Verschütt in schwarzen Wäldern

Ich hatte damals nur die Müdigkeit,
keine andere Substanz. Und die Musik.
Kein anderes Geräusch. Und ein Brot aus fernen Tagen,
die Jacke meiner Großmama
über der Lehne nah am Fleischbrett
und die Anrichte voller Pulver und Vitamine,
eine Schaukel am Baum vor dem Fenster,
ein Bad mit altem Schaum, ein Rasierwägelchen.
Also begann ich, auf Papier zu schreiben,
als handle das Leben von Liedern,
die man nur beim Tanze hört.

Ich arbeite im dunklen Milieu der Vampire, deren
abgepacktes Blutpulver und Hexenkosmetik zu stapeln und
in Bücher einzutragen war.
Die Illusion ging definitiv von diesen großen weißen Säcken aus.
Ein Wohlgeruch entfernte sich ungesehen, wurde
dann mit einer Peitschenlegende zusammengetan und
die Ruhe war wieder mein.
Ich erzürnte den Hort mit dem Diebstahl eines Herzens.
Der Ausklang der Nacht erfüllte sich durch das Erlöschen
der Kerzen. Drei Türme stachen in die höchsten Punkte
hinein, angetrieben vom Getöse zähnefletschender Motoren,
ein Knebel links, ein Knebel rechts. Schleifen bildeten sich
an den Fensterscheiben, die mit Kalk verunstaltet
anderweltliche Blumen nachformten.
In wenigen Jahren werden wir vergangen sein,
ich arbeite dann nicht mehr im dunklen Milieu der
Vampire, weil ihre schwarzen Wälder verschütt
gegangen sein werden. Die Ewigkeit hat vorgesorgt; sie
will kein blasses Antlitz in die Nacht entschwinden sehen.

Anfänge

Es kommt ein Spuk im Leben eines jeden
Ich bin nicht außer mir in der Fremde, die
Konstanz nicht umbirgt. Bin in diesen
Anfängen der Erste, der sich neu in
Die Spelunke des Daseins einfügt und
Hierarchien nur noch vom Mond aus zu sehen sind.

aussortierte blitze

komm einmal zähne brechen knochen doch genauso
im korb aus licht zermürbt die welt aus hitze alles kleine

die saat geht auf im bunker wo die sterne toben
frieden zu haben im raubzug der elemente

wo es dem körper an allem mangelt

hergestellt wird beute mit genauso bunten lichtern
angekettetes plus kommt mit plüsch und einer caprisonne

mirakulös ist alles vor ort, alles da, war nie weg
aber eben auch nicht „richtig“ da, niemandes schatten
niemandes gebein im lager der aussortierten blitze

Weder gestern noch heute

Die schattigen Sparten zermörserten das Licht,
es gab keine Einkehr mit hellen Vehikeln und einem Umtrunk
an beleuchteter Bowle. Gesichter verloren ihre wertvollen Schalen
und zeigten ihre knöchernen Gebäude voller Höhlen und Nebennarben,
beigebracht auf einer Suche, die den Gestirnen folgt. Die
ältesten Lagerfeuer zwischen Tag und Nacht,
ein zarter Tanz, der stets an dieser Grenzstatt sein Auskommen findet,
flüchtig und unauffindbar in Gestalt, Mächtig
in der Erinnerung eines schlanken Morgens, einer nachgebenden Nacht. Die
Kohle glüht, der Erzähler sitzt, weil er sonst doch zu sehr schwanken würde.
Um Punkt Mitternacht schlägt die Uhr zwölf,
dann ist es weder gestern noch heute.

Trenndocht

Wie wichtig es ist, sich im Detail zu verlieren
Wir waren zündhaften Vulkanen versprochen.

Nur eine feine Staubkarambolage trennt
den Hokuspokus von der hohen Form.

Man tat gut daran sich das Fleisch zu verdienen.
Du lügst eine neue Platte auf. Die Form wandert schnell.

Schreibe

Ich muss schon sagen dass ich vorzüglich aus der Welt gepoltert
und nicht wie sie sagte im einsamen Wald unter einsamen Himmeln
Schreibe zu schreiben (wie Schmiere, nur anders) mich erdächte.

Es kam mir nicht in den Sinn, mich vogelfrei zu wähnen
ob der Gemeinsamkeiten während des Abendmahls am Fuße des Vulkans
lang schon hinfällig, doch keineswegs lahm in seinem Innern.

