Larry Brent (Der erste Gruselkrimi)

issenschaftler standen Ende der 60er Jahre hoch im Kurs. Die Counter Culture, die aus Amerika herüberschwappte und ihre Spuren auch in Europa hinterließ, hatte außer Flower Power auch das Interesse am Okkulten mitgebracht. Die Manson-Family machte erste Schlagzeilen und bahnbrechende Horrorfilme wie „Rosemaries Baby“ und „Die Nacht der lebenden Toten“ eroberten die Kinos. Auch im Heftroman-Sektor war es Zeit für etwas Neues.

Silber-Krimi Nr. 747 vom 27.08.1968

Das Grauen schleicht durch Bonnards Haus erschien als Silber–Krimi Nr. 747 im damaligen Zauberkreis-Verlag, der 1985 an Pabel verkauft und 1987 seine Pforten für immer schloss, und war in erster Instanz atmosphärisch und lag näher an der Gothic Novel – also am Schauerroman – als am Horror. Jürgen Grasmück alias Dan Shocker hat dann auch einen Begriff geprägt, der den “Horror” im Heftroman genau definiert und den es in keiner anderen Sprache gibt: Grusels; eine genuin deutsche Sprachleistung wie etwa das Wort “unheimlich”, das mit dem englischen “uncanny” zwar eine Annäherung an die Bedeutung des Begriffs erfährt, sie aber nicht präzise abdeckt. Natürlich steckt in der Pluralisierung Grusel – Grusels ein Fehler, der sozusagen bewusst die englische Pluralendung an ein deutsches Wort anhängt (ähnlich wie man das umgangssprachlich etwa bei “Dingens” macht). Eine Mehrzahl von Grusel gibt es nicht, nur der Genitiv (des Grusels) käme also in seiner korrekten Form mit einem “s” daher, ist hier aber natürlich nicht gemeint. Vergessen wir aber nicht, dass bis weit in die 70er Jahre hinein bereits eine merkliche Amerikanisierung der deutschen Sprache stattfand. Ein Mädchen hieß plötzlich “Girl”, das Wohnzimmer wurde “Living Room” genannt, man „steppte“ zur Seite und sprang nicht mehr, und so fort.

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Necronomicon – Das gefährlichste Buch der Welt

Alles lag an diesem Buch, das, einmal aufgeschlagen, alles verschlang, was es zu verschlingen gab. Hatte ihn das Buch dermaßen in seinen Bann gezogen, dass er eingeschlafen war und jetzt mit den letzten Eindrücken der Zeilen in seinem eigenen Traumgebilde umherirrte?

Er hatte den alten Folianten zunächst in einem Antiquariat für seltene Bücher entdeckt und dieses wiederum nur durch einen Zufall ausfindig gemacht. Das war an einem dieser frühen Abende bei einem seiner Spaziergänge gewesen. Jetzt erinnerte er sich, wie er sich gewundert hatte, denn er kannte alle Buchläden in der Stadt, doch diesen kannte er nicht.

Inspiriert von den Werken Lovecrafts fertigt der Künstler Zorano fiktive Seiten aus dem Necronomicon an, die in seinem Shop auf Etsy gekauft werden können.

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Julio Cortázar: Vertrautheit des Phantastischen

„Was nützt ein Schriftsteller, wenn er die Literatur nicht zerstören kann?“

Die Frage stammt aus Julio Cortázars Roman Rayuela aus dem Jahr 1963, dem dichten, schwer fassbaren und raffinierten Meisterwerk, das gleichzeitig ein hochmodernes Spiel  um das eigene Abenteuer ist. Es enthält eine einführende Anweisungstabelle: „Dieses Buch besteht aus vielen Büchern“, schreibt Cortázar, „aber vor allem aus zwei Büchern.“ Die erste Version wird traditionell von Kapitel eins an durchgelesen, die zweite Version beginnt bei Kapitel dreiundsiebzig und schlängelt sich durch eine nichtlineare Sequenz. Beide Lesemodi folgen dem weltmüden Antihelden Horacio Oliveira, Cortázars Protagonist, der von den lauen Gewissheiten des bürgerlichen Lebens enttäuscht ist und dessen metaphysische Erkundungen das Gerüst einer wogenden, höchst komischen Existenzkapriole bilden. Cortázar sagte lakonisch: „Ich bin auf der Seite der Fragen geblieben.“ Aber es war der formale Wagemut des Romans – seine verzweigten Wege -, der auf die hartnäckigste und persönlichste Anfrage des argentinischen Autors hinwies: Warum sollte es nur eine Realität geben?

