Arthur Machen: Der große Gott Pan

Arthur Machen

Arthur Machen veröffentlichte eine erste Version von Der große Gott Pan im Jahre 1890 im Magazin The Whirlwind; später schrieb er die Geschichte um und erweiterte sie, bis sie 1894 dann, zusammen mit der thematisch sehr ähnlich gelagerten Geschichte Das innerste Licht,  als Buch erschien. Es ist eine faszinierende Arbeit, die ihre beängstigende Stimmung hauptsächlich durch indirekte Hinweise speist. Von heute aus gesehen, entdeckt man eine sehr „viktorianische“ Einstellung gegenüber Frauen. Zur Zeit ihres Erscheinens löste die Geschichte durch die angedeutete Sexualität einen regelrechten Skandal aus.

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Stephen King Re-Read: Christine

Als Kind der 50er Jahre haben Autos Stephen King schon immer fasziniert. Da ist Billy Nolans 61er Biscayne in Carrie, Jack Torrance‘ Volkswagen in Shining, die lebendigen Trucks in Rhea M, der Pinto/Hotbox in Cujo, der Killer-Kombi in Raststätte 81, der außerirdische Buick Roadmaster in From a Buick 8 und der Autounfall, der die Handlung von Misery (Sie) in Gang setzt. Autos gehören neben Jeans, Rock’n’Roll und Akne zu Kings amerikanischer Palette, und so war es nur eine Frage der Zeit, bis King ein Auto zum Hauptthema eines Romans machen würde. Doch als das Buch erschien, war es nicht das, was man erwartet hatte. Es war ungewöhnlich, und sogar die Qualität überraschte. Holprig, schlampig und aufgeblasen – so lautete die Kritik.

Die Idee zu Christine entstand 1978, als King eines Tages nach Hause ging und an seinen langsam den Geist aufgebenden Pinto dachte, der auch den ersten Funken für Cujo lieferte. Aber 1978 lieferte sein Pinto keine inspirierten Romane, sondern nur Kurzgeschichten. “Wäre es nicht lustig”, erinnert sich King, “wenn die kleinen Zahlen auf dem Kilometerzähler rückwärts laufen würden, und wenn sie rückwärts laufen würden, würde sich das Auto dann verjüngen? Das wäre eine interessante Kurzgeschichte.” Dann kamen die 80er Jahre.

Christine
Christine, der Plymouth im Film
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Erstes Gespräch mit der KI

Heute fand die erste Begegnung mit der gegenwärtig Furore machenden KI statt, dem ChatGPT. Interessant daran war, dass sich speziell Fragen nach dem Bewusstsein (oder im Bereich des Existenziellen) auch für die GPT als Grenzerfahrung herausgebildet haben und er zumindest leicht in die Bredouille kam, was für ein „Programm“ an sich nicht möglich ist. Hier ein Auszug:

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Kane (Ein Erbe Conans)

Kane

Die besonderen Merkmale der Low Fantasy, die von Fans Sword and Sorcery genannt wird, drehen sich hauptsächlich um den Protagonisten. Pioniere des Genres, wie etwa Clark Ashton Smith, hatten kein Interesse daran, mit wiederkehrenden Figuren zu arbeiten, sondern legten den Schwerpunkt auf die Wiederholung des Settings, der sonderbaren Atmosphäre oder auf die Kreativität fremdartiger Landschaften, bis Robert E. Howard seine einflussreichen Conan-Geschichten veröffentlichte. Seitdem ist eine gut ausgearbeitete Hauptfigur zum wesentlichen Merkmal des Genres avanciert. Fast alle der folgenden Protagonisten waren der Reaktion auf Conan geschuldet. Howards Zeitgenosse, C. L. Moore, wollte über einen weiblichen Helden schreiben und erfand Jirel of Joiry. Fritz Leiber begann 1939 mit den Geschichten über Fafhrd und dem Grauen Mauser, die allerdings erst ende der 60er das Licht der Welt erblickten, und die ein etwas feineres Gespür für die schönen Dinge des Lebens präsentierten als etwa Conan. Die vielleicht bewussteste Umkehrung des Conan-Archetyps gestaltete Michael Moorcock durch seinen Elric, dessen körperliche Schwäche, emotionale Zerbrechlichkeit und Abhängigkeit von Zauberei im krassen Gegensatz zu allem, was Conan repräsentierte, stand.

