Unheimliche Puppen

Unheimliche Wesen

Ein Mädchen spaziert an der Hand ihrer Mutter die belebte Straße entlang, während es in der anderen Hand eine zerlumpte Puppe hält, die es achtlos über den Gehweg schleift. Als dein Blick auf die Puppe fällt, schleicht sich ein eigenartiges Gefühl bei dir ein. Für einen kurzen Moment scheint die Puppe ihren Kopf zu drehen und starrt direkt in deine Richtung.

Warum kommen uns Puppen oft so unheimlich vor? Liegt es an ihren leeren, emotionslosen Augen? An der verletzlichen Nähe zu einem arglosen Kind, das sie stets begleitet?

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Jane und Missy

Puppen gibt es seit vielen Jahrhunderten. Ursprünglich fertigten Stammesfrauen sie aus Gräsern in Menschenform, um ihre kleinen Mädchen zu beschäftigen. Mit der Zeit entwickelten sich diese Spielgefährten weiter, wurden immer detailgetreuer und manchmal erschreckend lebensecht. Auch Jungen haben eine Vorliebe für Puppen, die sie natürlich Actionfiguren nennen. Doch hin und wieder scheinen diese Spielzeuge eine düstere Rolle im Leben eines Kindes zu spielen.

Im späten 19. Jahrhundert erhielt ein junges Mädchen namens Jane Bielawski eine Puppe als Geschenk. Für Jane, ein armes Kind, das in einem Mietshaus in New York lebte, wurde die Puppe schnell zu seinem ständigen Begleiter, den sie „Missy“ nannte. Doch was als unschuldige Freundschaft begann, nahm bald eine finstere Wendung. Mehrere von Janes Spielkameraden fielen grausamen Morden zum Opfer.

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Bizarre Automaten

1867 fand in Paris die Weltausstellung statt, die jedes Wunder zeigte, das nach Frankreich geliefert werden konnte. Mark Twain schrieb über seine Erfahrungen dort in „Die Arglosen im Ausland“ und beschrieb John Joseph Merlins berühmteste Schöpfung:

Ich beobachtete einen silbernen Schwan, der die Anmut des Lebendigen in seinen Bewegungen besaß und eine lebendige Intelligenz in seinen Augen erkennen ließ – und sah ihn so bequem und unbesorgt dort schwimmen, als wäre er im Sumpf statt in einem Juweliergeschäft geboren worden … (Übers. M. Perkampus)

In den letzten Jahren haben Automaten einen Boom erlebt, von Steampunk-Konstruktionen bis hin zu Mecha. Aber dieses Interesse ist nicht neu: Seit Jahrhunderten richtet die Menschheit ihr Augenmerk auf die Umsetzung ihrer Ideen in Sachen Physik und Ästhetik in weitgehend nutzlose, aber fantastisch aussehende Nachbildungen der natürlichen Welt. Von Schwänen bis zu Soldaten, von Eulen bis zu Schreibern, die Welt ist ein Vorbild für mechanische Wunder (oder manchmal für einen halbwegs ordentlichen Schwindel). Hier ist ein kurzer Blick auf einige der schönsten Automaten der Geschichte.

Automaten der Antike

Diese mechanischen Wunderwerke begannen ihre Karriere nicht als überwältigendes ästhetisches Statement. Eine der frühesten bekannten chinesischen Maschinen war der Kompasswagen, ein Mechanismus, bei dem ein Männchen aus Ton als Kompass diente und der vor mehreren Jahrhunderten vor unserer Zeitrechnung benutzt wurde.

Der “Silberne Schwan” im Bowes Museum (Nordengland)

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Pinocchio (Der hölzerne Junge)

Ikonische Filme und Geschichten, die sich tief in die Erzählung der Gesellschaft eingegraben haben, verlieren oft mit der Zeit ihre substanzielle Wirkung. Das trifft vor allem immer dann zu, wenn der Disney-Konzern sich eines eigentlich düsteren Märchens annimmt und dieses in ein zuckriges, ungenießbares Substrat verwandelt. Eines der besten Beispiele ist Dornröschen. Der Film basiert natürlich auf dem Märchen, in dem ein verheirateter König ein schlafendes Mädchen findet, das er nicht aufwecken kann und stattdessen vergewaltigt.

