Hinter mir brillt die Sonne, schmähschmettert brennendheiße, achGott : knutheiße Fingerzippel vonner Wand wech aufmeim Rükken. Ich steh so da, so steh ich da & yep : uhu=riniere schlenkernd mitter Hüpfte in die Gondeln rein, pisseundpisse : in die Gondel rein, zwikk zum Schluss die Schinkenpacken (in der Mitte dark gefaltet) an=hei!=nander, um auch noch die kompleksbehafteten Droppen ausser Blase zu scharren – in die Gondel rein (schüttl mich nafreilich selber gut foll, lass den Haut-fleisch=Schlauch noch etwas in der goldnen Backblech=Wärme hängen, hängt ja gutest da). Du Gondel!
Autor: M.E.P.
Pissstand
Ach Du liebes Pisschen!, hier sah ich einst, die Schuhe wollten bei jedem Schritt kleben bleiben, zerbröckeltes Glas knirschte unter den Sohlen, bröselte weiter und nistete sich sogar tief in den Gummibelag oder das Leder ein, die Frischluft wollte gar nicht dazu kommen, den Qualm abzuwedeln, wenn sich die Türe öffnete, um einen neuen Gast in den Schankraum zu spülen, einen betrunkenen hinaus oder ins Pissoir, wo man den Kopf einziehen musste, um durch die Zarge – immer der Nase nach – zu treten, wo früher einmal hochhoheitliche Ponys ihre Äpfel fallen ließen – Jauchäpfel fallen nicht weit vom Stall, die Rinne von heute nimmt’s mit Segen -, eine Alte, die, obwohl in der Hocke befindlich, redlich schwankte, dabei sich abmühte, ihre Brunze in die Rinne zu schleudern und gleichzeitig nicht ihren dicken Moltonrock zu besudeln. Das Schauspiel, ganz und gar nicht stumm begleitet von ächzendem Kläffen, kam mir derart merkwürdig vor, dass jegliches Blasen-Völlegefühl keinen Bedarf mehr hatte, auf sich aufmerksam zu machen, und ich, erstarrt wie ein Porzellanmännchen, ein verhexter Voyeur, der Entleerung bis zum Ende beiwohnte, ohne wahrgenommen zu werden. Nun wusste ich in jener Zeit nur von Sagen und Legenden, dass sich die Frauenschaft immer und ausschließlich auf die Schüssel hockte, nämlich um beiderlei Notwendigkeiten von sich zu lassen, aber diese hier schien sich vielleicht nicht daran zu erinnern, oder in ihr kochte der reine Trotz ein Feuer, das doch eigentlich niemanden versengte, mir selbst auch nur ein weiteres Rätsel aller Existenz auftrug.
Besorgungen um zehn
Ich gehe auf der Straße und gebe vor, ein Auto zu sein, was man mir scheinbar nicht abnimmt, sonst wäre kein Hupkonzert aufgekommen. Unbeeindruckt blinke ich (hat man kein recht auf Langsamfahrt?) nach alter Herren Sitte mit dem linken Arm. Ich muss gar nicht aussteigen, um den Laden zu betreten, bin bereits das Ausgestiegene höchstselbt. Heute bedient wieder die blonde, feiste Nachbarin, die nach ihrer Schwangerschaft vor über zehn Jahren nie wieder in eine gewisse Windschnittigkeit zurückfand. Außerdem gibt es ja noch das zweite, das jüngere Kind.
Besorgungen um zehn weiterlesenRuinierte Füße

Ein Blick, der nach dir späht
Der Pfeifer an den Toren der Dämmerung
Dieses flatternde Gewebe
geistreichen Skizzismus schaukelndes
Träumen zufällige freie Katenation
da gabs die Türe wie eine Säge.
Fürchte in der blinden Mauer
einen Blick, der nach dir späht
nur ein weites feld, doch was sie dort pflanzten
kleine pastellfarbene fasane verfingen
sich im zaun, der über die felder
zackte, über die talsohle fegte,
blaßblau die mäntel der statuen,
deren blässe die gesichter immer weiter
bearbeitete; so warteten sie darauf,
wieder erweckt zu werden
Bird-o-Script

Im Künstlerhaus Kempten

Beim Verfassen der „Quantenpoetik“

Antwort von Frau Mayröcker

Antwort von Fr. Mayröcker, die mich ermutigt, ihr weiter zu schreiben. Es ist das für mich ein Tunnel, durch den ich kriechen kann, um all die Zeiten zu überbrücken, die ich nicht in 1. Instanz erleben konnte. Ich erlebe nach Hinten hinaus, während mich das Künftige mit dem Rücken ansaugt. Vor mir liegt die Vergangenheit. Das Problem an diesem Begriff ist seine Unschärfe.