Sommer

& es war Sommer & alles
von innen nach außen ge
stülpt oder sowieso schon dort.
Geschmolzene Häuserzeilen, Fenster
Transit, hockt die warme Luft
in jedem Gespür, fortgehen
ist keine Alternative, sie folgt
dem Fliegenschweiß, den dicken
Scheißhausfliegen, treibt das Wasser
aus der Körpermelone, der
Aufenthaltsort ist ein brennender Park
Platz, gummifressender Asphalt.

the Bad, the Ugly

Es gibt das Gute nicht im Universum. Aber gibt es darum auch kein Böses? Oh doch!
Das Böse aber ist nicht das Gegenteil des Guten, es ist das Fundament von allem.
Nicht zu sein wäre dem nicht angemessen, also wird kreiert, um sich am Elend zu ergetzen.
So ist das Böse nichts als der Status Quo des Seins.
Im Akt der Schöpfung mag Liebe stecken, in der Schöpfung selbst aber nicht.

Nein, ihr seht: wandle ich diesen Zustand, bleibt dennoch etwas übrig. Und ob man sich wundert oder nicht:
die Prädatoren sind frei – und mehr noch! – sie feiern in ihrem Freudenhaus, wo draußen die Herden durch die Schatten schleichen.
Ich bin vom Finstern nicht in gleichem Maße entsetzt wie vom Licht.

Veloziped

Es sah auch schon aus wie für eine Matrone entworfen.
Mit ausladenden Schwüngen ergoss sich der Rahmen nach oben in den Lenker, den jeder Hirsch zu tragen alles getan hätte.
Der Rüssel dieses Viechs nahm mir alles weg. Ein freier Platz war eine Unmöglichkeit. Der Sattel allein hätte eine Waschmaschine empfangen können. Bei Wunsch gefällig. Wir niesen hier keinen Nutz vom Balkon.

Aber jetzt zur handelnden Figur:

Früher trieb ich eine Menge Unfug, also hob ich auch jetzt dazu an. Ich stellte mich schützend vor das Nichts vor dem Veloziped, das einer Monarchin ihr ganzes Alter vergessen ließ.
Vergleiche sind meist das, was sie nicht sind. Ich kenne diese vagen Gedanken, die aus den Hütten ragen.

Meermaden

Eine Meermaden-Geschichte, wenn man mich fragt, weiberische Fische, ständig am Baden, aber auch mit einem magischem Dreizackigen. Und so schwimmen sie und – ach, kuck mal, wie die schwimmen – zerzacken mit Gehack. Ausgeschlossen ist es nicht, wenn auch sehr zu hinterfragen (da im Turm unten in der Kammer, weißt schon), was sie treiben was sie tun. Ich habe so ein klitschiges Thing nie gesehen geschweigedenn besucht im Suhl da unter den Wassermeilen.

Siediesiedavielbaden

Hör mal, zwitscher dein Hemdilein! Soll ich dir dein Handtuch rollen? Ist wenigstens der Oven heiß? Der immerwieder Nachschub sprüht, so dass dein Wasser nie die Wärme lasse und lasse auch nix unberührt! Ich bin schon einmal in Sandalen so sehr weit gekommen, wüsste nicht, wie’s barfuß besser ginge. Soll man doch noch eine Geschichte erzählen, Schicht um Schicht schön aufgeladen und verschnürt. Bin ich denn ein blöder Mann? Schau, ich leb‘ nun auch schon seit Sekunden.

Hin, unter

Irgendein Geisterschiff wird versunken sein dort im Schlot. Ich denke: so wird es sein dort im Schlot, und die Meermaden – ich habe es nicht verstanden, möchte es aber wiedergeben, weil meine Lippen eine Spur zu nachlässig sind – die Meermaden haben ihr bös-lumpiges Monsterum verloren, als die flotte Flut das Schiff zerschieferte. Einen Fröschekerl, einen Schlupp Gelupp, einen Luftsackbacken! Dringt durch feste Materie wie ein Schneepflug und wimmert leise vor sich hin, weil sein Bedarf an Röstmais nicht gedeckt werden kann.

Glatt hat sich eine unter uns gemischt, sie badet gern als Tarnung und schwamm bereits mit Maman in den Trümmern von R’lyeh. Ein Genuss im Hokuspokus irdischer Gefäße, so dann und wann verleihe ich einen Affen zum Lausen gegen eine unnennbare Gebühr.

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