Der Böse Blick

Der „Böse Blick“ ist eines der ältesten und universellsten Phänomene des Glaubens in der Geschichte der Menschheit. Es durchzieht verschiedene Kulturen, Religionen und Gesellschaften und bleibt selbstverständlich auch in der modernen Welt ein Thema von Interesse.

Ursprung und Grundidee

Die Vorstellung eines „bösen Blicks“ findet sich in antiken Zivilisationen wie Mesopotamien, Ägypten, Griechenland und Rom. Der Kern dieses Glaubens besteht darin, dass ein neidischer oder böswilliger Blick Unheil verursachen kann. Solche Blicke werden als eine Art Energie oder Kraft interpretiert, die Menschen, Tiere oder sogar Gegenstände schädigen kann. Neid oder negative Absichten hinter einem solchen Blick gelten als Auslöser für Krankheiten, Unglück oder Leid.

Das Sprichwort „Das Auge ist das Fenster zur Seele“ könnte hier erweitert werden: Vielleicht ist es eher das Fenster zur Absicht. Im Alltag nutzen wir Blicke, um unsere Gefühle auszudrücken – ob es ein scharfer Blick auf der Autobahn, die Korrektur eines Kindes oder der direkte Augenkontakt in einem Bewerbungsgespräch ist. Das Auge gilt als eines der mächtigsten Werkzeuge der sozialen Interaktion. Es ist daher kaum überraschend, dass es in der Vergangenheit sowohl Ehrfurcht als auch Furcht hervorrief.

Frühe Kulturen interpretierten das Auge oft als Quelle von Gefahr. Alte Stammesgemeinschaften fürchteten die Augen wilder Tiere, die sie beobachteten, während sie im Wald lauerten. In der modernen Welt bleibt die Angst vor Beobachtung ein Teil unseres Unterbewusstseins.

Der Neid als treibende Kraft

Die Macht des „bösen Blicks“ wird in vielen Kulturen dem Neid zugeschrieben. Ein neidischer Blick auf den Besitz oder Erfolg eines anderen könnte – absichtlich oder unabsichtlich – Schaden anrichten. So glaubte man, dass der eifersüchtige Blick auf eine Kuh deren Tod verursachen, eine gute Ernte verdorren lassen oder sogar den Wohlstand eines Nachbarn zerstören könnte.

Besonders Kinder galten als anfällig für den „bösen Blick“, was auf die hohe Zahl unerklärlicher Todesfälle bei Säuglingen zurückzuführen war, bevor die moderne Medizin die Ursachen kannte. Frauen, die unfruchtbar waren, wurden oft verdächtigt, Kinder mit dem „bösen Blick“ zu belegen, getrieben von unbewusstem Neid. Der Ethnologe Alan Dundes stellte fest, dass die Folgen des „bösen Blicks“ oft mit Verwelken, Austrocknen und Tod in Verbindung gebracht wurden.

Schutzmechanismen und Symbolik

Um sich gegen den „bösen Blick“ zu schützen, entwickelten Menschen weltweit Symbole und Rituale. Das Nazar-Amulett, ein Auge-förmiges Symbol, ist in der Türkei und im Mittelmeerraum besonders verbreitet und soll die schädliche Energie abwehren. Andere Schutzmaßnahmen umfassen Talismane, Gebete, Segnungen und rituelle Handlungen wie das Besprengen mit Wasser oder das Verbrennen bestimmter Pflanzen.

In einigen Kulturen, wie der indischen, wird Ruß oder ein schwarzer Punkt auf die Stirn gemalt, um die Wirkung des „bösen Blicks“ abzuwehren. Seeleute im Mittelmeer bemalten ihre Boote mit Augen, während in der ägyptischen Symbolik das „Auge des Horus“ Schutz vor Geistern der Toten versprach.

Kulturelle Vielfalt

Trotz der universellen Verbreitung des Glaubens an den „bösen Blick“ variieren die spezifischen Vorstellungen und Rituale von Kultur zu Kultur. In der arabischen Welt wird der „böse Blick“ als Ayn al-Hasūd bezeichnet, und der Koran bietet spezifische Verse, um Schutz zu gewähren. In Griechenland ist das Konzept als Mati bekannt, während es in Lateinamerika unter Mal de ojo verbreitet ist. Rituale wie das Schwenken von Salz oder Chilischoten um die betroffene Person sind dort gängige Praktiken.

