Tausend Fiktionen

Schlagwort: Folklore

Unter Bäumen: Ein Blick auf die Wälder in der Mythologie

Wälder waren schon immer Orte der Verzauberung, heimgesucht von Gesetzlosen, Göttern, zornigen Geistern und grausamen Monstern.

Der Wind singt durch die Blätter. Vögel zanken sich in ihren Nestern und große und kleine Tiere schleichen durch das Unterholz.

Bäume, die älter als Städte sind, schlummern friedlich auf verborgenen Lichtungen. Die Zeit bewegt sich an diesem Ort in unterschiedlichen Rhythmen, und wir müssen uns mit ihr bewegen oder wir werden von der Weite des Grüns verschluckt.

Die Zivilisation und die Regeln des Menschen haben hier keinen Einfluss. Es sind größere Mächte im Spiel. Diana, die jungfräuliche Jägerin und Mondgöttin, durchstreift die Wälder. Wehe dem sterblichen Mann, der über sie stolpert. Er wird mit Sicherheit sterben, so wie der junge Grieche Aktaion – in einen Hirsch verwandelt und von seinen eigenen Hunden zerrissen für das Verbrechen, die unbekleidete Göttin bestaunt zu haben. Herne der wilde Jäger mit dem Hirschgeweih betet den Mond an und fordert damit die Ur- und Raubtierinstinkte der Menschheit zurück. Er ruft uns auf, uns der Wilden Jagd anzuschließen oder vor ihr zu fliehen. Der Grüne Mann ist sein Schatten; ein Wesen aus Blättern und Reben, das – je nachdem – das Wohlwollen der Natur oder ihren Zorn symbolisieren kann.

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T. E. D. Klein – Botschafter des Grauens und der Romantik

Geschrieben von Frank Duwald

1.

QUAL DES SCHREIBENS

Die gesammelten Widersprüche des T. E . D. Klein

Wenn es in der zeitgenössischen Literatur einen Autor gibt, der sich dem Schreiben durch puren Masochismus verbunden fühlt und sich in seiner Qual trotzdem wegweisende Werke abringt, dann ist das wohl T. E. D. Klein, der Autor eines bemerkenswert schmalen aber wahrlich nicht unbedeutenden Œuvres.

„Ich bin einer dieser Leute, die alles tun würden, um dem Schreiben auszuweichen. Alles!”1,  sagt er. „Ich finde das Schreiben von Fiktion irrsinnig hart. Ich denke, ich bin ein extrem guter Lektor für anderer Leute Werke, […] aber es ist eine entsetzlich harte Arbeit für mich, irgendetwas Eigenes zu produzieren.“2

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Fantasy: Eine Blaupause für die Welt

Die Fantasy hat ihre symbolischen Krallen in uns alle geschlagen. Ihre Ursprünge sind uralt, sie wurzeln in der isländischen Edda und in altenglischen Dichtungen wie Beowulf. Sie ist Shakespeare verpflichtet, den Abenteuererzählungen des 18. Jahrhunderts, der Gotik, der Romantik, dem Mittelalter der Präraffaeliten und dem Fin de siècle. Als eigenständiges Genre trat sie jedoch erst in Erscheinung, als Autoren wie George Macdonald (1824-1905), William Morris (1834-1896) und Lord Dunsany (1878-1957) die phantastische Erzählung populär machten. Zusammen mit einigen anderen Autoren legten sie den Grundstein für die Konzepte der Fantasy, die später von J.R.R. Tolkien zur Epic Fantasy zusammengefügt wurden.

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Robin Hood (Der vermummte Räuber)

Alte Sendung aus dem „Phantastikon-Podcast“
Robin Hood

Im Laufe der Jahrhunderte hat das Erzählen und Wiedererzählen der traditionellen Robin-Hood-Geschichten zu unzähligen Interpretationen in Form von Comics, Spielsachen, Filmen, Fernsehserien, Computerspielen usw. geführt. In Ermangelung unumstrittener historischer Beweise hat jeder “Geschichtenerzähler” die Gelegenheit genutzt, seiner blühenden Phantasie freien Lauf zu lassen und der populären Legende seine eigenen Wendungen und Ausschmückungen hinzuzufügen. So hat die Fiktion über die Fakten gesiegt und eine Marke Robin Hood geschaffen, die als Symbol der Popkultur millionenfach reicher geworden ist, als es eine reale historische Figur je sein könnte.

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Gestaltwandler

Jede Kreatur, die ihr Aussehen drastisch verändern kann, ist im Prinzip ein Gestaltwandler. Obwohl sie manchmal monströse Formen annehmen, sind Gestaltwandler nicht immer böse. Sie können blutrünstig, schelmisch, hilfreich oder irgendetwas dazwischen sein.

Natürlich ist es schwierig, das Aussehen eines Gestaltwandlers festzulegen. Als Individuen verändern sie ständig ihre Gestalt, und als Gruppe, die sich über Dutzende von Kulturen erstreckt, haben sie eine Vielfalt von Formen, die man gar nicht alle aufzählen kann.

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Die Welt bei Kerzenschein

Folklore und Legenden sind Teil eines Vermächtnisses unserer ursprünglichen Ängste, die in der Morgendämmerung der Menschheit ihren Ursprung haben, als die Welt noch vom Übernatürlichen dominiert war: Wälder, Hügel, Berge und Flüsse waren der Lebensraum von alten, unsichtbaren Dingen. Leben bedeutete, im Schatten dieser Geheimnisse zu leben. Kerzen drückten die tiefe Angst des Menschen aus, nur in einem kleinen Lichtkreis inmitten einer riesigen, dunklen Welt zu leben.

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