Das verabscheuungswürdige Gemälde über den Tod des Sardanapal, das heute im Louvre zu sehen ist, hat Eugéne Delacroix für eine Ausstellung im Jahre 1827 gemalt. Er hatte dabei nicht bedacht, dass jedes Gemälde auch die Gefahr des Einfrierens eines gewissen Augenblicks birgt, eines rätselhaften Momentes, der die gewesenen Dinge verstärkt und die zukünftigen erfindet.
Traum
Die Entase der Engel
Im Traum sah Sebastian alle toten Menschen, aufgestapelt, über den Horizont der Erdscheibe schwappend wie ausgebeinte Rinderhälften in den abyssalen Rinnstein rutschen. Ihre Ausdünstungen verwesten die Luft, die sich in seine Lungen verirrte und seinen Körper lähmte. Sein Atem gerann und zerfiel in tausend Stücke, die sich von ihm fortbewegten. Die Bäume schwiegen. Er hörte keine Vögel und spürte keinen Wind. Dann aber betraten fünf Tänzer die Lichtung, auf der er stand, Engel in ihrer verkommenen Reinheit, die sich betrunken und wie von Sinnen bewegten. Ein schwarzgekleideter, dürrer Mann mit Borkengesicht näherte sich langsam von links. In seinen Augen waren ›Rote Kobolde‹ gefangen und taxierten die Umgebung. Er beugte sich nach vorne und spuckte aus, traf einen langgestreckten Käfer, der sich zum Trocknen auf den Rücken wälzte. Lange betrachtete Sebastian die ominösen Seraphim und dann die Gestalt, die ihren Zeigefinger in die Luft streckte. Sofort begann dieser, sich in einen Ast zu verwandeln, dessen knorriges Ende Zweige auffächern ließ, die sich mit einem nahegelegenen Baum verbanden.
In der Wüste (Sonnenhalfter)
In der Wüste wiederholen sich Traumbilder
In einem Kreis lockt die Energie
Die Sonne erhebt sich
Habe ich den Mut, eine Reise zu beginnen
Die Beine bewegen, vorwärts hinfort
(Wenn man ein Sandkorn versteht
Wenn man ein Sandkorn verstünde
Wenn man ein Sandkorn wäre)
Habe ich genug um jetzt schon zu gehen
Den Kopf zu bewegen, zu sehen, was war
Die Sonne geht auf und wird immer größer
Dort draußen ruft niemand meinen Namen
Dort draußen erwartet mich niemand
Eremitenberge weisen die Einsamkeit
(Dünen versanden, Wege verwehen)
Oasen evakuieren verdurstende
(Der Spiegel aus Sand)
Die Sonne hört auf, Morgenrot zu sein
An der Grenze wächst ein Gras Die Beine bewegen
das ohne Wasser weiterlebt Ich verlasse mich
Die Wurzeln in der Luft, Fächerleben Vorwärts hinfort
Fangen verdunstende Gedanken Zu sehen, was naht
Die Sonne speist zu Mittag
Wie weit gekommen im brüllenden Licht
Wohin gelangt, wo angekommen?
Die Sonne spuckt aus Himmeln folgendes:
Feuerdrachen (ich sehe das Rinnsal seines Atems)
Gold (das Leben flieht dem edlen Stuck)
Regenbogen (Sucht nach Farben)
Geister (sie zeigen sich geöffnet)
Trugbilder (optischen Lebens)
schnelle Verwesung (trocken)
Die Sonne sinkt
Ich kann nicht fort von mir
Komme immer wieder an
Dort, wo ich mich verließ
Die Sonne wird Mond
Habe ich den Mut eine Reise zu beenden
Die Beine anhalten, Stoppvorwärts Nichtfort?