In Italien verwendeten die Römer Amulette in Form eines Phallus, um den Blick von der Person abzulenken. Diese Amulette, „Fascinum“ genannt, gelten als Ursprung des englischen Begriffs „fascinate“. Der heutige Cornicello, ein hornförmiger Anhänger, leitet sich von diesem Brauch ab und wird noch in den USA und Italien getragen, auch wenn viele die ursprüngliche Bedeutung nicht mehr kennen.

Moderne Perspektiven

In der modernen Welt hat das Auge weiterhin eine starke symbolische Bedeutung, sei es in Schmuck, Kunst oder Popkultur. Psychologen interpretieren den Glauben an den „bösen Blick“ oft als Ausdruck sozialer Ängste und Neid. Der Glaube dient möglicherweise dazu, zwischenmenschliche Spannungen zu erklären und das Bedürfnis nach sozialer Harmonie zu betonen.

Medizinisch und wissenschaftlich ist bewiesen, dass ein Blick allein keinen Schaden anrichten kann. Dennoch wurden über Jahrhunderte hinweg Todesfälle und Unglücke dem „bösen Blick“ zugeschrieben. Im mittelalterlichen Europa fürchteten Gerichte den „bösen Blick“ so sehr, dass Angeklagte rückwärts in den Gerichtssaal gehen mussten, um andere nicht zu „verfluchen“.

Ein prominentes Beispiel aus der jüngeren Geschichte ist König Alfons XIII. von Spanien. Benito Mussolini glaubte, Alfons besitze den „bösen Blick“ und vermied eine persönliche Begegnung. Während eines Staatsbesuchs in Italien 1923 kam es zu mehreren Unglücken, die angeblich mit dem „bösen Blick“ in Verbindung gebracht wurden – darunter explodierende Kanonen und ein sinkendes U-Boot.

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    Im vorherigen Beitrag sprachen wir über die ersten Autoren, die sich in den 80er und 90er Jahren in das Neuland der urbanen Fantasy wagten: Charles de Lint, Emma Bull, Laurell K. Hamilton, Neil Gaiman und andere. Nun wollen wir sehen, wie sich die urbane Fantasy im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts entwickelt hat.

    Kinderbücher, Jugendbücher und neue Belletristik für Erwachsene

    In den 90er Jahren wurden urbane Fantasy-Bücher hauptsächlich für Erwachsene geschrieben. J.K. Rowling änderte das, indem sie urbane Fantasy-Themen in ihre Harry-Potter-Serie integrierte. Die Grundidee der Serie ähnelt derjenigen, mit der Neil Gaiman in Niemalsland gespielt hat, nämlich der Koexistenz zweier Realitätsebenen, einer technologischen und einer magischen . Man kann sogar sagen, dass Harry Potter und der Stein der Weisen (1997) ein Niemalsland für Kinder und Jugendliche ist.

    Jugendliteratur (auch „Young Adult“ genannt) hat sich in den 2000er Jahren massiv mit urbaner Fantasy auseinandergesetzt. Twilight (2005) von Stephenie Meyer war ein großer kommerzieller Erfolg, trotz der erheblichen Schwächen des Romans (oder vielleicht wegen dieser Schwächen). Kurz darauf startete Cassandra Clare ihre Chroniken der Unterwelt mit City of Bones (2007). Seitdem hat sich die Urban Fantasy für Kinder u. Jugendliche in den Regalen jeder Buchhandlung festgesetzt und sich zu einem der kommerziell erfolgreichsten Genres der Geschichte entwickelt.

    Die neueste Entwicklung ist die Entstehung der sogenannten „New Adult“-Literatur, die sich an Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren richtet. Dieses Genre ähnelt der Jugendbelletristik, enthält aber etwas ältere Protagonisten (Ende der Pubertät und Anfang der Zwanziger) und manchmal auch erwachsenes Material, aber nicht immer. Mit Lev Grossmans Fillroy – Die Zauberer startete 2009 eine neue erwachsene Urban Fantasy, und dieses Subgenre gewannt schnell an Dynamik. Die Zauberer wurde als der Harry Potter für Erwachsene beworben, aber dieser Roman ist nicht nur ein Harry Potter-Abklatsch. Dennoch besteht der Hauptunterschied darin, dass dieser Roman nicht vor erwachsenen Themen zurückschreckt.

