Carrey:

„Der Mann ohne Namen hatte keinen Namen, also konnten wir unseren eigenen einsetzen.“

2008 wurde der Man with no Name (bei uns oft als „Fremder ohne Namen“ bezeichnet) vom britischen Filmmagazin Empire zu einer der 33 bedeutendsten Filmfiguren aller Zeiten gewählt.

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Der Winter in der Fantasy-Literatur

Der Winter wird oft als die dunkle und unwillkommene Jahreszeit angesehen, und das ist auch verständlich – wenn man weit genug vom Äquator entfernt lebt, kann er längere Nächte, kalte Temperaturen, eisige Bedingungen, graue Gärten und blattlose Bäume bedeuten. Besonders hart kann es sein, wenn man kein warmes Zuhause hat, in das man sich zurückziehen kann. Doch die Jahreszeit hat auch ihre Reize: weiße Schneedecken, wärmende Feuer, herzhafte Mahlzeiten, dampfende Getränke und Feste wie Weihnachten machen sie zu etwas, auf das sich viele Menschen freuen. Diese positiven Aspekte können eine magische, fast fiktionale Qualität haben, die zweifellos durch Geschichten wie Dickens‘ A Christmas Carol, Märchen und Volksmärchen, in denen der Winter eine Rolle spielt, und die einfache Tatsache, dass warme Feuer und gemütliche Hütten die besten Schauplätze für fantasievolle Geschichten sind, hervorgerufen werden.

Doch so sehr Winter und Magie auch Hand in Hand zu gehen scheinen, in der Fantasy kommt die Jahreszeit nicht gut weg. Vielleicht liegt das daran, dass das Genre oft auf ältere Traditionen und alte Symbolik zurückgreift. In diesem Artikel wird darauf hingewiesen, dass viele vorchristliche Weihnachtsmärchen düstere, weniger fröhliche Elemente und Figuren enthielten. Die Heiden sahen den Winter als eine Zeit der Dunkelheit und des Todes, in der die Grenzen zwischen den Welten am schwächsten waren.

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Tyrion Lannister (Der Halbmann)

Die TV-Adaption einer der erfolgreichsten Fantasybücher ist lange zu Ende. Die Romanserie “Das Lied von Eis und Feuer” von George R. R. Martin wird es vermutlich noch länger nicht sein (es gibt sogar berechtigte Vermutungen, dass Martin die Serie niemals fertigstellen wird). In den Büchern geht es hauptsächlich um die komplexen und gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den großen Häusern von Westeros und um den “Eisernen Thron” des Königreichs, vor dem Hintergrund einer schleichenden, aber zunehmenden Bedrohung durch die “Wildlinge” des Nordens.

Im Wesentlichen finden wir hier eine Welt, die der des mittelalterlichen Europas gleicht. Es gibt Ritter in Rüstungen und mit Schwertern, und hier und da ein bisschen Zauberei. Es gibt viel Gier, Doppelzüngigkeit und Sex. All das neigt dazu, das dünne Furnier der Ritterlichkeit, die in vielen Fantasywerken dominiert, zu überwältigen und zu überschatten. Die Geschichte ist in vielerlei Hinsicht “moderner” und “realistischer” als die meisten genretypischen Vertreter. Hier werden die edlen Elemente eher wie eine Illusion dargestellt, die dazu da ist, die dunklere Seite der menschlichen Natur zu verdecken.

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Merlin (Die Blaupause aller Zauberer)

Wer immer da draußen Gandalf auf der Leinwand verfolgt hat (oder, noch besser, bereits in den Büchern), der sieht niemand anderen als Merlin. Selbiges lässt sich über Morpheus aus der Matrix-Trilogie sagen, über Obi Wan aus Star Wars, Dumbledore in den Harry-Potter-Romanen – um nur einige zu nennen, denn diese Liste ist lang und sie wächst beständig.

Merlins wiederkehrende Präsenz in der Science-Fiction und Fantasy zeugt von der Bedeutung dieser Figur für die Entwicklung moderner Mythen sowie von der hohen Relevanz in der modernen Popkultur. Er ist die Blaupause zumindest der meisten Zauberer.