Vom Almanach der Trance (Wolkenmedaillon)
Redner im Nirgendwo:
Ich könnte dir vieles sagen
von den Welten ohne Ursprung
ohne Grund, ohne Zeit, ohne Namen
Furcht ist ein Trabant
unnötig kreist er um das Leben
des Planeten Scheu
Über vielen Himmeln fragmentieren sich diese Wolken
Kumuluskleid; bedeuten Sehnsucht
Der Zeitenkelch bewegt sich träge
entläßt die Funken unbewußt
Purpurregen fällt weich und leise
wie der Watte Flug
Warum kaufst du dir nicht einen Garten
und pflanzt den Gnomen Stechapfel und Tollkirsch?
Das plötzliche Ich:
(Ich hatte diesen Traum von einer Begegnung
Es war ein intensives Reigenspiel
Die Farben des Traumes schienen mir apokalyptischer Natur)
Ich weiß, ich bin in mir
ich habe mich betreten
(-Wenn du der Redner bis
-der bin ich)
Deine Kraft
Vielleicht ein Märchen
Nicht erzählt
Es muß was sein im leeren Nichts EsmusswasseinimleerennichtsEs
Es muß, es muß Esmussesmuss muß
sawwas
niessein
miim
nereelleeren
sthcinnichts
sees
ssummuss
sees
ssummuss
Casus Mentae (Die Maschine in den Sphären)
Dual.Ebene
Raumlicht, Zeitflug, Funkendenken mannigfaltig
Mittelbarer Grund, heiße Kälte, kalte Hitze
Brennbruch, Froststaub
Archetypus webender Weber
Nichts passiert oder geschieht oder
Fliegen. Sie schweben
Kausal.Ebene
Die Ursache wirkt ihr Ur
Schöpfung (Eimer fällt in die Quelle)
Schöpfe (hole den Eimer zurück)
Schöpf (leere aus)
Beobachte den Vorgang
(Da geschieht einiges, nicht?)
Verwandlung in den Mulden der Erinnerung
Höhere.Mental.Ebene
Energiebeziehungen, Schaltkreiskoma
Harmonie in den Quanten, heraus den Dingen
getragen, durchdrungen am Stück
Ich.Ebene
Du und Ich. Aber Ich und Du. Aber Ich
Bin binnen. Schauen mich an
meine Augen, schauen nur mich in Dir
an
Untere.Mental.Ebene
Denk, oh, was magst du denken?
Denk dir jemanden, Du
Bedürfnisse stillen sich
Spuck meinen Speichel an
Astral.Ebene
Gedachtes denkt nicht zurück
besteigt die Seelentram
kommt an und geht fort
Traum grüßt vorbeimarschierend
(Als hätte ich es geahnt)
Physische.Ebene
Saft deiner Lenden
Ich öffne alle Türen in dich
Und spreize dich
Und nehme dich
(genommen wurdest du)
Alles löst sich auf
in Schweiß und Sinnlosigkeit
wenn ich dich ficke
Ergieße ich mich
Vermische mein Wesen mit Deinem
auf einer billigen Decke
Kältekontainer
Stimulans Todesnebel wuchert
Schweineleiber zittern in diesem Dunst
Darunter gefesselt die Nackte
halbtot nichttot nochnicht
Ihre Gedanken schweifen
in dieser Stunde
einem Leben entgegen
das sie hatte
Die Gedanken:
War ich ein Mädchen von stillem Gemüt
nie aufseh=erregend eilte ich
um die Eckpfeiler eines ganzen Lebens
hindurch die Tore
welche von den Träumen gebaut
mich in die Welt entließen
Eruptogenius (Haltbarer Kristall)
Kommt die schwarze Wolke mit einem Lied
geht der Tag hinaus
aufs Land wo Kinder singen
Ich grabe deine Worte aus
Salzerde ohne Worte ein
Schaltkreise in den Sphären
Ich träume oft von einem Traum
und lebe oft in einem Rahmen