Die 1940er Version von Pinocchio ist da keine Ausnahme. Der Film basiert auf einer Geschichte, die 1881 und 1882 von Carlo Collodi als Fortsetzungsgeschichte mit dem Titel Die Abenteuer des Pinocchio in einer Zeitung veröffentlicht wurde. Jiminy Cricket erscheint im Buch als Sprechende Grille und spielt keine so große Rolle.

Er taucht zum ersten Mal in Kapitel 4 auf, in dem die Binsenweisheit veranschaulicht wird, dass Kinder es nicht mögen, wenn ihr Verhalten von Leuten korrigiert wird, die viel mehr wissen als sie selbst. Als die sprechende Grille Pinocchio sagt, er solle wieder nach Hause gehen, springt Pinocchio wütend auf, nimmt den Hammer von der Bank und wirft ihn mit aller Kraft nach der Grille.

Baccis Pinocchio

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Schweremut (zum LiveBook-Event „Endlich Schuld“)

Die Hütte, in der man sie antraf, hieß SCHWEREMUT, und ihre Tage und Nächte verbrachten sie in ihrer abgewirkten Haut, die man ihnen hinterlassen hatte, als man sie floh. Töchter der Baba Yaga, der grausamen Frau mit ihren herabhängenden Brüsten und einem knochigen Bein. Kinder des gefallenen Gottes, in einer Knochenwiege ausgesetzt bei den ramponierten Grabsteinen verscharrter Mörder. Die Schwestern betteten sich in Moder und ihre Blutlust war noch ihre schönste Charaktereigenschaft.

„Dreh diesen Körper zu mir, Santa – ich will die Beschaffenheit des Fleisches mit eigenen Augen sehen.“ Derbas Tunnelaugen wiesen die Nacht in ihre Schranken, als sie sich bereits selbst über die makabre Kulisse stülpen wollte.

In den Hanfseilen unter dem Boden hangelten die Leichen, die ebenfalls umgedreht werden mussten. Clodette war die Todwünscherin der drei Schwestern, gram und grau, deren durchdringendes Gezeter bei Neumond, der rabenschwarzen Nacht, die Schauer von Tür zu Tür wanken lässt. Sie stehlen nicht die Kinder – sie stehlen ihre Gebeine, um sie in marschierende Puppen zu transformieren, mit Kleidern aus der Jahrmarktstonne, von Hüten aus dem Gulag.

Dornröschen

Langform

Der Meuchelmorgen läßt uns waten in finsteres Gemäuer, von den Scherben ging eine ängstliche Stille aus, als wir das Zimmer mit der zerschmetterten Puppe auf dem Boden schließlich fanden, abyssales Augenwerk riß Löcher, zur Hälfte denke ich, es war ein Traum und die Überraschung rührte daher, die schwere Pforte geöffnet zu finden, eine gewisse Stimmung von wild wuchernden Büschen, ein Scherz von Dornröschen. Die Puppe lustert nach dem hellen Licht, das in ihren Augen stets erlischt, wenn sie sich aus der Bettstatt schleppt, den Kummer gurgelnd in sich sprengt & nackend in das Düster steppt. Schon in den frühen Stunden der Balz wurden die Netze neu verknotet, wurden Aussagen uneindeutig, war das Unterbewußte der Nährboden – überhaupt der einzige Boden – in einer ewig rätselhaft erscheinenden Welt. Etwas kam uns gefährlich vor; das Formidable stand in der Luft & stank aus den Mauern heraus. Ohne die vergessene Puppe, ohne die verlassenen, schnell vom Tisch fortgerückten Stühle, die offenstehenden Küchenschränke, wären wir nicht gar so sehr erschrocken gewesen über die museale Begegnung. Wer klopft? Komm ‚rein und zieh‘ mir Zunder an
& mach mir feuchte Feuer heiß
& harze mir die Zunge aus
& schleppe mich zur Glutenbarke !

