Lesen ist wie Reisen. In beiden Fällen verlässt man für eine gewisse Zeit seinen Alltag, kehrt erholt und im besten Falle begeistert zurück und bekommt dadurch eine neue Perspektive geliefert. Wenn Lesen Eskapismus ist, dann frage ich mich, warum Reisen das nicht weniger sein sollte. Der Vorwurf des Eskapismus kann nur von bösartigen und teuflischen Leuten vorgebracht werden. Das erinnert mich an denkwürdige Aussagen wie: „Furcht vor dem Feind“, oder „Fahnenflucht“, Begriffe der Kriegsmaschinerie und von Leuten, die wir heute zurecht aus tiefstem Herzen verachten. Das Gegenteil von Flucht ist Angriff. Sollte man wirklich die möglichen Macher der „Realität“ angreifen? Das halte ich für närrisch. Eskapismus ist die einzige Form des empfindsamen Menschen, in dieser Hölle, die uns umgibt, zu überleben. Und das sollten wir; wir sollten überleben.