Der Gitarrist als Revolverheld

Der Gitarrenheld ist eine Figur, die in der Vergangenheit – vor allem in den 70er Jahren – stark an den Revolverhelden des Wilden Westens angelehnt war, der wiederum aus dem griechischen Mythos der unbesiegbaren Heldenfiguren im Allgemeinen stammt. Man hat sie oft nicht als gewöhnliche Musiker gesehen, sondern als Teufelskerle, die eine geheime Magie besitzen, ein Geheimnis, das sie nur durch ihre Musik weitergeben können, manchmal überirdische Wesen, die sich weit hinauswagen und mit ungeahnten Fähigkeiten in die Welt des Alltags zurückkehren, um uns allen einen musikalischen Schatz zu schenken. Oder zumindest denjenigen, die die erhabenen Klänge zu schätzen wissen, die ein Meister einer brennenden Fender Stratocaster entlocken kann. Die Anspielung versteht sich hoffentlich von selbst.

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Jack Sparrow (Der torkelnde Pirat)

Die Geschichte des wohl berühmtesten Piraten der Popkultur ist vor allem die Geschichte seiner Interpretation durch Johnny Depp. Doch genau diese Interpretation sorgte anfangs für einige Irritationen. Und beinahe wäre eine der beliebtesten Filmfiguren aller Zeiten gar nicht erst entstanden.

Die Geschichte des wohl berühmtesten Piraten der Popkultur ist vor allem die Geschichte seiner Interpretation durch Johnny Depp. Doch genau diese Interpretation sorgte anfangs für einige Irritationen. Und beinahe wäre eine der beliebtesten Filmfiguren aller Zeiten gar nicht erst entstanden.

Der Pirat als Rockstar

Als Johnny Depp sich auf seine Rolle als Captain Jack Sparrow im ersten Fluch der Karibik-Film vorbereitete, las er alles, was es über Piraten zu lesen gab, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie sein Charakter aussehen sollte. Je mehr er über Piraten las, desto mehr gewann er den Eindruck, dass sie die Rockstars ihrer Zeit waren.

Jack Sparrow, von „itsmyself“

Sie waren trinkfreudige, exzentrische Gauner, die ständig auf Reisen waren, begleitet von einem unermesslichen Ruhm, der ihnen auf ihren Reisen folgte. Ihr extravagantes Aussehen und ihr manchmal bizarres, aber immer unterhaltsames Verhalten trugen zu ihrem Mythos bei. Die Piraten nahmen sich die Freiheit, sie selbst zu sein, ohne sich dafür zu entschuldigen.

Johnny Depp hatte also eine Vorstellung davon, wie Jack Sparrow sein könnte, aber er wusste, dass er einen echten Rockstar brauchte, um sich von ihm inspirieren zu lassen. Also wandte er sich an seinen Freund Keith Richards von den Rolling Stones, den er für den „größten Rock’n’Roll-Star aller Zeiten“ hält.

Er studierte Keith Richards ohne dessen Wissen und traf ihn so oft wie möglich, bevor die eigentlichen Dreharbeiten begannen. Viele der Eigenheiten, Persönlichkeitsmerkmale und sogar die Stimme von Jack Sparrow stammen aus Depps Studium von Keith Richards.

Es dauerte nicht lange, bis Jack Sparrow in Johnny Depps Kopf Gestalt annahm. Er erkannte, dass er aus dieser Figur etwas Großes machen konnte.

Der besondere Pirat – Ein Schock für Disney

Das Problem war, dass die Disney-Manager, die für den Film verantwortlich waren, eine ganz andere Vorstellung von Jack Sparrow hatten. Sie wollten einen traditionellen Piraten, wie man ihn aus den üblichen Piratenfilmen kennt: rau, gut aussehend, männlich, mit einem leicht düsteren Sinn für Humor. Nichts Außergewöhnliches.