    Detektive des Übersinnlichen: Wenn Hardboiled auf Fantasy trifft

    Detektive und Privatdetektive, die sich mit unerklärlichen, paranormalen Ereignissen beschäftigen, sind kein neues Thema in der Literatur. Eigentlich waren die allerersten Bücher, die sich mit diesem Thema befassten, keine Belletristik, sondern Hexenjägerhandbücher. Das berühmteste von ihnen war der „Hexenhammer“ Malleus Maleficarum, der 1486 von Heinrich Kramer, einem deutschen Geistlichen, geschrieben wurde. Auch das Thema der Detektive, die mit Hilfe von Magie Verbrechen aufklären, ist nicht neu. Als Subgenre der Kriminalliteratur lässt sich die okkulte Detektivliteratur bis in das 19. Jahrhundert zurückverfolgen.

    In den 1990er Jahren waren Fantasy und hartgesottene (Hardboiled) Noir-Detektivgeschichten völlig unterschiedliche Genres und schienen nichts gemeinsam zu haben. Fantasy-Geschichten wurden in sekundären, vorindustriellen Welten angesiedelt, in denen Magie zum Alltag gehörte. Noir-Detektivgeschichten spielten in modernen Metropolen und waren mit den sozialen Brennpunkten der Großstädte verwurzelt. Versuche, diese beiden Genres zu verschmelzen, wurden manchmal mit Erfolg unternommen, wie das Beispiel der Hellblazer-Comics zeigt. Das fantastische Noir blieb jedoch ein relativ kleines Genre, bis Jim Butcher es neu erfand.

    Könnt ihr euch eine Kreuzung zwischen Sam Spade und Gandalf vorstellen?

    „Harry Dresden – Magier. Suche verlorene Gegenstände. Paranormale Ermittlungen. Beratung und Ratschläge. Erschwingliche Honorare. Keine Liebestränke, keine unerschöpflichen Geldbörsen, keine Partys, keine sonstigen Unterhaltungsveranstaltungen.“

    Jim Butcher ist der MacGyver der Fantasy. In „Sturmnacht“ (2000) kombinierte er zwei unterschiedliche Genres zu etwas Neuem und Funktionalem: Die Detektivgeschichten verbindet sich mit Sword & Sorcery. Im Gegensatz zu MacGyver setzte Butcher seine Fähigkeiten jedoch nicht dazu ein, um für Gerechtigkeit zu sorgen, sondern um eine kommerziell erfolgreiche Serie urbaner Fantasy zu schreiben: „Die dunklen Fälle des Harry Dresden“. Wie die meisten Bestseller werden seine Bücher niemanden auf intellektueller Ebene herausfordern, aber sie werden jeden gründlich unterhalten. Meines Wissens ist Butcher der kommerziell erfolgreichste Autor im Genre der urbanen Fantasy. Fünf seiner Bücher belegten den ersten Platz der New York Times Bestsellerliste. Nur wenige Schriftsteller schafften so etwas.

    Die Dresden-Files weisen viele Ähnlichkeiten mit Anita Blake auf, es gibt aber auch einige signifikante Unterschiede. Insbesondere die fiktiven Universen sind ganz anders aufgebaut. Die Dresden-Files beziehen sich stärker auf den Hardboiled-Kriminalroman, aber auch auf Sword & Sorcery. In der Serie Anita Blake drehen sich die Geschichten oft um Vampire und andere Untote und ihren Machtkampf. Der andere wichtige Unterschied ist die Entwicklung der Serie, da Anita Blake sich in Richtung paranormaler Romantik und Erotik bewegt, während die Dresden-Files fest im übernatürlichen Detektiv-Genre verwurzelt blieben.

    Findest du es lustig, gegen Dämonen zu kämpfen?

