Es wurde einst behauptet, dass Comics als Kunst ihr wahres Potential noch nicht ausgeschöpft hätten, und dass der Citizen Kane der Comics noch auf sich warten ließe. Das bedeutet, solange in dieser Kunstform noch nicht jenes Werk produziert ist, das sämtliche Meinungen darüber aufhebt, was ein Comic leisten sollte oder nicht, und allgemein als oberster Markstein auf diesem Gebiet anerkannt wird, werden Comics in der Öffentlichkeit wohl für immer als für Kinder oder Subliterate geschaffene Werke wahrgenommen werden.
Seit Erscheinen des gewaltigen und epochalen From Hell von Alan Moore und Eddie Campbell ist diese Diskussion nämlich ein für allemal vorbei.
Man kommt nur dann außer Haus, wenn man außer sich gerät und weder plant den Ort noch den Weg. Dann gerät man außer Haus wie ein Abenteurer und seine Konkubine (oder wie eine Dame und ihr Kofferträger); wartet auf die Kutsch, die vielleicht nicht fährt und steigt dann in eine ein, die sich von Weitem schon als die gleiche wie immer erkennen lässt. Es gibt da dieses Mangrovengeflecht im Gehirn, das aussieht, als käme man nie hindurch. In Wahrheit sind es Treppensteine, die hinauf führen; dafür wurden sie gemacht, es ist ihr Begehr und Dasein.
Was dachtet ihr Römer, als ihr euch eine Stadt vorstelltet, die es noch nicht gab, die hier noch nie gewesen ist und die ihr vielleicht nie kennen lernen werdet?
Die Briten essen ihre Rosinenbrötchen an Karfreitag und nennen sie „cross buns“, im deutschen Norden ist das Rosinenbrötchen auch als „Heißweck“ bekannt. Auch in Frankreich backt man ein ähnliches kleines Ding, das im Grunde nichts anderes ist als ein Milchbrötchen mit Rosinen, wobei dort eher Rosinenschnecken aus Blätterteig favorisiert werden. Den Hefe- oder Germteig gibt es allerdings schon seit dem Mittelalter. Das Wort Rosine selbst stammt aus dem Lateinischen racemus (Beere); von dort wurde es zum französischen raisin und wurde dann umgebildet, und auch die hat man (etwa in Leipzig) schon 1502 in den Teig gemengt. Unsere Romantiker mampften sich mit Rosinenbrötchen durch ihre Kindheit, die armen Studenten hatten meist gar nichts anderes zu essen, denn so ein Hefebrötchen, leicht gesüßt und mit Rosinen gefüllt, ist mit wenig Geld herzustellen. Ein wenig Mehl und Zucker, Ei und Milch, sowie die wertvolle Hefe – und schon ist die brustförmige Leckerei zum Einsatz bereit. Ein kleines Glück ist dieses goldbraune Ding. Tatsächlich aber ist die Variante, die man bei sogenannten heutigen Bäckern bekommt, meist mit Backtriebmittel oder Trockenhefe aufgeschwemmt und hat wenig von dem vollmundigen, klassischen Geschmack an sich.
Ein Parkplatz wird gerade ausgerollt wie ein gilber Teppich, um für den Kathreinemarkt, der am 20. Oktober beginnt, darauf vorbereitet zu sein, Leute durch die Gegend schütteln zu müssen. Bei einigen setzt sich dann ihr Menü neu zusammen (und vielleicht setzt sich auch etwas Grobgemahlenes auf ihre Zunge). Ein Scooter freilich schüttelt nicht, sondern scootet und bumst wie einst im Jahre 1906 in Coney Island, wo Neville’s Automobile Railroad diesen erschütternden Spaß zum ersten Mal präsentierte. Nur war es damals ein viel größeres Wunder und eine Bewertung dieses kleinen Fleckens käme einem Zerpflücken flauschiger Zuckerwatte gleich. Man darf natürlich wissen, dass ich mit den fränkischen Wiesen- und Schützenfesten aufgewachsen bin, weshalb mir nur ein bedauerliches Lächeln bleibt. Aber immer wenn ich den Königsplatz (ein spannender Name für einen Parkplatz) durchschreite und der angedachten Buntheit gewahr werde, kann ich mich zumindest an Zeiten erinnern, als solcherart hingepflanzte Buden einen Zauber verströmten, der – wie alle Zauber – über die Jahrzehnte hinweg ausradiert wurde.