Es war nur natürlich, daß sich der Staub dort sammelte, durch die offenen Fenster schwirrten Pollen herein. Die Natur sah nach, ob sie sich ein Stück zurückerobern konnte. Gräser wuchsen aus den Fugen, ein Unkraut, wie Kamille beispielsweise, fingerte zwischen den Dielen hervor. Jetzt hämmern sie gegen die Tür, durchbrechen unser Atemspiel. Wo Du Deinen Atem hingetan hast, habe ich gesehen, ich könnte ihn mir jederzeit wiederholen. Sie wissen uns erschrocken für einen Moment, zusammengekauert, obwohl sie uns nicht sehen können.
Sie hat sich bewegt, sagte Steff. In Wirklichkeit lag sie schon die ganze Zeit so seltsam da. Wir wußten alle, daß er etwas anderes meinte, als diese hingeschmissene Puppe. Das Fürchterliche fanden wir im angrenzenden Zimmer. Dort hing ein blaues Kleid auf einem Bügel an der Tür eines leeren Schrankes. Hier findet uns niemand. Hier sind wir vogelfrei. Für einen kleinen Augenblick halten alle den Atem an, weil Steff das Kleid berührt & es doch offensichtlich ist, daß dem blauen Kleid das Haus gehört, das heißt, daß sich dieses Kleid in der Nacht, vermutlich zur Geisterstunde, mit Leben füllt. Er zieht die Hand rechtzeitig zurück, etwas sagt ihm, daß er sonst Schwierigkeiten bekäme.
Du kommst meine Beine hochgekrochen, kitzelst wie eine Arachnide. Die Tür jetzt zu öffnen wäre leicht, aber weniger unheimlich. Vielleicht haben sie uns gefunden, vielleicht sind sie uns gefolgt. Daß wir überlebt hatten, dafür konnten wir nichts. Es war Zufall. Dort, wo die Wand in sich zusammenfiel, klaffte eine Wunde. Nicht, daß die Wand nicht mehr da war, das Gestein unter Tapetenfetzen, Holz & Staub begraben lag, nicht, daß wir plötzlich hinaus sehen konnten, über das Schilf des kleinen Weihers hinweg, über den Wald hinweg.

Wir dachten daran, daß der Wittib das Kleid gehört, aber das tat es natürlich nicht : das Gefühl jedoch, das wir hatten, wenn wir Esrabella im Dorf begegneten, wenn sie weder grüßte noch überhaupt in ihrem Ausdruck erkennen ließ, daß außer ihr noch jemand existierte, war verdammt nah dran an dem, was wir in diesem Moment empfanden. Ob wir rauchten oder nicht, interessierte die Witwe Gräf ebensowenig wie unser Vorhandensein; aber dem Kleid, das konnten wir spüren, wäre es nicht egal gewesen. Das ergaunerte Material heißt bei allen Stuyvesant, nur bei mir heißt es Windsor de Luxe. Es versteht sich von selbst, daß wir rauchen, was wir in unserer nächsten Umgebung vorfinden. Nur selten ziehen wir eine Packung aus dem Automaten. Wir sahen das Blut Schlieren ziehen, ein wäßriges Rot sammelte sich vor dem Tisch. Natürlich war hier jemand ermordet worden. Und noch immer hämmern sie gegen die Tür. Du schlotterst so sehr, sagst: mach daß es aufhört! Aber ich kann nicht. Ich bin nicht befugt, etwas zu ändern. Schließlich habe ich sie gerufen. Wir kehren jetzt zusammen zurück in den Ozean. Du hast keinen Namen, du bist der Succubus; alle Säfte sind Milch & Honig, alle Höhlen & Löcher sind die Tore zu Gott.