    Urbane Fantasy-Romane haben oft einen leichten, lässigen Ton. Humor ist omnipräsent, unabhängig davon, wie düster und dramatisch die Geschichte ist. Wir sehen es bereits in Moonheart (1984) von Charles de Lint, sowie in anderen frühe Beispielen urbaner Fantasy. Bittersüße Tode (1993) von Laurell K. Hamilton beginnt so:

    Willie McCoy war ein Idiot, bevor er starb. Dass er tot war, hatte daran nichts geändert.

    Während einige Urban Fantasy-Autoren einen relativ ernsten Ton anlegten (z.B. Kelley Armstrong in Die Nacht der Wölfin, Patricia Briggs in Moon Called), zögerten andere nicht, ihren Geschichten eine gute Portion Humor hinzuzufügen. Einige Passagen aus Sturmnacht kommen mir in den Sinn, z.B. wenn Harry Dresden mit Bob, einem Geist reinen Intellekts, der einen menschlichen Schädel bewohnt, diskutiert. Auch Neil Gaiman verfolgt in seinen Büchern einen augenzwinkernden Ansatz. „Ein gutes Omen“ (Good Omens: The Nice and Accurate Prophecies of Agnes Nutter, Witch), 1990 zusammen mit Terry Pratchett geschrieben, ist eine Komödie des Übersinnlichen, die den Glauben an die biblische Apokalypse verspottet. Niemalsland (1996) strotzt ebenfalls vor humorvoller Dialoge, und die Bösewichte der Geschichte sind ebenso urkomisch wie finster.

    Starke Frauen als Heldinnen

    Die überwiegende Mehrheit der urbanen Fantasy-Romane zeigt willensstarke weibliche Protagonistinnen. Die einzigen Ausnahmen, die ich kenne, sind die Dresden-Files und Fillroy – Die Zauberer, beide von männlichen Autoren geschrieben, was nicht gerade überraschend ist.

    Anita Blake ist eine ikonenhafte Figur, der Prototyp einer knallharten Heldin (siehe meinen vorherigen Beitrag zur Geschichte der urbanen Fantasy). Sie ist unabhängig, zielstrebig, mutig und in der Lage, sich zu verteidigen. Um das Ganze noch zu toppen, ist sie eine risikofreudige und adrenalinsüchtige Frau. Sie lässt sich von niemandem etwas gefallen und gerät wegen ihrer trotzigen Haltung oft in Schwierigkeiten. Unzählige urbane Fantasy-Heldinnen würden in dieses Profil passen: Elena Michaels (in der Otherworld-Serie von Kelley Armstrong), Mercy Thompson von Patricia Briggs), Rachel Morgan von Kim Harrison, Kate Daniels von Ilona Andrews), Selene (in der Underworld-Filmreihe) und so weiter.

    Einige weibliche Protagonistinnen sind femininer und verletzlicher, aber auch sie haben eine starke Persönlichkeit, zum Beispiel Sookie Stackhouse (Buchreihe von Charlaine Harris und TV-Serie True Blood) oder MacKayla Lane, genannt Mac (Fever-Serie von Karen Marie Moning). Sie können aussehen wie Barbie-Puppen, aber sie wissen, was sie wollen, und sie bekommen, was sie wollen. In Im Bann des Vampirs gibt die 22-jährige Mac ihre verschwenderische Lebensweise in Ashford, Georgia, auf und reist nach Dublin, um den Mord an ihrer Schwester zu untersuchen. Ohne Detektivausbildung und ohne Hilfe der Polizei ist es nicht verwunderlich, dass sie schnell in Schwierigkeiten gerät. Doch sie weigert sich, nachzugeben. Einige würden sagen, sie sei mutig und entschlossen, andere würden sie als stur oder hitzköpfig bezeichnen. Wie immer man das sieht.