Julio Cortázar
Julio Cortazar

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Die Wahrheit über Berkeley Square

Das Buch der Geister und Spukhäuser

Im kalten Februar 1868 veröffentlichte Rhoda Broughton, die walisische Nichte von Sheridan Le Fanu, ihre erste Geistergeschichte: „The Truth, The Whole Truth, and Nothing But the Truth“ (Die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit) – eine schauerliche Episode, die auf Gerüchten beruhte, die an den Londoner Kaminen über ein Haus in Mayfair kursierten (dazu später mehr). Diese Sammlung von Briefen zwischen zwei wohlhabenden Frauen, die den subtilen häuslichen Horror von Henry James und die unerklärliche Gewalt von William Hope Hodgson vorweg nimmt, ist in ihrem schaurigen Realismus ein Jahrhundert vor ihrer Zeit angesiedelt.

Hier ist es das erschütternde, emotionale Ende, das die Ereignisse ins Unnatürliche kippen lässt – wenn Jane Austen sich in Mary Shelley verwandelt. Zuerst gibt es ein wenig Klatsch und Tratsch, aber nichts Besonderes. Das ist es, was die letzten Seiten so beunruhigend macht. Broughton hat oft versucht, das Grauen aufzuspüren, das im Häuslichen lauert – die geheimen Ängste, Verdrängungen und die Wut, die sich in den dunklen Räumen der Köpfe und Herzen der Frauen der britischen Gesellschaft verbergen. Äußerlich war alles gepflegt, ordentlich und akzeptabel, aber unter den Dielen auch des gesündesten Hauses können Leichen verrotten.

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Yuggoth 36 – Fortbestand

ubersetzung
Yuggoth

Anmerkung des Übersetzers: Fungi from Yuggoth besteht aus 36 Sonetten, die Lovecraft zwischen dem 27. Dezember 1929 und dem 4. Januar 1930 verfasste. Ausgewählte Sonette wurden im Weird Tales Magazine veröffentlicht. Erstmals komplett erschien der Zyklus in Lovecrafts Sammlung “Beyond the Wall of Sleep”, die von August Derleth 1943 herausgegeben wurde, sowie 2001 in “The Ancient Track: The Complete Poetical Works of H. P. Lovecraft”. Die erste Publikation, die den Zyklus in der richtigen Reihenfolge brachte,  war “Fungi From Yuggoth & Other Poems”. Herausgegeben von Random House 1971. Lovecraft wählte für seinen Zyklus eine Mischform aus Sonetten-Stilen. Bei genauerem Hinsehen ist es schwierig, wirklich von Sonetten zu sprechen. Als Übersetzer habe ich mich dafür entschieden, auf die Endreime zu verzichten, um die von Lovecraft intendierte Erzählform beibehalten zu können. Wie immer bei Gedichten kann es sich nur um eine Nachdichtung handeln.

FUNGI FROM YUGGOTH (Übersetzt von Michael Perkampus)

Es hält sich in bestimmten alten Dingen die Spur
Eines schummrigen Wesen – mehr als Form oder Gewicht;
Ein dünner Äther, unbestimmt,
Und doch mit allen Gesetzen von Zeit und Raum verbunden.
Ein zartes, verschleiertes Zeichen des Fortbestands,
Den der Blick von außen nie ganz erkennen kann;
Von verschlossenen Dimensionen, in denen Jahre vergangen sind
Und erreichbar nur für jene, die verborgene Schlüssel tragen.

