Am Morgen

Die Reichhaltigkeit des Frühstücks ist im stets ruhig dahinfließenden Garten zu verorten, unter Glucken, hinter Eierbergen, der Hahn wandert auf den täglichen Blumen. Es begab sich, dass er dem zerfetzten Brot folgte; die Stille, in der nichts geschieht außer Stille. Der Frühstückstisch mit integriertem Wecker, eine Uhr, die (in der modernen Welt angekommen) Brote schmiert, durch eingestreute Gerüchte für aufmerksames Zuhören sorgt. Alles dreht sich wie in einem gurgelnden Bach. Alles verweht sich wie Sand. Die Nacht bricht entzwei. Die Zeiger öffnen sogar die Türen, vornehme Kleider über dem Unterarm. Am Morgen steckt da noch ein Rest Absolution in den Augenwinkeln, frisch gebügelte Gesichter nehmen ihre Plätze ein. Folgende Angebote: Froschcocktail, lebendig püriert, Schnecken, Schafsaugen in Tomatensaft, Leipziger Milbenkäse, Marmelade aus verbotenen Früchten, eingekochte Kaulquappen, ein Œuvre Complete ekelerregender, zutiefst menschlicher Küche. Welt drückt sich aus in einer obszönen Blüte, ein Regenwurm ist reinster Magen.

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  • Die Vorstellung, dass Gleichgewicht…

    Dort schwebte ich; heute ist es ein Wunder,
    Wie frei damals der Äther das Dorf zu trinken wusste,
    Ich (wenn Sie mir gestatten, 'Ich' zu sagen)
    Mit Honigperlen nieder riesle, als ein Bruder
    Des nächsten Grashalmes unter die Wolkendecke sank.

    Die Häuser und Gehöfte erblühten neben mir,
    Als wäre die Erdkugel Saat, der steife Wind
    Das Rätsel allen Lebens, so auch der endlosen Straße.
    Führt sie dich hin, führt sie dich zurück in der Zeit,
    Erhebt sich über die gedankliche Miniatur, die so

    Klein ist, dass ich noch darin lebe, die Kerzen
    Entflamme, die Flammen berühre - mögen sie mir
    Beleuchten, was hinter den raunenden Stimmen steht,
    Und mich heute so beobachten wie damals, ratlos.
    Ich bin in mehreren Träumen zuhause, in roten Beeren,

    Deren Kerne eine Süße enthalten wie ihre Grenzen nicht,
    Obwohl diese irrlichtern; nie die ganze Figur,
    Vielmehr eine Peripherie der lauteren Gedanken, die
    Sich mit den Wurzeln eingegraben haben. Der Geruch
    Des auswendigen Saftes sträubt sich, davonzufliegen,

    Die Hand nimmt dieselbe Farbe an wie beim
    Pflücken der köstlichen Lippen von den Büschen.
    Die Horizonte erscheinen hintereinander, getrennt
    Nur durch die Unruhe der Gezeiten, Ebbe und Flut des
    Himmels und der Bäume, die ihre Wächter nach vorne

    Schicken, um zu beschützen, was man kaum sieht, das
    Neue Moos in Rehfarben, mit Augen wie Sternen, mit
    Ohren wie Furchen im Acker der endlosen Trophäen.
    Was der Geist hier vor dieser Kulisse entfacht
    Ist das Rätsel völliger Einnahme, Rätsel der Gerüche,

    Der Flüsse (wohin treibt es sie, wenn sie vor der
    Nächsten Kurve stehen und zurückweichen, wissend, dass
    Wir uns wiedersehen?). Am Ende des Dorfes ändern
    Sich die Gebäude, tragen ihre alten Kleider auf, wenn
    Sie niemand ansieht, niemand mit ihnen rechnet.