Aber Johnny Depps Captain Jack Sparrow war nichts, was die Leute bei Disney je zuvor in einem Piratenfilm gesehen hatten. Depp gab ihnen einen Jack Sparrow, der sowohl männlich als auch weiblich war, abseits des Mainstreams, ganz zu schweigen von seinem unerwarteten Aussehen.

Sie waren schockiert und im Grunde verachteten sie die Darstellung. In einem Interview mit Vanity Fair beschrieb Depp, wie die entsetzten Disney-Manager begannen, ihn mit Fragen zu traktieren:

“Was ist mit Jack Sparrow los? Ist er ein komischer Dummkopf? Ist er betrunken? Und übrigens: ist er vielleicht sogar schwul?”

Aber die schlimmste Reaktion behielt sich der Disney-Chef vor, der, nachdem er einige Szenen mit Jack Sparrow gesehen hatte, wütend schrie: “Er ruiniert den Film!”

Die Dinge entwickelten sich nicht gut, und es sah so aus, als ob Johny Depp den interessanteren Jack Sparrow aufgeben müsste, um den faden Charakter zu spielen, den Disney wollte.

Die Chance nutzen

Doch Johnny Depp wollte nicht nachgeben, zu sehr war er an der von ihm geschaffenen Figur interessiert und bereit, sich für sie einzusetzen.

Interessanterweise hatte Disney Depp überhaupt erst engagiert, weil sie einen Film wollten, der aufregender und interessanter ist als ein traditioneller Disney-Film. Aber jetzt, wo sie eine Figur hatten, die genau das war, bekamen sie kalte Füße.

Als Depp merkte, dass Disney dabei war, den Jack Sparrow, den er im Sinn hatte, zu verhindern, beschloss er, alles auf eine Karte zu setzen. Er ließ den Konzern wissen, dass es um alles oder nichts gehe. Entweder sie vertrauten ihm, weil er davon überzeugt war, dass er der richtige Captain Jack Sparrow für den Film sei, oder sie würden ihn hier und jetzt feuern, weil er die Figur nicht anders spielen würde.

Keith Richards

Damit ging Johnny Depp ein hohes Risiko ein, das sich aber am Ende auszahlte. Sein Vertrauen in die Figur überzeugte Disney schließlich, und sie hörten auf, ihn zu drängen, es sich noch einmal zu überlegen. Zumindest größtenteils.

Er musste noch darum kämpfen, genau das Kostüm und das Aussehen in den Film einbringen zu dürfen, das wir heute alle kennen.

Johnny Depp wusste, dass ein Pirat wie Jack Sparrow sich nicht nur wie ein Rockstar verhalten, sondern auch so aussehen musste. Ein fadenscheiniges Halstuch und ein klischeehafter goldener Ohrring würden nicht ausreichen. Also machte er sich daran, einen Look zu kreieren, der dem Charakter treu blieb und ein wenig auf die Vergangenheit des Piraten anspielte. Rastalocken, jede Menge Goldzähne (Disney war darüber wirklich nicht glücklich), ein geflochtener Spitzbart, Tätowierungen und Ähnliches wurden sorgfältig angebracht, um den Look zu kreieren.

Auch hier suchte er Inspiration bei Keith Richards. Richards hatte die Angewohnheit, kleine Schmuckstücke als Andenken an seine Reisen und Tourneen zu sammeln und sie in sein Haar zu stecken. Depp beschloss, dass Jack Sparrow genau das getan haben könnte, um sich an seine Abenteuer zu erinnern.

Er sah etwas und beschloss, es als Andenken in sein Haar zu stecken, und jedes Objekt hatte eine Geschichte.

So wie der Rentierknochen, der an einem seiner Dreads hängt. Nur Jack Sparrow kennt die Geschichte, aber sie muss interessant sein, wenn man bedenkt, dass es in der Karibik keine Rentiere gibt.

Johnny Depp war mit dem Verlauf des Films sehr zufrieden, denn alles schien zu seiner Rolle zu passen. Aber der wahre Test, ob er mit seiner Interpretation richtig lag, stand noch aus.