Julio Cortázar war einer der Begründer des so genannten lateinamerikanischen Booms. Er war Romancier, Lyriker, Dramatiker und Essayist, vor allem aber – und das ist der Kern seines Werkes – ein eifriger Erzähler von Kurzgeschichten. Er begann sein Werk unter dem Einfluss des Surrealismus. Seine phantastischen Erzählungen beginnen meist mit einer alltäglichen Szenerie, in die unerwartet das Fremde, das Unheimliche einbricht. Auch seine Tätigkeit als Übersetzer, u.a. der Erzählungen Edgar Allan Poes, beeinflusste sein Werk.
Viele phantastische Geschichten können sich einer thematischen Ähnlichkeit nicht entziehen. Oft scheint es, als stünden sie in Beziehung zueinander, als seien sie verbrüdert und durch eine Röhre miteinander verbunden. Viele dieser Geschichten haben gemeinsame Einflüsse wie Arthur Machen oder H. P. Lovecraft, während andere unheimliche Elemente verwenden, um zeitgenössische Stimmungen einzufangen. Manchmal sind diese Verbindungen offensichtlich, in anderen Fällen muss man sie mehrmals lesen, um sie zu verstehen. Dies ist bei Julio Cortázar der Fall.
Nehmen wir das Beispiel ‚Axolotl‘ und daraus den ersten Absatz, der die Transformation vorwegnimmt:
„Es gab eine Zeit, in der ich viel an die Axolotl dachte. Ich besuchte sie im Aquarium des Jardin des Plants und brachte Stunden mit ihrer Betrachtung, der Betrachtung ihrer Unbeweglichkeit, ihrer dunklen Bewegung zu. Jetzt bin ich ein Axolotl.“
Der Schlüssel liegt hier nicht in der ausgeprägten Verwandlung, sondern in der Beobachtung und der kontemplativen Betrachtung. Man kann die Erzählung als eine Absonderung und einen symbolischen Abstieg in einen schizophrenen Zustand lesen, vor allem durch die Schlusssätze, in denen Cortàzar das erzählerische „wir“ (der Axolotl) mit dem menschlichen „er“ (der Mensch) vertauscht.
Fasziniert von den Amphibien im Larvenstadium, beginnt der Erzähler immer mehr Informationen über die Axolotl zu sammeln. Tag für Tag besucht er sie im Jardin des Plantes.
„Ich stützte mich auf die eiserne Stange, die die Aquarien einfasst, und widmete mich ihrer Betrachtung. Daran ist nichts Besonderes, denn ich hatte vom ersten Augenblick an begriffen, dass wir miteinander in Verbindung standen, dass etwas wenn auch grenzenlos Verlorenes und Fernes uns offenbar vereinte.“
Hinter dem Gefühl der Besessenheit verbirgt sich etwas anderes. Es ist die Schärfe der Selbstidentifikation mit etwas Fremdem. Im Laufe der Erzählung nimmt sie Gestalt an, mit wiederholten Verweisen auf ihre mexikanische Heimat, auf die Azteken, die das Land beherrschten, bevor die Spanier kamen. Der Erzähler scheint verrückt zu sein, zumindest könnte man die Geschichte so interpretieren. Und doch könnte das Ganze auch eine Metapher für die Faszination einer fremden Kultur sein, die so weit geht, dass man ganz in sie eintauchen möchte, bis hin zum Austausch mit der ursprünglichen eigenen Kultur. Dieses Gefühl der fremden Akkulturation taucht in vielen Erzählungen und Romanen Cortázars auf. Emigranten in surrealistischen Erzählungen, wie in seinem brillanten und epochalen Roman „Rayuela“.
