Pissstand

Ach Du liebes Pisschen!, hier sah ich einst, die Schuhe wollten bei jedem Schritt kleben bleiben, zerbröckeltes Glas knirschte unter den Sohlen, bröselte weiter und nistete sich sogar tief in den Gummibelag oder das Leder ein, die Frischluft wollte gar nicht dazu kommen, den Qualm abzuwedeln, wenn sich die Türe öffnete, um einen neuen Gast in den Schankraum zu spülen, einen betrunkenen hinaus oder ins Pissoir, wo man den Kopf einziehen musste, um durch die Zarge – immer der Nase nach – zu treten, wo früher einmal hochhoheitliche Ponys ihre Äpfel fallen ließen – Jauchäpfel fallen nicht weit vom Stall, die Rinne von heute nimmt’s mit Segen -, eine Alte, die, obwohl in der Hocke befindlich, redlich schwankte, dabei sich abmühte, ihre Brunze in die Rinne zu schleudern und gleichzeitig nicht ihren dicken Moltonrock zu besudeln. Das Schauspiel, ganz und gar nicht stumm begleitet von ächzendem Kläffen, kam mir derart merkwürdig vor, dass jegliches Blasen-Völlegefühl keinen Bedarf mehr hatte, auf sich aufmerksam zu machen, und ich, erstarrt wie ein Porzellanmännchen, ein verhexter Voyeur, der Entleerung bis zum Ende beiwohnte, ohne wahrgenommen zu werden. Nun wusste ich in jener Zeit nur von Sagen und Legenden, dass sich die Frauenschaft immer und ausschließlich auf die Schüssel hockte, nämlich um beiderlei Notwendigkeiten von sich zu lassen, aber diese hier schien sich vielleicht nicht daran zu erinnern, oder in ihr kochte der reine Trotz ein Feuer, das doch eigentlich niemanden versengte, mir selbst auch nur ein weiteres Rätsel aller Existenz auftrug.

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    Antwort des Baches

    Wenn aber ich die Erde abwärts streife
    der Kleider lose, nackt und bloß
    mich lege in den Wiesengrund
    da alles in sich Kosmos ist
    erspähe ich ein Wunder
    gebäre ich mich selbst

    auf die Frage

    Was ist zu tun, der Wurzel Tiefe zu begreifen
    der Wurzel Festigkeit zu hören
    der Wurzel Durst allzeit zu stillen

    Ich trample auf den Nerven deiner Ahnen
    Genien und etruskische Todesdämonen
    Menschen tragen Flügel
    dort die Welt weit ist
    dort die Welt versteckt ist

    Wenn etwas aus der Tiefe fragt:

    Was ist das für ein Mund
    der dort hinunterführt?

    Antwortet etwas darüber:

    Der Zivilisationengrund
    ist Armengrab
    Ein offener Mund

    Der hält den Rachen auf
    Der frißt sich durch den Bauch
    Der Erdenkinder Untergang
    Der Menschenfeind im Überschwang
    Danieder speichelt er und frißt
    Es ist der Mund, der niemals küßt

    Aber höre auch dies:
    (Es sind die Gesänge der Vril)


    Siehst du dich in Farben voller Flieder (aus dem Meer der Blüten)
    voller Duft von all den Blumen (die nicht immer Flieder sind)
    die erhoben hoch (so hoch der Grenzen Unwahrscheinlichkeit)
    dort enden wo du lebst? (Doch nur, falls du verstehst)
    Heißt man dich willkommen (denn ein Gast bist du schon längst)
    wo der Tod nur Wächter ist (und wo die Welt findet ihr Ende)
    wenn du längst vergessen bist?
    Es sind Sonnen die nie strahlen (die nie dort sind, wo du warst)

    Hörst du diese Klänge (wie von Tausenden von Chören)
    die dich rufen, dich begleiten (in der Welt, die fremd dir ist)
    Fühlst du, wie der Wind
    der dich berührt (der dich begleitet)
    der dich zähmt (der dich umnachtet)
    weise kreist, geheimnisvoll?

    Jetzt mußt du dich niederlegen
    erregter Mensch

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    (der Nebel)
    voller Licht, darin die Gewalt des rein fließenden Chaos, Auftrieb, Abtrieb, geschmeidiges Sein durchwebt die Stille.
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