Captain Jacks Vater

Als die Premiere von Pirates of the Caribbean: Curse of the Black Pearl anstand, lag eine Frage in der Luft.

Würden die Zuschauer Johnny Depps Version von Jack Sparrow akzeptieren oder würden sie einen so ungewöhnlichen Charakter am Ende ablehnen, weil sie ihn nicht verstanden?

Viele Medienvertreter gingen ohnehin davon aus, dass der Film ein Flop werden würde, da Piratenfilme zu dieser Zeit nicht besonders populär waren. Außerdem ahnten sie, dass Johnny Depps eigenwilliges Spiel alles nur noch schlimmer machen würde.

Doch genau das Gegenteil war der Fall. Fluch der Karibik wurde ein großer Erfolg, und die Art, wie Johnny Depp Captain Jack Sparrow spielte, war einer der Hauptgründe für diesen Erfolg. Es war eben der Reiz, dem übermütigen und etwas seltsamen Piraten dabei zuzusehen, wie er sich geschickt aus schwierigen Situationen herausmanövriert.

Das Rockstar-Image von Jack Sparrow machte den Piraten zum Publikumsliebling und den Film zu einem der erfolgreichsten aller Zeiten. Und niemand bestritt mehr, dass man mit Johnny Depp die richtige Wahl getroffen hatte. Niemand hatte mit einem solchen Erfolg gerechnet.

Was Keith Richards betrifft…. er fand erst nach Erscheinen des Films heraus, dass er eine der großen Inspirationen für Jack Sparrow gewesen ist.

Elric von Melniboné

Elric ist grüblerisch und in sich gekehrt, krank durch die Traditionen, aus denen er stammt, und zugleich ein Produkt dieser Traditionen. Im Gegensatz zu anderen Helden, die ein eigenes Reich erobern und anstreben, wird Elric in den Adel hineingeboren und gibt diese Verantwortung ab.

Elric ist grüblerisch und in sich gekehrt, krank durch die Traditionen, aus denen er stammt, und zugleich ein Produkt dieser Traditionen. Im Gegensatz zu anderen Helden, die ein eigenes Reich erobern und anstreben, wird Elric in den Adel hineingeboren und gibt diese Verantwortung ab. Er ist das Produkt einer dekadenten Rasse in ihrer Dämmerung, die von einem weltumspannenden Königreich zu einer einzigen Insel geschrumpft ist. Er verbringt ebenso viel Zeit damit, Wesen mit magischen Kräften zu beschwören, wie damit, sie zu bekämpfen, und sein Schutzgott Arioch ist einer der Fürsten des Chaos, der eine sehr aktive Rolle in Elrics Schicksal spielt. Elric ist weit davon entfernt, ein athletischer Kämpfer zu sein, da er zunächst auf bestimmte Kräuter angewiesen ist, um seine Kräfte zu erhalten, ohne die er fast hilflos wäre. Schließlich erhält er das lebende Schwert Sturmbringer, das zwei eher unangenehme Eigenschaften besitzt: die Lust, Seelen zu verschlingen, und die Neigung, die Menschen zu töten, die Elric zu beschützen versucht.

Elric

Mit anderen Worten: In jedem anderen Buch würde er wahrscheinlich als sympathischer Bösewicht enden. Doch Moorcock verleiht diesem ansonsten unmenschlichen Charakter eine eigene Menschlichkeit, die den Leser in seinen Bann zieht. Elric stellt den Status quo in Frage, trifft überraschend falsche Entscheidungen (z. B. überlässt er den Thron seinem Cousin, der ihn gerade ermorden wollte) und verrät oder tötet jeden, der ihm nahesteht. Dass Elric an sich zum Scheitern verurteilt und schwach ist, tut seinem Charakter keinen Abbruch. Im Gegenteil, gerade seine Schwäche macht einen Großteil des Buches aus und regt den Leser dazu an, ihn zu begleiten.

