In der Nacht des 8. Februar 1855 wurden die Landschaft und die kleinen Dörfer in Süd-Devon von heftigen Schneefällen heimgesucht. Man nimmt an, dass der letzte Schnee gegen Mitternacht gefallen ist. Zwischen diesem Zeitpunkt und etwa 6.00 Uhr am nächsten Morgen hinterließ etwas (oder mehrere) eine Vielzahl von Spuren im Schnee, die sich über hundert Meilen oder mehr vom Fluss Exe bis nach Totnes am Fluss Dart erstreckten.
Hinter jeder guten Geistergeschichte verbirgt sich… eine weitere Geistergeschichte! Einige der spannendsten übernatürlichen Filme sind an vermeintlich spukende Orte gebunden. Es ist wieder einmal Zeit, um eure morbide Neugier zu wecken … los geht’s!
DIE KRANKENHÄUSER DES EXORZISMUS
Ihr wisst sicher alle, dass William Friedkins Klassiker Der Exorzist von 1973 auf der „wahren Geschichte“ eines besessenen Jungen beruht. Ich werde nicht die ganze Geschichte erzählen, denn sie ist über tausend Seiten im Internet verstreut, aber ich möchte einen der berühmten Orte hervorheben, die mit der makabren Geschichte in Verbindung stehen.
Alexian Brothers Hospital
Der Junge – der bis heute namenlos geblieben ist – stammte aus Maryland, zog aber mit seinen Eltern nach St. Louis zu Verwandten, als sich sein Leiden (vermutlich dämonische Besessenheit) verschlimmerte. Der Exorzismus, der von Pater Raymond Bishop durchgeführt wurde, fand im Universitätskrankenhaus von St. Louis (SLU) und später im Alexian Brothers Hospital statt, wo er auch endete. Pater Bishop führte ein detailliertes und beunruhigendes Tagebuch über die Geschehnisse und versteckte es in einer verschlossenen Schreibtischschublade des Krankenhauses. Der Flügel des Krankenhauses, in dem der Exorzismus stattfand und in dem das Tagebuch aufbewahrt wurde, wurde für die Behandlung schwer geisteskranker Patienten genutzt. Der Flügel musste später abgerissen werden; die Abbrucharbeiter fanden das Tagebuch und übergaben es der Gebäudeverwaltung, und der Rest ist Geschichte.
Die britische und kornische Folklore wird nicht müde, eine Reihe geheimnisvoller Orte wie Camelot und Avalon in den Legenden um König Artus zu erwähnen. Daneben macht sich das verlorene Land Lyonesse eher klein und unscheinbar aus, spielt aber in vielen Artuslegenden eine wichtige Rolle.
Der Legende nach lag Lyonesse einst zwischen der Küste von Cornwall und den Scillies, die aus über 140 Inseln bestehen, von denen aber nur fünf bewohnt sind. Im 16. Jahrhundert befragte ein Antiquar namens William Camden viele Bewohner Cornwalls nach ihrem Volksglauben. Sie erwähnten oft die „Stadt der Löwen“ und erzählten, dass sie manchmal die „Geisterglocken“ läuten hörten. Nur ein Mann namens Trevelyan soll dem Untergang von Lyonesse auf einem Schimmel entkommen sein.
In einem Tal in der Nähe des Dorfes Bomarzo in Italien liegt ein geheimnisvoller Garten, der unter vielen Namen bekannt ist. Manche nennen ihn wegen seiner Nähe zum Dorf den Garten von Bomarzo. Sein Schöpfer nannte ihn Sacro Bosco oder Heiliger Hain. Aber die meisten kennen diesen wundersamen Ort als den Garten der Monster, aus Gründen, die jedem, der ihn betritt, klar sind.
Im üppigen Grün des Gartens verstecken sich Dutzende seltsamer Steinmonster und hoch aufragender Statuen, die alle aus dem Vulkangestein der Umgebung gehauen wurden.
1996 war das Internet noch jung, und niemand interessierte sich für Erzsébet Báthory, eine ungarische Gräfin, die um die Jahrhundertwende lebte und starb und möglicherweise Hunderte von Dienstmädchen ermordete. Niemand, bis auf den 47-jährigen Dennis Báthory-Kitsz, der eine Oper über sie schreiben wollte. Er hatte Material gesammelt – eine Skizze, eine Bibliografie und einige Fotos von einer Reise zu einem ihrer Schlösser. Um das alles zu organisieren, richtete er die Website bathory.org ein. Sie sollte eine private Ecke im Internet sein, in der Dennis seine Gedanken sammeln konnte – „im Grunde ein Dokument“, sagt er. Aber dann kamen die Fangirls.
Sagen wir mal, du hättest ein kleines Teufels-Problem. Vielleicht ist er einfach uneingeladen aufgetaucht und lockt dich nun mit der Erfüllung deiner Herzenswünsche. Eventuell soll eine verflossene Liebe wieder aufflammen, oder er offeriert dir Reichtum, oder die Reduzierung deines Gewichts, oder eine “Du-kommst-aus-dem-Gefängnis-frei-Karte”. Und obwohl du es besser weißt, obwohl du weißt, dass es sich zu gut anhört, um wahr zu sein, genügt dieses Wissen nicht, um die Offerte einfach zu ignorieren. Vielleicht ist er ja auch nur gekommen, um dich aus Spaß zu quälen und du hast keine Möglichkeit, ihm zu entkommen. Wie geht eine ansonsten aufrechte Seele mit einer Situation wie dieser um?Es kommt natürlich auf die Umstände an, aber deine Möglichkeiten stehen gar nicht mal so schlecht, auch wenn es zunächst nicht so aussieht. Sicher, die einfachste Möglichkeit bestünde darin, den Standard-Vertrag zu nehmen, aber wie viele von uns bereits haben lernen müssen, beinhaltet der Standard-Vertrag nicht immer das Beste, das man herausschlagen kann. Und wenn der Teufel nur da ist, um seine Muskeln spielen zu lassen – es also gar nicht um einen Vertrag geht – magst du dich erst einmal hoffnungslos fühlen. Wie ich das sehe, hast du fünf Möglichkeiten, dich zu retten. Suche dir diejenige heraus, die zu deiner Situation passt, aber bleibe in erster Linie erst mal locker, okay?