    Das Thema weiblicher Emanzipation ist in der Literatur nicht neu. Die frühesten Beispiele, die ich kenne, sind Schauerromane vom Ende des 18. Jahrhunderts (siehe Ursprünge der Urban Fantasy). Interessanterweise erschien im selben Zeitraum (1792) Verteidigung der Frauenrechte von Mary Wollstonecraft, eines der frühesten Werke feministischer Philosophie. Wie ich bereits in meinem vorherigen Beitrag dargelegt habe, ist die urbane Fantasy das Äquivalent der Gothic Novel des 21. Jahrhunderts, in dem Sinne nämlich, dass diese beiden Genres viel gemeinsam haben. Die urbane Fantasy erlaubt es uns jedoch, das Problem der Frauenrechte aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

    Werwolf-Geschichten sind in diesem Zusammenhang interessant, zum Beispiel Bitten von Kelley Armstrong, Moon Called von Patricia Briggs oder Kitty and the Midnight Hour von Carrie Vaughn. Sie zeigen weibliche Werwölfe oder Gestaltwandlerinnen und stellen ihre komplexen Beziehungen zu den Werwolf-Clans dar, zu denen sie gehören. Geschlechterrollen, Emanzipation, Homophobie, Autorität und Autoritätskonflikte – es gibt viel zu sagen über Werwolf-Geschichten.

    Geht es nur um Sex?

    Urban Fantasy hat den Ruf, attraktive Protagonisten, denen sinnliche Genüsse nicht fremd sind, mit ebenso attraktiven Partnern des anderen Geschlechts zu präsentieren. Der Grund dafür ist einfach. Von Anfang an wurde urbane Fantasy eng mit paranormaler Romantik verbunden, obwohl nicht alle urbanen Fantasy-Geschichten Romantik enthalten. Die meisten von ihnen tun das, und ich sehe das nicht als Problem. Wer genießt nicht eine gute Liebesgeschichte?

    Das Problem ist, dass sich Romantik in manchen urbanen Fantasy-Geschichten erzwungen anfühlt. Eine alte Vampirin verliebt sich plötzlich in einen Menschen. Warum? Weil es praktisch ist, das ist alles. Ich denke zum Beispiel an die Underworld-Serie. Im ersten Film verliebt sich Selene in Michael Corvin. Warum fühlt sie sich zu ihm hingezogen? Was macht ihn so besonders?

    Dreiecksbeziehungen sind auch in der zeitgenössischen Fantasy weit verbreitet. Das kann eine mächtige Erzählstrategie sein, wenn das Thema intelligent eingesetzt wird. In Bitten von Kelley Armstrong enthüllt die Dreiecksbeziehung zwischen Elena, den Protagonisten Phillip (einem Menschen) und Clay (einem Werwolf), die Dualität von Elenas Persönlichkeit. Sie ist ein Werwolf, der versucht, ein normales, menschliches Leben zu führen. Ihr Freund Philip weiß nicht, wer sie wirklich ist. Ihre Liebe zu Phillip rührt von ihrer Verbundenheit mit der Menschheit her und ihrem Wunsch, sich von ihrem Rudel zu emanzipieren. Ihre Sehnsucht nach Clay hingegen kommt von ihren fleischlichen, tierischen Instinkten. Mit anderen Worten, der Mensch in ihr liebt Phillip, während der Wolf in ihr Clay liebt. Welche Seite ihrer Persönlichkeit wird gewinnen? Lesen Sie das Buch, um es herauszufinden!

    Eskapismus oder eine andere Sichtweise auf die Realität?

    Urbane Fantasy – wie die meisten Fantasy-Subgenres – betont Heldentum und persönliche Leistung. In urbanen Fantasy-Geschichten werden gewöhnliche Menschen jedoch oft in übernatürlichen Machenschaften gefangen gehalten. Wie ich in meinem vorherigen Beitrag schrieb, mag die urbane Fantasy ein eskapistisches Genre sein, aber dies ist ein zweideutiger Eskapismus, der uns immer wieder in die Realität zurückbringt.

    Für mich ist der interessanteste Aspekt der urbanen Fantasie, wie dieses Genre mit dem Thema Dualität umgeht. Realität versus Fantasie, Modernität versus Tradition, Technologie versus Magie, Intellekt versus Instinkt. Dualität scheint der Kern jeder urbanen Fantasy-Geschichte zu sein. Die Gegensätze konkurrieren miteinander, um sich besser zu ergänzen. Ein gutes Beispiel für die Yin-Yang-Theorie, oder etwa nicht?