Es bewegt mich am meisten, wenn schräge Sonnenstrahlen
Auf den alten Farmgebäuden glühen, die sich gegen einen Hügel drängen,
Und des Lebens Konturen sich darauf abzeichnen, wie es
Vor Jahrhunderten war, ein noch schwächerer Traum als der uns bekannte.
In diesem seltsamen Licht habe ich das Gefühl, dass ich nicht weit
Von der Manifestation entfernt bin, deren Flanken das Alter selbst sind.

Yuggoth 35 – Abendstern

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Yuggoth

Anmerkung des Übersetzers: Fungi from Yuggoth besteht aus 36 Sonetten, die Lovecraft zwischen dem 27. Dezember 1929 und dem 4. Januar 1930 verfasste. Ausgewählte Sonette wurden im Weird Tales Magazine veröffentlicht. Erstmals komplett erschien der Zyklus in Lovecrafts Sammlung “Beyond the Wall of Sleep”, die von August Derleth 1943 herausgegeben wurde, sowie 2001 in “The Ancient Track: The Complete Poetical Works of H. P. Lovecraft”. Die erste Publikation, die den Zyklus in der richtigen Reihenfolge brachte,  war “Fungi From Yuggoth & Other Poems”. Herausgegeben von Random House 1971. Lovecraft wählte für seinen Zyklus eine Mischform aus Sonetten-Stilen. Bei genauerem Hinsehen ist es schwierig, wirklich von Sonetten zu sprechen. Als Übersetzer habe ich mich dafür entschieden, auf die Endreime zu verzichten, um die von Lovecraft intendierte Erzählform beibehalten zu können. Wie immer bei Gedichten kann es sich nur um eine Nachdichtung handeln.

FUNGI FROM YUGGOTH (Übersetzt von Michael Perkampus)

Ich sah es von jenem verborgenen, stillen Ort aus,
Wo der alte Wald die Aue fast umschließt.
Es strahlte durch die ganze Pracht des Sonnenuntergangs –
Anfangs spärlich, aber mit einem langsam aufhellenden Gesicht.
Die Nacht kam, und dieses einsame, bernsteinfarbene Leuchtfeuer
Pulsierte bei meinem Anblick wie nie zuvor;
Der Abendstern aber war durch Stille und Einsamkeit
Noch tausendmal gespenstischer geworden.

Er zeichnete seltsame Bilder in die bebenden Luft –
Unvollständige Erinnerungen, die meine Augen schon immer vor sich sahen –
Riesige Türme und Gärten; seltsame Meere und Himmel
Eines düsteren Lebens – ich konnte nie sagen, woher.
Aber nun wusste ich, dass dieses Strahlen durch die kosmische Kuppel
Aus meiner fernen, verlorenen Heimat nach mir rief.

Yuggoth 34 – Rückeroberung

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Yuggoth

Anmerkung des Übersetzers: Fungi from Yuggoth besteht aus 36 Sonetten, die Lovecraft zwischen dem 27. Dezember 1929 und dem 4. Januar 1930 verfasste. Ausgewählte Sonette wurden im Weird Tales Magazine veröffentlicht. Erstmals komplett erschien der Zyklus in Lovecrafts Sammlung “Beyond the Wall of Sleep”, die von August Derleth 1943 herausgegeben wurde, sowie 2001 in “The Ancient Track: The Complete Poetical Works of H. P. Lovecraft”. Die erste Publikation, die den Zyklus in der richtigen Reihenfolge brachte,  war “Fungi From Yuggoth & Other Poems”. Herausgegeben von Random House 1971. Lovecraft wählte für seinen Zyklus eine Mischform aus Sonetten-Stilen. Bei genauerem Hinsehen ist es schwierig, wirklich von Sonetten zu sprechen. Als Übersetzer habe ich mich dafür entschieden, auf die Endreime zu verzichten, um die von Lovecraft intendierte Erzählform beibehalten zu können. Wie immer bei Gedichten kann es sich nur um eine Nachdichtung handeln.

