mikrowillis

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  • Die Hand

    „Doch weder aus dem Nebel noch von hinter den Blechwägen trat jemand auf ihn zu, um ihn bei der Hand zu nehmen. Es war nur ein Traum, komm jetzt mit nach Hause! Wie wäre das? Wie wäre es, zu erwachen? So viele Welten, die sich als Sterne tarnten, starrten zu ihm hinunter, wo es doch kein Hinunter mehr gab.“ (Sandsteinburg)
  • Was ihr schwarzes Unwesen nach sich zieht

    Geschrieben von A. Anders

    Hieß zu Lebzeiten einer anders als Hans Christian,
    haben sie ihm das Schafott mit Airbrush verschönert
    und geraten, doch ein wenig konsequenter als bisher
    ins vor ihm entfachte Feuer zu starren.

    Verschluckt hatte man sich ohnehin nur
    nach Aufforderung von ganz oben,
    um im Nachhinein
    so etwas wie Bettwäschedruck zu verspüren.

    Vielleicht fiele einem dann auch die Frau mit dem Kopf einer Eselin ein,
    die einen auf der anderen Seite des Flusses zu sich gewunken hatte,
    um einem ins Ohr zu flüstern:

    Stehen zwei Türme nah beieinander,
    sind sie kaum mehr zu unterscheiden.

  • Die Enden des Regenbogens

    Geschrieben von A. Anders

    Fangen Sie die Essenz der Stadt auf saubere, moderne Weise ein,
    auch wenn Sie eine psychedelische Druckecke schaffen wollen.
    Bordüren geben Ihnen etwas, an dem Sie sich festhalten können.

    Steigen Sie im Schlaf in andere Dimensionen auf. Wir stellen
    unsere Zustände des Seins vor, z.B. mit einem wunderschönen
    und komplizierten Böses-Auge-Design, das in den Stoff eingewebt ist,
    umgeben von Dämonen und dunklen Tentakeln und dornigen Ranken,
    die das Böse in klassischem Schwarzweiß in Schach halten.

    Diese Gewebe werden freiwillig in ihrem Saft gehalten.
    Es gibt eine Decke für jede Persönlichkeit.

    Abgesehen davon, dass es wunderschön ist, werden sie besonders
    die ausgefransten Enden des Regenbogens lieben.

  • Die falsche Glocke

    Geschrieben von A. Anders

    Der alte DeLorean, der ihr hügelauf hügelab folgte, als sie sich in den vor ihr liegenden Ort, der wie ein erst kürzlich von Archäologen verworfener wirkte, flüchten wollte, bestand, bis auf sein metallenes Grundgerüst, das bereits rostete, aus nassen braunen Blättern. Der schmale blasse Mann, der ihn fuhr, ließ sie nicht aus seinen schwarzen Augen. Das wusste sie. Und obwohl sie zu Fuß unterwegs war, blieb der Abstand zu ihrem seltsamen Verfolger immer der gleiche. Immer stand sie kurz vor dem kleinen menschenleeren Weiler, dessen halb verfallene Häuser sie nur widerwillig zu erreichen versuchte. Es hatte geregnet, die Wiesen der weiten hügeligen Landschaft schwammen vor Nässe.

    Von jeder Stelle aus, an der sie hielt, um Ausschau zu halten, konnte sie den fahlen Glockenturm der Kirche der Ortschaft sehen. Die Glocke erschien ihr wie eine falsche Glocke, ganz glanzlos war sie, ummantelt von einer aschblonden Masse aus Lehm und Talg, die dem langen lehmigen Haar der nackten Frau glich, die sie kurz zuvor auf einen alten Holztisch zu stellen versucht hatte, der vor einer dunkelgrünen Klapptafel stand, die sie an ein leeres Triptychon erinnerte. Die Schwierigkeit jedoch war, dass sich die Körperachse der Frau stark nach vorn neigte. Sie war steif wie eine Puppe. Die beigefarbenen Wildlederpumps, die sie trug, erschwerten den sicheren Stand zusätzlich. Sie hatte es dennoch versucht, ließ los und schaute, was passierte. Reglos knallte die Puppenhafte mit ihrer Stirn gegen die mittlere Tafel, an der das Blut herabrann, das sogleich aus einer kleinen Bruchstelle ihres Stirnbeins floss. Draußen hörte sie es läuten. Sie verließ den Raum, verließ das Gebäude, verließ den Ort. Sie lief über die hügeligen Wiesen, die nass waren vom Regen. Der lange schmutzige Mantel des Mannes, der ihr folgte, wies die Farben des modernden Laubes auf, das überall umher lag und das seinen DeLorean als schuppiges Reptil verkleidete. Er stieg ein. Sie wusste, dass er sie nicht aus seinen Augen lassen würde, bis er seine Aufgabe erledigt hatte. Widerwillig versuchte sie den kleinen Weiler zu erreichen, der still und alt vor ihr lag. Der Abstand zu ihrem Verfolger blieb immer der gleiche. Menschenleer war der Ort, mit dem fahlen Kirchturm, dessen Glocke hell zu läuten begann. Als sie ihn erreichte, blieb der DeLorean mit weiterhin laufendem Motor in der Ferne auf einem der Hügel stehen. Sie lief in die kleine Kirche im Zentrum des Weilers. Nackt, das Haar von aschblondem Lehm ummantelt, stand puppenhaft in beigefarbenen Wildlederpumps reglos eine Frau vor ihr, die sich ihrer Körperachse nach stark nach vorn neigte. Die Pumps erschwerten den sicheren Stand zusätzlich. Da sie sehr leicht war, hob sie sie an und versuchte sie auf den alten, von Holzwürmern durchlöcherten klapprigen Holztisch zu stellen, der vor einem dunkelgrünen Triptychon stand.

  • Eins: Nacht ohne Morgen

    Es gab Erste. Diese Ersten waren viele. Sie hatten sich daran gewöhnt, ihre Hände verschollen zu wissen. Ihr Mund von einem weißen Band fortgetragen, das vor ihren blass marmorierten Stirnen davonwehte, während sie sich ins Dunkel drehten ohne jemals wiederzukehren und für immer dort stehen blieben, von wo aus sie gerufen worden waren. Unbewusst streifen die, deren Namen noch unausgesprochen nicht zu Asche zerfallen sind, sie in den Straßen und auf den Feldern. Das Einzige, was sie von ihnen wahrnehmen, so sie wach und vermöge sind, ist allenfalls ein eisiger Luftzug, der rückwärts in der Zeit all die Türen verschließt, die jene sich zeit ihres verbleibenden Lebens offenzuhalten gedenken.

    Es würden Weitere folgen – bis bald kein Name mehr in dieser Welt vorhanden, ich jene noch geschlossene Tür passieren muss.

    Ich habe Angst – denn:

    Müsste ich dann fortan und ewig in diesem in der Fremde drohenden Meer bestialisch aufgepellter Herzen wandeln, würde ich die Götter wohl bitten, mir das Licht von der Haut zu nehmen.

    Ich müsste dunkeln, um im Dunkel zu sein.