wie ein Bild gemalt wie ich
Ich komme wie ich manchmal gehe
gehe wie ich manchmal tanze
atme ein wie manchmal nicht
Nähe mir ein Katakombenkleid
Düsternis wählt sanftes Licht
Die Schere brauchst du und brauchst Garn
Schon hindert dich die Angst daran
weil fertig ist was fertig nie gewollt
Ich schmieg es an und schlüpf hinein
s’ sind halbe Bahnen ohne Form
Die Wolke kommt und noch ein Lied
fährt in die Kinder die es singen
Die Kehlen auf die Zunge hoch
und ich im Katakombenkleid
wie ein Prophet mit Blumenstrauß
an bittersüßen Blüten
So Geist mein Geist wo gehst du hin
nennst mich Eruptogenius
doch ich bin nur du weißt es doch
ein haltbarer Kristall
Lillebrök (Die Phantasiererin mit dem geisteskranken Shawl oder: brache Wasser, stille Spucke)
Mittentaucher, Ring nach draußen
Poröse Jagd, die Oskorei
verfliedert sich bei plumpen Affen
bald ist wieder Dunkelheit
Grabgabel, Nebelung
Lautlose Zauberplakate
Manchmal umfaßt uns der Wind
Traumfabriken stehen im Sumpfland
Metastasenwände bröckeln unter den Füssen der Erbauer
Im Zementloch tanzen Ratten ihre halben Leiber fort
Können Könige viel König sein und Töchter Fotzezeigen
Können Klone nicht mehr eigen sein und Spucke rinnt dahin
Durch die Schleusen einer Zeit, die niemals war und nie vergeht
weil die Fessel der Gedanken nicht zerreißt
Der Gesichtsausdruck wird ganz gußeisern
am Schafott
Wir hören die Stimme Lillebröks:
-Ich habe getanzt und ganz nackicht hab’ ich getanzt
auf dem Dach hab’ ich getanzt
und die Welt war überhaupt ganz klein
hab’ ich getanzt und nur noch seltene Worte hab ich getanzt
und alle riefen:
Wir hören, was alle riefen:
– Lillebrök
Lillebrök
Komm runter runter Lillebrök
und laß dich in eine Decke aus Pferd hüllen
Du bist ganz weiß wie Deine Haut
lebrök
-Ja, bin ich!
Brache Wasser
Dämonen See
Siehst du?
Ebene eins
Die erste Ebene ist ja nun mal dunkel, Ebene eins
Die erst-
Ebene zwei
Wir müssen fortschreiten, ganz hinauf
und dann hinunter blicken, ganz hinab
Irrsinnsrüpel
Irrsinnsrüpel
den Gang hinaus-
nicht die Tür ins Vergessen schließen
nicht Gedanken hinabspülen
solange das Leben noch am Bahnhof steht
nicht das Licht ansehen
nicht die Dunkelheit aus dem Fenster werfen
keine Füllworte überlegen
Jetzt! Ficken! (Wie es geht entnehmen sie dem beiliegenden Pornobegleitheft)
Eins und zwei (Bitte überprüfen Sie zunächst, ob alle Teile mitgeliefert wurden)
und Klitoris reiben (vorher befeuchten sie die Schellackrillen ihrer Finger)
und drei und vier
(unterscheiden Sie zwischen keuchen und schreien, gurren und stöhnen)
die Eichel massieren sie am Spalt (achten sie auf den Blick)
und fünf und sechs
gefällt es dir denn auch
und sieben und acht (wir wünschen Ihnen in jedem Fall Erfolg)
In der Schule
-Lillebrök, nimm den Shawl ab, s ist Sommer!
-Sommer ist es nicht und war es nie!
-Lillebrök! Tu’ was ich dir sage!
-Ich tu’ es nein und tu’ es nein und tu’ es nicht und tu’ es nie!
-Lillebrök! Dann mußt du zum GERÄT!