Es wäre zu einfach zu sagen, dass Elric das genaue Gegenteil eines anderen großen Helden der Pulp-Ära ist: Conan. Wo Conan ein Barbar ist, ist Elric ein Produkt der Zivilisation. Wo Conan ein Reich erobert, gibt Elric auf. Wo Conan sich letztlich nur auf seine natürlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten verlassen kann, ist Elric auf Kräuter, Magie und seine dämonisch schwarze Klinge, den Sturmbringer, angewiesen. Während Conan die Götter meidet, ist Elric auf sie angewiesen. Außerdem sind Elrics Abenteuer vielfältiger als die der berühmten Schöpfung von Robert E. Howard. Elric ist nie auf der Suche nach einem einzelnen Schatz, und seine Ziele gehen typischerweise über das bloße Überleben hinaus. Aber sowohl Elric als auch Conan sind Entdecker ihrer fantastischen Welten, und beide haben es ihren Schöpfern ermöglicht, lebendige Umgebungen zu schaffen, in denen ihre Charaktere interagieren können.

Elric ist auch die bekannteste Inkarnation des Ewigen Helden von Michael Moorcock. Dahinter verbirgt sich das Konzept, dass ein und dieselbe Seele mehrmals und überall im Multiversum geboren werden kann, um für das Gleichgewicht zwischen Gesetz und Chaos zu kämpfen. Moorcocks Einführung eines Multiversums führte zu der interessanten Idee, dass Elric Seite an Seite mit anderen Inkarnationen seiner selbst kämpfen konnte, obwohl seine Erinnerungen an solche Abenteuer oft verblassten, sobald sie vorüber waren. In der Tat lässt sich leicht auf Moorcocks Einteilung in Ordnung und Chaos verweisen (die sich deutlich von Gut und Böse unterscheidet), die sich in der Popkultur wiederfindet, sei es in Roger Zelaznys Amber-Zyklus oder in den verschiedenen Warhammer-Spielen.

Obwohl Elric erst nach der Blütezeit der Pulp-Magazine entstand, ist der Einfluss von Moorcocks Werk auf künftige Generationen von Fantasy-Autoren unübersehbar. Und durch die Verbindung von Sword & Sorcery und High Fantasy (mit einem deutlichen Schuss Dark Fantasy) ist es leicht zu verstehen, warum Elric seine anhaltende Anziehungskraft auf die Fans behalten hat.

Dr. Mabuse (Superhirn des Bösen)

Dr. Mabuse ist eine vielschichtige Figur, die seit 1920 die Fantasie von Lesern und Zuschauern anregt. Er ist ein Superschurke, ein angesehener Arzt, ein Meister der Verkleidung und der Hypnose, ein Utopist und ein Wahnsinniger. Er ist der Schöpfer und das Opfer seiner eigenen Welt, die er nach seinen Plänen gestaltet oder zerstört.

Die Geburt des Dr. Mabuse

Norbert Jacques war der Schöpfer von Dr. Mabuse. Der Autor wurde 1880 in Luxemburg geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Bonn wurde er Journalist und Weltreisender. Seine Erfahrungen führten ihn zum Schreiben von Reiseberichten und Abenteuerromanen. War Norbert Jacques ein Autor von Groschenromanen? Er selbst würde das wahrscheinlich bestreiten. Immerhin wurden seine Geschichten in respektablen Tageszeitungen veröffentlicht. Und Jacques war kaum ein Schmierfink, wenn man bedenkt, dass sogar Thomas Mann seine Fähigkeiten als Schriftsteller lobte. Trotzdem haben viele seiner Werke einen gewissen Ruf. Dies gilt insbesondere für den Roman, der Jacques berühmt machen sollte, „Dr Mabuse, der Spieler“, der zwischen dem 25. September 1921 und dem 29. Januar 1922 in der Zeitung Berliner Illustrierte Zeitung veröffentlicht wurde.