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David H. Keller

Nach dem Ersten Weltkrieg veröffentlichten Amerikas Pulp-Magazine zunehmend Science-Fiction neben den üblichen Genres Western, Fantasy und Horror. Redakteure waren auf der Suche nach neuen Autoren in diesem aufstrebenden Segment, und Ende der 1920er Jahre „gab es nur einige wenige Autoren, die in der Lage waren, hochwertige Science-Fiction zu produzieren“, schreibt der britische Literaturhistoriker Mike Ashley. „Die besten in diesen frühen Jahren waren Miles J. Breuer und David H. Keller, beide faszinierend, Ärzte.“ Beide Autoren verbrachten auch den Ersten Weltkrieg im Army Medical Corps; während seines Dienstes half David H. Keller (ein Neuropsychiater) bei der Behandlung von Granatenschockopfern.

Keller schrieb sechs Jahrzehnte lang Romane, während er in seinen verschiedenen medizinischen Berufen arbeitete: als Arzt oder Leiter in psychiatrischen Einrichtungen in Pennsylvania, Illinois, Louisiana und Tennessee, während des Militärdienstes in beiden Weltkriegen. Seine Karriere als Schriftsteller begann früh. 1895, im Alter von fünfzehn Jahren, veröffentlichte er eine Geschichte in einer lokalen Zeitschrift; während des Studiums reichte er ein Dutzend Geschichten und Gedichte bei einer kleine Literaturzeitschrift ein. Doch in den folgenden drei Jahrzehnten schreib er fast ausschließlich für sich selbst. Von seiner Frau angeregt, begann er Ende der 1920er Jahre, seine Geschichten zu verschicken und stellte fest, dass der Markt seinen persönlichen Geschmack endlich eingeholt hatte; seine erste Einreichung bei einer nationalen Zeitschrift wurde sofort angenommen und erschien als „The Revolt of the Pedestrian“ in der Februarausgabe 1928 der kürzlich gegründeten Amazing Stories. Daher ist es fast unmöglich, Kellers Werk mit Genauigkeit zu datieren; viele seiner Stücke waren Jahre oder sogar Jahrzehnte früher entstanden. Darüber hinaus ist viel von seiner Arbeit verschwunden, weil er dafür bekannt war, Geschichten (kostenlos) an Fanzines, Amateurmagazine und obskure Zeitschriften zu schicken. Jedenfalls erlaubte ihm seine neue Karriere, eine kleine Privatpraxis als Psychiater zu gründen, was ihm genügend Stunden am Tag ließ, um ein „Vollzeit“-Autor zu sein.

Trotz der Allgegenwart seiner Texte in den Pulp-Magazinen (ganz zu schweigen von seinen zahlreichen Publikationen in Buchlänge) ist der Großteil von Kellers Fiktion inzwischen vergessen und vergriffen. Dennoch tauchen in Anthologien noch immer einige wenige Geschichten häufig auf. Zu seinen bekanntesten Werken gehören Psychothriller (u.a. „Das Ding im Keller“ (vielleicht seine berühmteste Geschichte) und Fantasy-Erzählungen, die einen zynischen Blick auf die Hybris der Wissenschaftler werfen (z.B. „The Jelly-Fish“). Eine Bewertung von Kellers Karriere durch den

Catweazle (Der zeitreisende Zauberer)

Eines Tages verirrte sich der Drehbuchautor Richard Carpenter in der Landschaft von Sussex auf der Suche nach der Truthahnfarm seines Schwagers. Er stieß auf einen Torpfosten mit der Aufschrift „Catweasle“. Der Name rief sofort die Vorstellung eines Zauberers in ihm hervor, der halb Katze und halb Wiesel ist. Zusammen mit dem Bild eines alten Mannes, den er auf dem Gemälde „Die Dornenkrähe“ von Hieronymus Bosch gesehen hatte, beschloss Carpenter, eine Figur zu erschaffen: Catweazle, den haarigen, ungepflegten mittelalterlichen Zauberer, den wir heute alle lieben. Oder zumindest die, die zu einer gewissen Generation gehören.