FUNGI FROM YUGGOTH (Übersetzt von Michael Perkampus)

Der Weg führte durch eine dunkle, halb bewaldete Heide,
In der sich moosgraue Felsbrocken über das flache Land erhoben,
Und sonderbare Tropfen, beunruhigend und kalt,
Sprühten von den Klüften aus unsichtbaren Strömen unter uns nach oben.
Es gab weder Wind noch irgendeine Spur von Geräuschen
In den rätselhaften Sträuchern oder einem der fremdartigen Bäume,
Da war nichts zu erkennen, bis sich plötzlich,
Direkt vor mir, ein monströser Hügel zeigte.

Seine steilen Seiten ragten bis halb in den Himmel hinauf;
Mit Gras bewachsen und von einer bröckelnden Lava-Treppe durchbrochen,
Deren Stufen für menschliche Tritte zu groß waren,
Wand sie sich zu dieser schrecklichen Höhe hinauf.
Ich schrie – und wusste mit einem Mal, welcher Ur-Stern und welches Jahr
Mich aus der Traumsphäre der Menschen zurückgesaugt hatte!

Yuggoth 33 – Hafenpfeifen

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Yuggoth

Anmerkung des Übersetzers: Fungi from Yuggoth besteht aus 36 Sonetten, die Lovecraft zwischen dem 27. Dezember 1929 und dem 4. Januar 1930 verfasste. Ausgewählte Sonette wurden im Weird Tales Magazine veröffentlicht. Erstmals komplett erschien der Zyklus in Lovecrafts Sammlung “Beyond the Wall of Sleep”, die von August Derleth 1943 herausgegeben wurde, sowie 2001 in “The Ancient Track: The Complete Poetical Works of H. P. Lovecraft”. Die erste Publikation, die den Zyklus in der richtigen Reihenfolge brachte,  war “Fungi From Yuggoth & Other Poems”. Herausgegeben von Random House 1971. Lovecraft wählte für seinen Zyklus eine Mischform aus Sonetten-Stilen. Bei genauerem Hinsehen ist es schwierig, wirklich von Sonetten zu sprechen. Als Übersetzer habe ich mich dafür entschieden, auf die Endreime zu verzichten, um die von Lovecraft intendierte Erzählform beibehalten zu können. Wie immer bei Gedichten kann es sich nur um eine Nachdichtung handeln.

FUNGI FROM YUGGOTH (Übersetzt von Michael Perkampus)

Über alte Dächer und längst verfallene Türme hinweg
Singen die Hafenpfeifen die ganze Nacht hindurch;
Die Rachen fremder Häfen und Strände weit und weiß,
Und fabelhafte Meere, die mit dem Klang gemischter Chöre anbranden.
Jeder dem anderen gegenüber fremd und unbekannt,
Doch alle sind verbunden durch eine im Verborgenen wirkende Kraft,
Die aus den brütenden Klüften des Zodiakkurses
Ein mysteriöses kosmisches Summen verlauten lässt.

Durch schattenhafte Träume senden sie eine Wegbeschreibung
Zu noch schattigeren Formen und Andeutungen und Ansichten;
Echos von äußeren Leerräumen und subtile Hinweise
Auf Dinge, die sie selbst nicht zu beschreiben wissen.
Und stets unter dem Einfluss des Chorgesangs, leicht gedämpft,
Fangen wir einige Noten auf, die kein irdisches Schiff je von sich gab.