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Ein frommer Mörder / Liam McIllvanney

Der 2015 verstorbene William McIlvanney, der Vater von Liam McIlvanney gilt als einer der Paten des Tartan Noir, einer bei uns nahezu völlig ignorierten Spielart des schottischen Kriminalromans, der bis zu Louis Stevensons „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr Hyde“ zurückreicht. Geprägt wurde der Begriff von Ian Rankin und umfasst jene Werke, in denen es um die Dualität der Seele geht, um die Natur von Gut und Böse, Fragen der Erlösung, des Heils und der Verdammnis. Das schottische Konzept der Dualität eines einzigen Wesens ist eine treibende Kraft in der schottischen Literatur und kommt besonders im Genre des Tartan Noir zum Tragen. Ein weiterer Einfluss sind die amerikanischen Meister des Hardboiled-Genres wie Dashiell Hammett und Raymond Chandler.

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Weird Fiction

Weird Fiction ist eine Form der Erzählung, die die menschlichen Konzepte von Logik, Rationalität und Gesetzen – einschließlich der Klischees der Horrorfilme – auf den Kopf stellt und ein verwirrendes Gefühl hervorruft, das die Sicherheit der menschlichen Kultur bedroht, indem es jenseitige Kräfte in bösartigen Gegensatz zu unseren Konventionen, Erwartungen und Werten stellt.

Noch vor zwei Jahrzehnten waren die Lovecraft’sche Literatur und der klassische Horror fest in der Randkultur von Death-Metal-Bands, Rollenspielen und der Schauerromantik verankert. Auf dem Weg in die Mainstream-Kultur und in den allgemeinen Sprachgebrauch könnte es hilfreich sein, einige grundlegende Definitionen zu klären. Zum Beispiel Weird Fiction. Was ist das überhaupt? Eine deutsche Übersetzung gibt es allein schon aus dem Grund nicht, weil das Genre ein rein amerikanisches ist und keine Entsprechung in unserer Kultur aufweist.

„SCHRÄG, SELTSAM, VERDREHT…“

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Tony Quinn – Die schwarze Fledermaus

Die Schwarze Fledermaus ist ein eher unbedeutender Pulp-Held, an den man sich dennoch gut erinnert. Er gehörte zur „dritten Welle“ der Pulp-Helden, die alle auch Comic-Figuren hätten sein können, und erschien in Black Book Detective, herausgegeben von Ned Pines Pulp-Reihe „Thrilling“.

Die schwarze Fledermaus trug ein ähnliches Kostüm wie Batman, der etwa zur gleichen Zeit (1939) auf den Markt kam, was wahrscheinlich einer der Gründe ist, warum die meisten Menschen sich überhaupt an ihn erinnern.

Bei all den neuen Geschichten über die Schwarze Fledermaus ist es wichtig, dass die Leute verstehen, wer die Figur wirklich ist, und vielleicht dazu angeregt werden, die Originalgeschichten zu lesen.

Wie bereits erwähnt, war die Schwarze Fledermaus Teil der „dritten Welle“ von Pulp-Helden, die 1939 begann. Diese Figuren zeichneten sich dadurch aus, dass sie bunter und comicartiger waren. Obwohl die Schwarze Fledermaus aus einer eigenständigen Idee heraus entwickelt wurde, konnte sie aufgrund ihres Outfits leicht mit Batman verwechselt werden.

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Huckleberry Finn (Der Aussteiger)

Wie viele herausragende Ikonen ist auch Huckleberry Finn eine zutiefst amerikanische. Die Zeiten, in denen man die Figur halbwegs auch bei uns verstehen konnte, sind anscheinend vorbei, und doch führen seine Spuren durch die gesamte Kultur der westlichen Welt. Seine ursprüngliche Wildheit und Seltsamkeit mag Huck im Laufe der Zeit wohl verloren haben, er hat der heutigen Zeit jedoch mehr zu sagen, als man vermutet.