-Ich habe getanzt und ganz nackicht hab’ ich getanzt
auf dem Dach hab’ ich getanzt
und die Welt war überhaupt ganz klein
hab’ ich getanzt und nur noch seltene Worte hab’ ich getanzt
Und Lillebrök wurde zum GERÄT geschleift
Kaskade (Bildsturm hypnotischer Interferenz)
a, Kaskade
Es gab einen Kreis und den habe ich
ununterbrochen im Kreis
den ich brach
nachgezeichnet, weil ich
das Ende suchte, von
einem möglichen Ende in meiner
Hand an dir
nachgezeichnetes Schiff
deiner Brüste wie der Lippen
Alle Wölbungen deines Körpers
brachen sich unter mir
wie Wellen eines letzten Zorns
wiederholt mit meiner
Stimme, die das Ende sang (O-la-mond O-la-mond… das sang sie…)
b, Kaskadeur
Da deine Hand Da meine Hand (ohne Finger, mit Finger, ohne Finger)
Komm Geh
Komm Geh
Kommher Gehfort
Kommherüber Gehfortan
Küß mich auf die Hand doch nicht
Speichelevokation ist
Neutronenschwangerschaft es
nachdem der Schaft wirklich
pflaumenspaltend wahr?
spermt und samt
den Keim erniedrigt
Hingefiedert dortgebettet, obendrob der Mond ein Ball
Kaskade aus
Kaskade plätschert
strömt und speit und spotzt und schäumt
Speichelinvokation
Protonenhemd
Finger rennen um die Hand
zu fingern
verlieren den Ring
des Traumas im Traum
Verletzter lächelter Hundespuk um Mitternacht
Gebäum an Wäldern
Gebräu an Saugtitten im Napf des Gummikaleidoskops
Hirnasche regnet aus dem Feuer unseres Herzens
Der Drache speit Vergangenheit
Die Erde speit Kastanien
Komm schlaf noch einmal ein
Ich drehe die digitalen Zeiger in den Wind
der von oben gestoben
storniert sich nicht bewegt
durch das Gefälle
meines Geistes
Durch meterdicken Kabelbrei
wünschen die Knie zu schleichen
Hin und her und tick und tack
„Wo bist du gewesen?“ ruft mein Plünderstab
Ich verbiete mir den Mund mit Stahlgittern
Ich handschelle meine Lippen
Ich zerzunge
Ich kümmere mich und wümmere
und räkele mich zu Boden
wie ein Kleeblatt auf Asphalt
Die Welt liegt hinter einem Schlüsselloch in meinem Denken
(Ein Schmetterling wirbelt ins Bild, er hat „Ende der Kaskade“ auf seine Lippen tätowiert)
Das Rosenkind
Oh bleib doch Sieger Freßgierigste Seele aller Seelen
Bleib mein Bindeglied zum Absumpf hin
Du Rosenkind, ich sehe dich Inmitten deiner Kloake stehen
Rosen in der Hand und Pusteln Wohl gepflegt als Pfand
Das deinen blauen Mund umkränzt
Da stehst du wage selbst dir zu Gericht
Und Dornen stechen deinen dörren Silberleib
Der Glanz in dir verlischt Im letzten Morgengrauen
Mit einem Gähnen Tief aus allen sieben Rachen
Keuscher Honig tropft von deinen Nüstern
Es winken deine Haare Auf der eingedrückten Brust im Bach
Wo wir dich singen hören Wie eine erdrosselte Nachtigall
Im Bett des Wesens der Gebeine
Ich hätte gerne deine lästerliche Welt betreten
Scharlachroter Rubin Aus deinen Augen getrunken
Meinen Magen für das Wunder des Lebens erwärmt
Die Nacht weint Sterne tot
Tote Sterne greifst du aus dem Meer heraus
Zwischen den Wellen aber purzelt dein Trieb
Ereilt mich stets ein Traum, wie Marmor schwer
Ereilt mich die poröse Welt der verendenden Fäulnis
Purpurner Pracht im Pelz des Wellenreiters
An undurchsichtigen Scheiben klebend Mit dem Atem aus dem Traum