Catweazle

Carpenter wollte, dass die Serie Kindern etwas über Wissenschaft beibringt. Er war der Meinung, dass Kinder oft Technologie benutzen, ohne darüber nachzudenken, wie sie funktioniert. Catweazle forderte die Zuschauer auf, darüber nachzudenken, wie das Leben ohne Elektrizität, Telefone, Autos usw. aussehen würde. Der Science Fiction-Autor Arthur C. Clarke sagte einmal, dass „jede ausreichend fortgeschrittene Technologie nicht von Magie zu unterscheiden ist“. Aus diesem Grund ist Catweazle erschrocken, verängstigt und erstaunt über die moderne Zeit. Für ihn sind Dinge wie Telefone, Elektrizität, und Glühbirnen konsequenterweise Magie!

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Jimi Hendrix‘ gespenstische letzte Worte wurden auf dem Anrufbeantworter seines Managers aufgezeichnet

Jimi Hendrix wurde mit seinen Fähigkeiten auf der E-Gitarre zu einer Ikone, doch leider starb er nur vier Jahre nach seinem weltweiten Ruhm. In diesen kurzen Jahren kämpfte Hendrix mit Drogenmissbrauch, obwohl er weiterhin auf einigen der größten Rock’n’Roll-Bühnen der Geschichte auftrat, darunter Woodstock ’69 und das Isle of Wight Festival. Um seinen Tod ranken sich mehrere Verschwörungen, da sein Leben von mysteriösen Verbindungen und unlauteren Verträgen überschattet war. Seine letzten Worte lassen vermuten, dass er auf einen Ausweg hoffte.

In der Nacht vor seinem Tod

JIMI HENDRIX at Isle Of Wight Festival 1970
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Tears for Fears: Seeds of Love

Tears for Fears sind eine der faszinierendsten Bands, die in den 1980er Jahren in England entstanden waren. Die Mitbegründer Roland Orzabal und Curt Smith haben sich immer auf Qualität statt Quantität konzentriert – die Band hat insgesamt sechs Studioalben in fast 40 Jahren veröffentlicht – und widersetzen sich einer einfachen Einordnung in klangliche Schubladen.

Tears for Fears
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Der dunkle Fremde

Vor einigen Jahren fragte ich Wilum „Hopfrog“ Pugmire per Mail, ob ich einige seiner Geschichten übersetzen dürfe und er antwortete, dass ich gerne alles von ihm übersetzen dürfe, was ich wolle. Gerne hätte er ein Büchlein seiner Geschichten in deutscher Sprache, von der er schwärmte, weil seine Vorfahren aus Deutschland gekommen waren. Allerdings, teilte er mir mit, seien bereits Freunde von ihm damit beschäftigt, ein Buch mit Übersetzungen auf den Weg zu bringen. Heute weiß ich, dass zumindest einer dieser Freunde Eric Hantsch war. Trotzdem gehörte ich zu Pugmires ersten Übersetzern, lange bevor „Der dunkle Fremde“ im Blitz-Verlag erschien, ein schön aufgemachtes klassisches Taschenbuch mit einem Titelbild von Björn Craig, übersetzt von Dr. Frank Roßnagel.

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Jim Butcher: Silberlinge (Die dunklen Fälle des Harry Dresden 5)

Jim Butcher hat mit den ersten vier Bänden der „Dunklen Fälle des Harry Dresden“ die Blaupause für das gesamte Subgenre der „paranormalen Ermittler“ geschaffen. Er hat es etabliert und dann rigoros getestet. Im fünften Band, der im Original „Death Masks“ heißt und bei Blanvalet im Rahmen der Neuauflage der gesamten Reihe als „Silberlinge“ erschienen ist, hat Butcher seine Formel perfektioniert.

Die Geschichte hat alle erzählerischen Elemente, die die Fans der Serie kennen, und eine Handlung, die so komplex ist wie die der langen Fantasy-Romane, deren Autoren sich selbst sehr ernst nehmen. Doch Butcher nimmt sich selbst nicht immer so ernst, und gerade deshalb gelingt es ihm, eine beeindruckend ausgewogene Geschichte zu erzählen. Nicht umsonst ist dies ein Meilenstein der Urban Fantasy. Und es gibt einen Grund, warum die Dresden-Files neben dem Herrn der Ringe das Werk sind, das fast inflationär kopiert wird.

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