Ein Jahrhundert voller Filme, Cartoons, Comics, versteckter und weniger versteckter Anleihen in Romanen, sagt vor allem eines aus: wie frei und unschuldig die Kindheit früher war. Aber es gab auch im viktorianischen Amerika Banden, Schulschießereien und die Ängste der Eltern, dass ihre Kinder der gewalttätigen Popkultur ausgeliefert sind. Mark Twain schrieb über all das. Für heutige Eltern, die sich um ihre Kinder und deren Kontakt zu dekadenten Medien sorgen, sich über die Natur oder eine standardisierte Bildung Gedanken machen, ist Huck Finn kein Rückfall in eine unschuldigere Zeit, sondern erinnert sie nur daran, dass die gleichen Debatten seit mehr als einem Jahrhundert stattfinden.

Huckleberry Finn With Rabbit
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Der Graf von Saint Germain – Der Unsterbliche

Wer war der Graf von St. Germain? War er unsterblich oder gar ein Zeitreisender? Außer ihm selbst weiß das wohl niemand. Tatsache ist, dass er seine Zuhörer oft in Erstaunen versetzte, wenn er Erfindungen beschrieb, die im 18. Jahrhundert noch unbekannt waren – die Eisenbahn und das Dampfschiff. Woher wusste er davon?

Der Graf von Saint Germain gilt als berühmter Abenteurer des 18. Jahrhunderts, der in ganz Europa als „der Wunderliche“ bekannt war. Über seine Abstammung ist nichts Genaues bekannt, auch sein Tod liegt im Dunkeln. Voltaire, ein Zyniker, der sich nicht leicht beeindrucken ließ, charakterisierte ihn – im Angesicht Friedrichs des Großen – als „den Mann, der alles weiß und nie stirbt“.

Nach Zeugenaussagen lebte er mindestens zweihundert Jahre und hatte sein Aussehen kaum verändert.

Der Graf tauchte plötzlich aus dem Nichts auf. Sein Leben lang umgaben ihn Intrigen und Gerüchte über magische Kräfte. Er soll über achtzig Pseudonyme gehabt haben, und auch der Name Saint Germain war wahrscheinlich nicht sein richtiger.

Zum ersten Mal taucht er 1710 auf, bezeugt durch den Komponisten Jean-Philippe Rameau und die junge Gräfin von Geordie, die ihn als einen Mann von vierzig bis fünfundvierzig Jahren beschreiben. Über die folgenden zwei Jahrzehnte ist kaum etwas bekannt, außer dass er ein enger Vertrauter von Madame de Pompadour war und großen Einfluss in den Freimaurerlogen und anderen Geheimbünden seiner Zeit hatte.

Zwischen 1737 und 1742 hielt sich Saint Germain am Hofe des Schahs von Persien auf, wo er vermutlich einen Teil seiner umfangreichen Kenntnisse über Diamanten erwarb. 1743 erschien er am Hof von König Ludwig XV. und war für seinen großen Reichtum und seine alchemistischen Fähigkeiten berühmt. Er selbst behauptete, den Stein der Weisen gefunden und Diamanten hergestellt zu haben sowie in den Himalaya gereist zu sein, um die Menschen zu finden, die „alles wissen“. Er fügte hinzu, dass „man in den Pyramiden studiert haben muss, wie ich es getan habe“, um hinter sein Geheimnis zu kommen. Er sagte auch, dass er durch den Weltraum gereist sei. „Ich bin eine sehr lange Zeit durch den Weltraum geflogen. Ich sah Kugeln, die Welt drehte sich um mich und zu meinen Füßen“. Bei einer anderen Gelegenheit sagte er: „Ich reiste durch die Zeit und fand mich unbewusst in fernen Ländern wieder. „

Der Graf galt als Visionär – er erzählte von Erfindungen aus der Zukunft. Er konnte sich vor Zeugen unsichtbar machen und plötzlich erscheinen, wann und wo er wollte.