In seinen Erzählungen nutzt Cortázar das Unerklärliche, um die Wirren des Lebens zu ergründen. In „Das besetzte Haus“ leben die alternden Geschwister zurückgezogen im Haus ihrer Großeltern und spüren, dass etwas in ihren geschlossenen Lebensraum eindringt und sie zwingt, das Haus zu verlassen. Es ist ein langsames, schleichendes Grauen, das sich in die Erzählung einschleicht.
“ Südliche Autobahn “ ist weniger eindeutig. Die Erzählung beginnt mit einem endlosen, kafkaesken Stau. Die Menschen im Stau versuchen, sich irgendwie zu beschäftigen. Einige schlafen miteinander, andere versuchen, sich so weit wie möglich von allem und jedem zu entfernen. Beide Erzählungen ähneln „Axolotl“ darin, dass sie aus der eindeutigen Realität in seltsame, surreale Landschaften gleiten, wo Realität und Fantasie unentwirrbar ineinander übergehen und zu einer halluzinatorischen Einheit werden.
In den „Sprungszenen“ seines grandiosen Anti-Romans „Rayuela“ schildert Cortázar das Leben eines argentinischen Emigranten in Paris und seine Suche nach seiner früheren Geliebten Maga. Auch hier kommt es zu einem Zusammenprall der Kulturen, zu einem Verschwimmen von Halluzination und Realität. In Horacio Oliveira erkennen wir den fast wahnsinnigen Erzähler aus „Axolotl“. Sein Taumeln durch Paris und Buenos Aires auf der Suche nach Maga kann auch für die Suche nach einer schwer fassbaren Realität stehen. Die Anti-Struktur des Romans dient dazu, das Gefühl des Halluzinatorischen der Suche zu verstärken. Es gibt Momente der stillen Bedrohung, ähnlich dem „besetzten Haus“, und es gibt Momente, in denen Oliveiras Suche quixotische Züge annimmt.
In den 35 Jahren seines schriftstellerischen Schaffens hat Cortázar eines der einflussreichsten und unvergesslichsten Werke der Literatur des 20. Jahrhunderts hinterlassen, das sich mit dem Surrealismus, dem kulturellen Bruch, der Selbstidentität und der Frage, wo die Realität endet und die Halluzination beginnt, auseinandersetzt. Seine labilen, aber schmerzhaft aufmerksamen Erzählerfiguren erlauben es ihm, durch das Unerklärliche hindurch Aussagen über das heutige Leben zu machen, wie sie der ‚Realismus‘ niemals zu treffen vermag. Cortázar taucht tief in die Psyche seiner Protagonisten ein und enthüllt dabei beunruhigende Wahrheiten darüber, wie wir die verrückte Welt um uns herum wahrnehmen. Manchmal äußert sich dies im Verlust der Identität und der Trennung von unserer Vergangenheit, wie in „Axolotl“ oder „Das besetzte Haus“.
Das Unheimliche dient Cortázar als Kanal, und seine Geschichten funktionieren auf mehreren Ebenen. Es ist fast unmöglich, diese unglaubliche Nuanciertheit beim ersten Lesen zu erfassen, und er gehört zu den wenigen Autoren, die man immer wieder gerne liest.
Zum Anlass der Sonderausstellung im Kemptener Marstall vom 28. Oktober bis zum 14. April 2024 postiertes Eiszeitwesen.
Vor 26.000 Jahren kam er hier an und erstarrte. Das kleine Wollmammut fraß wahrscheinlich gerade eine Dino-Heuschrecke (um sich nach getaner Wanderschaft und einer Menge frischer Luft belohnt zu fühlen), und da spürte er es: hier würden irgendwann die Römer (was sind Römer?) eine der schönsten Kleinstädte errichten (was sind Kleinstädte?). Es war diese Vision, die er kurz darauf wieder vergessen würde, aber später – viel später, würde er in die Geschichte eingehen als Dr. Kalle Mamm, jenes Wollwesen nämlich, das die Science Fiction in der Mastodon-Familie begründete. Man hatte ja nicht viel in der Eiszeit. Das Feuer war zwar schon bekannt, aber es zeigte sich nie dort, wo man es brauchte: im Kamin der eigenen Höhle nämlich.