Laughing Jack

Langform

„Du hättest dir sicher was Besseres aussuchen können“, schnauzt sie. „Wie soll das die Leute hierher locken?“

„Jill, vertrau mir.“

Ich zwinkere ihr zu, während ich die letzten Styroporteile von der Figur wegblase. „Laughing Jack, wird sie schon zu uns reinlocken. Denk mal drüber nach. Das ist ein nettes nautisches Thema. Plastikkrabben und Hummer, Fischernetze an den Wänden. Aber was ist es wirklich, das diese Kneipe von den anderen unterscheidet?“ Ich grunze, während ich die Attrappe im Erkerfenster platziere.

„Nein, das Ding wird die Kunden verscheuchen! Das ist wie eine dieser alten Bauchrednerpuppen. Es ist so verdammt unheimlich. Mein Gott, Mark, was ist in dich gefahren?“

Ich zögere. Nichts hat mich beeinflusst, sage ich mir. Das Ding hat nicht nach mir gerufen. Ich habe es in einem Wohltätigkeitsladen gesehen. Für einen Spottpreis stand es da. Ich habe impulsiv gehandelt und es für weniger als hundert Scheine gekauft. Nein, es hatte nicht nach mir gerufen. Wie lächerlich wäre das denn?

Eine lebensgroße Schaufensterpuppe, ein unnatürlich rosa bemalter Wachskopf mit einem klappbaren Unterkiefer, der sich im Takt des aufgezeichneten Lachens hob und senkte. Eine Marineuniform aus dem 18. Jahrhundert, eine weiße Kapitänsmütze und eine dünne Seemannspfeife, die in das schwarze klaffende Maul gesteckt wurde, vervollständigten das Bild.

Ich trete zurück und betrachte das Spiegelbild von Laughing Jack im Erkerfenster des Pubs. Es ist zum Hafen hin ausgerichtet und die untergehende Sonne färbt das zurückweichende Meer in Zeiten seltsame Schattierungen von Schwarz, Karmesin und Gold. Die gemalten Augen von Jack starren mich durch das Glas hindurch an. Seltsam. Sie scheinen für einen Moment in ihren Höhlen zu rollen und meine Augen zu fixieren, meine Gedanken zu lesen. Ich schüttle den Kopf, greife nach unten und stecke das Kabel in die Steckdose.

„Mein Gott!“ Jill erschrickt über das Lachen, das im leeren Speisesaal ertönt. Selbst ich stolpere rückwärts, überrascht von der manischen Bewegung des Matrosen. Er strampelt wie ein Roboter, fuchtelt mit den Armen und lacht vom Band, was beunruhigend echt klingt. Kein Hintergrundrauschen, keine Verzerrung.

Ein älteres Ehepaar, das vorbeigeht, erstarrt beim Anblick der Schaufensterpuppe, die im Erkerfenster herumfuchtelt. Die Frau, die mindestens in den 80ern sein muss, hebt ihre Hand von ihrem Rollator und zeigt auf Laughing Jack.

„Sie lächelt“, sagt Jill, und ihre Worte sind wegen Jacks manischem Lachen kaum zu verstehen. Bilde ich mir das nur ein oder wird dieses verrückte Geräusch immer lauter?

„Mark, warum ist sie … Oh Gott, oh mein Gott!“

Der Mann der alten Frau lächelt nicht. Er ist nicht interessiert, versucht sie mit einer knochigen Hand, die sich an ihre Schulter klammert, vom Fenster wegzuziehen.

Das Fenster, das nun zerspringt, als sie seinen Kopf dagegen schlägt. Immer wieder mit beiden Händen, mit einer Kraft, die ihr Alter und ihre Zerbrechlichkeit verleugnet. Die ganze Zeit über lächelt sie Laughing Jack ekstatisch an. Wieder und wieder. Jeder Stoß des Kopfes ihres Mannes in das zerbrochene Glas und das knackende Holz wird von Jacks Lachen begleitet.