Yuggoth 32 – Entfremdung

ubersetzung
Yuggoth

Anmerkung des Übersetzers: Fungi from Yuggoth besteht aus 36 Sonetten, die Lovecraft zwischen dem 27. Dezember 1929 und dem 4. Januar 1930 verfasste. Ausgewählte Sonette wurden im Weird Tales Magazine veröffentlicht. Erstmals komplett erschien der Zyklus in Lovecrafts Sammlung “Beyond the Wall of Sleep”, die von August Derleth 1943 herausgegeben wurde, sowie 2001 in “The Ancient Track: The Complete Poetical Works of H. P. Lovecraft”. Die erste Publikation, die den Zyklus in der richtigen Reihenfolge brachte,  war “Fungi From Yuggoth & Other Poems”. Herausgegeben von Random House 1971. Lovecraft wählte für seinen Zyklus eine Mischform aus Sonetten-Stilen. Bei genauerem Hinsehen ist es schwierig, wirklich von Sonetten zu sprechen. Als Übersetzer habe ich mich dafür entschieden, auf die Endreime zu verzichten, um die von Lovecraft intendierte Erzählform beibehalten zu können. Wie immer bei Gedichten kann es sich nur um eine Nachdichtung handeln.

FUNGI FROM YUGGOTH (Übersetzt von Michael Perkampus)

Sein fester Körper war nie weg gewesen,
Denn jeder Lichtstrahl fand ihn morgens wie gewohnt,
Doch sein Geist ging jede Nacht auf Reisen
Durch Klüfte und Welten, die weit entfernt des Gewöhnlichen lagen.
Er hatte Yaddith gesehen, und blieb bei Verstand,
Kam auch sicher aus Ghoor zurück, wo doch
In einer stillen Nacht aus dem gekrümmten Raum
Ein lockendes Pfeifen aus dem Nichts dahinter drang.

In dieser Nacht erwachte er als alter Mann,
Und erblickte nichts, das er kannte wie zuvor.
Dinge schwebten nebulös und undeutlich umher –
Trügerische phantomhafte Belanglosigkeiten eines größeren Plans.
Sein Volk und seine Freunde sind jetzt ein fremder Pulk,
Zu dem zu gehören er vergeblich sich müht.

Yoggoth 31 – Der Bewohner

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Yuggoth

Anmerkung des Übersetzers: Fungi from Yuggoth besteht aus 36 Sonetten, die Lovecraft zwischen dem 27. Dezember 1929 und dem 4. Januar 1930 verfasste. Ausgewählte Sonette wurden im Weird Tales Magazine veröffentlicht. Erstmals komplett erschien der Zyklus in Lovecrafts Sammlung “Beyond the Wall of Sleep”, die von August Derleth 1943 herausgegeben wurde, sowie 2001 in “The Ancient Track: The Complete Poetical Works of H. P. Lovecraft”. Die erste Publikation, die den Zyklus in der richtigen Reihenfolge brachte,  war “Fungi From Yuggoth & Other Poems”. Herausgegeben von Random House 1971. Lovecraft wählte für seinen Zyklus eine Mischform aus Sonetten-Stilen. Bei genauerem Hinsehen ist es schwierig, wirklich von Sonetten zu sprechen. Als Übersetzer habe ich mich dafür entschieden, auf die Endreime zu verzichten, um die von Lovecraft intendierte Erzählform beibehalten zu können. Wie immer bei Gedichten kann es sich nur um eine Nachdichtung handeln.

FUNGI FROM YUGGOTH (Übersetzt von Michael Perkampus)

Es war schon alt, als Babylon noch jung;
Niemand weiß, wie lange es schon unter diesem Hügel ruhte,
Wo unsere tastenden Schaufeln schließlich seine Granitblöcke befreiten
Und uns wieder zur Ansicht brachten.
Es gab breite Gehsteige und Grundmauern,
Und zerbröckelnde Platten und Statuen, geschnitzt,
Um fantastische Wesen aus einer längst vergangenen Zeit zu ehren,
Weit hinter allem, was der Mensch erinnern kann.

Und dann sahen wir diese Steintreppen,
Die uns durch ein verschlossenes Tor aus Dolomit
Zu einem schwarzen Hafen der ewigen Nacht geleiteten,
Wo ältere Zeichen und Urgeheimnisse nur die Stirne runzeln.
Wir bahnten uns einen Weg – aber rannten in panischem Schrecken,
Als wir von unten dieses klumpige Stampfen vernahmen.