Ich hatte von der Nacht seltsames vernommen. Ein Klopfen, das sich lose durch eine Winterlandschaft quälte, ohne eigentliche Herkunft. Das Raunen nichtexistenter Türen, als fielen sie in eine altes Schloss. Ich wurde des Atems gewahr, der über die Erde schwebte. Nichts ist je wirklich vergänglich.
Wie zu Zeiten der pestilenzischen Seuche oder der Post-Klondike-Stille hatte die Umgebung die Ereignisse gespeichert, abgedeckt, vor neugierigen Blicken verborgen. Ein qualmender Schlot täuschte Weiterleben vor. Der Wanderer war in der Lage, die Verstecke im Gehöft zu erahnen, denn die Trostlosigkeit war jetzt ein Teil von ihm.
In der schwarzen Küche fand er Federn und einen Kübel mit Blut auf dem Boden stehen, eine Menge Brennholz, aufgeschichtet zu einer Pyramide neben einem Herd aus Bruchstein, auf dem oben eine dünne Steinplatte zur Abdeckung lag. Auf dieser stand ein Dreifuß mit einer noch sanft baumelnden Pfanne. Eine leere Hutschachtel lag auf einem Tisch mit kräftigen barocken Beinen. Unter der Hutschachtel ein Brief:
… nichts Anderes hat man gehört als Rauben, Stehlen, Morden, Sengen und Brennen. Die armen Leut’ wurden niedergehauen, gestochen, gestoßen und geraidelt; vielen die Augen ausgestochen, Arm und Bein entzwei geschlagen, etliche beim Feuer gebraten, teils im Rauchschlot aufgehenkt und Feuer unter sie geschüret, etliche in die Backöfen gestoßen, Stroh fürgemacht und angezündet, Kein und Schwefel über die Nägel gesteckt und angezündet, spitzige Knebel ins Maul gesteckt, daß das Blut haufenweise herausgeloffen … in Summa die große Pein, davon auch der Teufel in der Hell nicht Wissenschaft haben mochte. Dorothea und ich, wir haben beschlossen, aufzubrechen, nirgendwohin.
Der Ruß klebte zentimeterdick und ölig glänzend an den Wänden und an der Decke, von der sich Kohlentropfsteine nach unten reckten. Bei leichter Erschütterung blätterte etwas davon ab und fiel in den Staub, der den festgestampften Erdboden bedeckte. Sie saß auf einem kleinen krustigen Schemel und rupfte ein Huhn, als gälte es, durch dieses Ritual das schleichende Chaos fern zu halten. Neben ihrem rechten Bein, das in dicke braune Bandagen gewickelt war, stand ein Blecheimer voll Blut; man glaubt gar nicht, wie viel davon in einem kleinen Tier vorhanden ist; der Kopf und der lange Hals schwammen darin herum. Den dicken Fliegen waren sie eine Insel, die mit der klebrigen Leckerei überzogen deren Herrschaft anerkannte. Hinter ihr öffnete sich zaghaft die einflüglige Tür unter dem Oberlicht, die zu den Ställen führte, und ein junges Mädchen von neunzehn Jahren trat ein. Es trug ein Kleid mit Schlupfärmeln aus walnußgefärbtem Wollstoff, ein Unterkleid aus wenig gebleichtem Leinen, ein eingehängtes Schürztuch, Haarsack, nadelgebundene Strümpfe aus handgesponnener Wolle, und darüber einfache Holzklepper. Ihre angstvollen Blicke wanderten unstet umher. Hinter der ähnlich gekleideten älteren Frau, die das Rupfen nicht unterbrach, blieb sie unsicher stehen.
»Ich weiß nicht«, sagte sie. »Es ist so still, seit…«
»Wäre es nicht still, könnten wir den Donner aus der Ferne nicht gut hören.«
Die Erschütterungen trieben Wellen durch das Blut, die sich an Kopf und Hals des geschlachteten Tiers festhielten, aber nur Blasen in den Federn hinterließen. Merkwürdig leuchtende Nebelzonen waren die toten Augen, in denen sich eigenartige Lichterscheinungen brachen wie große, strahlende Kugeln, die sich manchmal unterhalb der Wasseroberfläche zeigen.