Freuds Entdeckung der Psychoanalyse mag heute fast in Vergessenheit geraten sein oder nur noch selten praktiziert werden – zu zeitaufwendig, zu teuer, nicht ausreichend wissenschaftlich dokumentiert -, aber sein schriftstellerisches Können ist sicherlich immer noch da, um von uns nachgeahmt und genossen zu werden. Nicht umsonst hat er den Goethe-Preis erhalten. Besonders in seinen fünf berühmten Fallgeschichten, die sich wie Krimis lesen, können wir diese Kompetenz bewundern. Vielleicht ist die früheste seiner Fallgeschichten, die 1905 veröffentlicht wurde und als der Fall Dora bekannt ist, das beste Beispiel dafür. Dora, die in Wirklichkeit Ida Bauer hieß, entkam nach dreimonatiger Behandlung, was es Freud aufgrund der Kürze des Falles ermöglichte, ihn leichter aufzuschreiben. Dora, die die Behandlung verweigerte, gab ihm gewissermaßen das Geschenk der Fallgeschichte.
Jedes Haus wird heimgesucht. Die Frage ist, wovon?
Sobald man ein Haus betritt, weiß man es. Manche fühlen sich gut an, andere nicht. Und wie ein guter Wein sind ältere Häuser komplexer.
Im Sommer 20xx wurde ich nach Irland geschickt, um als Mitglied der Stonecoast MFA an einem Creative Writing-Programm teilzunehmen. Ich war dankbar für die Chance, herumzureisen und ungeduldig, diese Erfahrung zu machen, muss allerdings gestehen, dass Irland vor meiner Ankunft nicht auf meiner Liste stand. War Wales nicht malerischer? Und von London aus nicht besser zu erreichen?
An einem Sommertag des Jahres 1284 ereignete sich in der kleinen norddeutschen Stadt Hameln ein mysteriöses Ereignis, das durch die Jahrhunderte nachhallen sollte. Der Legende nach wurden 130 Kinder von einer geheimnisvollen Gestalt, dem Rattenfänger, weggeführt. Mit seinem bezaubernden Flötenspiel lockte er sie in ein ungewisses Schicksal. Was wirklich mit diesen Kindern geschah, ist bis heute unbekannt. Die Geschichte entwickelte sich jedoch von einer tragischen historischen Notiz zu einer der berühmtesten Legenden aller Zeiten. Diese Geschichte, in der sich Geschichte und Volksüberlieferung vermischen, inspiriert Künstler seit Jahrhunderten und ist zu einem lebendigen Teil der visuellen, literarischen und darstellenden Kunst geworden.
Die Legende vom Rattenfänger ist einzigartig, da sie die Grenze zwischen aufgezeichneter Geschichte und Mythos überschreitet. Ausgangspunkt ist ein rätselhaftes Ereignis: das Verschwinden von 130 Kindern aus der Stadt Hameln. Im Gegensatz zu vielen anderen Volksmärchen, die nur auf mündlicher Überlieferung beruhen, hat diese Geschichte einen nachvollziehbaren historischen Anker. Die Hausinschrift am Rattenfängerhaus aus dem 17. Jahrhundert berichtet:
Die Ducks nach Carl Barks: Von amerikanischen Erzählungen zum globalen Mythos
(c) Carl Barks
Als Carl Barks in den 1940er-Jahren für den Disney-Konzern begann, Geschichten um Donald Duck und seine Verwandtschaft zu schreiben, ahnte niemand, dass hier einer der großen Mythen des 20. Jahrhunderts geschaffen wurde. Barks arbeitete anonym, ein „namenloser Handwerker“ der Comicindustrie. Und doch nannte ihn die Fankultur später ehrfurchtsvoll „The Good Duck Artist“. Denn er war derjenige, der Donald, Dagobert, Tick, Trick und Track, Daisy, Daniel Düsentrieb, Gundel Gaukeley und die Panzerknacker in eine Welt stellte, die weit über den Rahmen bloßer Kindergeschichten hinausging. Er baute Entenhausen – ein Hybrid aus amerikanischer Kleinstadt und globaler Abenteuerbühne.
Barks’ Geschichten wie Lost in the Andes (Im Land der viereckigen Eier) (1949), Back to the Klondike (Wiedersehen mit Klondike) (1953) oder Only a Poor Old Man (Die Mutprobe) (1952) demonstrieren, was sein Werk ausmacht: die Verschmelzung von komischer Alltagserfahrung und großer Weltgeschichte. In der Episode der „viereckigen Eier“ aus den Anden liegt eine feine Satire auf Kolonialismus und kulturelle Missverständnisse; im Klondike-Abenteuer blitzt Dagoberts Vergangenheit als romantischer Glückssucher auf, die ihn zu dem hartherzigen Kapitalisten machte, der er geworden ist; und in der Geschichte vom „armen alten Mann“ wird sein Reichtum zu einem melancholischen Symbol, das weniger Besitz als Erinnerung bedeutet. Schon hier offenbart sich, dass die Ducks keine eindimensionalen Karikaturen sind, sondern Figuren, in denen sich Menschheitsthemen bündeln: Arbeit und Scheitern, Gewinn und Verlust, Erinnerung und Sehnsucht.