Ein Lachen, das sich nun mit dem der alten Frau in Ton, Tonhöhe und Lautstärke gleichkommt. Es ist das Lachen eines Mannes. Der kahle Kopf ihres Gatten ist zertrümmert.

Blutiger Haufen, der seltsame, nass klickende Geräusche von sich gibt, während er im unnatürlich starken Griff der Frau auf und ab wippt und sich auf dem Fensterbrett entleert.

Der Inhalt sammelt sich, er starrt auf dem Teppichboden und dann fließt er in Richtung Laughing Jack.

Jetzt weiß ich, warum er lacht.

Jetzt weiß ich, warum die Frau lacht und nicht aufhören wird zu lachen, bis sie stirbt.

Was genau wie bei Jill nicht lange dauern wird.

Denn auch ich fange an zu lachen.

Ich greife nach einer langen Glasscherbe, die ich aus dem Erkerfenster gelöst habe, und beginne mit meiner Arbeit.

Gu und der Teddypir

Anmerkung

Dies ist ein Auszug, der einer anderen Podcastsendung vorangestellt wurde und dort als Intro seinen Nutzen fand. Daraus resultierte dann die Idee, die beiden Figuren weiter auszubauen und in künftigen (eigenen) Sendungen zu übernehmen.

Nach nun mehr runden zehn Jahren Phantastikon-Magazin und Podcast war leicht abzusehen, dass wir mit dieser Arbeit auf äußerst wenig Interesse stoßen. So ein rundes Datum kann leicht dazu genutzt werden, eine Sache zu ändern oder zu beenden. In diesem Fall steht ein eher „lockeres Ende“ fest. Das bedeutet, dass alles im Netz stehen bleibt und hier und da ein Artikel neu hinzu kommt, wenn es sich ergibt. Allerdings findet der Podcast sein definitives Ende, oder besser gesagt: er wird restauriert und in anderer Form hier unter dem Banner der VERANDA weitergeführt (was bereits geschehen ist).

Das bedeutet aber auch, dass mit neuen Formen experimentiert wird, und eine davon ist die Hinzunahme der Figuren GU (Puppe) und Teddypir (ein blutsaufendes Monster aus dem fernen Ransilvanien). Um das auszuprobieren, habe ich ein kleines Intro für einen anderen Podcast erschaffen, der sich mit Musik beschäftigt: Allgäu Doom. Eine erste Originalsendung mit den beiden befindet sich bereits in Produktion. Dabei sollen die grundsätzlichen Themen merkwürdiger und bizarrer Geschichten beibehalten werden, allerdings aufgelockert durch etwas „Muppet-Vibe“.

Das blutrote Kleid

Jedes Bild in Das blutrote Kleid des Genreregisseurs Peter Strickland ist bis ins kleinste Detail stilisiert. Eine solche Stilisierung mag die Geduld mancher Zuschauer auf eine harte Probe stellen, aber hier ist ein Maß an schamlosem Selbstbewusstsein vorhanden, das man nur begrüßen kann. Die Handlung dreht sich um ein verzaubertes Kleid und seine unheimlichen Auswirkungen, wenn es von einer Trägerin zur nächsten weitergereicht wird. Das Kleid selbst ist wunderschön anzusehen – seine tiefrote Farbe und die drapierte Silhouette sind unbestreitbar sinnlich, während der Stil des Giallo, der Softcore-Pornografie und des klassischen europäischen Kammerspiels imitiert wird.

Wie schon Stricklands Vorgängerfilm The Duke of Burgundy spielt Das blutrote Kleid in einem Universum, das an die 1970er Jahre erinnert, aber letztlich aus der Zeit gefallen ist. Beide Filme sind üppig und karg zugleich. Stricklands Inszenierung ist von fetischistischen Details geprägt, und einige der auffälligsten Passagen in Das blutrote Kleid drehen sich um Schaufensterpuppen und vaginale Bilder.

Das blutrote Kleid
(c) Koch Films

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