»Man hat uns doch nicht wirklich hier zurückgelassen?«, versuchte es das Mädchen erneut. Ohne zu antworten erhob sich die Ältere mit einem Ächzen, klopfte sich die Federn von der Schürze und legte das Huhn auf eine speckige Anrichte, auf der zerbrochene Krüge und dunkle Mehlreste lagen. Das Mädchen trat hinzu, befummelte das nackte Huhn. »Das ist unser letztes Fleisch, wir sollten ebenfalls fortgehen!«
Sie hüllten sich in dicke Mäntel. »Wo wollen wir hin?« fragte die Alte. »Erst einmal zur Straße!«
Die junge Magd war sichtlich erleichtert, den Hof jetzt verlassen zu können. Gemeinsam zogen sie eine Schublade auf, holten eine der Hutschachteln heraus, die Puppenkleider enthielt. Sie kleideten das Huhn in hübsche bunte Sachen, bevor sie ihre Koffer in die behandschuhten Hände nahmen und hinaus auf die Straße traten. Aus der Ferne hörten sie die Detonationen die Erde erschüttern, die ihre Füße kitzelten.
Aus Adams Notizbuch: Einmal fanden wir am Bach Dinge und steckten sie uns in den Mund, um die Dinge der Welt, die zufälligen, zu schmecken; es gab auch Anderes zu finden, aber wir fanden es nie.
Die Mädchen sind frühreife, sonnenpolierte Nymphen, ein sanfter Splitter im Granit, der den Härtegrad verdirbt. Durch ihr rätselhaftes Fangen-Spiel wetteifern sie mit den Blumen der Lüfte, den Schmetterlingen; sie fassen sich an den luftdurchfluteten Blütenkleidern, klirrend ihr Lachen, die Zeit verwelkt. Heute sind sie jedermännisch, ihrer früheren Geheimnisse beraubt, doch damals konnte man ihre lunare Stimmung erhaschen. Jede von ihnen eine potentielle Jägerin der Nacht, vor Mitternacht zu Bett getragen, um im Traum zu verpuppen. Der Sommer trägt die Gelüste vorwärts, im Frühling versprochen, im Herbst entspannt genossen. Das erste Regen der Exogamie.
Ich erwache erneut. Es ist immer ein Wunder dafür verantwortlich. Manches davon erscheint mir wie eine Schallplatte – rund. Und dann befinde ich mich an einem anderen Ort, der wie ein Damm um mich herum gebaut ist. Manchmal denke ich an seinen Schutz, manchmal denke ich an eine Trennung. Die Welt hat ihren Zustand verändert, ist jetzt gasförmiger denn je.
Es gibt Menschen; zumindest glaube ich, dass es sich um Menschen handelt, wenn ich ihnen auf der Straße begegne und sie mich in ihre Einkaufstüten schauen lassen. Es schwebt mir noch immer dieses schwarze Ding vor den geschlossenen Augen, das eine Störung der Netzhaut sein mag. Noch einmal werde ich aufräumen müssen, die Gabeln müssen bei den Gabeln liegen.
Sie trägt ihr Kostüm wie eine Uniform, aus langweiligen Stoffbahnen geschnitten, eine Schürze. Die Schaufensternacht bricht herein wie eine Enterdregge, die in die Rahen haut, das weiße Linnen, das sich noch vor Stunden mit vor Stolz geschwelltem Busen gegen den Salzauswurf gestemmt hat, Wachablösung, Schichtwechsel. Aber dann läuft sie zwischen beleuchtetem Glas hindurch, für einen Augenblick der optischen Täuschung unsichtbar, unberührbar von echten Händen, kehrt zurück und öffnet ihr schwarzes Ungeheuer, in dem die Münzen liegen, die nicht ihr Material Wert sind. Sie steht da und ist ihm vollkommen zu Diensten, möchte jetzt den Verkehr mit ihm zu einem Abschluss gebracht haben. Ich bezahle Teile ihres Midnight-Blue-Nagellacks. Müsste ich mich entscheiden, welchen Finger ich ihr abschneiden würde, käme für mich nur der kleine infrage. Den Kaffee bezahle ich nicht.