    Dann werden sie still wie ein Schlaf, der sich von
    Regnerischen Tagen erholt. Den Flüssen gleicht nur
    Der Schienenbus, der zwischen den Felsen nach
    Erinnerung sucht und seine Fenster geschlossen hält,
    Um nichts von seiner Ankunft zu verraten, aber auch,

    Damit das wechselhafte Wetter nichts mit sich nimmt,
    Das Jahre später nicht mehr in den Briefen auftauchen wird.
    Noch ein Tag, und wir erkennen, wo wir nie
    Gewesen sind. Wo wir nie sein werden wächst das Gras
    Nicht, stehen die Elemente still. Auch deshalb hängen

    Fremde Bilder an der ausgebeulten Wand, die ihre
    Scherben einteilt, sich vormittags vor den Vögeln versteckt;
    Niemand außer mir berührt die Brücke von dieser Seite aus,
    Erinnert sich an den abgetragenen Sand, an die sengende
    Sonne im Kamin, das Zittern der Rauchschwaden

    Vor Buchseiten, die unsere Namen ergeben. Abermals
    Rufe ich dich, du kommst durch das Fenster mit
    Blanken Verzierungen, veränderten Worten, mit Spindeln
    Und Dochten, die zur Erklärung neigen. In der
    Hand hältst du ein Programm aus farbloser Asche,

    Gesammelt von der Treppenstufe, wo ich lebe.
    Im Haus zetern Falter gegen die Scheiben, die
    Versprochen hatten, ihre Winkel niemals zu verändern.
    Distelschatten belagerten die Kellertür, die zu ahnen
    Ich dich bat. Ein Meridian zieht achselzuckend vorüber,

    Die Taschen voller Tauben, eingesperrt in immer
    Kleiner werdenden Zimmern ohne Türen. Tageszeiten
    Erheben sich von ihren Bänken und trotten nach Hause,
    Bezahlen aber nicht, was sie beobachtet haben. Am
    Nächsten Tag stehlen wir endlich den Mut,

    Einzutreten, wagen es nicht, zu zögern, verbarrikadieren
    Die Risse in der Wand mit Gelüsten unseres Hierseins.
    Er sucht bereits nach unserem Schicksal, heißt es, nach
    Einer Unendlichkeit, die dafür in Frage kommt,
    Den Schlüssel unter die Staubmatte zu legen.
  • Vergangene Weihnacht

    Ich würde gerne hineingleiten
    in eine Spukhütte an unbenennbarer Stelle
    fern jeglicher Beschreibung
    nicht dem Wetter ausgesetzt
    nicht der Zeit ausgesetzt
    und dort die Gestalt der vergangenen Weihnacht
    am Kamin stehen sehen
    diese Hand wäre es mir wert
    geschüttelt zu werden

  • Höhle oder Loch

    eine bestimmte Stelle an der Schulter bringt das radfahrende Mädchen in die Bredouille, das umfällt während ein Papierfetzen Bazooka-Joe auf das Ufer späht zappelt, die Hose ist fast weg, der weiße Teig zeigt die Sitzbacken jetzt aber schon etwas arg die Voyeure atmen oder besser gesagt, die Hacke eines Fußes, feuert auf das Kaugummipapier beim Wiedererstarken des gefällten Mädchens, das aufsteht und um sich schlägt wie eine Transportschnecke wenn ich groß bin, will ich eine Wolke heiraten, die soll mir dann Ja sagen und Kaffee kochen, überall Steine, die wachsen da wie Blumen, die sich bewegen, vor der Menschheit Häuser bauen
    (nennen wir das Höhle oder Loch?)

  • Walditalien

    Wie die drei Mondhasen sehe ich sie selbst aus einem silbernen Dunst sich empören, und mir war’s, als wollten sie den Toten fortgeleiten, der, wer stirbt schon noch zu Hause, zum Köcheln des Breis im Takt verschied, zum Hohn der Sterbekammern, der Fabrikstationen, der Totenämter.

    Und nun ein stählernes Wort, mehrfach wiederholt : Karrangtarra, Karangtarra, Karrangtarra!

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