Es ist das erste Mal, dass Camille seine Knochensammlung sieht. Sie schlendert am Rand von Simons Bücherregal entlang und streicht mit ihren Fingern über die Exemplare in den Regalen. Die sanft beleuchteten Knochen erinnern sie an Muscheln, glatt und weiß, seidig unter ihrer Berührung.
Kleine Tierschädel mit Zähnen, die scharf genug sind, um die Haut zu durchbohren. Ein größerer mit gewundenen Hörnern, die Art, über die man in der Wüste stolpern kann, wenn einem das Wasser ausgeht. Einzelne Knochen, ein Glasgefäß mit Zähnen. Der Rest der Wohnung ist dunkel. Sie wirft einen Blick auf Simons schlanke Silhouette am Fenster. Die Sonne geht hinter ihm unter und verschluckt die Stadt. „Ist einer von ihnen menschlich?“
„Frag sie.“
Camille lacht. Die Knochen sind stumm.
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