Gespenster Suite

Dieser Artikel ist Teil 28 von 36 der Reihe Gespenstersuite

Die Treppe, deren Gehlinie durch die Nacht führt, knarzt anders in ihrem Lauf, als diejenige, die sich durch den Tag ächzt. Wie gekörnter Draht flackern die dunklen Schritte, die sich selbst Wege erbauen und dabei zurückblicken, als würden sie den ganzen Körper atmen.

Der starke Arm am Brunnen (die Hand an der Winde) beteiligt sich an den verlorenen Tropfen. Ich beobachte mich bei der Ausführung von Taten, die nicht von mir stammen. Dein Arm, der Fische ermöglicht, ist mir ein Wegweiser, der um die Stille in jedem Rumor weiß. DieTrockenheit der Ruinen mit ihrem gebrochenen ornamentalen Dekor; aus ihren Fugen dämmern die Erinnerungen, eine Zeit des Gestern wiederholt sich hilflos im diffusen Licht. Jemand verschwindet und kehrt nie zurück, die Auflösung wird Zeugen haben, aber die Fensterscheiben übernehmen das Protokoll.

Mit meinen Händen erarbeite ich mir Nahten, ein Glitzern in den Silben; vorhanden auch der Mond. Mit neuen Spuren beginnt der Tag, der Sinn der Wiederholung, der Jagd. Der Tisch, das Universum, die Verkettung ligierter Buchstaben. Es hat sie weiß gemacht der Mond. (Jemand sagt: „Suchen Sie nach einem Weg, ohne Echo in die Nacht hinauszugehen!«“

Ich denke: Ja; Nachtstücke müssen es sein.)

Altes Los: Die Ewigkeit stirbt nur in Sekunden. Im Spiegel funktionieren die Züge deines Gesichts antriebslos, sie scheinen zurückzukehren. Du siehst dich an, aber du willst nicht sein, was du siehst. Du vertraust dir deinen Ausdruck nicht an, ein Schritt nur zur Seite, und der enge Raum übernimmt die Kontrolle an der Wand. Lachend bleiben auch die stehen, die Gifte wissen: Alt ist nur die Zeit. Das Los findet sein Mittel.

Die bescheinigten Freiheiten auf gestampftem Papier, alle Wahrheiten von Märchen verschlungen. Die Kohlrübe, die Sinnloses spricht, erfroren neben dem Kopfstein, den Rinnen für ein Wasser, das niemals wieder schmilzt. In dein Eise geblockt sehe ich dich an, erstarrt am Putztisch, unterbrochen während der Toilette deines Tages.
Ich kam, als es die Berge noch nicht gab. Lichter irritieren die Schwermut, die schwarze Galle im hintersten Versteck. Der Brunnen fällt, seines Sinnes beraubt, unter die Kristalldecke. Die Furchen im Acker, die Bilder im Schnee. Das Glitzern in den Silben, die Schritte malen können, die um jede Ecke ranken, das Haupt aus Torf.
Manche Bilder erscheinen uns bizarr in ihrer Nacktheit, bunt. Bedeutend sind nur die Rahmen, die Leinwand braucht Gestalten wie diese, um sich zu fangen. Dort: die Treppe; dort: die Schritte. Noch trug ich die Taschen der Endzeit bei mir, die Vulkane waren kaum erloschen. Kein Entkommen für den Fliederduft. Später saßen die Gäste um ein Lagerfeuer herum, erzählten sich von Mut und Gerechtigkeit, und stumm befand sich das Grauen bereits in ihrer Mitte.

Von den Klippen angefangen bis hin zur Startbahn gerann das Blut, und Kähne lichteten ihre Anker, ein Spektakel in Purpur, ein Aufruhr in Rot. Der Blick zurück im Zorn. Das Knacken der Zweige verriet auch andere Geräusche, und ihre Echos waren nicht vorhanden, sie schlummerten in den Bechern der Tavernen.

Die kleinen fetten Finger wischen Schmalz;
die kleinen fetten Finger dringen tief;
die kleinen fetten Finger öffnen Knöpfe und helfen dem Kleid aus dem Körper.
Ihr quadratischer Schlund öffnet Augen, dahinter räkelt sich eine versunkene Welt. Im Rachen der Riesin steht die Luft, der Himmel ist fleischig und nass.

Ich vergewissere mich nicht, ob noch etwas vorhanden ist, wenn ich den Raum verlasse, etwas wie ein Zeichen, eine Zusammenkunft der Gegenstände, die nun auch in mir zur Anwendung kommen. Raum und Körper; und ich vergewissere mich nicht, ob sie sich von selbst bewegt haben, und ich bebe, weil all das fremde Stimmen sind. (Manchmal ist es der Sound, der die Pferde mästet).

Veröffentlicht von

M.E.P.

Wenn es kein Buch ist, dann ist es ein Hörbuch. Und wenn es kein Wort ist, dann ist es der Jazz.

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