1744 wurde der Graf in England wegen Spionage verhaftet, aber nach einem Verhör wieder freigelassen. In den Jahren 1745 und 1746 lebte er am Wiener Hof wie ein Fürst und war „geistreich und hochbegabt“. Er wurde nicht nur als sehr reich beschrieben, sondern sprach neben mehreren europäischen und arabischen auch orientalische und klassische Sprachen und war ein ausgezeichneter Geigen- und Klavierspieler. Außerdem war er Vegetarier und trank nur gelegentlich Wein.

Den Höhepunkt seines Ruhmes erreichte er zwischen 1747 und 1760 am Hof Ludwigs XV., vor dem er Diamanten schliff und vermehrte. Dort wurde ihm ein Labor für seine alchemistischen Experimente zur Verfügung gestellt. Die siebzigjährige Gräfin von Geordie war sehr überrascht, dass Saint Germain noch genauso aussah wie bei ihrer Begegnung vor fünfzig Jahren.

Von 1762 bis etwa 1773 erschienen in ganz Europa Berichte über seinen wissenschaftlichen und politischen Werdegang: „Ein außergewöhnlicher Mann, der Eisen in ein Metall verwandeln konnte, das für die Arbeit des Goldschmieds mindestens so gut und schön ist wie Gold“.

In Venedig besaß er eine Fabrik mit hundert Arbeitern. Das Unternehmen beschäftigte sich mit der Herstellung von Leinen, das wie Seide aussah.

Zwischen 1774 und 1784, nach dem Tod Ludwigs XV., warnte er Ludwig XVI. und Marie Antoinette vergeblich vor einer „Riesenverschwörung“, auf die er durch seine Einblicke in Freimaurer- und Illuminatenkreise aufmerksam geworden war.

Danach lebte er hauptsächlich in Deutschland. Dort soll er sich zusammen mit seinem Schüler und Gönner Prinz Karl von Hessen-Kassel in Freimaurer-, Rosenkreuzer- und Templerkreisen engagiert haben.

Am Hof von Karl von Hessen-Kassel erkannte der Graf erstmals, dass er alt wurde. Am 27. Februar 1784 soll er plötzlich in den Armen zweier Mägde gestorben sein, die Beerdigung soll am 02. März 1784 stattgefunden haben, was auch in den Kirchenbüchern von Eckernförde vermerkt ist. Doch als sein Sarg einige Tage später wieder geöffnet wurde, war er leer!

Es folgte sein von zahlreichen Zeugen bestätigter Auftritt bei einer großen Versammlung von Okkultisten am 15. Februar 1785 in Wilhelmsbad – darunter Freimaurer, Illuminaten und Geisterbeschwörer -, bei der die unterschiedlichen Auffassungen der Logen geklärt werden sollten. Er erschien dort in Begleitung des berühmten italienischen Abenteurers und Alchemisten Cagliostro, des Wiener Arztes Franz Mesmer, der auch als Begründer des „animalischen Heilmagnetismus“ (Mesmerismus) gilt, und des französischen Schriftstellers und Philosophen Louis Claude Saint Martin.

1788 lebte er wieder hauptsächlich in Frankreich und warnte den Adel vor der bevorstehenden Revolution. Doch auch hier wurde er nicht ernst genommen. 1789 reiste er nach Schweden, um König Gustav III. vor einer möglichen Krankheit zu schützen.

Er schien die Menschen, mit denen er verkehrte, über den inneren Sinn des Lebens zu belehren und sie – da er die bevorstehende Revolution voraussah – mit der Aussicht auf die feinstoffliche Welt – das Leben nach dem Tod – zu trösten.

Marie Antoinette sagte er 1793 Tag und Stunde ihres Todes voraus. Die Königin selbst bezeugte, dass der Graf mit seinem Seelenleib (Astralleib) in ihrer Zelle erschien und ihre Seele aufrichtete, indem er ihr die Gewissheit eines glorreichen Lebens im Jenseits gab, was ihr die edle Würde verlieh, als sie die Guillotine bestieg.

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