Merlins Ursprung

Die meisten Menschen haben heutzutage zumindest einmal von Merlin dem Magier gehört. Sein Name gehört zu jenen, denen man im Leben nicht entkommen kann, selbst wenn man es wollte. Dieser mächtige Zauberer wird mit vielen magischen Kräften dargestellt, einschließlich der Kraft der Formwandlung. In der Mythologie wird er als Lehrer und Mentor des legendären König Artus beschrieben. Er ist die treibende Kraft hinter Artus, damit dieser überhaupt erst König von Camelot wird.

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Charlie Lovett: Das Buch der Fälscher

Das Leben eines Antiquars

Charlie Lovetts Roman „Das Buch der Fälscher“ erzählt eine Geschichte, die Buchliebhaber direkt ansprechen wird. Die fesselnde Handlung ist eine Art geisterhafte Liebesgeschichte, die nicht nur durch die schmerzhaften Neurosen ihres Protagonisten Peter Byerly bereichert wird, eines Mannes, der – als wir ihm begegnen – tief in der Trauer über den Tod seiner Frau Amanda etwa neun Monate zuvor steckt.

Der Protagonist ist ein Antiquar und fühlt sich mit Büchern wohler als mit Menschen. Wenn er mit den Sondersammlungen der Ridgefield University arbeitet, befindet er sich in dieser Welt der seltenen Bücher in allerbester Gesellschaft. Dort lernt er das knifflige Handwerk der Buchrestauration und auch einiges über das Fälschen von Büchern. Nach dem Tod seiner geliebten Frau führt er noch mehr das Leben eines Einsiedlers in England. Beim Versuch, sein Leben zurückzugewinnen, stößt er auf ein jahrhundertealtes Aquarell-Porträt in einem Buch über Shakespeare-Fälschungen, das seiner Frau Amanda verblüffend ähnlich sieht. Als Byerly nach dem Künstler des Gemäldes sucht, stolpert er über ein Buch, das – wenn es echt wäre – nicht weniger als ein literarisches Erdbeben auslösen könnte – den “Pandosto”, jenem Buch von Robert Greene, in dem sich eine der wenigen Zeugnisse, die wir von William Shakespeare haben, finden und das dem großen Dramatiker als Vorlage seines “Wintermärchens” diente. Dieser Fund könnte den ewigen Streit zwischen Stratfordianern (jene, die glauben, der ungebildete Shakespeare habe diese Werke wirklich alle selbst geschrieben) und Oxfordianern (jene, die glauben, ein anderer hätte diese Werke geschrieben und Shakespeare wäre nur ein “Strohmann” gewesen) für immer begraben, so es denn echt wäre, denn Shakespeare hat es mit unzähligen Randnotizen versehen, als er sein eigenes Stück daraus machte. Byerly versucht also zwanghaft, die Authetizität des Buches zu klären. Wie es aber bei einer Rätselgeschichte so ist, ist nichts wie es zunächst scheint.

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Samuel Bjørk: Federgrab

Ein ortsansässiger Botaniker stößt auf die Leiche eines Teenagers, der anscheinend Teil eines rituellen Mordes war. Die Leiche des Mädchens liegt auf einem Bett aus Eulenfedern und in einem Pentagramm aus Kerzen. Zusätzlich zu ihrem Mordfall haben Munch und Mia Krüger mit persönlichen Dramen zu kämpfen. Munch muss feststellen, dass seine Ex-Frau im Begriff ist, wieder zu heiraten. Mia wurde kürzlich vom Dienst suspendiert und ist psychisch nicht in der Lage, den Tod ihrer Schwester Sigrid zu verarbeiten und denkt darüber nach, sich das Leben zu nehmen. Munch gelingt es, Mia zurück in sein Team zu holen, um diesen Fall zu lösen, denn er weiß, dass ihre besonderen Fähigkeiten erforderlich sind, um den Mörder zu finden.

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